Vor „Rick and Morty“ Staffel 9: Die 10 besten Folgen aller Zeiten

Vor „Rick and Morty“ Staffel 9: Die 10 besten Folgen aller Zeiten

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 24. Mai 2026

Aktualisiert am 24. Mai 2026

Wie viele Serien überleben den Rauswurf ihres Schöpfers und bleiben ansehnlich, aufregend und außergewöhnlich gut – und kündigen die nächste Staffel mit einer ausdrücklichen Absage an künstliche Intelligenz an? Die Simpsons hätten das nie gewagt. Rick and Morty (seit 2013)schon. 

Staffel 9 startet am 25. Mai 2026 bei HBO Max. Die neuen Folgen erscheinen anschließend im Wochentakt – jeden Montag wartet ein weiteres Kapitel der Sci-Fi-Chaosreise. Neben der englischen Originalfassung gibt es diesmal auch direkt die deutsche Synchronversion. Während im Original inzwischen Ian Cardoni und Harry Belden Rick und Morty sprechen, bleiben die deutschen Stimmen unverändert.

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Hinter den neuen Folgen stehen weiterhin Showrunner Scott Marder und Executive Producer Dan Harmon. Geplant sind erneut zehn Episoden, zudem wurde die Serie bereits bis Staffel 12 verlängert.

Wer vorher noch verstehen will, warum „Rick and Morty“ seit Jahren so gut funktioniert, sollte mit diesen 10 Folgen anfangen – sie definieren das Format bis heute.

The Ricklantis Mixup (Staffel 3, Episode 7)

Die am höchsten bewertete, anerkannteste und aufregendste Folge der gesamten Serie – 9,8 auf IMDb, konsistent auf Platz 1 in allen relevanten Rankings. The Ricklantis Mixup ist insofern paradox, als Rick und Morty C-137 darin kaum vorkommen: Die Folge folgt einer Handvoll anderer Ricks und Mortys auf der Zitadelle, dem Hochhaus-Staat aus Paralleluniversums-Varianten.

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Was als Anthologie über korrupte Polizisten, scheiternde Schüler und manipulative Politiker beginnt, endet mit einem der am sorgfältigsten vorbereiteten Twists der Serie: Der Morty, der zum Präsidenten der Zitadelle gewählt wird, ist Evil Morty – erstmals seit Staffel 1 wieder aufgetaucht. Ryan Ridley und Dan Guterman schrieben das Drehbuch, Dominic Polcino führte Regie. Die Folge referenziert The Wire und Stand by Me, ohne das näher zu erklären, und beweist, dass Rick and Morty ein vollständig eigenes Universum trägt, in dem die Hauptfiguren optional sind.

Total Rickall (Staffel 2, Episode 4)

Parasiten, die sich in das Gedächtnis der Familie einpflanzen und sich als falsche Erinnerungen tarnen – das ist die Prämisse von Total Rickall, einer absurden, anarchischen und außergewöhnlich dichten Folge, die gleichzeitig ein Clip-Show-Tribut und dessen vollständige Demontage ist. 

Die Smith-Familie füllt sich mit immer absurderen Figuren auf: Pencilvester, Schläfriger Gary, umgekehrte Giraffe. Das eigentliche Kunststück ist die Auflösung: echte Erinnerungen enthalten auch schlechte Momente – nur Parasiten pflanzen ausschließlich positive. Mr. Poopybutthole, die ganze Folge über als Parasit verdächtigt, entpuppt sich als echt. Beth erschießt ihn trotzdem. Die Folge führt eine der dauerhaftesten Nebenfiguren der Serie ein und stellt dabei die Frage, was Erinnerung als Basis von Identität überhaupt taugt.

Pickle Rick (Staffel 3, Episode 3)

Die kulturell bekannteste Folge der Serie – Emmy-Gewinner, Meme-Generator, Einstiegspunkt für Millionen. Rick verwandelt sich in eine Gurke, um der Familientherapie zu entkommen, und kämpft sich durch Kanalratten und ein russisches Botschaftsgebäude, indem er sich aus Insekten-Exoskeletten eine Rüstung baut. Die Action ist präzise und exzessiv. 

Das Eigentliche ist der Rahmen: Dr. Wong entlarvt Ricks gesamten Eskapismus in zwei ruhigen Minuten als das, was er ist – ein abweisender, ausweichender und im Grunde ängstlicher Mann, der alles tut, um Verletzlichkeit zu vermeiden. Danny Trejo spielt Jaguar, einen Gefangenen/Auftragskiller. Pickle Rick ist die seltene Folge, die als Blockbuster-Actionparodie verkleidet echte Charakterarbeit betreibt, ohne sich dafür zu entschuldigen.

Rick Potion No. 9 (Staffel 1, Episode 6)

Morty will ein Liebesmittel für Jessica – Rick braut es, es mutiert mit der Grippe, die halbe Welt verwandelt sich in Cronenberg-Monster. Rick löst das, aber die Lösung erzeugt neue Cronenbergs. Zweite Lösung: Rick findet eine parallele Realität, in der er und Morty kurz zuvor gestorben sind, übernimmt deren Körper und begräbt die alten Leichen im Garten – während die restliche Familie in der Cronenberg-Apokalypse weiterlebt.

Die Folge endet ohne Auflösung, ohne Moral, ohne Reset. Morty sitzt stumm auf dem Boden. Sie ist der erste Beweis, dass die Serie bereit ist, ihre eigene Kontinuität zu zerstören – und dass das aushaltbar, angemessen und aufrichtig als Erzählhaltung funktioniert.

