
„Der Teufel trägt Prada“ & Co.: Diese 10 Kultfilme zeigen, dass die 2000er zurück sind
Hollywood belebt gerade alles wieder, was eine ganze Generation geprägt hat, und zwar mit einer Konsequenz, die fast schon rührend ist. Meryl Streep kehrt als Miranda Priestly zurück, Sandra Bullock und Nicole Kidman sind nach fast dreißig Jahren wieder Hexenschwestern. Und Legally Blonde 3, die längst überfällige Fortsetzung der Geschichte um Elle Woods, die als unterschätzte Blondine an der Harvard Law School alle übertrumpft, steckt seit Jahren in der Entwicklung.
Diese Franchises haben sich ihren Platz im kollektiven Gedächtnis verdient, und das Publikum will wissen, was aus all diesen Charakteren geworden ist. Diese 10 Projekte stehen für eine Welle, die gerade erst richtig anläuft.
Andy Sachs bekommt gerade noch einen Preis für Journalismus überreicht, da erreicht sie und ihre gesamte Redaktion die Kündigung per SMS. Gleichzeitig steckt Miranda Priestly in einem PR-Desaster, weil Der Teufel trägt Prada 2 in einer Welt spielt, in der selbst die mächtigste Frau der Modewelt nicht mehr einfach mit einer eiskalten Bemerkung davonkommt.
Regisseur David Frankel und Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna kehren 20 Jahre später zurück und haben klug erkannt, dass eine bloße Wiederholung niemanden interessiert. Also lassen sie Miranda älter werden, ein wenig unsicherer, aber im Kern immer noch dieselbe. Meryl Streep spielt das mit einer leisen Erschöpfung, die dem Film mehr Tiefe gibt als jede Dialogzeile. Emily Blunt als Emily Charlton, die inzwischen bei Dior arbeitet und Miranda heimlich das Magazin wegzunehmen versucht, stiehlt ihr dabei fast jede Szene. Dass der Film noch immer funktioniert, liegt daran, dass er die Fragen ernst nimmt, die sich 2006 niemand gestellt hat: Was passiert mit großen Institutionen, wenn die Zeit an ihnen vorbeizieht?
Der deutsche Kultfilm Mädchen Mädchen! von 2001 hat Diana Amft, Felicitas Woll und Karoline Herfurth zu drei der bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Generation gemacht, und das Konzept dahinter war so simpel wie unschlagbar: drei beste Freundinnen, ein Sommer und ein gemeinsames Ziel. Regisseurin Martina Plura verlegt das Ganze nach Wien und besetzt neu mit Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky und Nhung Hong. Das Ergebnis fühlt sich weniger nach Neuauflage an als nach einem Film, der das Original einfach besser versteht als das Original sich selbst.
Mädchen Mädchen ist frech, divers, hat ein echtes Gespür für Gen-Z-Mädchen, ohne dabei so zu tun, als wäre das eine Leistung, und gibt dem Chaos der drei Hauptfiguren genug Raum, um wirklich komisch zu werden. Im Kino ging er weitgehend unter. Auf Netflix nimmt er gerade noch einmal Fahrt auf.
22 Jahre nach dem Körpertausch eines mürrischen Teenies und ihrer überfürsorglichen Mutter, holt Regisseurin Nisha Ganatra Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan zurück. Dieses Mal steckt Anna selbst als Mutter im Alltag fest, und die Schleife erweitert sich: Tochter Harper und Stiefschwester-in-spe Lily tauschen ebenfalls die Körper, und das Chaos verdoppelt sich entsprechend.
Freakier Friday ist nicht der klügere Film, aber das war auch nie der Plan. Curtis ist erkennbar derjenige, der am meisten Spaß hat. Und es macht Freude, ihr dabei zuzusehen, wie sie in einer Teenager-Hülle durch das Leben navigiert. Lohan ihrerseits zeigt, dass ihre Rückkehr auf die Leinwand kein Unfall war.
Mia Thermopolis war 2001 eine tollpatschige Teenagerin aus San Francisco, die in Plötzlich Prinzessin erfuhr, dass sie Prinzessin von Genovia ist, und seitdem warten die Fans auf den dritten Teil. Er kommt! Anne Hathaway ist dabei, Regisseurin Adele Lim auch, und im Sommer 2025 war die Crew bereits in der Tschechischen Republik beim Location-Scouting für passende Schlösser.
Was der Film inhaltlich macht, ist noch nicht bekannt, aber die Grundfrage ist interessant: Was hat Mia aus 20 Jahren als Königin gelernt, und reicht das? Plötzlich Prinzessin 3 steht auf dieser Liste nicht wegen dem, was man schon weiß, sondern wegen dem, was der Film verspricht. Die ersten beiden Teile haben eine ganze Generation geprägt, die inzwischen Erwachsene sind und sehr genaue Vorstellungen davon haben, was sie sehen wollen. Das ist kein leichter Auftrag.
Die Plastics sind zurück, aber dieses Mal singen sie. Das Broadway-Musical, das Tina Fey 2017 aus ihrem eigenen Drehbuch von 2004 destilliert hat, kommt mit Mean Girls: Der Girls Club als Musicalfilm in die Kinos, und das Erstaunlichste daran ist, wie gut Renée Rapp als Regina George funktioniert. Sie spielt die Rolle nicht als Kopie von Rachel McAdams, sondern als etwas Eigenständiges. Kälter, bewusster und mit einer Bösartigkeit, die sich fast wie Selbstschutz anfühlt. Angourie Rice als Cady Heron hält dagegen mit einer Leichtigkeit, die das Publikum auf ihrer Seite behält, auch wenn Cady es nicht verdient.
