Ist Rhaenyra bisexuell? Die Beziehung zu Mysaria in „House of the Dragon“ erklärt

Ist Rhaenyra bisexuell? Die Beziehung zu Mysaria in „House of the Dragon“ erklärt

Veröffentlicht am07. August 2026

Aktualisiert am07. August 2026

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Es überrascht, dass House of the Dragon (seit 2022) das Verhältnis zwischen Rhaenyra (Emma D'Arcy) und Mysaria (Sonoya Mizuno) zuletzt nur am Rande thematisierte. Denn als es in der zweiten Staffel zum Kuss zwischen den beiden Frauen kam, schien die Serie zunächst eine romantische Beziehung anzudeuten. Die dritte Staffel aber zeigte Mysaria bislang vor allem als politische Beraterin der Königin. Szenen, die sie allein zeigten, gab es seither kaum. Erst in der siebten Folge rückt ihre persönliche Verbindung zu Rhaenyra wieder stärker in den Vordergrund und knüpft damit an den Kuss aus der vergangenen Staffel an. 

Doch was bedeutet der intime Moment zwischen ihnen? Welche Rolle spielt Daemon (Matt Smith) in dieser Konstellation – und ist Rhaenyras Bisexualität mit dem Buchkanon vereinbar?

Staffel 2: Wie es zum Kuss zwischen Rhaenyra und Mysaria kam 

Ehe es in der zweiten Staffel zum besagten Kuss kam, baute House of the Dragon die Beziehung zwischen den beiden Frauen sorgfältig auf: Nachdem Mysaria zu Beginn der zweiten Staffel in die Hände der Schwarzen Fraktion geraten war, rettete sie Rhaenyra vor dem Attentat durch Arryk Cargyll (Luke Tittensor). Die Königin schenkte Mysaria daraufhin das Vertrauen, das ihr Daemon lange verweigert hatte, und holte sie schließlich an ihren Hof. Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich Mysaria schnell zu einer der wichtigsten politischen Beraterinnen Rhaenyras. Immer wieder suchte die Königin etwa ihren Rat, wenn es um die Stimmung in Königsmund oder strategische Entscheidungen ging. 

HOTD Rhaenyra Kuss

Hier zeigte sich, dass Mysaria den Krieg nicht ausschließlich aus der Perspektive der Mächtigen betrachtet. Wiederholt erinnert sie Rhaenyra daran, dass letztlich auch Hunger, Angst und Hoffnung der einfachen Bevölkerung über den Ausgang eines Konfliktes entscheiden. Darüber entstand zwischen den beiden Frauen allerdings auch eine persönliche Nähe. Denn als Rhaenyra diverse Rückschläge hinnehmen musste und Daemon zunehmend eigene Wege ging, wurde Mysaria für sie auch zu einer wichtigen emotionalen Stütze. Der Kuss selbst entsteht schließlich aus einem intimen Gespräch, in dem Mysaria erstmals von ihrer traumatischen Kindheit berichtet und erzählt, wie sie von ihrem Vater misshandelt und später verkauft wurde. Rhaenyra reagiert zunächst mit einer Umarmung, dann kommt es zum Kuss.

Staffel 3: Erst Folge 7 knüpft wieder an den Kuss an

Als die siebte Folge diesen Handlungsstrang wieder aufgreift, führt sie die intime Beziehung zwischen den Frauen gleichsam einen Schritt weiter. Dieses Mal bleibt es nicht bei einem Kuss. Stattdessen deutet die Serie an, dass Rhaenyra und Mysaria miteinander schlafen. Bemerkenswert ist dabei vor allem, in welcher Verfassung beide Frauen hier aufeinandertreffen: Mysaria wird kurz zuvor von der Bordellbetreiberin Sylvi (Michelle Bonnard) mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Sie hält ihr vor, sich inzwischen selbst in den Machtstrukturen eingerichtet zu haben, die sie einst kritisierte, und erinnert Mysaria daran, dass der Adel sie trotz ihres Aufstiegs niemals als ebenbürtig akzeptieren werde.

