
„Spider-Man: Brand New Day“: Drei Theorien zur Post-Credit-Szene
Der Abspann ist durch, das Kinolicht bleibt aus, und wer sitzen geblieben ist, bekommt den eigentlichen Cliffhanger. In der Szene nach dem Abspann von Spider-Man: Brand New Day (2026), dem Nachfolger von Spider-Man: No Way Home (2021), piept Neds selbstgebauter Spider-Man-Tracker: eine neue Sichtung. Die Karte zoomt aus Queens hinaus, immer weiter, über New York, über die Erde – und hält erst im Weltraum. „Ort unbekannt: Weltraum“. Kein Gesicht, kein Name, nur ein Signal aus dem All. Und schon rattert die Fan-Maschine los. Wer klopft da an? Ein alter Bekannter aus einem anderen Studio? Ein neuer Spider-Man? Oder ein Vorbote auf das gewaltige Avengers-Finale, das dem MCU bevorsteht? Sicher ist nichts, aber die Indizien sind zu verlockend, um sie liegen zu lassen.
1. Der Weltraum als Wink Richtung Avengers
Die naheliegendste Deutung: Der Blick ins All ist ein Vorgriff auf das, was Spider-Man als Nächstes erwartet. Denn mit Avengers: Doomsday (2026), das am 16. Dezember 2026 in die Kinos kommt, und Avengers: Secret Wars (2027), ein Jahr später im Dezember 2027, steht das größte Crossover der MCU-Geschichte an.

Beide Filme inszenieren die Russo-Brüder, die schon Avengers: Infinity War (2018) und Avengers: Endgame (2019) stemmten. Dass ein Signal ausgerechnet aus dem Weltraum kommt, könnte bedeuten, dass Peter Parker den Boden von New York verlassen und ins kosmische Geschehen eintreten wird. Ein kleiner Faktenanker stützt das sogar: Sadie Sink, deren Brand New Day-Rolle nach den ersten Vorführungen vielfach als Jean Grey beschrieben wird, kehrt bestätigt in Secret Wars zurück. Der Faden vom Spider-Man-Film ins Avengers-Finale ist also schon geknüpft. Bleibt die Frage, wen oder was das Signal konkret meint.
2. Venom kommt endlich offiziell ins MCU
Hier wird es für Spider-Man-Fans richtig spannend. Die verlockendste Theorie lautet: Das Signal kündigt Venom an, den Symbionten, endlich offiziell im MCU verankert. Und dafür gibt es einen wunderbar passenden Grund aus den Comics. Denn dort holt sich Spider-Man seinen berühmten schwarzen Anzug ausgerechnet während der Secret Wars von 1984 – auf einem fremden Planeten namens Battleworld, wohin ihn ein kosmisches Wesen entführt hat. Aus diesem Anzug wird später ein außerirdischer Symbiont, den Spider-Man zur Erde bringt und der sich dort mit Eddie Brock verbindet – fertig ist Venom.

Ein Signal aus dem Weltraum, kurz vor einem Film mit dem Titel Secret Wars, das wäre die perfekte Brücke, um Peter genau dort an das außerirdische Wesen geraten zu lassen. Nach den chaotischen Venom-Auftritten in Sonys eigenem Filmkosmos wäre das die Gelegenheit, die Figur endlich sauber im MCU anzusiedeln. Bestätigt ist es nicht, aber die Comic-Logik ist bestechend.
3. Oder doch ein Fingerzeig auf Miles Morales
Aber vielleicht führt uns das Weltraum-Signal auch bewusst aufs Glatteis. Eine weitere Theorie dreht sich nicht um Venom, sondern um einen anderen Netzschwinger: Miles Morales. Wer die animierten Filme Spider-Man: A New Universe (2018) und Spider-Man: Across the Spider-Verse (2023) kennt, weiß, wie sehr das Publikum auf Miles’ Auftritt im realen MCU wartet.

Auch hier liefern die Comics eine Blaupause: In den Secret Wars von 2015 wird Miles Morales samt seiner Familie Teil der Hauptkontinuität, des sogenannten Erde-616-Universums, nachdem sein eigenes Paralleluniversum untergegangen ist. Ein Signal aus einem unbekannten Ort, eine geöffnete Tür zwischen den Welten – das könnte der Weg sein, auf dem Miles ins Kino-MCU findet. Zumal Brand New Day bereits einen versteckten Hinweis auf einen „latino web slinger“ gestreut haben soll. Ob Zufall oder Absicht, bleibt vorerst offen.
Was am Ende bleibt: ein Versprechen
Am ehrlichsten ist das Eingeständnis, dass niemand außerhalb von Marvel derzeit sicher weiß, was dieses Signal bedeutet. Vielleicht ist es Venom, vielleicht Miles, vielleicht ein völlig anderer Peter Parker, der aus einem Nachbaruniversum zurückkehrt – gerade Secret Wars ist berüchtigt dafür, Figuren aus allen Ecken des Multiversums zusammenzuwürfeln. Genau darin liegt der Reiz dieser Szene: Sie beantwortet nichts, sie öffnet nur eine Tür und lässt uns davorstehen.

Was gesichert ist: Peter Parker wird zurückkehren, und das nächste Kapitel hängt bereits am Himmel, buchstäblich. Bis Doomsday im Dezember 2026 Licht ins Dunkel bringt, bleibt uns das schönste aller Kinovergnügen: raten, streiten, hoffen. Und genau das ist wohl der Sinn eines guten Cliffhangers. Eine Szene, die man aus dem Kino mit nach Hause trägt, die man im Freundeskreis zerlegt und im Netz weiterdreht. Ob am Ende Venom, Miles oder etwas ganz anderes durch diese Tür tritt, weiß heute niemand. Aber selten hat ein Piepton auf einer Handy-App so viel Fantasie ausgelöst. Das MCU hat sich mit diesem Schluss viel vorgenommen – und uns Zeit gegeben, uns das Schlimmste und das Schönste auszumalen.













































