Sensation bei den Oscars 2026: Das gab es seit 14 Jahren nicht mehr

Sensation bei den Oscars 2026: Das gab es seit 14 Jahren nicht mehr

Veröffentlicht am24. März 2026

Aktualisiert am24. März 2026

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Die Oscarverleihung 2026 lieferte einen jener nicht gescripteten Momente, die als unvergesslicher Teil der Filmgeschichte in Erinnerung bleiben werden. Während Preisverleihungen meist zwischen Favoritensiegen und knappen Entscheidungen pendeln, kommt ein echtes Unentschieden bei den Academy Awards so gut wie nie vor. In fast 100 Jahren Oscar-Geschichte gab es (vor diesem Jahr) gerade einmal sechs solcher Fälle.

Umso bemerkenswerter, dass Kumail Nanjiani bei der 98. Verleihung gleich zwei Gewinner in derselben Kategorie verkünden musste. Damit endete eine 14-jährige Phase ohne Gleichstand. Dieser Artikel beleuchtet das Ereignis von 2026 und die sechs vorherigen Fälle, in denen sich die Academy nicht auf eine eindeutige Entscheidung festlegen konnte.

2026: Ein politisches und melancholisches Doppel in der Kategorie „Bester Kurzfilm“

Der Moment, als Kumail Nanjiani bei den Oscars 2026 die Bühne betrat, um den Preis für den besten Kurzfilm zu überreichen, gehört zu den seltenen echten Überraschungen dieser Veranstaltung. Statt eines Gewinners verkündete er zwei – ein Unentschieden, das für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences eine echte Ausnahme darstellt.

Ausgezeichnet wurden The Singers (2026), ein zurückhaltender Film über einen Kneipen-Gesangswettbewerb und die verbindende Kraft von Musik, sowie Two People Exchanging Saliva (2026), eine dystopische Geschichte, in der Küssen unter Todesstrafe steht. Inhaltlich könnten die Filme kaum weiter auseinanderliegen: Hier Intimität und leise Melancholie, dort Repression und gesellschaftliche Kontrolle.

Übrigens kam es in dieser Kategorie bereits zum zweiten Mal zu einem Unentschieden: 1994 gingen die Kurzfilm-Oscars an Franz Kafka's It's A Wonderful Life (1993) und Trevor (1994).

2013: James Bond und die Jagd nach Bin Laden im “Sound Editing”

Der letzte vergleichbare Fall vor dem Gleichstand von 2026 ereignete sich im Jahr 2013. In der inzwischen abgeschafften Kategorie „Best Sound Editing“ teilten sich Skyfall (2012) und Zero Dark Thirty (2012) den Oscar. Zwei Filme, die akustisch kaum unterschiedlicher sein könnten: Hier die vielschichtige und opulente Klangwelt eines Bond-Abenteuers, dort der nüchterne, realistische Sound eines Militäreinsatzes.

Beide Werke waren mehr als würdige Gewinner. Sam Mendes setzt in Skyfall auf einen hochgradig stilisierten Tonschnitt, der Action und Atmosphäre präzise ausbalanciert. In Zero Dark Thirty von Kathryn Bigelow dominiert ein roher, nahezu dokumentarischer Style. 

Ausgezeichnet wurden Per Hallberg und Karen Baker Landers für Skyfall, während Paul N. J. Ottosson für Zero Dark Thirty prämiert wurde – ein Gleichstand, der zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen präzise umgesetzte Klangphilosophien würdigt. Beide sind technisch auf höchstem Niveau, verfolgen aber völlig unterschiedliche ästhetische Ziele.

1994: Von absurder Satire bis zur Gründung einer lebenswichtigen Hotline

Das Jahr 1994 markierte einen denkwürdigen Gleichstand in der Kategorie „Bester Kurzfilm“, der bis heute nachhallt. Die Gewinner waren Franz Kafka's It's A Wonderful Life (1993) und Trevor (1994). Während der erste Film eine surreale und komische Mischung aus Kafka und einem Weihnachts-Klassiker bietet, erzählt Trevor die berührende Geschichte eines 13-jährigen Jungen, der aufgrund seiner Sexualität gemobbt wird. 

Dieser Kurzfilm ist von besonderer Bedeutung, da er zur Entstehung des “Trevor Projects” führte, einer der weltweit führenden Seelsorgeorganisationen für queere Jugendliche. Wer Wert auf gesellschaftlich relevante Filme legt, sollte Trevor gesehen haben. Ebenso unverzichtbar ist Franz Kafka’s It’s A Wonderful Life für alle, die Peter Capaldis exzentrischen und humorvollen Stil mögen. 

Für mich ist dieses Duell deshalb so interessant, weil es die gesamte Bandbreite des Kurzfilms abdeckt – von reiner künstlerischer Freiheit bis hin zum tiefgreifenden sozialen Aktivismus. Ähnlich wie bei den Gewinnern von 2026 steht auch hier eine dystopische beziehungsweise tragische Note einer eher hoffnungsvollen oder skurrilen Erzählweise gegenüber, was beweist, dass Kurzfilme oft das mutigste Medium der Filmindustrie sind.

