
Negans schockierendste Morde in „The Walking Dead“ – und welchen ihm Fans bis heute übel nehmen
Fast zehn Jahre später reicht offenbar noch immer ein Name, um Jeffrey Dean Morgan Ärger einzubringen: Glenn. Der Negan-Darsteller erzählte jüngst, dass Fans ihm bis heute auf der Straße den Mittelfinger zeigen und ihn an Glenns Tod erinnern. Dabei hat Negan in The Walking Dead (2010) viele Menschen getötet. Seine schlimmsten Morde waren jedoch mehr als bloße Hinrichtungen: Er machte sie zu Bestrafungen und Machtdemonstrationen, bei denen auch die Überlebenden leiden sollten. Später versucht die Serie, aus dem früheren Savior-Anführer einen anderen Menschen zu machen – wodurch selbst Taten wie der Mord an Alpha in einem neuen Licht erscheinen. Deshalb zählt in diesem Ranking nicht nur, wie blutig ein Mord ist, sondern auch Negans Motivation, die Qual seines Opfers und die Wirkung auf andere. Von einer beinahe nachvollziehbaren Tötung bis zu jenem Abend mit Lucille, seinem nach seiner verstorbenen Frau benannten Stacheldraht-Baseballschläger: Das sind Negans brutalste Morde.
8. David
Dass selbst Negan Grenzen kennt, gehört zu den frühen Hinweisen darauf, dass er trotz aller Willkür einem eigenen moralischen Code folgt. In Staffel 7, Folge 15 erwischt er David (Martinez) dabei, wie dieser Sasha (Sonequa Martin-Green) sexuell bedrängt, und macht unmissverständlich klar, dass Vergewaltigung bei den Saviors verboten ist.

Dann stößt er David ein Messer durch den Hals. Brutal ist das ohne Frage, doch der Tod kommt schnell und Negan bestraft hier einen Täter, statt ein unschuldiges Opfer zu terrorisieren. Für seine Verhältnisse ist das beinahe die harmlose Variante.
7. Brandon
Mehr Wut als Sadismus steckt auch hinter dem Tod von Brandon (Blaine Kern III). Der junge Mann begegnet Negan in Staffel 10, Folge 5 wie einem Idol und träumt davon, den alten Negan zurückzubringen. Als Brandon eine Mutter und ihren kleinen Sohn ermordet, um Negan zu beeindrucken, schlägt dessen Entsetzen sofort in Wut um.

Er greift nach einem Stein und prügelt Brandon damit tot. Die Tat ist entsetzlich anzusehen, fühlt sich erzählerisch aber weniger wie Terror als wie ein brutaler Racheakt an.
6. Simon
Bei Simon (Steven Ogg) wird es persönlicher. Sein einstiger Stellvertreter will ihm die Saviors abnehmen, also darf er in Staffel 8, Folge 15 tatsächlich um die Führung kämpfen. Negan gewinnt nicht mit Lucille oder einer Pistole, sondern würgt Simon mit bloßen Händen zu Tode.

Schon dadurch zieht sich der Moment unangenehm lange hin. Dass Simon anschließend als Walker am Sanctuary angekettet wird, macht aus dem Sieg zusätzlich eine Warnung an alle anderen. Negan hat den Rivalen nicht nur beseitigt, sondern gleich noch zum Dekorationsstück seiner Herrschaft gemacht.
5. Alpha
Bei Alpha (Samantha Morton) steht Negan längst auf einer anderen Seite. In Staffel 10, Folge 12 hat er das Vertrauen der Whisperer-Anführerin gewonnen, obwohl er heimlich für Carol (Melissa McBride) arbeitet. Er lockt Alpha in eine Hütte, küsst sie und schneidet ihr Sekunden später die Kehle durch. Danach trennt er ihr den Kopf ab und bringt ihn Carol. Rein körperlich ist das drastischer als manches, was im Ranking noch folgt.

