
„Sterling Point“: Das Ende von Staffel 1 erklärt – und wie es weitergehen könnte
Auf einer abgelegenen kanadischen Insel treffen drei junge Menschen aufeinander, die bis vor Kurzem nicht einmal wussten, dass sie eine Familie sind. In Sterling Point (2026) erben die New Yorker Zwillinge Annie (Ella Rubin) und Connor (Keen Ruffalo) das Haus ihres unbekannten Großvaters. Dort lernen sie Ramona (Amélie Hoeferle) kennen, ihre bisher verschwiegene Halbschwester, deren Herkunft bald ebenso viele Fragen aufwirft wie das gemeinsame Erbe.
Das Finale der ersten Staffel beantwortet endlich, wer Ramonas biologischer Vater ist, entscheidet vorerst über die Zukunft des Hauses und stellt die Liebesbeziehungen der drei Geschwister auf die Probe. Während Ramona die Insel verlässt und Annie ausgerechnet dortbleibt, öffnet Connor heimlich bereits das nächste Kapitel ihrer Familiengeschichte.
Die Wahrheit über Ramonas Vater
Lange deutet alles darauf hin, dass Joe (Jeffrey Dean Morgan) Ramonas Vater ist. Schließlich hatte ihr Großvater Gordon ihn zu ihrem gesetzlichen Vormund bestimmt. Zudem entsteht der Eindruck, dass Steven (Jay Duplass), der frühere Partner ihrer Mutter Goldie, keine Kinder zeugen kann. Joe scheint deshalb nicht nur emotional, sondern auch biologisch zu Ramonas Familie zu gehören.

Die Wahrheit kommt jedoch auf unspektakuläre Weise ans Licht. Annie (Ella Rubin) erwähnt beiläufig, dass sie Stevens Socken für ihn sortiert, weil er farbenblind ist. Ramona (Amélie Hoeferle) leidet unter derselben Sehschwäche und beginnt nachzuforschen. Da Farbenblindheit häufig vererbt wird, bittet sie Steven um einen DNA-Test. Das Ergebnis bringt Gewissheit: Steven ist ihr biologischer Vater. Für Ramona bedeutet das, dass sie nicht nur eine Schwester und einen Bruder gefunden hat, sondern auch einen Vater, der jahrelang nichts von ihrer Existenz wusste. Gleichzeitig wird klar, dass Joe nie ihr leiblicher Vater war. Seine Rolle verliert dadurch jedoch nicht an Bedeutung: Er bleibt der Mann, dem Gordon Ramona anvertraute und der von Anfang an bereit war, Verantwortung für sie zu übernehmen.
Ob Goldie wusste, dass Steven Ramonas Vater ist, beantwortet die Serie nicht. Der DNA-Test löst zwar das größte Rätsel der Staffel, räumt aber längst nicht alle Unsicherheiten aus. Ramona kennt nun ihre Herkunft – ihre Familiengeschichte wird dadurch jedoch nur noch komplexer.
Ramona und Oona gehen getrennte Wege
Das Finale belohnt nicht jede Liebesgeschichte mit einem Happy End. Ramona und Oona (Bo Bragason) haben sich im Laufe der Staffel behutsam von Freundinnen zu einem Paar entwickelt. Gerade deshalb trifft ihre Trennung besonders hart. Ramona ist erst 16 Jahre alt und hat gerade erfahren, dass ein großer Teil ihrer Herkunft vor ihr verborgen wurde. Sie möchte Sterling Point verlassen, Steven kennenlernen und herausfinden, wie ihr Leben außerhalb der Insel aussehen könnte. Für Oona fühlt sich diese Entscheidung wie ein Abschied an.

Der Konflikt entsteht jedoch nicht, weil ihre Gefühle füreinander verschwunden sind. Vielmehr wünschen sich beide im entscheidenden Moment unterschiedliche Dinge. Ramona sucht Antworten und einen Neuanfang, während Oona auf Sterling Point bleiben möchte. Das Finale trennt die beiden deshalb zunächst, ohne ihre Beziehung endgültig zu beenden. Eine zweite Staffel könnte sie jederzeit wieder zusammenführen.

