Der versteckte Cameo in „Masters of the Universe“ ist wichtiger, als man denkt

Der versteckte Cameo in „Masters of the Universe“ ist wichtiger, als man denkt

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 05. Juni 2026

Aktualisiert am 05. Juni 2026

Zwischen zwei Sätzen in einem unscheinbaren Fitnessstudio passiert in Masters of the Universe (2026), der am 4. Juni in den Kinos startete, etwas, das man nicht unbedingt merkt. Dolph Lundgren, der vor 39 Jahren selbst als He-Man war, steht plötzlich vor seinem Nachfolger Prince Adam und verschwindet kurz darauf wieder. 

Das wirkt zunächst wie ein netter Gruß an alle, die den gleichnamigen Originalfilm noch im Kopf haben, doch tatsächlich leistet diese kurze Szene etwas, woran sich Reboots sonst die Zähne ausbeißen. Der Vorgänger lebt hier im neuen Helden weiter, ohne dass die Inszenierung ihn ausstellen müsste.

Der Vorgänger, an dem niemand vorbeikommt

Lundgren ist heute für die meisten ein Gesicht aus den Expendables-Filmen oder Ocean Master aus Aquaman (2018), und nur wenige erinnern sich daran, dass er 1987 schon einmal He-Man darstellte. Sein damaliger Held war wuchtig, ernsthaft und leicht aus der Zeit gefallen, was den 1987er Masters of the Universe (1987) zunächst zum kommerziellen Strauchler und später zum stillen Kultobjekt machte.

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Travis Knight, der das neue Projekt inszeniert, hat dagegen Nicholas Galitzine besetzt, einen schmaleren, beweglicheren Prince Adam. Lundgren ist in dieser Geschichte also nicht irgendein Gast, sondern der Vorgänger, an dem sich der Neue messen lassen muss, ob er will oder nicht.

Die Szene im Fitnessstudio

Adam ist auf der Erde gestrandet, ohne Schwert, ohne Plan und ohne Rückhalt aus Eternia. Er meldet sich in einem Fitnessstudio an, was schon für sich genommen eine leise Erniedrigung enthält: Der mächtigste Mann des Universums muss zur Hantel greifen wie jeder andere. Dort begegnet er Lundgren, der ihm sagt, er habe seinen Platz eingenommen. 

Innerhalb der Szene geht es um ein belegtes Gerät, außerhalb um eine Rolle, die ihren Träger gewechselt hat. Auf Adams Frage nach Rat für den Neuen antwortet Lundgren ohne Ironie. Er sagt sinngemäß, dass die Fassade nichts wert sei, und legt Adam nahe, sich auf sich selbst und die Menschen an seiner Seite zu verlassen. Bevor er geht, wünscht er ihm eine gute Reise, mit einer Geste, die für jeden Kenner des Originals von 1987 eindeutig ist.

Adams Rede und ihr zweiter Sinn

Erkennbar wird die Bedeutung erst im letzten Drittel des Films. Adam hält dort eine sehr klassische He-Man-Rede, die andere mitziehen soll, und wer im Studio aufmerksam zugehört hat, erkennt darin Lundgrens Worte wieder. Adam zitiert nicht wörtlich. Er trägt die Worte weiter, ohne in Eternia zu wissen, woher der Satz eigentlich stammt.

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Für das Kinopublikum, das Lundgren mit dieser Rolle verbindet, entsteht im selben Moment eine doppelte Bestätigung. Adam hat verstanden, was ihn zum Helden macht, und der Mann, der diese Rolle vor 39 Jahren ins Live-Action-Kino gebracht hat, reicht sie in derselben Szene an seinen Nachfolger weiter, ohne Triumphmusik, ohne erklärenden Schnitt, ohne direkten Verweis.

Andere Reboots, andere Wege

Im Vergleich wird sichtbar, wie ungewöhnlich der Weg des Regisseurs Travis Knight ist. Top Gun: Maverick (2022) hat Val Kilmers Rückkehr als Iceman 2022 zu einem sehr offen inszenierten Abschiedsmoment gemacht, mit Großaufnahmen, langer Pause und Tränen, was zwar stark war, aber eben auch ein Mahnmal. The Flash (2023) hat mehrere Versionen alter Superhelden gleichzeitig recycelt und ist daran erzählerisch fast erstickt. Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) hat Han Solo zurückgeholt, ihn aber als Reliquie geführt und sterben lassen, damit der Neue erwachsen werden kann. 

Knight wählt einen vierten Weg. Lundgren stirbt nicht, wird aber auch nicht groß erklärt. Er sagt zwei richtige Sätze, geht und lebt im neuen Helden weiter. Bei aller Wertschätzung bleibt sein Auftritt sehr kurz, und ein Teil der Tiefe, die der Szene zugeschrieben wird, lebt vom Wohlwollen derer, die die Verbindung überhaupt sehen wollen. Wer den Originalfilm nicht kennt, sieht in der Studioszene nur einen freundlichen Trainer. Und dennoch ist es eine der besten Ideen in einem sonst sehr lauten Film.

Nach 15 Jahren der Trennung führt das Schwert der Macht Prinz Adam zurück nach Eternia und entdeckt, dass seine Heimat unter der heimtückischen Herrschaft von Skeletor in Trümmern liegt. Um seine Familie und seine Welt zu retten, muss sich Adam mit seinen engsten Verbündeten zusammenschließen – Teela und Duncan alias Man-At-Arms – und sein wahres Schicksal als He-Man annehmen, den mächtigsten Mann des Universums.
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Das Schicksal des Universums scheint besiegelt. Skeletor, der Herrscher des Bösen, hat den Planeten Eternia erobert und die mächtige Zauberin von Greyskull in seine Gewalt gebracht. Um seine unumschränkte Herrschaft durchsetzen zu können, fehlt ihm nur eines: Der kosmische Schlüssel, der seinen Besitzer an jeden beliebigen Punkt der Galaxis transportieren kann. Doch noch besteht Hoffnung: He-Man, der stärkste Krieger von Eternia, und seine Freunde Teela und Gwildor, der findige Zwerg, haben Skeletor den Kampf angesagt. Auf der Erde schlagen sie die Schlacht, die über das Schicksal des Universums entscheidet.

Über diese Liste

Titel

2

Gesamtkosten fürs Ansehen

2,99 €

Gesamtlaufzeit

4h 7min

Genres

Action & Abenteuer, Fantasy, Science-Fiction

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