House of The Dragon Mysaria

Auch Rhaenyra sucht Mysarias Nähe nicht aus einer gefestigten Position der Stärke heraus. Als ihr klar wird, dass Daemon ihr die wahre Identität des Drachenreiters von „Schafsdieb“ verschwiegen hat, gerät ihr ohnehin angeschlagenes Vertrauen in ihren Ehemann weiter ins Wanken. Des Nachts, als sie Daemon enttäuscht aus ihrem Schlafgemach verwiesen hat, sucht sie schließlich Mysaria auf. Zunächst macht Rhaenyra ihr noch Vorwürfe und konfrontiert sie damit, sie bewusst gegen Daemon und seine Kriegstaktik aufgebracht zu haben. Mysaria bestärkt Rhaenyra daraufhin darin, ihren eigenen Überzeugungen treu zu bleiben. Als die Königin sie wiederum fragt, ob sie sie überhaupt für würdig halte, auf dem Eisernen Thron zu sitzen, antwortet Mysaria, sie sei sich dessen nie sicherer gewesen als in diesem Moment.

Was bedeutet die Szene zwischen Rhaenyra und Mysaria?

Erst daraus entwickelt sich die intime Szene zwischen den beiden Frauen. Und vor diesem Hintergrund lässt sie sich auf unterschiedliche Weisen deuten. Einerseits setzt House of the Dragon durch sie die bereits in der zweiten Staffel gezeigte Anziehung zwischen den beiden Frauen fort. Andererseits aber hat sich ihre Beziehung in der dritten Staffel spürbar verändert – und das schwingt mit, als sie sich erneut begegnen.

Denn als Mysaria sich einst Rhaenyra anschloss, begründete sie das ausdrücklich damit, dass sie in ihr die bessere Herrscherin sehe – eine Königin, die das Wohl der einfachen Bevölkerung stärker im Blick habe als Aegon. In Königsmund aber verliert Rhaenyra dieses Ziel angesichts der Vielzahl an Herausforderungen immer wieder aus den Augen. Mysaria könnte darüber bereits das Vertrauen verloren haben, dass Rhaenyra tatsächlich die fähige Anführerin ist, die sie in ihr zu sehen glaubte.

Rhaenyra

Als „Meisterin der Flüsterer“ versteht Mysaria es wie kaum eine andere Figur, Vertrauen aufzubauen und politischen Einfluss zu gewinnen. Zu welchen Teilen ihre Nähe zu Rhaenyra aus ehrlicher Zuneigung entsteht, ob sie damit vor allem ihre Stellung am Hof festigt oder ob beides untrennbar miteinander verbunden ist, lässt House of the Dragon bislang offen. Vieles aber deutet derzeit auf Taktik hin. 

Umgekehrt ist allerdings auch Rhaenyras Verhalten nicht frei von Eigennützigkeit. Es fällt auf, dass sie Mysarias Nähe immer dann sucht, wenn Daemon sie enttäuscht hat, ihre Herrschaft ins Wanken gerät oder sie selbst an ihren Entscheidungen zweifelt. Die Beziehung der beiden wird damit bislang nicht wie eine klassische Romanze, sondern vielmehr wie das Bündnis zweier Frauen erzählt, die sich in einer von Männern dominierten Welt gegenseitig Halt geben – und zugleich voneinander profitieren. 

Und was ist mit Daemon?

Ironischerweise ist es Daemon selbst gewesen, der Rhaenyra und Mysaria miteinander in Verbindung gebracht hat. Lange bevor die beiden Frauen Vertrauen zueinander fassen, spielte er in ihren jeweiligen Leben eine prägende Rolle – zunächst als Mysarias Geliebter, später als Rhaenyras Ehemann.

