10 schlechte Fortsetzungen: Die 10 größten Sequel-Abstürze der Filmgeschichte

10 schlechte Fortsetzungen: Die 10 größten Sequel-Abstürze der Filmgeschichte

Veröffentlicht am22. September 2026

Aktualisiert am22. September 2026

Add us on

Schlechte Fortsetzungen gibt es genug. Interessanter ist die Frage, wie tief die Sequels im Vergleich zu ihrem Vorgänger tatsächlich gefallen sind. Genau das bildet dieses Ranking ab. Dafür haben wir die Bewertungen von JustWatch, IMDb und Rotten Tomatoes zusammengeführt, den IMDb-Wert auf eine 100-Punkte-Skala übertragen und aus allen drei Zahlen ein Durchschnitt gebildet. Entscheidend ist aber nicht der absolute Tiefstwert, sondern die Differenz zum jeweiligen Original. Kurz: Je größer dieser Abstand, desto weiter oben landet das Sequel. 

Die Zahlen sind natürlich kein wissenschaftlicher Beweis für filmische Qualität. Sie zeigen aber ziemlich deutlich, bei welchen Reihen der Absturz besonders heftig ausfiel. Interessanter ist ohnehin die Frage, ob der schlechte Ruf wirklich verdient ist oder manche dieser Fortsetzungen besser sind, als ihre Wertungen vermuten lassen.

Mit 45 Punkten weniger als sein Vorgänger eröffnet American Psycho II - Der Horror geht weiter (2002) diese Liste: American Psycho (2000) kommt im Schnitt auf 79 Punkte, die Fortsetzung nur auf 34. Rachael Newman (Mila Kunis) studiert Kriminologie und räumt jeden aus dem Weg, der ihrer Karriere im Weg steht. Mit der bitterbösen Yuppie-Satire des Originals hat das allerdings kaum noch etwas zu tun. Kein Wunder: Das Drehbuch war ursprünglich gar nicht als American Psycho-Fortsetzung gedacht und wurde erst später entsprechend umgebaut. Ähnlich wie S. Darko - Eine Donnie Darko Saga (2009) hängt der Film damit vor allem am Namen eines Kultfilms, dessen Ton und Ideen er nicht reproduzieren kann. Sehenswert bleibt das allenfalls als Kuriosität und wegen einer frühen Hauptrolle von Mila Kunis. Als Fortsetzung scheitert der Streifen aber auf allen Ebenen.
46,3 Punkte liegen zwischen Texas Chainsaw Massacre - Die Rückkehr (1995) und Blutgericht in Texas (1974): Der Durchschnitt fällt von 82 auf 35,7 Punkte. Nach einem Autounfall geraten Jenny (Renée Zellweger) und ihre Freunde an Leatherface (Robert Jacks) und dessen mörderische Familie, allen voran den völlig durchgeknallten Vilmer (Matthew McConaughey). So schlecht der Film bewertet wurde, so leicht lässt er sich heute trotzdem nicht als bloßen Totalausfall abhaken. Regie führte Kim Henkel, der bereits gemeinsam mit Tobe Hooper das Drehbuch des Originals geschrieben hatte. Statt den ersten Film einfach nachzubauen, treibt Henkel die Reihe Richtung Groteske, Verschwörungsparanoia und schwarze Komödie. Das funktioniert längst nicht immer, hat aber wenigstens eine eigene Handschrift. Im Vergleich zu Halloween: Resurrection (2002), der Michael Myers mit Reality-TV und Internet-Gimmicks krampfhaft modernisieren wollte, scheitert Die Rückkehr wenigstens auf kreative Art und Weise. Und McConaughey spielt Vilmer derart enthemmt, dass der Film allein wegen ihm zumindest einen Blick wert ist.