Alpha landet trotzdem nur auf Platz fünf, weil Negan hier eine gefährliche Gegnerin ausschaltet, statt einen weitgehend wehrlosen Menschen für seine eigene Machtdemonstration zu benutzen. Die Art, wie er ihr erst Nähe vorspielt und sie dann enthauptet, erinnert allerdings sehr daran, wozu der alte Negan fähig war.
4. Spencer
Spencer Monroe (Austin Nichols) begeht in Staffel 7, Folge 8 den Fehler, Negan um Hilfe beim Sturz von Rick Grimes (Andrew Lincoln) zu bitten. Negan verachtet ihn dafür, dass er andere die gefährliche Arbeit erledigen lassen will, und erklärt ihm, Rick habe immerhin „guts“. Spencer dagegen nicht.
Dann rammt Negan ihm ein Messer in den Bauch und schlitzt ihn so auf, dass seine Eingeweide herausquellen. Anders als bei Alpha steckt hier kein größerer Zweck hinter der Tat. Der makabere Wortwitz macht aus einem ohnehin grausamen Tod zusätzlich eine öffentliche Pointe.
3. Dr. Emmett Carson
Noch grausamer wird es in Staffel 7, Folge 11, weil Dr. Emmett Carson (Tim Parati) praktisch keine Chance bekommt. Dwight (Austin Amelio) hat ihm Daryls Flucht angehängt, Negan glaubt die Geschichte und zwingt Carson zunächst zu einem falschen Geständnis. Damit könnte die Sache erledigt sein.Stattdessen packt Negan den Arzt und wirft ihn bei lebendigem Leib in einen glühenden Ofen.

Es ist einer seiner sadistischsten Morde überhaupt: langsam, öffentlich und völlig unverhältnismäßig. Carson soll nicht einfach nur sterben, alle Anwesenden sollen verstehen, was ihnen bei Ungehorsam droht.
2. Abraham
Mit Abraham Ford (Michael Cudlitz) erreicht das Ranking den Moment, in dem Negans Gewalt endgültig zur Show wird. Zu Beginn von Staffel 7, Folge 1 kniet Ricks gesamte Gruppe vor ihm, während Negan mit Lucille entscheidet, wer sterben soll. Abraham trifft es.
Nach dem ersten Schlag ist er schwer verletzt, schafft aber noch eine letzte trotzige Reaktion. Negan schlägt weiter. Und weiter. Er will nicht bloß töten, sondern Rick, Maggie, Daryl und allen anderen vorführen, dass ihr bisheriges Leben vorbei ist. Abrahams Tod wäre für sich genommen problemlos Negans schlimmster Mord.
1. Glenn
Dann jedoch schlägt Daryl Dixon (Norman Reedus) Negan ins Gesicht, und Negan beschließt, noch jemanden sterben zu lassen. Glenn Rhee (Steven Yeun) wird deshalb in derselben Staffel-7-Premiere nicht einmal zum ursprünglichen Opfer seiner Machtdemonstration, sondern zur zusätzlichen Strafe. Schon Lucilles erster Schlag richtet verheerenden Schaden an. Glenn lebt trotzdem noch lange genug, um Maggie Greene (Lauren Cohan), seine schwangere Frau, anzusehen und sich von ihr verabschieden zu wollen, bevor Negan erneut zuschlägt. Damit übertrifft dieser Tod selbst Abrahams Ermordung.
Negan hat bereits bewiesen, dass er töten wird; Glenn muss nicht sterben, um die Botschaft zu vermitteln. Er stirbt, weil Negan noch einen Schritt weitergehen und die Gruppe brechen will. Maggie muss zusehen, Daryl muss mit der Schuld leben, den Auslöser geliefert zu haben, und das Publikum verliert einen geliebten Charakter, der seit der ersten Staffel dabei war. Dass Jeffrey Dean Morgan fast zehn Jahre später noch von Fans wegen Glenn auf der Straße angepöbelt wird oder den Mittelfinger gezeigt bekommt, wirkt nach dieser Szene plötzlich gar nicht mehr so erstaunlich.























