10 versteckte Netflix-Highlights, die du im Mai verpasst haben könntest

10 versteckte Netflix-Highlights, die du im Mai verpasst haben könntest

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 01. Juni 2026

Aktualisiert am 01. Juni 2026

Im Mai legte Netflix wieder ordentlich vor, und natürlich zogen die großen Neustarts sofort die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Doch wer sich ein wenig tiefer durch die Startseite klickt, entdeckt oft die spannendsten Überraschungen: Serien, Filme und Dokus, die vielleicht nicht überall auf den großen Bannern landen, aber dafür umso länger im Kopf bleiben.

Es sind die Filme, an denen kein Marketing hängt: ein vergessenes Drama aus den Neunzigern, eine deutsche Teeniekomödie, die niemand mehr auf dem Zettel hat, oder ein thailändischer Action-Thriller, der gerade erst dazukam und schon wieder in der Versenkung verschwindet, wenn man nicht hinsieht. 

Diese 10 Filme haben vor allem eines gemeinsam: Sie verstecken sich ein wenig im Schatten der großen Netflix-Hits – und genau dort findet man oft die schönsten Überraschungen. Manche sind brandneu, andere schon ein paar Jahre alt, aber alle verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit. Einige werden überraschen, andere einfach ein gutes Gefühl hinterlassen, und mindestens einer dürfte noch lange im Kopf bleiben.

Was passiert, wenn das klassische Hongkong-Actionkino auf eine Telenovela trifft? Genau das probiert der thailändische Regisseur Taweewat Wantha hier aus. 

Lhan überlebt als Kind nur, weil ein Auftragskiller sie vor dem Mann rettet, der ihre Eltern erschossen hat. Sie wächst in Thailand auf, mitten in der Killerorganisation ihres Beschützers, und verliebt sich Jahre später ausgerechnet in dessen Sohn Pran. Dann taucht der Mörder ihrer Eltern wieder auf und will sie zurück, weil ihre seltene Blutgruppe auf dem Schwarzmarkt ein Vermögen wert ist. 

My Dearest Assassin ruckelt mitunter, weil die zwei Tonlagen nicht immer zusammenpassen. Wer aber Action mit Herzschlag mag und keine Angst vor melodramatischen Ausschlägen hat, ist hier richtig.

Spell
Spell

Spell

2020

Auf dem Dachboden eines abgelegenen Hauses in den Appalachen sitzt eine ältere Dame und näht. Was sie näht, ist eine Stoffpuppe aus dem Haar und der Haut ihres Gastes, der gefesselt zwei Stockwerke tiefer auf seine Familie wartet. 

Marquis ist mit dem Privatflugzeug abgestürzt, hat überlebt und ist im Haus genau der Frau aufgewacht, die ihn jetzt mit Hoodoo-Magie unter Kontrolle hat. Mark Tonderai hat hier einen Horror gebaut, der seine Vorbilder kennt und sie auch nicht versteckt. Was Spell trägt, ist Omari Hardwick in der Hauptrolle, der mit hörbarer Verzweiflung durch eine Geschichte navigiert, deren Wendungen man oft schon ahnt, bevor sie kommen. Wer einen schlanken, gut gespielten 90-Minuten-Horror sucht, bekommt hier genau das.

Sleepers
Sleepers

Sleepers

1996

Es gibt Filme, die so geräuschlos im Streaming-Katalog auftauchen, dass man kurz nachsehen muss, ob sie wirklich da sind. Sleepers gehört dazu. Vier Jungen aus Hell’s Kitchen geraten Mitte der Sechzigerjahre für einen dummen Streich in eine Jugendstrafanstalt und werden dort von ihren Wärtern systematisch missbraucht. Jahre später erkennen zwei von ihnen, inzwischen erwachsen, einen der Täter zufällig in einer Kneipe und erschießen ihn auf der Stelle. 