Samantha Jayne und Arturo Perez Jr. haben als Regie-Duo verstanden, dass Musicalfilme scheitern, wenn sie sich für ihre eigenen Nummern schämen, und so gibt es hier Momente, die wirklich knallen. Rund 105 Millionen Dollar Kinokasse weltweit bei 36 Millionen Budget war solide, kein Blockbuster, aber genug, um zu zeigen, dass der Stoff eine neue Generation erreicht hat.
Connect 3 haben ihren Opening Act verloren und kehren deshalb zu dem Musikcamp zurück, in dem alles angefangen hat. Die Jonas Brothers spielen also wieder Shane, Nate und Jason Gray, Demi Lovato ist dieses Mal nicht als Mitchie dabei, sondern produziert hinter den Kulissen. Im August 2026 kommt das Ganze auf Disney Channel und Disney+.
Camp Rock 3 hat wenig Ambitionen in Richtung großes Kino, was kein Vorwurf ist, sondern eine Beschreibung. Das Camp sucht neue Talente für die Vorgruppe, und die neuen Figuren bringen Konkurrenz, Romantik und Freundschaftsdrama mit. Regisseurin Veronica Rodriguez inszeniert, was das Publikum erwartet, und dieses Publikum weiß sehr genau, was es will: die Band, die es mit 16 geliebt hat, auf einem Bildschirm, auf dem sich Sommer und Musik immer noch gleich anfühlen.
Mark Darcy ist tot. Das ist der Ausgangspunkt von Bridget Jones: Verrückt nach ihm, und es ist ein mutiger Schritt, weil er die Serie aus ihrer eigenen Komfortzone herausbricht.
Bridget ist jetzt alleinerziehende Mutter zweier Kinder, zurück auf dem Datingmarkt, und dieses Mal ohne den strukturierenden Konflikt zwischen zwei Männern als Rückgrat. Regisseur Michael Morris und ein Drehbuch von Helen Fielding, Abi Morgan und Dan Mazer nutzen diesen Freiraum, um etwas zu tun, das die Vorgänger nie wirklich gewagt haben: Bridget wirklich trauern zu lassen. Renée Zellweger ist in jeder Szene spürbar präsent, und Hugh Grant als Daniel Cleaver beweist, dass er immer noch der interessanteste Schauspieler in einem Raum ist, wenn er es drauf anlegt.
Reese Witherspoon hat sich Wednesday angeschaut und gedacht: Das könnte Elle Woods sein. Herausgekommen ist Elle, eine Prequel-Serie für Amazon Prime Video (Start: 1. Juli), die die Teenagerjahre von Elle Woods in Seattle 1995 erzählt, lange bevor sie jemals von Harvard gehört hat. Lexi Minetree spielt die Rolle und soll laut allen Beteiligten verblüffend ähnlich klingen und aussehen wie Witherspoon damals.
Staffel 2 ist bereits bestätigt und in Produktion, was bedeutet, dass Amazon an das Projekt glaubt, noch bevor eine einzige Folge gelaufen ist. Was die Serie interessant macht, ist die Frage, was aus Elle Woods wird, wenn man das Harvard-Ziel wegnimmt und schaut, wer sie ohne es ist: Eine Teenagerin in den Neunzigern, die wahrscheinlich zu viel Pink trägt und trotzdem schlauer ist, als alle denken.
Fast 30 Jahre nach dem Original kommen mit Practical Magic 2: Zauberhafte Schwestern Sandra Bullock und Nicole Kidman als Hexenschwestern Sally und Gillian Owens zurück. Und Regisseurin Susanne Bier hat dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen anderen Legacy-Sequels: Zauberhafte Schwestern floppte 1998 an den Kinokassen und wurde erst im Laufe der Jahre zum Kultfilm, was bedeutet, dass niemand übertriebene Erwartungen an eine Wiederholung mitbringt. Die Fortsetzung basiert auf Alice Hoffmans Romanfortsetzung The Book of Magic und folgt den Owens-Schwestern, die sich einem dunklen Familienfluch stellen müssen, der ihre Linie seit Generationen verfolgt. Stockard Channing und Dianne Wiest kehren als die exzentrischen Tanten zurück, Joey King und Maisie Williams stoßen als neue Generation der Familie dazu.
Bier hat mit Bird Box und The Undoing bewiesen, dass sie atmosphärische Stoffe mit echtem emotionalen Kern erzählen kann. Ob das für einen Film über Hexen, Flüche und Mitternachtsmargaritas der richtige Ton ist, werden die Kinobesuche ab September zeigen.
Im März 2026 hat Netflix bekannt gegeben, dass 30 über Nacht, die Komödie von 2004, in der Jennifer Garner als 13-jähriges Mädchen aufwacht und plötzlich 30 ist, neu verfilmt wird. Emily Bader und Logan Lerman übernehmen die Rollen, Garner selbst produziert, Regisseur Brett Haley inszeniert, und Drehstart ist im Juni 2026 in Los Angeles.
Das Original ist einer der seltenen sogenannten Chick-Flicks, die auch 20 Jahre später noch funktionieren, weil die Frage dahinter zeitlos ist: Was hätte man anders gemacht, wenn man früher gewusst hätte, wer man werden will? Ob das Remake von 30 über Nacht diese Frage genauso ehrlich stellt, ist noch offen. Dass Netflix es als Reimagining und nicht als direkte Neuauflage bezeichnet, ist zumindest ein Zeichen dafür, dass irgendjemand darüber nachgedacht hat.















































