
Diese „Supernatural”-Folge sollte jeder „Obsession“-Fan kennen
Ein schüchterner Typ, der sich nicht traut, seiner großen Liebe die Wahrheit zu sagen, greift zu einem magischen Gegenstand und wünscht sich einfach, dass sie ihn liebt. Was nach dem Auftakt einer romantischen Komödie klingt, wird in Obsession – Du sollst mich lieben (2026) zum blanken Albtraum. Der Film des Ex-YouTubers Curry Barker erzählt von einem schüchternen Kerl, der sich die Zuneigung seiner Angebeteten herbeiwünscht und feststellen muss, dass erzwungene Liebe eine ziemlich hässliche Fratze hat. Der Streifen ist gerade das Gesprächsthema im Kino, und wer ihn gesehen hat, könnte ein hartnäckiges Déjà-vu verspüren, denn die Mysteryserie Supernatural (2005) hat fast genau denselben Albtraum schon 2008 durchgespielt, damals mit Galgenhumor und einem lebensmüden Teddybär.
Obsession und der Preis eines einzigen Wunsches
Bear (Michael Johnston) arbeitet in Obsession in einem Musikladen und himmelt seit Jahren seine Kindheitsfreundin Nikki (Inde Navarrette) an, ohne je den Mut zu einem Geständnis zu finden. In einem Kuriositätenladen fällt ihm eine „One Wish Willow“ in die Hände, eine kleine Wunschweide, die genau einen Wunsch erfüllen soll, sobald man sie zerbricht. In einem schwachen Moment zerbricht er das Zweiglein und wünscht sich, dass Nikki ihn mehr liebt als alles andere auf der Welt.

Sein Wunsch geht in Erfüllung. Nur ist die Frau, die ihm nun verfällt, nicht mehr wirklich sie selbst. Sie klammert, steht nachts reglos an seinem Bett, verfällt in Panik, sobald er den Raum verlässt, und wird von Szene zu Szene bedrohlicher. Aus dieser erzwungenen Liebe führt am Ende nur ein grausamer Weg hinaus, während die echte Nikki in ihrem eigenen Körper eingesperrt ist und jede Sekunde davon miterlebt.
Supernatural erzählte die Geschichte schon 2008
Rund 18 Jahre früher, in Folge 8 der vierten Staffel der Dämonenjäger-Serie, landen die Brüder Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) in einer Kleinstadt, in der auf einmal jeder Wunsch wahr wird. Schuld ist eine verfluchte Münze auf dem Grund eines Brunnens.

Unter denen, die dort etwas hineingeworfen haben, ist Wes Mondale (Ted Raimi), ein unscheinbarer Typ mit einem Schwarm aus Schulzeiten namens Hope (Anita Brown). Er wünscht sich, dass sie ihn mehr liebt als alles andere auf der Welt, beinahe Wort für Wort der gleiche Satz wie bei Bear.

Und es endet ähnlich unheimlich. Hopes Zuneigung schlägt in Besitzgier um, und als sie fürchtet, jemand könnte ihr diese Liebe streitig machen, wünscht sie kurzerhand Sam den Tod herbei, der prompt vom Blitz erschlagen wird. Im Original heißt die Folge „Wishful Thinking“, auf Deutsch „Wunschdenken“.
Warum sich der Blick zurück für Obsession-Fans lohnt
Bei aller Ähnlichkeit trennt beide Geschichten vor allem der Ton. Obsession nimmt sich fast zwei Stunden Zeit, kippt ohne Sicherheitsnetz ins Grauen und lässt am Ende kaum jemanden übrig. Die Supernatural-Folge dagegen behandelt den verfluchten Wunsch als einen von vielen und packt ihn in eine Stunde voller Slapstick, in der auch ein depressiver, lebensgroßer Teddybär und ein unsichtbarer Spanner ihr Unwesen treiben.

Auch das Ende fällt milder aus: Wes zieht die Münze aus dem Brunnen, sämtliche Wünsche lösen sich in Luft auf, Sam steht wieder auf, und Hope kennt am Schluss nicht einmal mehr seinen Namen. Ein Detail wirkt trotzdem lange nach. In Obsession ist die echte Nikki die ganze Zeit anwesend und leidet unter jeder Minute, während Hope schlicht überschrieben wird und von ihrer Verwandlung nichts mitbekommt.
Darin liegt der Reiz, die alte Folge nach dem Kinobesuch nachzuholen. Beide Geschichten handeln von einem Mann, der sich Liebe lieber nimmt, als sie zu erbitten, und beide behaupten mit unangenehmer Klarheit, dass sich hinter erzwungener Zuneigung vor allem Kontrolle verbirgt. Der Kinohit von heute macht daraus einen Kommentar über Einwilligung und männliches Anspruchsdenken, die Serie von 2008 erledigt dasselbe nebenbei zwischen zwei Gags. Wer Lust auf den direkten Vergleich hat, findet Supernatural in Deutschland unter anderem komplett bei Netflix, die passende Folge ist die achte der vierten Staffel. Obsession – Du sollst mich lieben läuft aktuell im Kino.



































