
Die 10 wichtigsten Marvel-Filme und -Serien der nächsten 2 Jahre im Überblick
Nach Jahren nahezu ungebremster Expansion scheint das Superhelden-Fließband bei Marvel Studios derzeit ein wenig langsamer zu laufen. Doch diese Phase der scheinbaren Ruhe soll vor allem eine Neujustierung sein, heißt es: Statt Masse soll Gewicht entstehen, statt Dauerpräsenz gezielte Wirkung.
Gleichzeitig steht die Maschinerie keineswegs still. Nach The Punisher: One Last Kill und den unten gelisteten Releases warten zahlreiche weitere Filme und Serien auf ihren Einsatz: darunter Armor Wars, Blade, ein Untitled Shang-Chi Sequel sowie ein Untitled X-Men Movie. Auch Serienfortsetzungen wie Wonder Man und weitere Projekte wie Nova sind bereits vorgesehen.
Diese Liste konzentriert sich jedoch auf jene Marvel-Projekte, deren Startfenster bereits feststeht – ein Überblick.
Peter Parker steht in diesem Jahr vor einem klaren Neustart. Nach den Ereignissen von Spider-Man: No Way Home (2021) lebt er getrennt von seinem früheren Umfeld. Spider-Man: Brand New Day setzt mehrere Jahre später an und zeigt eine Version der Figur, die sich stärker auf ihre Rolle als Spider-Man konzentriert.
Inhaltlich deutet sich also auch hier eine Verschiebung an: Die offizielle Synopsis spricht von wachsendem Druck, der sogar körperliche Veränderungen bei Peter auslöst. Parallel dazu etabliert der Film eine neue Bedrohungslage in New York. Auch das Ensemble wird erweitert – neben Tom Holland kehren Zendaya und Jacob Batalon zurück, während mit Sadie Sink eine neue Figur eingeführt wird. Zudem sind Mark Ruffalo als Hulk und Jon Bernthal als Punisher Teil des erweiterten Umfelds.
Die erste Staffel von X-Men '97 (2024) war für einige Fans eine Überraschung – weniger wegen ihres nostalgischen Looks als aufgrund ihrer vergleichsweise deutlichen thematischen Akzente. Die neue Staffel scheint diesen Weg fortzusetzen: Hinweise aus dem Produktionsteam deuten auf eine düsterere Tonlage hin, in der Verluste und moralische Grauzonen stärker in den Mittelpunkt rücken könnten.
Darin liegt auch das Kerninteresse, das der Serie im Kontext des MCU zugeschrieben wird: Die X-Men stehen traditionell für gesellschaftliche Konflikte und Fragen von Ausgrenzung – Themen, die hier stärker aufgegriffen werden. Gleichzeitig bleibt die Serie stilistisch ihrem 90er-Jahre-Ansatz treu. Die neue Staffel fungiert damit weniger als bloße Fortsetzung, sondern auch als Gradmesser dafür, wie weit Marvel inhaltlich gehen will.
Abseits der großen Kinoleinwand baut Marvel sein Spider-Man-Portfolio weiter aus – dieses Mal bewusst losgelöst vom MCU. Die animierte Serie zeigt eine alternative Version von Peter Parker, die stärker an klassische Comic-Wurzeln erinnert. Die zweite Staffel von Der freundliche Spider-Man aus der Nachbarschaft, die im Herbst 2026 erscheinen soll, vertieft diese eigenständige Interpretation.
Ohne direkte Verbindung zu den Filmen kann die Serie neue Figurenkonstellationen ausprobieren und bekannte Motive neu denken. Gleichzeitig bleibt der Ton zugänglicher als in den großen Blockbustern – eher episodisch, aber mit wachsender Charakterentwicklung. Marvel nutzt das Format hier als Experimentierfeld: Wie viel Variation verträgt eine ikonische Figur, ohne ihre Identität zu verlieren? Staffel 2 dürfte diese Frage weiter ausloten.
Vision ist eine der ungewöhnlicheren Figuren im MCU – vor allem durch die Fragen, die seine Existenz aufwirft. VisionQuest knüpft direkt an WandaVision (2021) an und folgt der „White Vision“-Version, die zwar über sämtliche Erinnerungen verfügt, aber keinen emotionalen Zugang zu ihnen hat.
Statt auf klassische Action setzt das Projekt offenbar stärker auf introspektive Momente und philosophische Motive – ein Ansatz, der bereits besagtes WandaVision von anderen Marvel-Formaten abhob. Gleichzeitig deutet sich erneut ein spielerischer Umgang mit Form und Genre an, bei dem einzelne Episoden unterschiedliche Tonlagen und Stilrichtungen aufgreifen könnten. Vor der Kamera kehrt Paul Bettany als Vision zurück, während James Spader erneut Ultron sprechen soll.
