
Wie genau funktioniert das Multiversum in „Stuart Fails to Save the Universe“?
Die erste Folge von Stuart Fails to Save the Universe (2026) wirft zahlreiche Fragen auf: Weshalb genau existieren mehrere Versionen von Stuart (Kevin Sussman)? Warum entspinnt sich die Handlung in einer Realität, in der die Apokalypse bereits Jahre zurückliegt? Und welche Folgen hat der Tod von Raj (Kunal Nayyar), wenn die Serie gleichzeitig mit Parallelwelten arbeitet?
Die Pilotepisode beantwortet diese Fragen zunächst nur teilweise. Erst nach der Premiere erläuterte Co-Schöpfer Bill Prady im Gespräch mit „Variety“, auf welchen Überlegungen das Multiversum des neuen „The Big Bang Theory“-Spin-offs basiert. Seine Ausführungen machen zwar deutlich, dass die Serie Anleihen bei bekannten Konzepten der Quantenphysik nimmt, daraus aber ein eigenes, in sich geschlossenes Regelwerk entwickelt.
Ein Überblick über das, was bislang über die Funktionsweise des Universums in Stuart Fails to Save the Universe bekannt ist.
Die Maschine verändert die gesamte Zeitlinie
In der ersten Folge erklärt ein Stuart aus einer anderen Realität, dass Sheldon (Jim Parsons), Leonard (Johnny Galecki) und Howard (Simon Helberg) mit ihrem „Veri-State Quantum Interference Device“ die Katastrophe ausgelöst hätten. Zunächst liegt die Vermutung nahe, dass die Maschine lediglich ein Tor zwischen verschiedenen Parallelwelten geöffnet hat.

Nach Bill Pradys Darstellung reicht ihr Defekt aber deutlich weiter. Demnach verändert das Gerät nicht nur die Gegenwart, sondern die gesamte Zeitlinie. Vereinfacht gesagt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden gleichermaßen verändert, wodurch eine neue Realität mit eigener Geschichte entsteht.
Damit erklärt sich zugleich eine Besonderheit der Pilotfolge. Die Figuren erleben die Apokalypse nicht unmittelbar nach dem Unfall mit der Maschine. Stattdessen bewegen sie sich in einer Welt, deren Vergangenheit bereits seit Jahren anders verlaufen ist. Für ihre Bewohnerinnen und Bewohner, darunter Stuart, Bert, Kripke und Denise, ist der Zusammenbruch der Zivilisation längst Teil ihrer Realität.
Mehrere Versionen derselben Figur
Gleichzeitig macht die Serie deutlich, dass verschiedene Versionen derselben Figur nebeneinander existieren. Der Stuart, der zu Beginn durch den Dimensionsriss erscheint, stammt aus einer anderen Realität und kennt einen völlig anderen Verlauf der Ereignisse als sein Gegenüber.

Bill Prady verweist in diesem Zusammenhang auf die sogenannte „Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik“. Nach diesem theoretischen Modell verzweigt sich das Universum bei jedem quantenmechanischen Ereignis in unterschiedliche Möglichkeiten, die jeweils als eigene Realität weiterbestehen. An diesem Konzept orientiere sich das Spin-off, ohne jedoch den Anspruch zu erheben, wissenschaftliche Modelle exakt abzubilden.
Was geschieht mit den verlassenen Universen?
Eine entscheidende Frage lässt die Serie bislang bewusst offen: Existiert eine Realität weiter, nachdem die Figuren sie verlassen haben, oder wird sie durch die Veränderungen überschrieben? Schließlich tauchen Stuart, Bert und Kripke mit jeder neuen Folge in ein neues Universum ein.
Nach Bill Pradys Angaben scheinen beide Möglichkeiten denkbar: Entweder wird eine veränderte Realität vollständig ersetzt oder sämtliche Universen bestehen parallel fort und die Figuren wechseln lediglich zwischen ihnen.

Diese Ungewissheit verleiht auch Rajs Tod am Ende der ersten Folge eine andere, weniger dramatische Bedeutung: Sollte die ursprüngliche Realität später überschrieben werden, wäre auch sein Tod in gewisser Hinsicht nie passiert. Bestünden dagegen unendlich viele Parallelwelten nebeneinander, wäre lediglich eine von unzähligen Versionen der Figur gestorben.
Was wissen die Figuren über das Multiversum?
Die Figuren selbst wissen nicht, welche Konsequenzen ihre Reisen zwischen den Realitäten letztlich haben oder nach welchen Gesetzen sämtliche Universen miteinander verbunden sind. Das konnte schließlich auch der Stuart aus jener Realität, in der Sheldon, Leonard und Howard das schwerwiegende Folgen auslösende Gerät in Betrieb genommen hatten, nicht erklären, als er seinem Ich aus der apokalyptischen Realität gegenüberstand.
Diese Unsicherheit scheint Teil des Konzepts zu sein – und dürfte die Handlung auch in den kommenden Folgen maßgeblich bestimmen.



























