Vor „Odyssee“: 10 Rollen, die Matt Damon zu einem der vielseitigsten Stars Hollywoods machen

Vor „Odyssee“: 10 Rollen, die Matt Damon zu einem der vielseitigsten Stars Hollywoods machen

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 06. Juli 2026

Aktualisiert am 06. Juli 2026

Wir sind an dieser Stelle froh, dass nicht Talkmaster Jimmy Kimmel diese Liste zusammengestellt hat. Der pflegt seit 2003 einen liebevoll inszenierten Dauerstreit mit Matt Damon, der bis heute regelmäßig für Seitenhiebe in seinen Late-Night-Shows sorgt. Fakt ist: Damon gehört zu den prägenden Hollywoodstars seiner Generation. Selten wird jedoch gewürdigt, wie mühelos er zwischen Actionheld, Charakterrolle und Komödie wechselt.

Demnächst beweist er das in Die Odyssee (2026), die Christopher Nolan am 16. Juli ins Kino bringt. Mit einem Budget von 250 Millionen Dollar ist „Die Odyssee“ der teuerste Film in Christopher Nolans Karriere. Gedreht wurde komplett auf IMAX‑70 mm – als erster Spielfilm überhaupt. Tom Holland spielt Telemach, Anne Hathaway Penelope, Zendaya Athene, Charlize Theron Kalypso und Robert Pattinson Antinoos. Es ist ein Ensemble, wie es wohl nur Nolan versammeln kann. 

Im Zentrum steht jedoch Matt Damon, der mit 55 Jahren noch einmal eine Heldenfigur tragen darf, die lange als unverfilmbar galt. Diese zehn Rollen zeigen, warum er genau die richtige Wahl dafür ist.

Mit 27 Jahren hatte Damon einen Oscar. Nicht für Schauspiel, sondern für das Drehbuch, das er mit Ben Affleck geschrieben hatte. Good Will Hunting (1997) ist die Origin Story der heute selbstverständlichen Damon-Affleck-Boston-Marke und gleichzeitig der Beweis, dass Damon nie nur Schauspieler war, sondern immer auch Autor seiner eigenen Karriere. 

Will Hunting, der MIT-Hausmeister mit Mathematik-Genie, ist eine Figur, die er und Affleck ihm auf den Leib geschrieben haben, ein Working-Class-Außenseiter mit unterdrücktem Trauma und einem Verstand, der zu groß ist für das Leben, das er führt. Gus Van Sant inszeniert das mit Robin Williams als Therapeut Sean Maguire, der in der berühmten Park-Bench-Szene einen seiner schauspielerischen Höhepunkte hat: ernsthafte Tragik unter komödiantischer Maske. Damon selbst war für seine Performance Oscar-nominiert. 226 Millionen Dollar weltweit eingespielt bei 10 Millionen Budget. Sein Durchbruch und immer noch eine seiner besten Rollen.

Wer 2002 dachte, Damon sei ein Indie-Drama-Schauspieler, wurde von Doug Liman eines Besseren belehrt. Die Bourne Identität (2002) hat das Action-Genre umgekrempelt und Damon als Action-Star definiert, der mit physischer Präsenz statt mit Bodybuilder-Statur überzeugt.

Jason Bourne, ein CIA-Killer mit Amnesie, der sich durch Europa kämpft, um herauszufinden, wer er ist, war für Damon eine Rolle, die er physisch radikal ernst genommen hat. Franka Potente spielt seine deutsche Begleiterin Marie Helena Kreutz mit einer ungewohnten, anti-glamourösen Präsenz, die der Figur die nötige Erdung gibt. Die Kampfszenen sind nicht choreografiert wie ein Hollywood-Tanz, sondern wirken wie improvisierte Straßengewalt. Das Konzept hat das gesamte Action-Kino seither geprägt, von James Bond 007: Casino Royale (2006), das Bond komplett neu erfinden musste, bis zu den John-Wick-Filmen. Vier Sequels mit Damon und ein Spin-off ohne ihn (Das Bourne Vermächtnis, 2012).