Bei Annie und Ellis (Jacob Whiteduck-Lavoie) entwickelt sich die Geschichte dagegen in die entgegengesetzte Richtung. Nach langem Zögern geben beide ihren Gefühlen füreinander endlich nach. Annies kurze Romanze mit Rory (Daniel Quinn-Toye) ist damit endgültig Vergangenheit. Dass Annie sich gegen die Rückkehr nach New York entscheidet und auf Sterling Point bleibt, gibt ihrer Beziehung zu Ellis überhaupt erst eine Zukunft. Aus einer Sommerromanze könnte nun eine dauerhafte Beziehung werden.
Annie bleibt im Haus, Ramona geht nach New York
Der Verkauf von Gordons Haus scheint zunächst die vernünftigste Lösung zu sein. Annie und ihr Zwillingsbruder Connor (Keen Ruffalo) kannten ihren Großvater kaum, leben in New York und haben auf den ersten Blick wenig Grund, das Anwesen zu behalten. Connor hält deshalb bis zum Schluss daran fest, das Erbe zu Geld zu machen. Annie entscheidet sich jedoch anders. Sie bleibt auf Sterling Point, während Ramona nach New York geht, um Zeit mit Steven zu verbringen. Damit tauschen die beiden Schwestern nicht einfach ihre Wohnorte. Jede von ihnen macht sich auf den Weg zu jenem Teil ihrer Familiengeschichte, der ihr bisher verschlossen war.

Annie ist mit Steven aufgewachsen, weiß jedoch nur wenig über Goldies Leben vor ihrer Adoption. Das Haus ermöglicht ihr, ihrer verstorbenen Mutter über Erinnerungen, Orte und die Menschen auf der Insel näherzukommen. Ramona hingegen kennt Goldies Heimat, hatte jedoch nie eine Beziehung zu ihrem biologischen Vater. Das Anwesen wird daher vorerst nicht verkauft. Es wird für Annie zu einem Ort, an dem sie nicht länger nur nach der Vergangenheit sucht. Mit ihrer Entscheidung für Sterling Point wählt sie erstmals selbst, wie ihr Leben nach der Schule aussehen soll.
Connors leibliche Mutter möchte ihn treffen
Während Annie und Ramona ihre neue Verbindung aufbauen, fühlt sich Connor zunehmend ausgeschlossen. Heimlich nimmt er deshalb Kontakt zu der Vermittlungsstelle auf, die einst seine und Annies Adoption begleitet hat. Im Finale erhält er den entscheidenden Rückruf: Seine leibliche Mutter ist bereit, ihn kennenzulernen.
Seinen Schwestern erzählt Connor zunächst nichts davon. Damit beginnt bereits das nächste große Familiengeheimnis, obwohl die Folgen des vorherigen noch längst nicht verarbeitet sind. Vor allem Annie dürfte sich hintergangen fühlen, denn die Nachricht betrifft auch ihre eigene Herkunft – dennoch hat Connor allein entschieden, den Kontakt herzustellen. Noch ist unklar, warum die Mutter der Zwillinge sie damals zur Adoption freigab und weshalb sie gerade jetzt zu einem Treffen bereit ist. Ebenso offen bleibt, ob Connor sie zunächst ohne Annie kennenlernen möchte.

Während Ramona am Ende der Staffel endlich erfährt, wer ihr Vater ist, beginnt für Annie und Connor die Suche nach ihren leiblichen Eltern erst. Ob diese Geschichte in einer zweiten Staffel weitererzählt wird, ist allerdings noch offen. Prime Video hat „Sterling Point“ bislang nicht verlängert. Megan Park und Jeffrey Dean Morgan haben jedoch bereits angedeutet, welche Konflikte sie nach dem Finale gerne weitererzählen würden.
Wird es eine 2. Staffel von „Sterling Point“ geben?
Ob es eine zweite Staffel geben wird, ist derzeit noch offen. Prime Video hat „Sterling Point“ bislang nicht verlängert. Serienschöpferin Megan Park hat jedoch bereits verraten, dass sie konkrete Ideen für eine Fortsetzung hat. Auch Jeffrey Dean Morgan hofft auf weitere Folgen. Im Mittelpunkt könnten dann Connors Suche nach seiner leiblichen Mutter, die neue Familiendynamik nach der Enthüllung um Ramonas Vater und die Zukunft der Geschwister auf Sterling Point stehen.











