
Owen Wilsons „Guilty Pleasure“ zeigt, warum Hundefilme keine Entschuldigung brauchen
Owen Wilson ist gerade wieder an mehreren Stellen gleichzeitig präsent. In der Serie Stick spielt er die Hauptrolle, dazu ist mit Rolling Loud ein neues Filmprojekt angekündigt.. Gerade deshalb ist so eine kleine Frage fast interessanter als der übliche Promo-Talk über Drehs, Rollen und den nächsten Release.
Als Wilson nach seinem „Guilty Pleasure“ gefragt wird, kommt jedenfalls keine ausgedachte Pointe und auch kein halb ironischer Kulttitel. Er antwortet sofort, ohne sich hörbar erst in Position zu bringen. Das wirkt nicht geschniegelt und nicht auf Effekt geschrieben, sondern eher so, als hätte man ihn für einen Moment wirklich bei seinem Geschmack erwischt. Und genau das macht solche Clips überhaupt erst spannend. Nicht, weil Stars etwas Peinliches beichten, sondern weil manchmal plötzlich eine echte Vorliebe durchrutscht.
Er nennt drei Filme und alle drei drehen sich um Hunde, Verlust und ziemlich große Gefühle
Wilson zählt gleich Sein Freund Jello, Wo der rote Farn wächst und Sounder auf. Schon das ist aufschlussreich, weil diese Titel nicht in die Kategorie „heimlicher Trash-Favorit“ fallen, sondern in eine ganz andere Richtung gehen. Sein Freund Jello ist der Disney-Klassiker über einen Jungen und den streunenden Hund, der in einer Familie im Texas der Nachkriegszeit landet. Wo der rote Farn wächst erzählt von einem Jungen, der mit seinen beiden Jagdhunden aufwächst und über diese Tiere so etwas wie Stolz, Verantwortung und Abschied lernt. Und Sounder ist zwar ebenfalls eng mit einem Hund verbunden, aber im Kern auch ein Familiendrama über Armut, Trennung und Zusammenhalt. Das sind also keine lockeren Hundekomödien für zwischendurch, sondern Filme, die sehr bewusst ans Herz gehen. Gerade deshalb ist seine Auswahl interessanter, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Genau deshalb kippt bei Wilsons Antwort der ganze Begriff „Guilty Pleasure“
Am besten ist der Moment, in dem Wilson selbst fast über die Frage hinweggeht. Er merkt an, dass er gerade einfach drei Beispiele heruntergerattert habe, und sagt dann sinngemäß, dass er gar nicht verstehe, warum er sich jemals dafür entschuldigen sollte, Hundefilme zu lieben. Das ist der eigentliche Punkt. Seine Auswahl wirkt eben nicht wie ein peinliches Geständnis, sondern wie eine ziemlich klare Haltung. Er nennt Filme, die offen sentimental sind, die Bindung zwischen Mensch und Tier ernst nehmen und die keine Angst davor haben, traurig zu werden. Sein Freund Jello und Wo der rote Farn wächst stehen fast schon exemplarisch für genau diese Art von Hundegeschichte, während Sounder dem Ganzen noch eine ruhigere und sozial geerdete Note gibt. So wird aus dem angeblichen “Guilty Pleasure” am Ende einfach Geschmack. Vielleicht sogar ein ziemlich guter.