Daraus baut Barry Levinson ein zweieinhalbstündiges Justizdrama, das die Wunde der ersten Filmhälfte nicht heilen will, sondern sie offen vor sich herträgt. Die Besetzung allein ist Grund genug, den Film anzuschauen: Robert De Niro als Pater Bobby, Dustin Hoffman als ramponierter Anwalt, Brad Pitt als Staatsanwalt mit verstecktem Plan und Kevin Bacon als Wärter mit einer Kälte, die wehtut.

Manchmal reicht ein Lied in einer halbleeren Bar: Eine junge Songschreiberin spielt im East Village einen Song, den niemand hören will. Nur ein heruntergekommener Plattenproduzent hört zu, einer, der sich selbst schon abgeschrieben hatte. Aus dieser Begegnung entsteht in Can A Song Save Your Life? ein Album, das die beiden draußen aufnehmen, an Straßenecken, auf Dächern, in U-Bahn-Stationen, weil ihnen Studios zu steril sind. 

John Carney hat schon mit Once gezeigt, dass er Musikfilme ohne Kitsch hinbekommt, und macht das hier wieder, mit Keira Knightley und Mark Ruffalo in zwei Rollen, die ihnen sichtlich Spaß machen. Adam Levine spielt den Ex-Freund, der die Karriere wählt, James Corden den Wingman. Ein Wohlfühlfilm, der nichts erzwingen muss.

Drei Freundinnen sitzen am Rand eines Volleyballplatzes und hören zu, wie eine Mitschülerin ganz offen von ihren sexuellen Erfahrungen erzählt. Für Inken, Victoria und Lena fühlt sich das wie eine andere Welt an. Dennis Gansel, der später deutlich ernstere Filme drehen sollte, schuf mit „Mädchen, Mädchen“ eine Teeniekomödie, die heute zwischen Zeitkapsel und erstaunlich ehrlicher Nostalgie schwebt. 

Diana Amft, Karoline Herfurth und Felicitas Woll spielen die drei Hauptrollen, alle damals am Anfang ihrer Karrieren. Das Drehbuch von Mädchen Mädchen! dreht den Spieß um und stellt drei junge Frauen ins Zentrum, die selbst die Initiative ergreifen, statt nur Beute zu sein. Wer den Film damals geliebt hat, wird ihn auf Netflix wiederentdecken. Wer ihn nicht kennt, bekommt ein Stück deutsche Filmgeschichte.

Wegen ein paar hundert Euro kippt im Sommer 2003 in der Berliner Gropiusstadt alles aus den Fugen. Lukas wird zusammengeschlagen, der Gegenschlag landet im Krankenhaus, und plötzlich steht die Forderung im Raum: 500 Euro, sonst gibt es Nachschlag. So beginnt ein Plan, der sich Schritt für Schritt zu einem Drogendiebstahl ausweitet. 

David Wnendt verfilmt Felix Lobrechts autobiografisch grundierten Bestseller mit Laiendarstellern und Berliner Rapper-Cameos. Sonne und Beton wurde mit fast einer Million Kinobesuchern einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahrzehnts. Was den Film über vergleichbare Stoffe hebt, ist seine Weigerung, seine Hauptpersonen zu verurteilen oder zu retten. Hier kämpfen sich vier Jungs durch einen Sommer, der sie ausspuckt, bevor sie verstanden haben, was passiert.

Eine Indie-Band führt in einer Bar ein Satansritual durch und braucht dafür eine Jungfrau. Sie erwischen Jennifer, die hübscheste Schülerin der Stadt, was schiefgeht, weil Jennifer aus Gründen, die der Film genüsslich offenlegt, eben keine Jungfrau ist. Was zurückkommt, ist nicht mehr ganz sie selbst, sondern ein Dämon mit Jennifers Gesicht und unstillbarem Hunger auf männliche Mitschüler. 

