
Das Serienfinale von „Outer Banks“ erklärt – so endet die Geschichte der Pogues
Sechs Jahre lang haben die Pogues Gold gesucht, Familiengeheimnisse aufgedeckt, Verfolgungsjagden überlebt und sich mit erstaunlicher Zuverlässigkeit in Situationen gebracht, bei denen vernünftige Menschen längst nach Hause gegangen wären. Im Finale von Outer Banks (seit 2020) dürfen John B (Chase Stokes), Sarah (Madelyn Cline), Kiara (Madison Bailey), Pope (Jonathan Daviss) und Cleo (Carlacia Grant) tatsächlich einmal etwas tun, das in dieser Serie beinahe exotisch wirkt: ankommen.
Ganz unbeschwert ist dieses Happy End allerdings nicht. JJ (Rudy Pankow) bleibt tot, sein Mörder Chandler Groff (J. Anthony Crane) muss noch zur Verantwortung gezogen werden, und ein Hurrikan verwandelt Kildare Island ein letztes Mal in einen ziemlich ungeeigneten Ort für beschauliches Küstenleben. Trotzdem schafft es Staffel 5, die Geschichte der Pogues überraschend versöhnlich zu beenden. Und wer sich noch nicht von Kooks und Pogues verabschieden möchte, bekommt möglicherweise bald einen Blick darauf, wie deren Konflikt überhaupt angefangen hat.
Achtung, Spoiler!

So endet „Outer Banks“ Staffel 5
Den entscheidenden Kampf liefert sich Kiara mit Groff. Während ein Hurrikan über Kildare Island zieht, folgt sie ihm auf sein Boot, wo ihre Jagd nach dem Mann endet, der JJ am Ende der vierten Staffel erstochen hat. Im Kampf hängt Groff schließlich an einem Seil über dem tosenden Wasser. Kiara könnte ihn retten, entscheidet sich aber dagegen: Sie durchtrennt das Seil, Groff stürzt ins Meer und verschwindet im Sturm. Damit bekommt Kiara ihre Rache, doch der Sturm verschluckt zunächst auch den Schatz.
Groffs Boot, auf dem sich das von ihm gestohlene Gold der Royal Merchant befindet, sinkt. Weil Kildare Island wegen des Hurrikans evakuiert wurde und die Pogues zu den wenigen Menschen gehören, die noch dort sind, können sie anschließend nach dem Gold suchen und es tatsächlich bergen. Und diesmal verschwindet das Vermögen nicht sofort wieder durch irgendeinen Fluch, Betrug oder eine neue Schatzsuche.

Die Freunde nutzen es, um ihr Leben in Ordnung zu bringen. Cleo kann ihre Probleme auf dem Weg zur US-Staatsbürgerschaft endlich hinter sich lassen, Schulden werden bezahlt und der Laden von Popes Vater Heyward (E. Roger Mitchell) bekommt eine dringend nötige Modernisierung. Außerdem kaufen sie das frühere Maybank-Grundstück zurück und bauen John Bs zerstörtes Zuhause wieder auf, in dem er mit Sarah und ihrem Kind ein neues Leben beginnen kann.
Auch Pope erhält ein Stück der Vergangenheit zurück: Tannyhill, das ehemalige Anwesen der Camerons, gehört am Ende ihm. Rafe (Drew Starkey) hingegen entscheidet sich erneut für einen weniger bodenständigen Weg und setzt sich gemeinsam mit Sofia (Fiona Palomo) nach Brasilien ab.
Sarah und John B bekommen ihr Happy End
Nach all dem Gold, den Waffen, Schiffbrüchen und beinahe tödlichen Ausflügen erlaubt sich die Serie zum Abschied noch einen Zeitsprung von einigen Monaten. Sarah bringt ihr gemeinsames Kind zur Welt, und bei dessen Namen dürfte niemand lange rätseln müssen: Der Junge heißt JJ. John B und Sarah heiraten außerdem in ihrem wiederaufgebauten Zuhause, umgeben von ihren Freunden.

Dass die Serie ihr Ende nicht mit einem weiteren Schatz oder einem neuen Gegner sucht, sondern mit Familie und einem Zuhause, passt erstaunlich gut. Seit der ersten Staffel war John B schließlich ständig auf der Suche nach etwas, das ihm Halt gibt, auch wenn er dafür meistens erst einmal über den halben Globus fahren musste.
Der letzte Moment führt ihn zurück an den Anfang. John B läutet die Glocke, mit der ihm früher signalisiert wurde, dass es Zeit war, nach Hause zu kommen. Nach fünf Staffeln voller Fluchtbewegungen ist er am Ende tatsächlich dort.
Warum hat Groff JJ überhaupt getötet?
Dass Chandler Groff seinen eigenen Sohn ermordet, war schon im Finale der vierten Staffel schwer zu schlucken. Noch schwerer wird es, als Kiara ihn in Staffel 5 direkt fragt, warum er JJ getötet hat, obwohl er die Blue Crown längst besaß. Groffs Antwort zeigt, dass es nie wirklich um den Schatz ging.
JJ hatte etwas, von dem Groff glaubte, dass es ihm selbst für immer verwehrt bleiben würde: Freunde, Loyalität und Menschen, die ihn trotz aller Fehler liebten. Groff wollte offenbar, dass JJ ihm ähnlicher wird. Als JJ ihn zurückwies und bewies, dass er trotz seiner chaotischen Vergangenheit nicht denselben Weg einschlagen würde, reagierte sein Vater mit Bosheit.

Das macht den Mord nicht komplexer, sondern im Gegenteil erschreckend kleinlich. Groff tötet JJ nicht aus Notwehr und auch nicht für den Schatz. Er tötet ihn aus Neid auf das Leben, das sein Sohn ohne ihn aufgebaut hat.
Nach dem Finale könnte „Kildare“ die Geschichte von vorn erzählen
Mit Staffel 5 endet zwar die Geschichte der bekannten Pogues, das Outer-Banks-Universum könnte aber weiterleben. Josh Pate, Jonas Pate und Shannon Burke arbeiten an einem Prequel mit dem vorläufigen Titel Kildare, das rund 20 Jahre vor der Hauptserie spielen soll. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die bis heute bestehende Trennung zwischen den wohlhabenden Kooks und den weniger privilegierten Pogues entstand. Die Verantwortlichen haben bereits angedeutet, dass bekannte Namen ebenso eine Rolle spielen könnten wie neue Figuren aus dieser früheren Generation.
Damit wären unter anderem jüngere Versionen von John Bs Vater Big John (Charles Halford), Sarahs Vater Ward (Charles Esten) oder Kiaras Eltern Anna (Samantha Soule) und Mike (Marland Burke) denkbar. Bestätigt ist diese Besetzung bislang allerdings nicht. Auch JJ eröffnet reichlich Stoff für die Vorgeschichte, denn die komplizierten Beziehungen zwischen Larissa Genrette (Tommi Rose), Groff und Luke Maybank (Gary Weeks) könnten erklären, wie viele der Probleme entstanden, die Jahrzehnte später bei ihren Kindern landeten.
Die ursprünglichen Pogues bekommen also ihr Ende. Kildare selbst scheint mit seinen alten Familien, Klassengrenzen und miserablen Vater-Sohn-Beziehungen dagegen noch längst nicht alles erzählt zu haben.