Anthony Minghella nahm den 29-jährigen Damon und ließ ihn einen Soziopathen spielen, und das funktionierte erschreckend gut. Der talentierte Mr. Ripley (1999), nach Patricia Highsmiths Roman von 1955, gibt Damon die Rolle eines amerikanischen Hochstaplers im Italien der späten 50er, der den reichen Dickie Greenleaf (Jude Law) erst beneidet, dann tötet, dann übernimmt. 

Was Damon hier macht, ist eines der subtilsten Stücke amerikanischer Schauspielkunst der 90er: Ripley wirkt sympathisch, harmlos, leicht naiv, und genau deshalb funktioniert sein psychopathisches Wesen umso präziser. Jude Law erhielt für seine Nebenrolle eine Oscar-Nominierung und einen BAFTA, Damon ging leer aus, was im Rückblick eines der größten Versäumnisse der Academy ist. Cate Blanchett, Gwyneth Paltrow und Philip Seymour Hoffman runden den Cast ab. Die deutlich kühlere französische Erstverfilmung Nur die Sonne war Zeuge (1960) mit Alain Delon lohnt sich als Vergleich.

04

Ocean's Eleven

Steven Soderbergh holt 2001 die A-Liga zusammen, und Damon spielt im Schatten von Clooney und Pitt mit der nötigen Selbstironie. Ocean's Eleven (2001) ist die schimmernde, perfekt choreografierte Heist-Komödie, mit der Hollywood damals beweisen wollte, dass Star-Casting noch funktioniert, und der Film hat den Beweis erbracht.

Damon spielt Linus Caldwell, den jüngsten Mitspieler der Crew, einen Taschendieb-Sohn, der unter Clooneys Danny Ocean lernen will. Das ist die Ensemble-Rolle, die Damon zu beherrschen versteht: nie der lauteste, aber immer der präziseste. Die zwei Sequels (Ocean’s Twelve, 2004, Ocean’s 13, 2007) wurden zunehmend selbstverliebt, der Originalfilm bleibt ein Klassenobjekt der Heist-Komödie.

Martin Scorsese, ein Drehbuch von William Monahan, eine Adaption des Hongkong-Films Infernal Affairs (2002), und Damon als korrupter Cop in Boston.

Departed - Unter Feinden (2006) hat Scorsese seinen einzigen Oscar als Regisseur gebracht. Damon spielt Colin Sullivan, den von Jack Nicholsons Mob-Boss in die Polizei eingeschleusten Maulwurf, mit einer Präzision, die ihn von Leonardo DiCaprios Undercover-Cop spiegelbildlich abgrenzt. Beide sind Verräter ihrer eigenen Welt, beide spielen eine Rolle, die sie nicht spielen wollen. Damons Sullivan ist der ehrgeizige Aufsteiger, der seine Herkunft verleugnet, und Damon spielt diese Verleugnung mit so viel innerer Kälte, dass jede seiner Lächel-Szenen verstörend wirkt. Vier Oscars, darunter Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch.

06

True Grit
True Grit

True Grit

2010

Die Coen-Brüder lassen Damon in einem Western reiten, an der Seite von Jeff Bridges und der damals 14-jährigen Hailee Steinfeld.

True Grit – Vergeltung (2010) ist die zweite Verfilmung von Charles Portis' Roman von 1968, nach der Henry-Hathaway-Version mit John Wayne von 1969. Damon spielt LaBoeuf, einen Texas-Ranger, der auf eigene Faust Banditen jagt, mit einem ausgeprägten Eitelkeitsempfinden und einer Eloquenz, die ihn ständig in komische Situationen bringt. Die Coens lassen Damon in einer Tonart spielen, die er sonst nie bedient: leicht ironisch, leicht prätentiös, immer mit einer komischen Ader. LaBoeuf ist eine seiner unterschätztesten Darstellungen. Zehn Oscar-Nominierungen für den Film, darunter Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera (Roger Deakins).

Ridley Scott schickt Damon als Botaniker Mark Watney auf den Mars, lässt ihn dort allein zurück und gibt ihm 144 Minuten Zeit, sich selbst zu retten.