03

Caddyshack II
Caddyshack II

Caddyshack II

1988

Bei Caddyshack II (1988) beträgt der Absturz 48,3 Punkte: Caddyshack - Terror auf dem Golfplatz (1980) erreicht im Schnitt 77,7 Punkte, die Fortsetzung gerade einmal 29,3. Jack Hartounian (Jackie Mason) legt sich mit dem versnobten Bushwood Country Club an und macht aus dem Golfplatz kurzerhand einen Freizeitpark. Das Problem: Der erste Film lebte vor allem von seinem Ensemble und dem kontrollierten Chaos zwischen Bill Murray, Rodney Dangerfield, Chevy Chase und Ted Knight. Für die Fortsetzung fehlten gleich mehrere dieser Figuren, übrig blieb nur Chase. Ähnlich wie bei Die Maske 2 - Die nächste Generation (2005) versucht der Film, fehlendes Charisma mit noch mehr Klamauk zu kompensieren. Das geht ziemlich gründlich schief. Einen Lichtblick gibt es trotzdem: Dan Aykroyd spielt seine durchgeknallte Figur mit so viel Lust am Unsinn, dass zumindest seine Szenen positiv im Gedächtnis bleiben.
Halloween: Resurrection (2002) liegt satte 51 Punkte hinter Halloween - Die Nacht des Grauens (1978): 37,7 statt 88,7. Sara Moyer (Bianca Kajlich) und fünf weitere Studenten verbringen für eine Internet-Realityshow die Nacht im Elternhaus von Michael Myers (Brad Loree), während Produzent Freddie Harris (Busta Rhymes) das Ganze live ins Netz überträgt. Was 2002 nach digitalem Zeitgeist aussehen sollte, wirkt heute herrlich antiquiert: Webcams, Reality-TV und Internet-Hype bestimmen einen Film, der unbedingt modern sein wollte und dabei schneller gealtert ist als sein 24 Jahre älterer Vorgänger. Wirklich gruselig ist daran wenig, als Zeitkapsel der frühen Nullerjahre funktioniert Resurrection dafür erstaunlich gut. Im Gegensatz zu Texas Chainsaw Massacre - Die Rückkehr (1995), das wenigstens auf seine ganz eigene Weise entgleist, scheitert dieser Film vor allem an seinem Modernisierungsdruck. Wer Michael Myers einmal im Reality-TV-Zirkus erleben möchte, bekommt immerhin genau das.
Der Durchschnitt von Hellraiser: Revelations - Die Offenbarung (2011) liegt bei gerade einmal 22,7 Punkten und damit 53,3 Punkte unter Hellraiser - Das Tor zur Hölle (1987), der auf 76 Punkte kommt. Steven Craven (Nick Eversman) und Nico Bradley (Jay Gillespie) stoßen in Mexiko auf die berüchtigte Puzzlebox und rufen damit Pinhead (Stephan Smith Collins) und die Zenobiten auf den Plan. Schon die Entstehungsgeschichte erklärt einiges: Dimension Films ließ den Film in großer Eile produzieren, um die Rechte an der Reihe nicht zu verlieren, und Doug Bradley verzichtete nach acht Auftritten als Pinhead auf eine Rückkehr. Das Ergebnis sieht exakt danach aus. Immerhin versucht Revelations, wieder stärker an den Körperhorror und die sadomasochistische Bildsprache des Originals anzuknüpfen. Im Vergleich zu Der Exorzist II - Der Ketzer (1977) scheitert Revelations damit auf fast entgegengesetzte Weise: Dort wurde ein immenser Aufwand betrieben, bis der Film unter seinen eigenen Ambitionen zusammenbrach. Hier fehlte es dagegen an Zeit, Geld und Sorgfalt. Für Hellraiser-Komplettisten bleibt das als Kuriosität interessant. Wer die Reihe kennenlernen möchte, sollte allerdings wirklich woanders anfangen.
54,3 Punkte liegen zwischen Speed 2: Cruise Control (1997) und Speed (1994): Der Durchschnitt fällt von 88,3 auf 34 Punkte. Annie Porter (Sandra Bullock) will mit ihrem neuen Freund Alex Shaw (Jason Patric) eigentlich nur Urlaub machen, bis John Geiger (Willem Dafoe) das Kreuzfahrtschiff kapert und auf Kollisionskurs bringt. Das zentrale Problem steckt schon in der Prämisse: Ausgerechnet eine Fortsetzung von Speed verlegt die Action von einem rasenden Bus auf ein schwerfälliges Passagierschiff. Keanu Reeves stieg aus, die Produktionskosten explodierten, und trotz rund 150 Millionen Dollar weltweitem Einspiel wurde der Film für Fox zum Verlustgeschäft. Im Vergleich zu Der weiße Hai IV - Die Abrechnung (1987) ist Speed 2 allerdings ein geradezu verschwenderisches Spektakel. Für das Finale ließ Jan de Bont unter anderem einen kompletten Straßenzug bauen und von einem lebensgroßen Schiffsbug zerlegen. Die 125 Minuten ziehen sich trotzdem gewaltig. Aber wenn Speed 2 schon scheitert, dann wenigstens mit Karacho.
