10 Filme & Serien, für alle, die „The Boys“ jetzt schon vermissen

10 Filme & Serien, für alle, die „The Boys“ jetzt schon vermissen

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 28. Mai 2026

Aktualisiert am 28. Mai 2026

The Boys hat eine sehr einfache, aber sehr gemeine Frage gestellt: Was wäre, wenn Superhelden echte Menschen wären, mit echten Motiven, echtem Geld und echten PR-Abteilungen? Die Antwort war brutaler und treffender, als das Genre es je für möglich gehalten hätte. 

Jetzt ist die Serie zu Ende, und die Lücke, die sie hinterlässt, ist nicht leicht zu füllen. Denn kaum andere Filme und Serien schauen auf Superhelden so wie The Boys: ohne Ehrfurcht vor dem Umhang, ohne Respekt vor der Macht und mit echtem Interesse daran, was Macht mit Menschen anrichtet.

Aber genau das machen diese 10 Filme und Serien auch. Unsere Empfehlungen für alle, die The Boys jetzt schon vermissen.

Invincible
Invincible

Invincible

2021

Robert Kirkman hat Invincible ursprünglich als Comic geschrieben, und die Animationsserie von Amazon trägt diese Herkunft mit Stolz, ohne sich hinter ihr zu verstecken. 

Mark Grayson (Steven Yeun) ist der Sohn des mächtigsten Superhelden der Welt und soll eines Tages in seine Fußstapfen treten, bis er begreift, dass diese Fußstapfen tief in Blut stehen. Was die Serie so nah an The Boys heranrückt, ist ihre Bereitschaft, Konsequenzen ernst zu nehmen: Kämpfe hinterlassen echte Wunden, Entscheidungen hinterlassen echte Narben, und kein Sieg fühlt sich vollständig sauber an. Dazu kommt ein emotionaler Kern, der überraschend stark trägt, weil die Beziehung zwischen Mark und seinem Vater so vielschichtig geschrieben ist, dass man ihr auch dann noch folgt, wenn man eigentlich längst weiß, wohin sie führt.

An einer Eliteuniversität für junge Supes lernen die Studierenden in Generation V, ihre Kräfte zu kontrollieren, und dabei vor allem, wie das System über sie denkt. Die Serie mit Stars wie Jaz Sinclair, Chance Perdomo, Lizze Broadway und Maddie Phillips spielt im selben Universum wie The Boys, hat aber eine eigene Energie, die sie nicht zur bloßen Kopie des Originals macht: Sie ist jünger im Ton, schneller im Rhythmus und erzählt aus der Perspektive von jemandem, der noch am Anfang steht und noch glaubt, dass die richtigen Entscheidungen einen Unterschied machen könnten. 

Was beide Serien verbindet, ist die Grundfrage, was mit Menschen passiert, wenn Macht und Geld entscheiden, was sie wert sind. Diese Hoffnung hält Generation V am Laufen, und ihr Zerbröseln ist keine dramatische Explosion, sondern ein langer, stiller Riss, der sich durch die gesamte Staffel zieht.

Peacemaker
Peacemaker

Peacemaker

2022

Christopher Smith ist in The Suicide Squad ein Witz gewesen, ein muskelbepackter Idiot mit einem Helm aus Chrom und Überzeugungen aus dem Baumarkt. James Gunn hat aus diesem Witz eine Serie gemacht und dabei etwas Unerwartetes getan: Er hat Christopher Smith einen Vater gegeben, eine Vergangenheit und eine langsam wachsende Fähigkeit zur Selbstreflexion, die schmerzhafter ist als jeder Kampf. 

Peacemaker ist komödiantischer als The Boys, aber der Humor sitzt nie dort, wo man ihn vermutet, sondern meistens genau dort, wo es eigentlich wehtut. John Cena trägt diese Rolle mit einer Mischung aus Selbstironie und echtem Ernst, die den Ton der gesamten Serie bestimmt und die man ihm so nicht unbedingt zugetraut hätte. Wer nach The Boys einen Superhelden sucht, den man gleichzeitig auslachen und ernst nehmen kann, ist hier richtig.

