
Woher kennt man Lily Sullivan? Die wichtigsten Rollen der „Soulm8te“-Hauptdarstellerin
Spätestens seit dem Trailer zu Soulm8te (2026) dürfte Lily Sullivan vielen Horrorfans bekannt vorkommen. Kein Wunder: Die Australierin war in den vergangenen Jahren in einigen der besten Genrefilme zu sehen und hat sich Schritt für Schritt den Status einer modernen Scream-Queen erarbeitet, erst in ihrer Heimat, dann zunehmend in Hollywood. In Soulm8te, dem Spin-off zu M3GAN (2022), spielt sie eine künstlich intelligente Androidin, die ein trauernder Ingenieur zur perfekten Partnerin umprogrammieren will – mit fatalen Folgen. Regie führt die Irin Kate Dolan, der Film erscheint am 1. August 2026 direkt digital. Höchste Zeit also, sich anzusehen, was Sullivan vorher gemacht hat.
Aliens und Verschwörungen
Das beste Argument für Sullivans Talent ist ein Film, in dem sonst niemand zu sehen ist. In Monolith – Die Alien-Verschwörung (2022) spielt sie eine in Ungnade gefallene Journalistin, die sich nach einer erfundenen Story ins Haus ihrer Eltern zurückzieht und dort einen Podcast über ungelöste Rätsel startet. Als sich Menschen aus aller Welt melden, die von mysteriösen schwarzen Ziegelsteinen berichten, gerät sie in eine Verschwörung, die sie selbst zu verschlingen droht. Regisseur Matt Vesely dreht den gesamten Film an einem einzigen Ort, mit einer einzigen Darstellerin vor der Kamera.

Sullivan trägt jede Szene allein, und sie tut es mit einer Zurückhaltung, die die wachsende Paranoia umso glaubwürdiger macht. Beim SXSW-Festival 2023 wurde der Film gefeiert. In Deutschland läuft er derzeit nicht im Gratis-Abo, lässt sich aber leihen, kaufen oder im Galactic-Stream-Kanal bei Amazon streamen.
Der internationale Durchbruch
Der internationale Durchbruch kam mit Evil Dead Rise (2023), Lee Cronins Neuinterpretation des Kultstoffs von Sam Raimi. Sullivan spielt Beth, eine schwangere Frau, die ihre Schwester Ellie in deren heruntergekommener Wohnung in Los Angeles besucht – und dort mit den Kindern eingeschlossen wird, während die Schwester von einem Deadite-Dämon besessen wird.

Was folgt, ist einer der körperlichsten Horrorfilme der jüngeren Zeit, ein Blutbad im Hochhaus, das die Reihe endlich wieder auf Höhe ihres Rufs bringt. Sullivan liefert dabei genau die Mischung aus Erschöpfung, Wut und Beharrlichkeit, die eine gute Final-Girl-Figur ausmacht. Mit weltweit über 146 Millionen Dollar bei einem Budget von 17 Millionen wurde der Film zum Erfolg und Sullivan zur festen Größe im Genre.
Durchbruch auch im TV
Ihren Fernsehdurchbruch hatte Sullivan schon fünf Jahre zuvor in Picnic at Hanging Rock (2018), der sechsteiligen Neuverfilmung des australischen Klassikers. Die Geschichte um drei Schülerinnen und ihre Gouvernante, die am Valentinstag 1900 bei einem Ausflug spurlos verschwinden, gehört in Australien zum kulturellen Kanon – Peter Weirs Kinofassung von 1975 gilt als Meisterwerk. Entsprechend skeptisch wurde die Serie erwartet, doch sie behauptet sich.
Sullivan spielt Miranda, eine der verschwundenen Schülerinnen, an der Seite von Natalie Dormer als strenger Internatsleiterin und ihrer Landsfrau Samara Weaving. Die Serie zeigt früh, was Sullivan besonders gut kann: eine Figur zwischen Unschuld und Unheimlichkeit changieren zu lassen, ohne je zu viel zu erklären. In Deutschland ist die Miniserie derzeit bei keinem Streaming-Dienst im Abo zu finden, lässt sich über JustWatch aber auf DVD ausleihen. Wer Sullivans Weg von Anfang an verfolgen will, findet hier ihren ersten großen internationalen Auftritt.
Seit dem Erfolg von Monolith hat Sullivan nur einen einzigen Film in ihrer Heimatregion gedreht, und der fällt entsprechend eigenwillig aus: Forgive Us All – Die Apokalypse (2025) ist ein Horror-Western aus Neuseeland, Regiedebüt von Jordana Stott. In einer postapokalyptischen Welt hat ein Virus Menschen in gewalttätige Kannibalen verwandelt. Sullivan spielt Rory, eine trauernde Mutter, die sich in eine abgelegene Berghütte zurückgezogen hat, nachdem sie ihre eigene infizierte Tochter töten musste. Als ein Fremder mit einer Geschichte von Hoffnung auftaucht, muss sie sich entscheiden. Der Film ist rau an den Rändern und teilt die Kritik, doch die neuseeländische Wildnis gibt ihm eine Bildgewalt, die man so selten sieht – und Sullivan trägt ihn mit derselben Verbissenheit, die sie schon in Evil Dead Rise auszeichnete.














































