
Alle Monsterfilm-Anspielungen in „Minions & Monster“
Die Minions wollen einen Monsterfilm drehen. Das Problem: Sie brauchen echte Monster. Also beschwören sie welche herauf. Minions & Monster (2026) spielt im Hollywood der 1920er Jahre und ist eine einzige Liebeserklärung an das goldene Zeitalter des Kinos.

Regisseur Pierre Coffin, die Stimme der Minions seit dem ersten Film, packt seinen Prequel-Ableger voll mit Kreaturen aus der Filmgeschichte – von den Universal-Klassikern der 1930er bis zu den Monsterfilmen der 1950er. Manche Anspielungen sind offensichtlich, manche versteckt, manche bewusst anachronistisch. Wir haben die fünf wichtigsten herausgesucht und erklären, worauf sie verweisen.
Achtung: Ab hier folgen Spoiler zu den Monstern des Films.
Die Mumie (1932) liefert die Vorlage für einen der „Bosse“, denen die Minions im Lauf ihrer Geschichte dienen. Karl Freunds Universal-Klassiker mit Boris Karloff als wiedererwecktem Priester Im-Ho-Tep steht namentlich für das legendäre Bandagen-Motiv, das im Film aufgegriffen wird: Ein Minion zieht versehentlich einen Streifen der Verbandsbinden ab, worauf sich die gesamte Mumie auflöst, ganz in der Tradition der zahlreichen Bosse, die die Minions im Lauf ihrer Geschichte unbeabsichtigt getötet haben.
Die musikalische Untermalung dieser Szene stammt allerdings nicht vom Original, sondern von der Filmmusik des deutlich actionreicheren Remakes Die Mumie (1999), das mit Brendan Fraser in der Hauptrolle einen anderen Ton anschlägt als der Universal-Klassiker der 1930er-Jahre. Zusätzlich taucht die Mumie separat als Exponat im Filmmuseum auf, das die Rahmenhandlung des Films eröffnet und im Verlauf der Geschichte immer wieder aufgegriffen wird.
Der weiße Hai (1975) wird gleich zweimal zitiert. Der erste Verweis erscheint als Ausstellungsstück im Filmmuseum zu Beginn des Films, wo der Hai beim Angriff auf Quints Boot zu sehen ist, jene berühmte Szene aus dem Originalfilm, in der das Boot der Haifänger attackiert wird. Der zweite Verweis findet sich mitten in der eigentlichen Handlung: Eine heranschwimmende Haiflosse kündigt die Gefahr für einen kleinen Otter an, um den sich James und Harry sorgen, inklusive eines Bootsangriffs, der der Inszenierung des Originals erstaunlich nahekommt.
Erst der Schrei von Goomi lässt Hai und Otter in Panik auseinanderstieben. Damit ist Der weiße Hai der einzige Referenzfilm im gesamten Film, der gleich zweifach auftaucht, einmal als stilles Museumsexponat, einmal als aktiv inszenierte Actionszene.
Der Schrecken vom Amazonas (1954) liefert das Design für eine Figur im Filmmuseum von Minions & Monster. Die Referenz funktioniert dabei auf zwei Ebenen zugleich: Sie zitiert den Universal-Klassiker um eine schuppenbedeckte Kreatur, die sich in die Verlobte eines Wissenschaftlers verliebt, ist zugleich aber nach Fishlips modelliert, jenem Bösewicht aus Minions (2015), der seinerseits schon als Parodie auf den Gill-Man aus dem Originalfilm angelegt war.
Der Film zitiert an dieser Stelle also nicht nur den Universal-Klassiker der 1950er-Jahre direkt, sondern gleichzeitig auch die eigene Franchise-Geschichte, einen Verweis, der nur für Zuschauer vollständig aufgeht, die auch den früheren Minions-Film von 2015 kennen.
Eine direkte Namensreferenz gibt es hier nicht, doch die Handlung folgt erkennbar dem Muster von Godzilla II: King of the Monsters (2019). Als James und Henry Goomi bitten, Monster für ihren Film zu finden, lockt dieser sie auf eine entlegene Insel, um dort ein Paar verbündeter Riesenmonster aus Eisblöcken zu befreien.
