
„Spider-Man: Brand New Day“: Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Film
Vier Filme lang war Tom Hollands Spider-Man vor allem der junge, aufgekratzte Held von nebenan. Umso stärker wirkt sein neuer Auftritt wie ein Bruch mit allem, was zuvor kam. Der Grund liegt in der Ausgangslage: In Spider-Man: Brand New Day (2026) lebt Peter Parker (Tom Holland) in einer Welt, die ihn vollständig vergessen hat. Ein Zauber am Ende von Spider-Man: No Way Home (2021) löschte jede Erinnerung an ihn aus – selbst bei seinen engsten Freunden und seiner großen Liebe. Dieser Spider-Man, der noch einmal ganz von vorn beginnen muss, steht nun im Mittelpunkt eines Films, den die ersten Vorführungen als einen der stärksten Marvel-Beiträge seit Jahren feiern. Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem neuen Spider-Man-Film im Überblick.
Achtung, ab hier folgen Spoiler zu Spider-Man: Brand New Day.

1. Dieser Spider-Man ist deutlich düsterer als alles davor
Dass gleich ein „bester MCU-Film seit Langem“ ausgerufen wird, gehört fast schon zum Reflex jeder großen Marvel-Premiere. Dieses Mal klingen die ersten Reaktionen jedoch ungewöhnlich einhellig. Regisseur Destin Daniel Cretton, der zuvor das Marvel-Abenteuer Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) inszenierte, verbindet den Humor und die Wärme der frühen Holland-Filme mit einer ungewohnt ernsten Tonlage.
Das Ergebnis wirkt bodenständig und greifbar statt glatt und effektüberladen. Schon die Panzer-Verfolgungsjagd zu Beginn hätte problemlos aus einem Christopher-Nolan-Film stammen können, ohne dass Cretton dabei das schwindelerregende Tempo vergisst, das die besten Spider-Man-Momente auszeichnet.
2. Jean Grey ist nicht die Schurkin, für die man sie hält
Wer hinter der neuen Bedrohung steckt, hält der Film erstaunlich lange geheim. Zunächst tritt sie nur indirekt in Erscheinung, indem sie andere Menschen wie Marionetten kontrolliert. Erst später wird klar, dass Jean Grey (Sadie Sink) dahintersteckt – eine der bekanntesten Figuren aus den X-Men-Comics über Menschen, die mit übernatürlichen Kräften geboren werden.

Als Telepathin kann sie Gedanken lesen und Gegenstände allein mit ihrem Willen bewegen, weshalb sie zunächst wie die eigentliche Gegenspielerin wirkt. Doch dieses Bild hält nicht lange: Jean will ihre entführte Schwester Sara befreien und richtet ihre Kräfte schließlich gegen deren Entführer. Aus der vermeintlichen Schurkin wird so nach und nach eine zwielichtige Verbündete.
3. Der wahre Gegner heißt Damage Control
Der wahre Ärger geht von einer Behörde namens Damage Control aus, die im MCU sonst nur die Trümmer beseitigt, wenn die großen Superhelden-Kämpfe wieder halbe Straßenzüge verwüstet haben.
Hier zeigt sich eine deutlich finsterere Seite, denn unter der Leitung von Bill Metzker (Tramell Tillman) hält die Organisation Jeans Schwester fest und vermisst deren telekinetische Kräfte mit einer riesigen Maschine. Der Film legt nahe, dass daraus ein Werkzeug oder eine Waffe werden soll. Aufmerksame Comic-Leser werden beim Namen Metzker hellhörig, weil er dort ein militanter Mutantengegner ist, weshalb es gut passen würde, wenn er im geplanten X-Men-Neustart noch eine größere Rolle übernähme.
4. Das MCU schlägt endgültig das Mutanten-Kapitel auf
Lange war das Marvel-Universum vor allem eine Welt aus glänzendem Hightech, wie man sie aus den Iron-Man-Filmen kennt, doch mit Jean Grey rückt etwas Ungezähmteres in den Vordergrund. Die Mutanten, also Menschen mit angeborenen Kräften, betreten nun offiziell die Bühne, auch wenn die Worte „Mutant“ und „X-Men“ im Film kaum je fallen.

Das betrifft längst nicht nur Jean. Auch Peter selbst verändert sich, weil seine Verbindung zur Spinnen-DNA in Bewegung gerät und er Verwandlungen unterdrücken muss, die er zunächst überhaupt nicht kontrollieren kann. Selbst Bruce Banner (Mark Ruffalo) verliert die Kontrolle über den Hulk. Der Film macht damit deutlich: Solche Kräfte lassen sich auf Dauer nicht verdrängen.
5. Marvel stellt bereits die Weichen für den nächsten Spider-Man
Kurz vor Schluss wird es noch einmal dramatisch: Peter fängt eine Kugel ab, die Frank Castle (Jon Bernthal), der brutale Selbstjustizler mit dem Totenkopf-Logo, eigentlich auf Jean abgefeuert hat. Schwer verletzt bricht er zusammen, doch Jean hält ihn mit ihren Kräften so lange am Leben, bis sich sein Körper erholt. Im Epilog nähert sich Peter schließlich vorsichtig seinem alten Freund Ned Leeds (Jacob Batalon). Obwohl sich Ned eigentlich nicht mehr an ihn erinnern dürfte, fällt ihm plötzlich der geheime Handschlag der beiden wieder ein.

Eine klassische Mid-Credits-Szene gibt es nicht. Stattdessen endet der Film mit einer Post-Credit-Szene: Neds Spider-Man-Suchprogramm beginnt plötzlich zu piepen und ortet aus dem Weltall ein zweites Spinnensymbol. Ob sich dahinter ein anderer Peter Parker oder eine völlig neue Spider-Figur verbirgt, lässt der Film bewusst offen – und bereitet damit bereits den nächsten Teil der Reihe vor.