Meeseeks and Destroy (Staffel 1, Episode 5)

Die Einführung von Mr. Meeseeks ist einer der frühesten Momente, in denen Rick and Morty ein Konzept so weit zieht, bis es kippt: Wesen, die nur für eine Aufgabe existieren und danach verschwinden, geraten in eine existenzielle Krise, weil Jerrys Golfspiel zu schwer zu verbessern ist. Die Parallelhandlung schickt Morty auf ein eigenes Abenteuer als Questgeber – ein direktes Subvert des Rollenspiel-Genres, das mit Gewalt und Shrimps endet und trotzdem komisch bleibt. Meeseeks and Destroy ist die Folge, in der die Serie lernt, wie weit sie ihre Prämissen dehnen kann, ohne sie zu verlieren – eine frühe, aber absolut, aufschlussreiche und anspruchsvolle Visitenkarte.

Close Rick-counters of the Rick Kind (Staffel 1, Episode 10)

Rick C-137 wird vom Rat der Ricks beschuldigt, 27 andere Ricks ermordet zu haben, und flieht mit Morty. Die Episode erklärt zum ersten Mal die Mechanik des Multiversums, den Rat der Ricks und die Funktion von Mortys Hirnwellen als Tarnschirm.

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Am Ende stellt sich heraus, dass ein anderer Rick die Morde begangen hat – gesteuert von einem Morty, der hinter einem Wandteppich aus gekaperten Ricks verborgen ist. Die Kamera fährt zurück: Evil Morty, erstmals, für drei Sekunden. Die Folge funktioniert als alleinstehende, ausgeklügelte und atmosphärisch aufgeladene Episode und als Vorausblick auf eine der zentralen Langzeiterzählungen der Serie gleichzeitig.

The Ricks Must Be Crazy (Staffel 2, Episode 6)

Rick betreibt in seiner Autobatterie ein Mikroversum mit intelligenten Lebewesen, die Energie produzieren – ohne zu wissen, dass sie Strom für sein Auto liefern. Einer ihrer Wissenschaftler erfindet seinerseits ein Mikroversum. Rick sabotiert es.

Die Folge ist ein komprimiertes Argument über Ausbeutung, Schöpfung und Götter – verkleidet als abgedrehter, aberwitziger und anklagender Sci-Fi-Gag. Stephen Colbert spricht im Original den feindlichen Wissenschaftler. Währenddessen sitzt Summer allein im Auto und verhandelt mit Ricks Sicherheitssystem, das sukzessive die gesamte Umgebung traumatisiert, um sie zu schützen. Die Parallelhandlung ist fast genauso gut wie die Haupthandlung – bei Rick and Morty ein Kompliment von erheblichem Gewicht.

The Vat of Acid Episode (Staffel 4, Episode 8)

Morty fordert Rick heraus, eine Prämisse ohne technologischen Trick zu erfinden. Rick liefert trotzdem einen: ein Gerät, das wie ein Speicherpunkt im Videospiel funktioniert. Morty nutzt es hemmungslos und durchlebt dabei eine vollständige Liebesgeschichte, die Monate dauert. Sie endet nicht durch einen Unfall, sondern durch einen Knopfdruck: Jerry betätigt das Gerät versehentlich und löscht die gesamte Beziehung aus. Die Frau kennt Morty danach nicht mehr. Anschließend enthüllt Rick die eigentliche Funktion des Geräts: Es spult keine Zeit zurück, sondern wechselt in Parallelrealitäten und tötet bei jedem „Speicherpunkt“ den dort heimischen Morty. 

The Vat of Acid Episode ist eines der kältesten, aufwühlendsten und aufrichtigsten Enden der Serie – ein Gag, der sich als echte Tragödie entpuppt, ohne seinen Humor zu verlieren. Eine großartige Folge.

Unmortricken (Staffel 7, Episode 5)

Die Folge, die Rick Prime tötet – in der Mitte einer Staffel, nicht im Finale. Rick Prime ist der Rick, der Ricks Familie ermordete und die gesamte Rachemotivation von Rick C-137 begründet. Evil Morty kehrt zurück, um zu helfen, und ist der kompetenteste in dieser Episode. Die Konfrontation ist actionreich und emotional karg – Rick tötet Rick Prime ohne Triumph, ohne Katharsis. Der Schmerz bleibt.

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Kritiker nannten Unmortricken eine der besten Einzelfolgen der gesamten Serie. Die Entscheidung, diese Geschichte in der Mitte von Staffel 7 abzuschließen, ist das mutigste, ausgefeilteste und ambitionierteste Schreib-Statement, das Rick and Morty seit Jahren gemacht hat.

Fear No Mort (Staffel 7, Episode 10)

Rick und Morty finden ein Angstloch in einem Denny’s – ein Loch, das die größte Angst jedes Springers manifestiert und erst loslässt, wenn diese Angst überwunden ist. Liev Schreiber spricht im Original den Hüter. 

Was die Folge trägt, ist nicht das Konzept, sondern wohin es führt: Mortys Angst ist, für Rick ersetzbar zu sein. Ricks Angst ist Diane, seine verstorbene Frau – das erste Mal, dass die Figur als echter Mensch gezeigt wird. Am Ende findet Morty ein Foto von sich in Ricks Geldbörse. Rick sagt dazu nichts. Fear No Mort ist aufwühlend, aufrichtig und atmosphärisch dicht – und endet ohne Erklärung, was das Richtige ist.

01

Rick and Morty
Der geniale aber versoffene Wissenschaftler Rick erlebt mit seinem pubertierenden Enkel Morty in Parallelwelten und anderen Dimensionen viele wilde Eskapaden.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

4,99 €

Gesamtlaufzeit

33h 22min

Genres

Action & Abenteuer, Animation, Komödien

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