1987: Die bittere Realität der Reagan-Ära im Dokumentarfilm-Fokus

Im Jahr 1987 gab es ein Unentschieden, das zwei sehr unterschiedliche Facetten der amerikanischen Identität beleuchtete. In der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ gewannen Down and Out in America (1986) und Artie Shaw: Time Is All You've Got (1985). Ersterer ist eine schonungslose Analyse über die sozialen Folgen der Reaganomics, während der zweite Film das Leben eines legendären Jazz-Klarinettisten feiert. 

Obwohl Time Is All You've Got auf den ersten Blick unpolitisch erscheinen mag, war die Biografie von Shaw tief in der politischen Realität des Kalten Krieges verwurzelt. Er musste vor dem Komitee für „Un-American Activities“ aussagen. Im Gegensatz zu Reagan, der über die Jahre immer konservativer wurde und den Kommunismus bekämpfte, geriet Artie Shaw unter den Verdacht, ein kommunistischer Sympathisant zu sein. Dies bewog ihn schließlich dazu, die USA zu verlassen und in Spanien zu leben.

Die gleichzeitige Auszeichnung beider Dokumentarfilme ist besonders bemerkenswert, da beide von Frauen inszeniert wurden – ein seltener Fall bei den Oscars. Brigitte Berman nahm den Preis für Artie Shaw: Time Is All You've Got entgegen. Lee Grant, Gewinnerin für Down and Out in America, erhielt großen Applaus für ihren leidenschaftlichen Appell: „Dieser Preis gilt den Menschen, die in Amerika noch immer am Boden sind!“

1968: Der ultimative Showdown zwischen Hollywood-Legende und Newcomerin

Wenn Cineasten über legendäre Oscar-Pattsituationen sprechen, landen sie unweigerlich im Jahr 1968. Es war das Jahr, in dem die ehrwürdige Katharine Hepburn für Der Löwe im Winter (1968) und die damals blutjunge Barbra Streisand für Funny Girl (1968) beide als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet wurden. 

Dieser Moment verkörperte den Übergang vom klassischen Hollywood zur neuen Ära. Während Hepburn die historische Eleganz repräsentierte, brachte Streisand frischen Wind auf die Leinwand. Für Fans von großen schauspielerischen Leistungen und Musical-Liebhaber ist dieser Doppelsieg ein denkwürdiges Ereignis. 

Streisands legendäres „Hello, gorgeous!“, als sie ihren Preis entgegennahm, ist ein unvergesslicher Augenblick der Oscar-Historie. Sie betonte anschließend, es sei eine riesige Ehre, „in so großartiger Gesellschaft wie der von Katharine Hepburn“ zu sein – was manche als kleinen Seitenhieb deuteten, weil Hepburn der Verleihung einfach fernblieb.

1949: Pädagogik und Propaganda als doppelte Gewinner nach dem Krieg

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, genauer im Jahr 1949, traf die Academy eine ungewöhnliche Entscheidung: Sie kürte in der Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“ gleich zwei Gewinner. Prämiert wurden A Chance to Live (1949), eine Dokumentation über ein italienisches Waisenhaus, sowie der vom U.S. Public Health Service in Auftrag gegebene Animationsfilm So Much for So Little (1949). 

Letzterer ist vor allem für Fans der Looney Tunes von Interesse, da er aus der Feder der legendären Animatoren Chuck Jones und Friz Freleng stammt. Die beiden Werke stellen wertvolle Zeitkapseln dar, welche die soziale Verantwortung des Kinos der Nachkriegszeit widerspiegeln. Bemerkenswert ist die Gleichstellung von klassischen Dokumentationen und staatlich geförderten Zeichentrick-Aufklärungsfilmen in jener Zeit.

Im Gegensatz zu den Kurzfilm-Gewinnern von 2026 wirkten die Favoriten von 1949 deutlich optimistischer und lösungsorientierter. Ihr Anspruch war es, die Welt aktiv zu verändern. Moderne Kurzfilme hingegen reflektieren häufig eher den Ist-Zustand und entlassen das Publikum mit Fragen statt mit Antworten aus dem Kinosaal.

1932: Der historische Ursprung der Unentschieden im Kampf um den Hauptdarsteller-Preis

Der erste Gleichstand in der Geschichte der Academy Awards fand 1932 statt. Damals erhielten sowohl Fredric March für seine Doppelrolle in Dr. Jekyll und Mr. Hyde (1931) als auch Wallace Beery für seine Darstellung in dem Boxer-Drama The Champ (1931) eine Auszeichnung als “Bester Hauptdarsteller”.

Ein Unentschieden wurde zu jener Zeit bereits anerkannt, wenn ein Kandidat lediglich drei Stimmen weniger als der Erstplatzierte erhielt. Dies steht im Gegensatz zur aktuellen Regelung, die eine exakt gleiche Anzahl von Stimmen erfordert.

