
Mehr als nur „Bridgerton“: 8 weitere Filme und Serien mit Nicola Coughlan
Bei Nicola Coughlan denkt man inzwischen fast automatisch an elegante Kleider, geheime Briefe und ziemlich komplizierte Gefühle. Schließlich schaffte die irische Schauspielerin mit Bridgerton (2020) ihren internationalen Durchbruch. Darin spielt sie Penelope Featherington, die sich vom oft übersehenen Mauerblümchen zur romantischen Hauptfigur entwickelt. Dabei wäre es schade, Coughlan auf Korsetts und große Liebeserklärungen festzulegen, denn ihre Karriere sieht außerhalb der Netflix-Serie deutlich wilder aus. Sie kann herrlich nervös und chaotisch sein, mit trockenem Humor ganze Szenen an sich ziehen und ebenso gut in düsteren oder emotionalen Stoffen überzeugen. Inzwischen reicht ihre Filmografie von schwarzer Comedy über Science-Fiction bis zu Fantasy und großem Hollywoodkino. Wer also wissen möchte, was Nicola Coughlan abseits von Bridgerton noch zu bieten hat, findet hier acht ziemlich unterschiedliche Antworten.
Eine Bombe kann den Schulweg blockieren, doch für Clare Devlin (Nicola Coughlan) fühlt sich eine schlechte Note mindestens ebenso bedrohlich an. Derry Girls (2018) begleitet eine Gruppe Teenager im nordirischen Derry der 1990er Jahre, während der politische Konflikt des Landes ständig in ihren chaotischen Alltag hineinragt. Coughlan spielt Clare als hochintelligente, chronisch nervöse Schülerin, die zwischen strenger katholischer Schule, Freundschaftsdramen und ihren eigenen Ängsten kaum zur Ruhe kommt. Der große Clou der Serie besteht darin, ernste historische Realität und sehr alberne Jugendprobleme nebeneinander bestehen zu lassen, ohne eines davon kleinzureden.
Coughlans präzises Comedy-Timing macht Clare dabei zu einem der Menschen, die man sofort wiedererkennt. Wer sie nur als Penelope kennt, erlebt hier eine viel hektischere, lautere und wunderbar komische Seite ihrer Arbeit.
Historische Kostüme gehören zwar auch hier zum Bild, doch romantische Bälle sucht man vergeblich. Harlots – Haus der Huren (2017) spielt im London des 18. Jahrhunderts und erzählt vom erbitterten Konkurrenzkampf mehrerer Bordellbetreiberinnen in einer Gesellschaft, in der Frauen kaum wirtschaftliche oder gesellschaftliche Macht besitzen.
Nicola Coughlan stößt in der zweiten Staffel als Hannah Dalton zur Serie und ist in sechs Folgen zu sehen. Ihr Auftritt fällt kleiner aus als ihre späteren Hauptrollen, zeigt aber schon früh, wie selbstverständlich sie sich in historische Stoffe einfügt. Gleichzeitig ist die Serie viel rauer, körperlicher und politischer als der Hochglanz der späteren Netflix-Romanze, mit der Coughlan weltberühmt wurde. Wer neugierig darauf ist, sie schon vor ihrem großen Durchbruch in einem britischen Kostümdrama zu entdecken, bekommt hier eine interessante frühe Station ihrer Karriere.
Pink ist hier keine Farbe, sondern beinahe Gesetz. In Barbie (2023) verlässt Barbie (Margot Robbie) ihre perfekte Kunststoffwelt, nachdem plötzlich Gedanken an Tod, Cellulite und andere ziemlich unbarbiehafte Dinge in ihr Leben platzen. Nicola Coughlan spielt Diplomat Barbie, eine der vielen Bewohnerinnen von Barbieland, und gehört damit zum gewaltigen Ensemble um Ryan Gosling, America Ferrera, Kate McKinnon und Issa Rae. Ihr Auftritt ist klein, was man bei einer Liste über ihre Karriere ruhig dazusagen sollte, doch er passt hervorragend zu Coughlans Talent für pointierte Comedy. Außerdem ist es schlicht amüsant, Penelope Featherington zwischen all dem Neon, Plastik und perfekt choreografierten Dauerlächeln zu entdecken.
