Zum Comeback von „Malcolm mittendrin“: Die 10 besten Sitcoms aller Zeiten

Zum Comeback von „Malcolm mittendrin“: Die 10 besten Sitcoms aller Zeiten

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 03. April 2026

Aktualisiert am 06. April 2026

Seit Jahrzehnten prägen Sitcoms das Fernsehen -  und ausgerechnet eine chaotische Mittelstandsfamilie aus dem amerikanischen Nirgendwo bringt die Leute wieder zum Reden. Malcolm mittendrin kommt zurück, und das ist kein schlechter Zeitpunkt, um sich zu fragen, warum manche Sitcoms einfach nicht loszulassen sind. 

Während das Serienfernsehen seit Jahren in Prestige-Drama und Weltschmerz-Miniserien investiert, sitzt die Sitcom auf dem Sofa, isst Chips und wartet darauf, dass alle wieder zur Vernunft kommen. Denn kaum ein Format versteht es so gut, aus dem gewöhnlichen Wahnsinn des Alltags etwas Magisches zu machen: eine kaputte Familie, ein nerviger Arbeitsplatz, ein Wohnzimmer, in dem das Leben ständig aus den Fugen gerät. Diese zehn Serien haben das besser hinbekommen als alle anderen. Und eine davon ist gerade wieder auferstanden.

Hal fährt auf Rollschuhen durch das Wohnzimmer, Reese kocht Chemikalien zu etwas potenziell Gefährlichem zusammen, und irgendwo dazwischen steht Malcolm und schaut in die Kamera, als wäre er der einzige Mensch auf der Welt, der versteht, wie absurd das alles ist. Malcolm mittendrin hat dem Sitcom-Genre etwas geschenkt, das es bis dahin kaum kannte: einen Helden, der gleichzeitig zu klug und zu jung ist, um seiner eigenen Familie zu entkommen. Bryan Cranston spielt Hal als liebevollen Katastrophenmenschen, Jane Kaczmarek spielt Lois als die wohl anstrengendste und gleichzeitig verständlichste Mutter der Fernsehgeschichte. Keine andere Sitcom hat so konsequent daran gearbeitet, ihre Zuschauer in jedem einzelnen Moment zum Lachen zu bringen, und keine andere hat dabei so selten nachgelassen. Dass Malcolm jetzt zurückkommt, ist keine bloße Nostalgie, sondern eine längst fällige Anerkennung: Diese Familie hat gefehlt.

02

Seinfeld
Seinfeld

Seinfeld

1989

In einem Diner in New York sitzen vier Menschen und reden über nichts, und dabei entsteht das vielleicht einflussreichste Fernsehen, das die Neunziger hervorgebracht haben. Seinfeld hat das Sitcom-Format so gründlich neu erfunden, dass man heute kaum noch eine Comedyserie schreiben kann, ohne an ihr gemessen zu werden. Larry David und Jerry Seinfeld haben damals ein philosophisches Experiment gestartet: Was passiert, wenn Figuren ohne moralischen Kompass durch das Leben navigieren und dabei permanent scheitern? Das Ergebnis ist Fernsehen, das sich mit der Zeit nicht abgenutzt hat, sondern schärfer geworden ist. Jede Wiederholung zeigt neue Details, neue Grausamkeiten, neue Gründe zum Lachen.

03

Friends
Friends

Friends

1994

Keine Kellnerin und kein Schauspieler der Welt könnte sich diese New Yorker Wohnungen leisten, und irgendwie hat das nie jemanden wirklich gestört. Friends hat nicht damit gewonnen, dass es besonders realistisch war, sondern weil es ein Gefühl von Zusammengehörigkeit erzeugt, das schwer zu beschreiben, aber sofort zu spüren ist. Die Chemie zwischen den sechs Hauptdarstellern war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Castings, das in der Fernsehgeschichte seinesgleichen sucht. Dreißig Jahre später läuft die Serie noch immer auf Bildschirmen in aller Welt, und jede neue Generation findet darin dieselbe simple Wahrheit: Es geht ums Dabeisein. Und um den Couch-Platz in der Mitte.

Geek-Kultur war im amerikanischen Fernsehen lange eine Pointe, keine Perspektive, und dann kam Sheldon Cooper und hat das gründlich verändert. The Big Bang Theory hat aus dem Nerd-Klischee etwas gemacht, was vorher kaum jemand für möglich gehalten hätte: einen echten Sympathieträger. Jim Parsons spielt Sheldon als soziales Fossil mit fotografischem Gedächtnis und null Selbstreflexion, und das Publikum hat ihn dafür geliebt statt gehasst. Die Serie hat über zwölf Staffeln nie vergessen, dass Sitcoms von Figuren leben, nicht von Witzen. Was passiert, wenn hochintelligente Menschen mit völlig normalen Lebensproblemen konfrontiert werden, ist meistens komisch, manchmal rührend und selten so dünn wie Kritiker immer behauptet haben.

