
FIGHT! „Street Fighter“ vs. „Mortal Kombat“: Welches Franchise hat die besser gerankten Filme?
Auf diesen Fight haben Videospiel-Fans schon hinhgefiebert. 2026 ist das Jahr, in dem sich zwei großen Prügelspiel-Franchises gleichzeitig auf der Leinwand begegnen. Am 8. Mai erscheint Mortal Kombat II, am 16. Oktober Street Fighter — ein Reboot unter Regisseur Kitao Sakurai mit Noah Centineo als Ken Masters, Andrew Koji als Ryu und einem Cast, der unter anderem Jason Momoa, David Dastmalchian als M. Bison und Cody Rhodes als Guile umfasst. Wer also mit dem besseren Erbe in diesen Showdown geht, ist keine triviale Frage. Beide Franchises haben Jahrzehnte an Filmversuchen hinter sich. Beide haben mindestens einmal versagt. Einer hat deutlich öfter versagt als der andere.
Street Fighter: Die Bilanz
Street Fighter (1994) ist eines der legendärsten Scheitern der Videospielfilm-Geschichte — und zwar in dem Sinne, dass er trotzdem irgendwie funktioniert, aber aus den falschen Gründen. Jean-Claude Van Damme spielt Colonel Guile als kämpfenden Franzosen mit amerikanischem Akzent, Kylie Minogue ist Cammy, und Raul Julia gibt als M. Bison eine Performance ab, die in einem besseren Film vollkommen deplatziert gewesen wäre. 13 Prozent auf Rotten Tomatoes. Weltweit fast 100 Millionen Dollar Einspielergebnis bei einem Budget von 35 Millionen, was technisch ein Erfolg ist, aber niemanden dazu gebracht hat, das Franchise als ernsthaften Filmstoff zu betrachten. Im selben Jahr erschien Street Fighter II: The Animated Movie (1994), die japanische Anime-Adaptation, und zeigte in 101 Minuten, was die Vorlage eigentlich hergibt: präzise Charakterarbeit, brutale Kämpfe, kein Van Damme. Die Anime-Version ist bis heute das stärkste Werk, das das Franchise je produziert hat.
2009 kam Street Fighter: The Legend of Chun-Li mit Kristin Kreuk in der Titelrolle, Neal McDonough als M. Bison und einem Budget von 50 Millionen Dollar, das weltweit 12 Millionen eingespielt hat. Fünf Prozent auf Rotten Tomatoes. Das ist keine Kurve im falschen Winkel, das ist freier Fall. Seither hat Street Fighter im Kino nicht mehr existiert.
Mortal Kombat: Die Bilanz
Mortal Kombat (1995) ist das Gegenstück: ein Film, der seine Vorlage ernst genommen hat, ohne sie zu überdenken. Paul W.S. Anderson hielt die Geschichte einfach, setzte auf Christopher Lambert als Raiden, ließ die Kämpfe kämpfen und erzählte das Turnier, um das es geht, statt um das Turnier herumzuerzählen. 44 Prozent auf Rotten Tomatoes, über 120 Millionen Dollar weltweit bei einem Budget von rund 18 bis 20 Millionen, dasist beste Verhältnis, das ein Videospielfilm der Neunziger produziert hat. Dann kam Mortal Kombat: Annihilation (1997), und damit das Ende: 2 Prozent auf Rotten Tomatoes, ein Film, der alles, was der Vorgänger richtig gemacht hatte, systematisch zurücknahm.
Der Reboot von 2021 rehabilitierte das Franchise zumindest teilweise. Mortal Kombat (2021) bekam 55 Prozent auf Rotten Tomatoes und 84 Millionen Dollar weltweit — okay, das ist bescheiden für ein Studio-Tentpole, aber immerhin respektabel für einen Film, der gleichzeitig auf HBO Max lief und damit einen erheblichen Teil seines potentiellen Theaterpublikums zu Hause behielt. Er wurde HBO Max' erfolgreichster Filmstart überhaupt. Das Sequel läuft jetzt an.
Das Urteil
Nach Kritikerwertungen, Box Office und Franchise-Konsistenz gewinnt Mortal Kombat, und zwar ohne Diskussion. Street Fighter hat mit dem Anime von 1994 das formal überzeugendste einzelne Werk des Vergleichs, aber live-action eine Bilanz, die das Wort Bilanz kaum verdient: 13 Prozent, dann 5 Prozent, dann neun Jahre Pause. Mortal Kombat hat mit Annihilation seinen eigenen Tiefpunkt produziert, sich aber zweimal erholt. Street Fighter bekommt am 16. Oktober 2026 seine dritte Chance. Ob Kitao Sakurai, Noah Centineo und Jason Momoa das schaffen, was Van Damme 1994 und Kristin Kreuk 2009 nicht geschafft haben, ist die interessantere Frage des Jahres. Mortal Kombat hat den Vorteil bereits ausgespielt.








































