Doku nach Disney-Film: So fand Jon Favreau seinen echten König der Löwen

Doku nach Disney-Film: So fand Jon Favreau seinen echten König der Löwen

Veröffentlicht am26. August 2026

Aktualisiert am26. August 2026

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Bei Disneys Der König der Löwen konnte Jon Favreau jede Einstellung planen – bei seinem echten „Lion King“ musste er vier Jahre lang auf die richtige Geschichte warten. Für Lion: Die Löwen-Saga (2026) beobachtete das Team bei 52 Drehs rund 50 Löwen, ohne zu wissen, welches Tier am Ende zum Mittelpunkt der vierteiligen National-Geographic-Doku werden würde. Die Wahl fiel auf Kio, den die Serie vom winzigen Löwenjungen bis zum erwachsenen Männchen begleitet. In Deutschland ist Lion: Die Löwen-Saga seit dem 20. August bei Disney+ zu sehen.

Anders als bei seiner fotorealistischen Neuverfilmung Der König der Löwen (2019) konnte Favreau diesmal weder casten noch eine Szene wiederholen. Sein Team musste darauf vertrauen, dass sich zwischen Schlafen, Jagen, Verschwinden und Wiederauftauchen ganz von selbst eine Geschichte entwickelte.

Jon Favreau begann den Dreh ohne einen Hauptdarsteller

Die Idee kam vom erfahrenen Naturfilmproduzenten Mike Gunton, mit dem Favreau bereits an Ein Planet vor unserer Zeit (2022) gearbeitet hatte. Favreau selbst hatte zuvor noch nie eine Dokumentation gedreht. Für Der König der Löwen hatte sein Team echte Tiere bis in die kleinsten Bewegungen hinein studiert, um sie anschließend am Computer nachzubauen. Nun ging es in die andere Richtung: keine CGI-Löwen, keine vorher festgelegte Handlung und vor allem keine Möglichkeit, den Hauptdarsteller noch einmal von links durchs Bild laufen zu lassen.

Die Crew begann deshalb nicht mit einem einzelnen Tier, sondern mit zwei Rudeln in Kenias Maasai Mara. Junge Männchen, Löwinnen, mächtige erwachsene Tiere und Jungtiere kamen als mögliche Stars infrage. Wie ernst es das Team mit dieser offenen Suche meinte, zeigen die Zahlen: Über vier Jahre kamen bei 52 Drehs fast 1.400 Drehtage zusammen. Noch nie hatte ein Naturfilmteam so viel Zeit im Feld mit einem einzigen Löwenrudel verbracht.

Die Schnurrhaare verrieten, welcher Löwe vor der Kamera stand

Bei so vielen Löwen entstand allerdings ein Problem, das im fertigen Film erstaunlich unspektakulär aussieht: Die Crew musste erst einmal wissen, wen sie da eigentlich filmte. Also wurden Stammbäume gezeichnet und Identifikationskarten angelegt. Besonders nützlich waren die individuellen Punktmuster an den Schnurrhaaransätzen.

Lion Doku

Lokale Guides halfen zusätzlich dabei, einzelne Tiere wiederzufinden, wenn sie im dichten Busch oder kilometerweiten hohen Gras verschwunden waren. Irgendwann konnte das Team bis zu 50 Löwen nicht nur unterscheiden, sondern auch ihren Familien zuordnen. Bei einem frühen Dreh folgte Kamerafrau Sophie Darlington einer Löwin und entdeckte bei ihr ein kleines Jungtier. Es bekam den Namen Kio – mehr war zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden. Der Kleine war nur einer von vielen möglichen Wegen, die diese Dokumentation nehmen konnte.

Lange war völlig offen, ob Kio überhaupt erwachsen wird

Kios Chancen standen nicht besonders gut. Er war außerhalb des üblichen Geburtszyklus zur Welt gekommen, kleiner als andere Jungtiere und damit von Beginn an besonders verletzlich. Ohnehin erreicht etwa die Hälfte aller Löwenjungen das Erwachsenenalter nicht.

Während der Regenzeit wurden Teile der Maasai Mara für die Crew außerdem unpassierbar. Kio und seine Brüder konnten wochenlang von der Bildfläche verschwinden. Wenn Favreau sich beim Team vor Ort meldete, stand deshalb immer wieder dieselbe Frage im Raum: Lebt Kio noch?

Doch Kio tauchte immer wieder auf. Er wuchs, verlor vertraute Tiere, wurde mit seinen Brüdern vom Rudel getrennt und bekam es mit Rivalen zu tun. Mit jedem Wiedersehen wurde deutlicher, dass die Crew hier nicht nur Material über ein Löwenrudel sammelte, sondern dass Kios Leben tatsächlich eine Geschichte mit Entwicklung lieferte.

Lion Doku

Dass diese später verblüffend an Der König der Löwen erinnerte, war laut Favreau nicht geplant. Kio lieferte die Parallelen selbst: ein kleiner Löwe mit schlechten Startchancen, Verluste, Trennung und schließlich der Weg zum erwachsenen Anführer.