52 Punkte liegen zwischen Der Exorzist II - Der Ketzer (1977) und Der Exorzist (1973): 32,3 statt 84,3 Punkte im Durchschnitt. Vier Jahre nach ihrer Besessenheit befindet sich Regan MacNeil (Linda Blair) in psychiatrischer Behandlung, während Pater Philip Lamont (Richard Burton) den Tod von Pater Merrin untersucht. Mithilfe eines sogenannten Synchronisators dringt er schließlich in Regans Erinnerungen ein und kommt dem Dämon Pazuzu erneut auf die Spur. John Boorman entfernt sich dabei radikal vom nüchternen Horror des Originals und setzt stattdessen auf Heuschreckenschwärme, Visionen und reichlich Esoterik. Das Ergebnis ist ziemlich grandios gescheitert, aber gerade deshalb nicht uninteressant. Im Gegensatz zu Hellraiser: Revelations - Die Offenbarung (2011) mangelte es hier jedenfalls nicht an Ambition. Wer sich für spektakuläre Fehltritte interessiert, bekommt deshalb deutlich mehr geboten als einfach nur schlechten Horror.
S. Darko - Eine Donnie Darko Saga (2009) liegt 56,3 Punkte hinter Donnie Darko (2001): 30 statt 86,3 Punkte im Durchschnitt. Sieben Jahre nach dem Original strandet Samantha Darko (Daveigh Chase) mit ihrer Freundin Corey (Briana Evigan) in einer Kleinstadt und bekommt es erneut mit Visionen, Zeitverschiebungen und drohendem Weltuntergang zu tun. Klingt vertraut, doch ausgerechnet der kreative Kopf hinter Donnie Darko fehlt: Regisseur und Drehbuchautor Richard Kelly war an der Fortsetzung nicht beteiligt, autorisierte sie nach eigener Aussage nicht und hat sie bis heute nicht gesehen. Ähnlich wie American Psycho II - Der Horror geht weiter (2002) übernimmt S. Darko Motive und Mythologie eines Kultfilms, ohne dessen kreative Handschrift mitzubringen. S. Darko versucht zumindest, an die Mythologie des Vorgängers anzuknüpfen. Das macht ihn nicht gut, aber für Komplettisten interessanter als einen bloßen Abklatsch.
57,7 Punkte liegen zwischen Die Maske 2 - Die nächste Generation (2005) und Die Maske (1994): 24 statt 81,7 Punkte im Durchschnitt. Comiczeichner Tim Avery (Jamie Kennedy) stößt auf Lokis magische Maske. Kurz darauf kommt sein Sohn Alvey (Liam und Ryan Falconer) zur Welt und besitzt plötzlich dieselben übernatürlichen Kräfte. Loki (Alan Cumming) will das gute Stück natürlich zurück. Das Original war im Kern eine maßgeschneiderte Jim-Carrey-Show, die Fortsetzung versucht die Riesenlücke mit CGI, Grimassen und reichlich Kinderklamauk zu stopfen. Wie bei Caddyshack II (1988) fehlt damit genau das, was den Vorgänger getragen hatte: der prägende Cast. Besonders schmerzhaft wird es beim Blick auf die Kinokasse: Bei einem Produktionsbudget von 100 Millionen Dollar spielte der Film weltweit nicht einmal 60 Millionen ein. Für jüngere Zuschauer mag der Cartoon-Irrsinn noch funktionieren. Für alle anderen ist Die Maske 2 der ziemlich teure Beweis, dass sich Jim Carrey nicht durch Computereffekte ersetzen lässt.
Kein anderer Film in diesem Ranking stürzt so tief ab wie Der weiße Hai IV - Die Abrechnung (1987). Der weiße Hai (1975) kommt im Schnitt auf 91 Punkte, der vierte Teil nur auf 30. Ellen Brody (Lorraine Gary) ist überzeugt, dass ein weißer Hai Jagd auf ihre Familie macht. Sie flieht zu ihrem Sohn Michael (Lance Guest) auf die Bahamas. Dummerweise schwimmt das Tier einfach hinterher. Damit verabschiedet sich die Reihe endgültig von der simplen, aber wirkungsvollen Idee des Originals und macht aus einem Raubtier praktisch den persönlichen Erzfeind der Familie Brody. Auch an der Kinokasse war Die Abrechnung eine Enttäuschung: Weltweit spielte der Film nur rund 52 Millionen Dollar ein. Im Vergleich zu Speed 2: Cruise Control (1997), das seinen Unsinn mit enormem Produktionsaufwand betreibt, wirkt Die Abrechnung erstaunlich stümperhaft und billig. Als komplett entgleister Franchise-Unfall entwickelt Die Abrechnung immerhin eine unfreiwillige Komik, die ihn am Ende doch sehenswert macht.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

28,42 €

Gesamtlaufzeit

16h 17min

Genres

Mystery & Thriller, Horror, Komödien

Wo kann ich die Titel von dieser Liste online anschauen?

Finde heraus, welcher Streamingdienst die meisten Titel von dieser Liste anbietet.

Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 2 von ihnen auf Lionsgate+ Amazon Channel anschauen. 10 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 2 TitelLionsgate+ Amazon Channel
  2. 1 TitelJoyn
  3. 1 TitelHome of Horror
  4. 1 TitelDisney Plus
  5. 1 TitelHBO Max