05

Golden Girls

Das amerikanische Fernsehen hat ältere Frauen jahrzehntelang als Randfiguren behandelt, und dann haben vier Schauspielerinnen in Miami einfach das Gegenteil bewiesen. Golden Girls war 1985 ein kleiner Skandal und ist heute ein Kultphänomen, weil die Serie schlicht recht hatte: Ältere Frauen sind komisch, komplex und interessant. Bea Arthur als sarkastische Dorothy, Betty White als unerschütterlich naive Rose, Rue McClanahan als unverbesserliche Blanche und Estelle Getty als schlagfertige Sophia haben gemeinsam etwas erschaffen, das weit größer ist als die Summe seiner Teile. Themen wie Einsamkeit, Altern und Sexualität wurden hier mit einer Leichtigkeit verhandelt, die man in der Branche noch heute vergeblich sucht. Der Cheesecake dazu war übrigens keine Dekoration, sondern Programm.

Neun Staffeln lang erzählt ein Vater seinen Kindern, wie er ihre Mutter kennengelernt hat, und dieses Konzept klingt nach Qual, funktioniert aber als eine der durchdachtesten Untersuchungen über Freundschaft und Erinnerung, die das Serienfernsehen je gewagt hat. How I Met Your Mother hat die nicht-lineare Erzählstruktur für die Sitcom entdeckt und dabei bewiesen, dass das Format mehr kann als Einzeiler und Lacher vom Band. Neil Patrick Harris spielt Barney Stinson als Figur, die auf dem Papier ein Monster ist und auf dem Bildschirm nie aufhört zu faszinieren. Dass das Finale bis heute für Debatten sorgt, spricht eher für die Serie als dagegen: Nur Geschichten, die wirklich etwas bedeuten, hinterlassen so einen Krater.

07

King of Queens

Ein Paketbote kommt nach Hause, und dann beginnt der eigentliche Kampf des Tages. King of Queens hat nie so getan, als wäre es etwas anderes als das, was es ist: eine klassische Ehe-Sitcom mit einer Beziehungsdynamik, die so präzise beobachtet ist, dass man sich manchmal ertappt fühlt. Kevin James spielt Doug als ewigen Optimisten mit überschaubaren Ambitionen, Leah Remini spielt Carrie als Frau, die genau weiß, was sie will, und es trotzdem nie bekommt. Das heimliche Herzstück der Serie ist aber Jerry Stiller als Arthur Spooner, der im Keller lebt. Er stiehlt in jeder Szene allen anderen die Show, indem er das Kunststück vollbringt, gleichzeitig saukomisch, unverschämt und bemitleidenswert zu sein. In Deutschland lief die Serie jahrelang im Dauerbetrieb, weil sie etwas Seltenes hatte: echte Wärme, die nie in Sentimentalität kippt.

Aus Philadelphia kommt ein Teenager nach Bel-Air, und von diesem Moment an ist eigentlich alles Improvisation. Der Prinz von Bel-Air hat aus einem simplen Klassenunterschied-Konzept eine der unterhaltsamsten und überraschend herzlichen Sitcoms der frühen Neunziger gemacht. Will Smith spielt sich selbst als Naturgewalt, einen Jugendlichen mit zu viel Energie und zu wenig Respekt vor sozialen Hierarchien, und das Aufeinandertreffen mit der Welt der Banks-Familie hat nie aufgehört, Funken zu schlagen. Die Serie hat sich nie gescheut, zwischen Slapstick und echten Emotionen zu wechseln, am eindrücklichsten in jener Szene mit dem abwesenden Vater, die vermutlich jeder einmal gesehen hat und trotzdem nicht vergessen kann.

Damenschuhe zu verkaufen ist Al Bundys Job, sein Schicksal und sein persönliches Kreuz, und aus dieser einen Tatsache hat Eine schrecklich nette Familie eine ganze Comedyphilosophie destilliert. Die Bundys sind das direkte Gegenteil der heilen Fernsehfamilie, die das amerikanische TV bis dahin dominiert hatte: Peg kocht nicht, Kelly denkt wenig, Bud erreicht meistens gar nichts, und Al sitzt auf der Couch mit der Miene eines Mannes, der alles verstanden hat und trotzdem verloren hat. Ed O'Neill spielt das mit einer trockenen Resignation, die gleichzeitig tragisch und umwerfend komisch ist. Die Serie hat das Sitcom-Genre von innen gesprengt und dabei eine Figur erschaffen, die trotz allem sympathisch bleibt, weil Al Bundy im Grunde einfach ehrlicher ist als alle anderen.

Mehr PS, mehr Leistung, mehr von allem: Das ist Tims Lösung für jedes Problem, und in acht Staffeln hat kein einziges seiner Projekte diesen Ansatz unbeschadet überlebt. Hör mal, wer da hämmert hat aus diesem simplen Prinzip eine erstaunlich warme Familienserie gemacht, die nebenbei mehr über Männlichkeit nachgedacht hat als die meisten Formate, die das explizit wollten. Tim Allen spielt Tim Taylor als liebenswürdigen Aufschneider, der es gut meint und fast immer das Gegenteil erreicht. Der geheimnisvolle Nachbar Wilson, dessen Gesicht nie ganz zu sehen ist, liefert dabei in jeder Folge mehr Lebensweisheit als alle anderen Figuren zusammen, und das durch einen Gartenzaun hindurch. Eine Serie, die immer dann am besten war, wenn sie so getan hat, als wäre sie nur eine Heimwerkershow.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

53,74 €

Gesamtlaufzeit

821h 34min

Genres

Komödien, Drama, Romantik

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  1. 4 Titel Disney Plus
  2. 3 Titel Joyn
  3. 2 Titel HBO Max
  4. 2 Titel HBO Max Amazon Channel
  5. 2 Titel RTL+