Marvel greift erneut auf eine altbekannte Struktur zurück: Zwei eng miteinander verzahnte Avengers-Filme sollen einen erzählerischen Höhepunkt liefern. Avengers: Doomsday übernimmt dabei die Funktion eines Aufbaukapitels, in dem Konflikte gebündelt und Figuren zusammengeführt werden – vergleichbar mit der Rolle, die Infinity War (2018) einst innerhalb der Saga einnahm.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Besetzung: Robert Downey Jr. kehrt ins MCU zurück, allerdings nicht als Tony Stark, sondern in der Rolle von Doctor Doom. Darüber hinaus wurde bereits bestätigt, dass Figuren aus unterschiedlichen Marvel-Bereichen auftreten sollen – darunter bekannte Avengers ebenso wie Charaktere aus dem X-Men-Umfeld.
Die Produktion setzt damit sichtbar auf Größe und Vernetzung. Fans sehen darin sowohl eine Chance für ein großangelegtes Crossover als auch eine Herausforderung, die Balance zwischen Spektakel und erzählerischer Klarheit zu halten.
Noch bevor die zweite Staffel vollständig ausgewertet ist, zeichnet sich schon die nächste Fortsetzung am Horizont ab – ein Hinweis darauf, dass Marvel die Figur langfristig im Serienbereich verankern will. Die dritte Staffel von Daredevil: Born Again (seit 2025) dürfte dabei nicht nur eine direkte Fortführung sein, sondern auch größere Handlungsbögen zusammenführen, die sich über mehrere Staffeln hinweg entwickelt haben.
Mit Charlie Cox bleibt die zentrale Besetzung erhalten, während voraussichtlich auch weitere Figuren aus dem Defenders-Umfeld wieder eingebunden werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie stark die Serie künftig mit anderen MCU-Projekten verknüpft wird. Bislang lag der Fokus eher auf einem kleineren, urbanen Setting – ob das so bleibt oder sich stärker in Richtung größerer Crossovers verschiebt, scheint aktuell offen.
Der dritte Teil der animierten Spider-Verse-Reihe steht vor der Aufgabe, eine bewusst offen gehaltene Geschichte zu einem Abschluss zu bringen. Nach den Ereignissen von Spider-Man: Across the Spider-Verse (2023) befindet sich Miles Morales in einer alternativen Realität, was den Ausgangspunkt für das Finale bildet.
Die Reihe ist vor allem für ihren visuellen Ansatz bekannt, bei dem unterschiedliche Dimensionen jeweils eigene Stilwelten erhalten. Auch im dritten Teil dürfte dieses Konzept weitergeführt werden, während gleichzeitig die erzählerischen Linien zusammenlaufen. Im Zentrum steht weiterhin die Frage nach Selbstbestimmung und Identität innerhalb eines vorgegebenen Systems. Damit bewegt sich der Film zwischen klassischem Superheldenfinale und stärker konzeptionell geprägter Erzählweise, die sich bewusst von anderen Marvel-Produktionen absetzt.
Mit Avengers: Secret Wars (2027) ist als Kulmination der Multiverse-Saga angelegt und soll die Vielzahl an Figuren, Zeitlinien und Parallelwelten zusammenführen, die sich in den vergangenen Jahren eher addiert als gebündelt haben. Inhaltlich orientiert sich das Projekt an gleichnamigen Comicvorlagen, in denen unterschiedliche Universen aufeinandertreffen und neu geordnet werden.
Wie auch bei Avengers: Doomsday (2026) übernehmen Joe Russo und Anthony Russo die Regie, was auf eine Rückkehr zu einer stärker kontrollierten Erzählstruktur hindeutet. Gleichzeitig steht der Film unter besonderer Beobachtung: Nach einer Phase, in der das MCU zunehmend fragmentiert wirkte, wird Secret Wars als Gelegenheit gesehen, Ordnung zu schaffen – sei es durch narrative Straffung oder eine bewusste Neuausrichtung einzelner Figuren.
Mit dem angekündigten Release-Termin für 2028 gehört Black Panther: Shadows of Wakanda zu den wenigen Projekten, die bereits klar in Marvels mittelfristige Planung eingeordnet sind. Nach Black Panther: Wakanda Forever (2022) wurde früh bestätigt, dass die Geschichte weitergeführt wird. Regisseur Ryan Coogler, der mit Blood & Sinners (2025) gerade Oscar-Erfolge feierte, bleibt an Bord, was auf eine stabile kreative Linie hindeutet.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Projekt durch die Beteiligung von Denzel Washington, auch wenn seine Rolle bislang nicht näher definiert ist. Inhaltlich hält sich Marvel noch zurück, doch es gilt als wahrscheinlich, dass die Ereignisse der kommenden Avengers-Filme in die Handlung hineinwirken werden. Gleichzeitig bleibt offen, welche Figur künftig im Zentrum steht und wie sich Wakanda nach den bisherigen politischen und technologischen Umbrüchen weiterentwickelt. Der dritte Teil der Reihe wirkt damit weniger wie eine isolierte Fortsetzung als wie ein Projekt, das den Blick bereits auf die nächste Phase des MCU nach der Multiverse-Saga richtet.