Doom Patrol
Doom Patrol

Doom Patrol

2019

Niemand in Doom Patrol hat seine Kräfte gewollt: Cliff Steele (Riley Shanahan) war Rennfahrer, bevor sein Gehirn in einen Roboterkörper verpflanzt wurde, Rita Farr (April Bowlby) war Filmstar, bevor ihr Körper aufhörte, eine feste Form zu haben. 

Was die Serie aus diesen kaputten Biografien macht, ist kein Heldenepos, sondern eine Geschichte über Menschen, die mit dem leben müssen, was ihnen angetan wurde, und die trotzdem irgendwie weiter existieren. Der Ton ist schwarzhumorig, die Bildsprache ist schrill, und die Macher haben keine Angst vor Momenten, die gleichzeitig komisch und herzzerreißend sind. 

Was Doom Patrol auf diese Liste bringt, ist dieselbe Grundüberzeugung wie The Boys: Superkräfte sind kein Geschenk, und wer das behauptet, hat sich nie gefragt, was sie einem wegnehmen.

Der Vater war ein Milliardär mit einem Plan, die Kinder waren sein Werkzeug, und als sie erwachsen wurden, haben sie das alle auf sehr unterschiedliche Weise nicht verarbeitet: The Umbrella Academy mit Elliot Page erzählt im Kern eine Geschichte über eine dysfunktionale Familie, die nie gelernt hat, miteinander zu reden, und die Superkräfte sind dabei weniger Mittelpunkt als Metapher. 

Was die Serie von anderen Produktionen im Genre unterscheidet, ist ihre Weigerung, jemanden als klar gut oder klar schlecht einzuordnen: Alle haben Gründe für ihre Entscheidungen, alle tragen Schäden mit sich, und der gefährlichste Feind der Gruppe sitzt meistens am eigenen Tisch. Das ist weniger brutal als The Boys, aber genauso wenig bereit, die Dinge so einfach zu lassen, wie sie auf den ersten Blick aussehen.

Watchmen
Watchmen

Watchmen

2019

Damon Lindelof hat die HBO-Serie nicht als Verfilmung des gleichnamigen Comics gedacht, sondern als Fortsetzung, und dieser Unterschied ist entscheidend.

Watchmen setzt 30 Jahre nach den Ereignissen des Originals an, in einem Amerika, das seinen Superhelden-Moment hinter sich hat und nun mit den Konsequenzen lebt, ohne sie wirklich verstanden zu haben. Im Mittelpunkt steht Angela Abar (Regina King), eine Polizistin in Tulsa, die hinter einer Maske arbeitet und deren eigene Vergangenheit sich langsam als das eigentliche Zentrum der Geschichte herausstellt. Die Serie verwebt Rassengeschichte, Trauma und politische Paranoia zu etwas, das man so im Superhelden-Genre noch nicht gesehen hat, und sie tut das mit einer Dichte, die mehrere Durchläufe verlangt. 

Wer nach The Boys eine Produktion sucht, die Macht als gesellschaftliches Problem begreift und nicht als individuelles, findet hier eine Serie, die dieser Frage tiefer nachgeht als fast alles andere im Genre.

Kick-Ass
Kick-Ass

Kick-Ass

2010

Die Ausgangsfrage von Kick-Ass ist simpel: Was würde wirklich passieren, wenn ein ganz normaler Teenager beschließt, ein Superheld zu werden? Die Antwort ist schmerzhaft, blutig und manchmal sehr komisch, aber nie so, dass der Humor die Konsequenzen wegwischt. 