Der Marsianer – Rettet Mark Watney (2015) ist im Kern eine One-Man-Show, und Damon trägt sie mit einer Mischung aus Galgenhumor, wissenschaftlicher Akribie und stiller Verzweiflung, die ihn noch einmal komplett neu definiert hat. Watney redet zu sich selbst, zu Kameras, zu Pflanzen, und Damon schafft es, dass jedes dieser Selbstgespräche dramaturgisch trägt. Andy Weirs Roman von 2011 wurde von Drew Goddard (The Cabin in the Woods, 2012) adaptiert, und das Ergebnis ist einer der besten Hard-Science-Fiction-Filme der 2010er.

Viele Oscar-Nominierungen, darunter Beste Hauptrolle für Damon, Bester Film – aber nicht Beste Regie. 

Damon und Christian Bale, ein Rennstall, ein Auto, ein Wettbewerb gegen Ferrari, und ein James Mangold, der weiß, wie man dieses Material inszeniert.

Le Mans 66 – Gegen jede Chance (2019), im Original Ford v Ferrari, erzählt die wahre Geschichte des Auto-Designers Carroll Shelby (Damon) und des Fahrers Ken Miles (Bale), die Mitte der 60er für Ford einen Wagen entwickeln, der die Ferrari-Dominanz beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans brechen soll. Damon spielt Shelby als gealterten Ex-Champion mit Herzproblemen und einer Klarheit darüber, was er noch erreichen kann und was nicht, und das ist eine Performance, die wenig Aufhebens macht und gerade deshalb funktioniert. Bale liefert als Miles die nervösere Performance, Damon ist die Erdung. Vier Oscar-Nominierungen, zwei Gewinne (Bester Schnitt, Bester Sound).

09

The Last Duel

Ridley Scotts zweiter Auftritt in dieser Liste: Matt Damon, Adam Driver und Jodie Comer in einem historischen Drama, das Wahrheit und Wahrnehmung gegeneinander ausspielt.

The Last Duel (2021) ist der ambitionierteste Damon-Film der 2020er und gleichzeitig der größte kommerzielle Flop seiner Karriere, was über das Hollywood-Publikum mehr aussagt als über den Film. Damon und Affleck schrieben das Drehbuch zusammen mit Nicole Holofcener, basierend auf Eric Jagers historischer Studie von 2004 über das letzte gerichtlich angeordnete Duell in Frankreich (1386). Damon spielt Jean de Carrouges, einen ritterlichen Außenseiter, dessen Frau Marguerite (Comer) von seinem ehemaligen Freund Jacques Le Gris (Driver) vergewaltigt wird. Drei Perspektiven, drei Versionen derselben Ereignisse, Damons Performance immer subtil unterschiedlich. Box-Office katastrophal mit 30 Millionen bei 100 Millionen Budget, kritisch hochgelobt.

10

Oppenheimer
Oppenheimer

Oppenheimer

2023

Drei Jahre vor Die Odyssee hatte Damon schon mal mit Nolan gearbeitet, in einer Rolle, die wenig Screentime und viel Statur erforderte.

Oppenheimer (2023) gibt ihm Lieutenant General Leslie Groves, den Militärchef des Manhattan Project, der Robert Oppenheimer (Cillian Murphy) durch die drei Jahre Wüstenforschung in Los Alamos begleitet und das wissenschaftliche Genie mit institutioneller Realität konfrontiert. Damon spielt Groves als pragmatischen Soldaten, der Oppenheimers Genialität anerkennt, ohne sie zu verstehen, und das ist Schauspielkunst, die nichts vom Film stiehlt, aber ohne die der Film nicht funktioniert. Oppenheimer gewann sieben Oscars, darunter Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Murphy). Damon ging wieder leer aus, wie schon so oft ...

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

22,39 €

Gesamtlaufzeit

23h 10min

Genres

Drama, Mystery & Thriller, Action & Abenteuer

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 3 von ihnen auf Paramount Plus anschauen. 16 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 3 Titel Paramount Plus
  2. 3 Titel Paramount+ Amazon Channel
  3. 3 Titel Amazon Prime Video
  4. 3 Titel Amazon Prime Video with Ads
  5. 3 Titel Disney Plus