Barbie gibt ihr keine große dramatische Entwicklung, aber einen sehr sichtbaren Platz in einem der prägendsten Kinoerfolge der letzten Jahre.
Eine gestürzte Königin, eine Revolution und ein mittelalterliches England, das sich mit historischer Genauigkeit eher locker arrangiert, geben hier den Ton an. Seize Them! (2024) beginnt damit, dass Königin Dagan (Aimee Lou Wood) von der Aufständischen Humble Joan (Nicola Coughlan) vom Thron gejagt wird. Dagan muss daraufhin durch ihr eigenes Reich fliehen und feststellen, dass Untertanen ihre Herrschaft offenbar weniger vermissen, als sie gehofft hatte.
Coughlan darf als selbstbewusste Revolutionsführerin eine deutlich bissigere Energie ausspielen als in ihren romantischeren Rollen, auch wenn der Film seine Geschichte konsequent als derbe, absurde Komödie behandelt. Das Ergebnis erinnert eher an eine ausgelassene Mittelalterparodie als an ein ehrfürchtiges Kostümdrama. Wer Coughlan einmal mit Machtanspruch, Kampfgeist und trockenem Humor sehen möchte, findet hier eine angenehm schräge Ergänzung zu ihren bekannteren Serienauftritten.
An Weihnachten allein in einem Hotelzimmer zu sitzen, klingt zunächst nicht nach dem Beginn einer Reise durch Raum und Zeit. Doctor Who: Joy to the World (2024) macht daraus dennoch ein großes Science-Fiction-Abenteuer, nachdem Joy Almondo (Nicola Coughlan) eine verborgene Tür zum Time Hotel öffnet und auf den Doctor (Ncuti Gatwa) trifft. Das futuristische Hotel vermietet Zimmer in verschiedenen Epochen, wodurch Dinosaurier, historische Schauplätze und eine tödliche Bedrohung plötzlich nur eine Tür voneinander entfernt liegen. Coughlan bekommt dabei mehr als einen prominenten Gastauftritt, denn Joy trägt einen beträchtlichen Teil der emotionalen Geschichte des Weihnachtsspecials.
Zwischen dem schnellen Humor und den typischen Zeitreiseideen geht es auch um Einsamkeit, Verlust und darum, was Menschen in schwierigen Momenten füreinander bedeuten können. Für Coughlan-Fans ist das eine kompakte Gelegenheit, sie in einem völlig anderen Genre zu erleben.
Mit einem Baum, der bis in fantastische Welten führt, lässt sich ein Umzug aufs Land immerhin etwas leichter ertragen. Der Wunderweltenbaum (2026) folgt den Geschwistern Beth (Delilah Bennett-Cardy), Fran (Billie Gadsdon) und Joe (Phoenix Laroche), die mit ihren Eltern Tim (Andrew Garfield) und Polly (Claire Foy) ein neues Leben beginnen und im nahen Wald einen magischen Baum entdecken. Dort treffen sie unter anderem auf die Fee Seidenhaar (Nicola Coughlan), Frau Wasch (Jessica Gunning) und Mondgesicht (Nonso Anozie), bevor ihre Reisen immer verrücktere Welten eröffnen.
Die Verfilmung basiert auf Enid Blytons Kinderbuchreihe und setzt auf warmherzige Familienfantasy statt bissige Erwachsenenkomik. Coughlan fügt sich mit ihrer verspielten Energie sehr gut in diese märchenhafte Welt ein. Wer sie einmal in einem familienfreundlichen Abenteuer sehen möchte, bekommt hier eine ihrer farbenfrohsten Kinorollen.
















