Für Kios Geschichte ging die Kamera auf Augenhöhe

Kio sollte auf dem Bildschirm nicht wie ein Löwe wirken, den jemand bequem aus einem Safarifahrzeug beobachtet. Das Team setzte deshalb stabilisierte Kameras ein, die bis auf Augenhöhe der Tiere heruntergefahren werden konnten. Als Kio größer wurde, wanderte auch die Kamera weiter nach oben. Leise Drohnen lieferten Bilder aus der Luft, während lichtempfindliche Technik Aufnahmen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ermöglichte, wenn Löwen besonders aktiv sind.

Lion Doku

Was die Crew in einem entscheidenden Moment verpasste, war trotzdem verloren. Nach ungefähr 1.000 Stunden Material begann deshalb eine zweite Art der Arbeit: Im Schnitt mussten Favreau, Gunton und ihr Team aus einem völlig ungeplanten Leben eine knapp vierstündige Serie bauen. Musik und Montage durften die Spannung formen, das Bildmaterial selbst blieb jedoch unangetastet. Es wurde nichts digital ergänzt, entfernt oder nachträglich verschönert. Selbst die Fliegen in den Gesichtern der Löwen durften bleiben.

Die Produktion hatte mit rund 50 möglichen Stars begonnen. Über die Jahre wurde jedoch immer deutlicher, wem die Serie folgen würde: Kio war weder gecastet worden noch hatte er sich an irgendeinen Plan gehalten. Irgendwann musste die Crew nur noch erkennen, dass sie ihren Hauptdarsteller längst gefunden hatte.

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Lion: Die Löwen-Saga
Jon Favreau, Regisseur von „Der König der Löwen“, und Produzent Mike Gunton (BBC Studios) präsentieren die wahre Geschichte des Löwenjungen Kio und seiner epischen Reise zum König. Vier Jahre lang begleiten die Kameras diese mitreißende Saga über Familie, Hoffnung und Mut. Kio wächst vom schutzlosen Jungtier zum mächtigen Anführer heran und muss sich Verlust, Verbannung und Rivalen im Kampf ums Überleben stellen. Die Serie verbindet filmisches Erzählen mit bahnbrechenden Naturaufnahmen und zeigt die komplette Geschichte des Erwachsenwerdens eines Löwen – und die bemerkenswerte Entstehung eines Königs.

Der König der Löwen, Mufasa, ist überglücklich, als die Löwin Sarabi einen Sohn zur Welt bringt: Simba. Seinem Onkel Scar ist der junge Thronfolger allerdings ein Dorn im Auge. Der kleine Löwe soll einst die Herrschaft über alle Tiere der Savanne innehaben und kann es, während er mit seiner Freundin Nala so einige Dummheiten anstellt, kaum erwarten, bis es so weit ist. Doch durch Scars Intrigen verstirbt Mufasa und der junge Simba gibt sich die Schuld am Tod seines Vaters. Er ergreift die Flucht und landet im Dschungel, wo er vom Erdmännchen Timon und vom Warzenschwein Pumbaa aufgenommen wird. Sorgenfrei reift Simba zum erwachsenen Löwen, der gar nicht daran denkt, nach Hause zurückzukehren. Doch das Schicksal hat andere Pläne.
Unter der Obhut seines Vaters Mufasa wächst der Löwenjunge Simba unbeschwert heran und soll eines Tages dessen Platz als König einnehmen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, der Simbas ganzen Mut erfordert. Stets begleitet von seinen witzigen Freunden Timon und Pumbaa und deren urgemütlicher Lebensphilosophie „Hakuna Matata“, muss Simba sich seiner größten Herausforderung stellen: dem Kampf mit dem hinterhältigen Scar um die Herrschaft über das „geweihte Land“ …
Simba und Nala haben eine kleine Tochter bekommen, die auf den Namen Kiara hört. Als sie eines Tages ihren „Babysittern“ Timon und Pumbaa entwischt, weil sie – wie einst der Vater – das Land auf eigene Faust erforschen will, lernt sie hinter den Grenzen von Simbas Reich den Löwenjungen Kovu kennen. Die beiden freunden sich an, doch Kiara ahnt nicht, dass Kovo ein Sprössling Scars ist, und dass er, sobald er erwachsen ist, ihren Vater Simba stürzen soll.
Timon und Pumbaa sehen sich den Beginn ihrer Freundschaft als Film an und lassen ihre Vergangenheit Revue passieren: Wie Timon als Loser der Meerkatzengemeinschaft nach diversen von ihm verursachten Katastrophen in die weite Welt auszieht, wie er buchstäblich mit dem einsamen Warzenschwein Pumbaa zusammenstößt und die beiden vor Schreck erst mal losbrüllen und wie sie den König der Löwen kennen lernen. Besonders spannende und amüsante Episoden werden von den beiden nach Herzenslust kommentiert.
Der verwaiste Mufasa ist verloren und allein, bis er auf Taka, den Erben einer königlichen Blutlinie, trifft. Dies ist der Beginn einer sagenhaften Reise, welche die Verbundenheit der beiden auf die Probe stellt, als sie sich einem tödlichen Feind gegenübersehen.

Über diese Liste

Titel

6

Gesamtkosten fürs Ansehen

5,99 €

Gesamtlaufzeit

10h 38min

Genres

Animation, Kinder & Familie, Action & Abenteuer

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  1. 6 TitelDisney Plus
  2. 1 TitelMagenta TV+