Das gleiche Motiv, ein in Eis eingeschlossenes Monster wird entdeckt und wieder freigesetzt, findet sich in ähnlicher Form bei der Freisetzung von King Ghidorah im MonsterVerse-Film von 2019 sowie im japanischen Film Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack (2001). Minions & Monster orientiert sich damit nicht an einer einzelnen Kreatur oder einem bestimmten Filmtitel, sondern an einem wiederkehrenden erzählerischen Baustein des modernen wie klassischen Kaiju-Kinos.
Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951) liefert mit dem außerirdischen Gesandten Klaatu und seinem Roboter Gort die Vorlage für die Figur Dort. Der Klassiker von Regisseur Robert Wise erzählt, wie Klaatu und Gort auf der Erde landen, um zu prüfen, ob die Menschheit eine Bedrohung darstellt. Der Film verschmilzt beide Figuren, den außerirdischen Besücher und seinen Roboterbegleiter, zu einem einzigen Charakter, der sich den Minions anschließt und die Erde verteidigt, als Irene zu wüten beginnt.
Dorts Liebesgeschichte lehnt sich an Klaatus Beziehung zu einer Menschenfrau im Original an, ein Motiv, das sich auch im Remake von 2008 findet, und liefert dem Film einen zentralen erzählerischen Handlungsstrang, der auf den finalen Showdown gegen Irene zusteuert und dem gesamten dritten Akt seinen emotionalen Rahmen gibt.
Blob – Schrecken ohne Namen (1958) liefert die Vorlage für Irene, die zentrale Bedrohung des gesamten Films: eine uralte Kreatur, die Goomi am Ende freisetzt, um alles Leben auf der Erde auslöschen zu lassen. Irene ist ein Monster aus orangefarbenem Schleim. Sie hat viele Augen, Bewegung und Fressverhalten orientieren sich dabei unmittelbar an der namensgebenden Kreatur aus dem Originalfilm mit einem jungen Steve McQueen.
Während der Blob sowohl im Original von 1958 als auch im Chuck-Russell-Remake Der Blob (1988) durch extreme Kälte besiegt wird, wird Irene in Minions & Monster auf andere Weise gestoppt. Die Kreatur ist zudem auf allen Kinoplakaten des Films präsent.
King Kong und die weiße Frau (1933) taucht selbst nur kurz im Filmmuseum auf, prägt aber die Grundstruktur des dritten Akts: Ein Filmteam reist auf eine abgelegene, monsterbevölkerte Insel, um dort Material für den eigenen Film zu drehen, genau das Muster, dem auch James bei seiner Insel-Expedition folgt.
Komponist John Powell hat gegenüber dem Hollywood Reporter erklärt, dass er die Filmmusik bewusst opernhaft und überladen angelegt hat, im Stil der Golden-Age-Komponisten wie Max Steiner, der auch die Musik zum Original von 1933 schrieb. Dieselbe Grundidee, ein Regisseur reist für Aufnahmen auf eine Monsterinsel, findet sich auch in Peter Jacksons Neuverfilmung King Kong (2005) mit der Figur des Regisseurs Carl Denham.
Schon der Auftakt ist ein Filmzitat. Die Minions verbünden sich mit einem gewaltigen Zyklopen, der durch das antike Griechenland stapft und zum reinen Vergnügen Gebäude zertrampelt. Der einäugige Riese ist zwar eine uralte Gestalt der griechischen Mythologie, doch seine konkrete Erscheinung zielt auf Kampf der Titanen (1981), den Fantasy-Klassiker mit den berühmten Stop-Motion-Kreaturen von Ray Harryhausen.
Die Anspielung zeigt, wie langlebig dieses Monsterbild ist: Der Minions-Zyklop erinnert sogar entfernt an den Polyphem, der kurz im Trailer zu Christopher Nolans Odyssee (2026) aufblitzte. Ein einziges Bild, das gleich mehrere Epochen des Fantasy-Kinos zusammenzieht – typisch für den dichten Zitat-Teppich, den der Film über seine gesamte Laufzeit ausrollt.






















