Diablo Cody, die kurz vorher für Juno einen Oscar gewonnen hatte, schrieb das Drehbuch, Karyn Kusama führte Regie. Megan Fox und Amanda Seyfried spielen die zwei Freundinnen, deren Beziehung den eigentlichen Kern des Films bildet. An den Kinokassen war Jennifer’s Body – Jungs nach ihrem Geschmack 2009 ein Flop, weil das Marketing den Film an Teenagerjungen verkaufen wollte, die er gar nicht meinte. Heute gilt er als feministischer Genre-Klassiker.

Eine alte Frau und ein Krake verstehen einander, und der Film um die beiden will der Welt nichts erklären, sondern dieses Verstehen einfach zeigen. Tova Sullivan putzt nachts ein kleines Aquarium an der Pazifikküste und trauert seit dreißig Jahren um einen Sohn, der spurlos beim Segeln verschwand. 

Marcellus, der pazifische Riesenkrake in einem ihrer Becken, beobachtet alles, was Menschen so an Geheimnissen mit sich herumtragen. Er erkennt eine Verbindung zwischen Tova und einem orientierungslosen jungen Mann namens Cameron, bevor die beiden selbst auch nur ahnen, was sie verbindet. 

Regisseurin Olivia Newman adaptiert hier Shelby Van Pelts Bestseller, Alfred Molina leiht dem Kraken seine Stimme. Und Sally Field trägt Das Glück hat acht Arme mit jener stillen Würde, die sie seit fünfzig Jahren zur Verlässlichsten unter den großen US-Schauspielerinnen macht.

Poolman
Poolman

Poolman

2024

Schreibt man Briefe an Erin Brockovich, hat man entweder ein Hobby oder ein Problem. Darren Barrenman hat beides. Er reinigt den Pool eines Apartmentblocks namens Tahitian Tiki, kämpft im Stadtrat von Los Angeles für einen besseren Busfahrplan und schreibt eben jene Briefe an sein großes Vorbild. 

Eines Tages taucht eine Frau in seinem Wohnwagen auf und bittet ihn, einen Korruptionsskandal um Wasserrechte aufzudecken, was Darren mit der Selbstüberzeugung eines Mannes annimmt, der The Big Lebowski auswendig kennt, ohne zu merken, dass er in beiden gleichzeitig spielt. 

Chris Pine gibt mit Poolman sein Regiedebüt und besetzt sich selbst, dazu Annette Bening, Danny DeVito und Jennifer Jason Leigh. Die Kritiker haben den Film 2024 zerrissen, in den Kinos lief er kaum. Auf Netflix landet er jetzt da, wo er hingehört: bei Leuten, die ihre Komödien gerne schräg mögen.

U-571
U-571

U-571

2000

Eine Enigma-Maschine entscheidet 1942 über den Krieg im Atlantik, und genau die planen die Amerikaner den Deutschen abzunehmen, bevor jemand merkt, dass das überhaupt passiert. U-571 schickt dafür ein Team in einem getarnten U-Boot auf eine streng geheime Mission. Der Plan geht schief, das eigene Boot wird versenkt, und plötzlich sitzen die Amerikaner unter Lieutenant Tyler in einem schwerbeschädigten deutschen U-Boot fest, während die gesamte Kriegsmarine sie sucht. 

Jonathan Mostow inszeniert das mit Gespür für Enge, Druck und das ständige Knarren von Stahl unter Wasser, dazu Matthew McConaughey im Kommandostuhl, Harvey Keitel als alter Chief, Thomas Kretschmann als deutscher Kapitänleutnant und Jon Bon Jovi in einer Nebenrolle. Britische Historiker waren damals stinksauer, weil die Enigma-Erbeutung historisch ein britischer Erfolg war, kein amerikanischer.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

4,99 €

Gesamtlaufzeit

18h 33min

Genres

Drama, Mystery & Thriller, Komödien

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 10 von ihnen auf Netflix anschauen. 15 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 10 Titel Netflix
  2. 10 Titel Netflix Standard with Ads
  3. 3 Titel Amazon Prime Video
  4. 3 Titel Amazon Prime Video with Ads
  5. 2 Titel Disney Plus