Kurzum: Ein Gleichstand bei über 10.000 stimmberechtigten Mitgliedern ist heute statistisch gesehen nahezu ausgeschlossen. Eben dieser Umstand verleiht dem gemeinsamen Sieg von The Singers und Two People Exchanging Saliva eine weitaus größere historische Bedeutung als dem ersten Oscar-Gleichstand von 1932.

01

The Singers
The Singers

The Singers

2026

Ein trostloser Abend in einer Kneipe wird dank eines spontanen Gesangswettbewerbs zu einem gemeinsamen Erlebnis inniger Harmonie.

In a society where kissing is punishable by death, and people pay for things by receiving slaps to the face, Angine, an unhappy woman, shops compulsively in a department store. There, she becomes fascinated by a playful salesgirl. Despite the prohibition of kissing, the two become close, raising the suspicions of a jealous colleague.
Aktuell kannst du Zwei Personen tauschen Speichel aus nicht streamen.
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Auf der Jagd nach einer Liste von Undercoveragenten, die mit diesem Dokument enttarnt und in den sicheren Tod geschickt werden könnten, stürzt James Bond, von einer Kugel getroffen, in eine tiefe Schlucht. Von Freund und Feind für tot gehalten, hält sich 007 versteckt, bis ihn ein Bombenanschlag auf seinen Geheimdienst zum Handeln zwingt. So kehrt Bond zum MI6 zurück, kämpft gegen einen unbekannten Gegner, der nur ein Ziel kennt: Dem britischen Geheimdienst empfindlich zu schaden und dessen Chefin M zu töten.

04

Zero Dark Thirty
Zero Dark Thirty

Zero Dark Thirty

2012

Packende Darstellung der zehnjährigen Jagd nach Osama bin Laden infolge der Terroranschläge vom 11. September. Regie führte Kathryn Bigelow.
Franz Kafka is working on his Metamorphosis, but he's suffering from writer's block; he can't get off on the right track. While trying to decide what Gregor Samsa is going to wake up as, he is constantly interrupted by door-to-door salesmen, young women, and his own inexplicable hallucinations.
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06

Trevor
Trevor

Trevor

1994

Als ein Highschool-Schüler in die Pubertät kommt, wird ihm bewusst, dass er homosexuell ist. Er muss sich nun mit den Vorurteilen seiner homophoben Eltern und Freunde auseinandersetzen.
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The recession of the 1980s split the country into the haves and have-nots, from family farmers to factory workers and homeless people forced to live in decrepit welfare hotels. On the verge of losing everything, courageous Americans discover the power of community organizing to fight injustice.
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This in-depth examination of the life and career of clarinetist and bandleader Artie Shaw cuts between archival footage, location shots, and an interview with Shaw himself. Berman illustrates the tumultuous, complicated, and remarkable legacy of a man who brought numerous innovations to jazz and swing music during the big-band era.
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Der Löwe im Winter
Intrigen, Neid, Machtgier, Rachsucht und Eitelkeiten bestimmen das Leben des britischen Königshauses im Jahre 1183. Nachdem der älteste Sohn gestorben ist, muss die Thronfolge neu geklärt werden. Da zwischen König Heinrich II. und seiner Frau Eleanor von Aquitanien jedoch schon seit 31 Jahren eine Hassliebe besteht, scheint eine Einigung praktisch unmöglich. Jeder will das größte Stück des Königskuchens und versucht die Nachfolge der Monarchie durch seinen eigenen Lieblingssohn zu sichern. So taktieren alle eifrig, schmieden untereinander feierliche Bündnisse, um sie kurze Zeit später zu verraten. Mal wird mit blankem Schwert, mal mit spitzem Dolch, doch stets mit scharfer Zunge um die Wahrung der eigenen Interessen gekämpft.

10

Funny Girl
Funny Girl

Funny Girl

1968

Die jüdische Komödiantin Fanny Brice wächst in einem Viertel der New Yorker Lower East Side auf und träumt davon, eines Tages ein großer Star zu werden. Sie interessiert sich vor allem für das Vaudeville-Theater, ein in New York äußerst beliebtes Unterhaltungstheater. Doch der Weg nach oben ist steinig. Von den Kritikern wird ihr wegen ihres unattraktiven Äußeren keine große Zukunft vorausgesagt, doch so leicht gibt sie ihren Traum nicht auf. Mit großer Entschlossenheit und Ehrgeiz schafft sie es, Mitglied der berühmten Ziegfiel Follies von Florenz Ziegfeld zu werden. Nebenbei verliebt sie sich in den Charmeur Nick Arnstein. Doch ihr Aufstieg wird begleitet von Missgunst und Neid, die sie zuweilen an dem Sinn ihrer Karriere zweifeln lassen.

Über diese Liste

Titel

14

Gesamtkosten fürs Ansehen

16,74 €

Gesamtlaufzeit

17h 45min

Genres

Drama, Komödien, Dokumentationen

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  1. 1 TitelNetflix
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  3. 1 TitelAmazon Arthaus Channel
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  5. 1 TitelGuideDoc