Beide erleben dabei die unterschiedlichen Facetten desselben Mannes. Sowohl Mysaria als auch Rhaenyra fühlten sich zunächst von seinem Charisma und seiner Unangepasstheit angezogen – mussten dann aber erfahren, wie rücksichtslos er werden kann, wenn es um seine persönlichen Ambitionen und politischen Ziele geht.

Daemon

Mysaria gelangt zu dieser Erkenntnis, als Daemon sie ohne ihr Wissen in seine Machtspiele mit seinem Bruder König Viserys hineinzieht und sie dadurch in Lebensgefahr bringt. Daraufhin trennt sie sich von ihm. Rhaenyra wiederum erlebt im Verlauf der Serie wiederholt, dass ihr Ehemann zwar ihre Herrschaft unterstützt, zugleich aber ihre Autorität infrage stellt oder folgenreiche Entscheidungen („Blut und Käse“) trifft, ohne sie einzubeziehen.

Von einem klassischen Liebesdreieck kann daher nicht die Rede sein. Eher nutzt House of the Dragon Daemon als erzählerisches Bindeglied: Der Mann, der beide Frauen auf unterschiedliche Weise geprägt und verletzt hat, wird zu dem Menschen, durch den sie zueinanderfinden.

Warum Rhaenyras Bisexualität der Buchvorlage nicht widerspricht

Immer wieder wird nach solchen Szenen wie jener der 7. Folge argumentiert, Rhaenyras Bisexualität und ihre Beziehung zu Mysaria seien „nicht Teil des Kanons“, weil sie in George R. R. Martins „Feuer und Blut“  nicht vorkämen. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht.

Tatsächlich wird in der Buchvorlage zwar keine romantische Beziehung zwischen den beiden Frauen beschrieben. Allerdings ist „Feuer und Blut“ auch kein klassisch erzählter Roman, sondern eine fiktive Chronik. Die Ereignisse werden mit zeitlichem Abstand rekonstruiert und beruhen auf den teils widersprüchlichen, oft vorurteilsbehafteten Berichten verschiedener Chronisten. Intime Gespräche, Gefühle und private Beziehungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle – sofern sie überhaupt vorkommen.

Hinzu kommt, dass nahezu alle Quellen von Männern stammen. Figuren wie Septon Eustace, Großmaester Munkun oder der Hofnarr Mushroom teilen in ihren Zeugnissen letztlich die Vorstellungen ihrer Zeit. Dass eine Königin möglicherweise eine romantische Beziehung zu einer Frau, noch dazu einer ehemaligen Prostituierten, unterhielt, scheint für sie nicht einmal vorstellbar zu sein. Obendrein dürften Rhaenyra und Mysaria eine solche Beziehung kaum offen gelebt haben. Sofern sie existierte, wäre sie den Chronisten also vermutlich ohnehin verborgen geblieben. 

Deshalb lässt sich aus dem Fehlen einer Beziehung zwischen Rhaenyra und Mysaria im Buch nicht einfach ableiten, dass sie dem Kanon widerspricht. House of the Dragon ergänzt die überlieferte Geschichte vielmehr um Szenen, die in einer chronikartigen Darstellung naturgemäß kaum auftauchen würden.

Die Targaryen-Dynastie befindet sich auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Macht, mit mehr als 15 Drachen unter ihrem Joch. Die meisten Reiche stürzen von solchen Höhen ab. Im Fall der Targaryens beginnt ihr langsamer Niedergang, als König Viserys mit einer jahrhundertealten Tradition bricht und seine Tochter Rhaenyra zur Erbin des Eisernen Throns ernennt. Doch als Viserys später einen Sohn zeugt, ist der Hof schockiert, als Rhaenyra ihren Status als seine Erbin behält, und die Saat der Spaltung geht im ganzen Reich auf.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

5,98 €

Gesamtlaufzeit

27h 18min

Genres

Action & Abenteuer, Drama, Fantasy

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