Dave Lizewski (Aaron Taylor-Johnson) hat keine Kräfte, keinen Plan und keinen Vater mit Kampftraining, und der Film lässt ihn das in jeder Szene spüren. Was Matthew Vaughns Verfilmung des Comics so sehenswert macht, ist die Reibung zwischen dem Genre, das sie vorgibt zu sein, und dem Genre, das sie tatsächlich ist: ein Film über die Naivität des Heroismus, verkleidet als Actionkomödie. Hit-Girl ist dabei die eigentliche Hauptfigur, auch wenn der Film das lange nicht zugeben will, und Chloë Grace Moretz spielt sie mit einer Kälte und Präzision, die den Rest des Casts mühelos in den Hintergrund drängt.

Was wäre, wenn das Kind, das vom Himmel fiel und bei einer Farmerfamilie aufwuchs, nicht gut wäre? Brightburn stellt diese Frage, die im Superman-Mythos immer mitschwingt und nie gestellt wird, und beantwortet sie ohne Umwege. 

Brandon Breyer (Jackson A. Dunn) ist zwölf, hat Kräfte, die kein Mensch kontrollieren kann, und er beginnt irgendwann zu begreifen, dass das auch für ihn selbst gilt. Der Horrorfilm-Ansatz funktioniert, weil er die Hilflosigkeit der Menschen um Brandon herum so konkret macht: seine Mutter, die nicht wahrhaben will, was sie sieht, sein Vater, der zu spät versteht, was auf dem Spiel steht. Brightburn ist kein Film, der seinen Schrecken hinter Ironie versteckt, und das ist genau der Grund, warum er so lange nachwirkt.

Bevor James Gunn Guardians of the Galaxy gemacht hat, hat er Super – Shut Up, Crime! gedreht, und wer das weiß, sieht den Film mit anderen Augen. 

Frank D'Arbo (Rainn Wilson) ist kein Superheld, er ist ein Koch mit einem kaputten Leben, der nach einer religiösen Vision beschließt, die Welt zu retten, und dabei einen Schraubenschlüssel benutzt. Der Film ist ungemütlich komisch, manchmal erschreckend brutal, und er macht keinerlei Anstalten, Frank als sympathischen Helden zu verkaufen. Ellen Page verkörpert seinen selbst ernannten Sidekick mit einer Energie, die zwischen begeistert und gefährlich kaum zu unterscheiden ist, und gerade diese Ununterscheidbarkeit ist das Verstörendste am Film. 

Super ist das rauere, billigere und in gewisser Weise ehrlichere Gegenstück zu Kick-Ass, und wer nach The Boys noch nicht genug vom Blick hinter den Heldenvorhang hat, findet hier einen Film, der diesen Vorhang gar nicht erst aufhängt.

Drei Teenager finden ein Loch im Boden, steigen hinein und kommen mit Telekinese wieder heraus. Was Josh Trank aus dieser Prämisse macht, ist kein Superheldenfilm im klassischen Sinne, sondern ein Found-Footage-Drama darüber, was mit einem Menschen passiert, wenn er aufhört zu glauben, dass die Regeln für ihn gelten. 

Andrew (Dane DeHaan) ist der Verletzlichste der drei, zu Hause, in der Schule, überall, und Chronicle zeigt sehr genau, wie diese Verletzlichkeit und die neu gewonnene Macht sich gegenseitig hochschaukeln, bis beides untrennbar miteinander verwachsen ist. Es gibt eine Szene gegen Ende, nach der man eine Weile still ist und nicht sofort weiterzappen will. Auf dieser Liste steht Chronicle als Erinnerung daran, dass die dunkelste Version eines Superhelden weder Kostüm noch Konzern braucht, sondern nur genug Schmerz und zu viel Macht.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

52,78 €

Gesamtlaufzeit

134h 8min

Genres

Drama, Action & Abenteuer, Science-Fiction

Wo kann ich die Titel von dieser Liste online anschauen?

Finde heraus, welcher Streamingdienst die meisten Titel von dieser Liste anbietet.

Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 2 von ihnen auf Amazon Prime Video anschauen. 9 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 2 Titel Amazon Prime Video
  2. 2 Titel Amazon Prime Video with Ads
  3. 2 Titel HBO Max
  4. 2 Titel HBO Max Amazon Channel
  5. 1 Titel RTL+