„LEGO Batman: Legacy of the Dark Knight“: Jeder DC-Film, vor dem sich das Spiel verbeugt

„LEGO Batman: Legacy of the Dark Knight“: Jeder DC-Film, vor dem sich das Spiel verbeugt

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 03. Juni 2026

Aktualisiert am 03. Juni 2026

Es gibt Spiele, die wollen eine Geschichte erzählen, und es gibt Spiele, die wollen eine Liebeserklärung sein. Das neue LEGO-Abenteuer „LEGO Batman: Legacy of the Dark Knight“ um den dunklen Ritter aus Gotham gehört eindeutig in die zweite Kategorie. 

Wer es startet, betritt keine bloße Klötzchenwelt, sondern ein riesiges Museum voller Anspielungen, Gags und kleiner Verbeugungen vor fast 60 Jahren Batman-Kinogeschichte. Manche Referenzen sitzen so offen im Bild, dass selbst Gelegenheitsfans sie sofort erkennen. Andere tauchen in Schaufenstern, auf Highscore-Tafeln oder im Hintergrund einer Telefonzelle auf.

Was sie alle verbindet, ist die spürbare Liebe zum Material. Das Spiel flüchtet sich nicht hinter Ironie, sondern feiert ehrlich, was dieser Bruce Wayne über die Jahrzehnte alles war – und sein durfte. Diese zehn Kinofilme bekommen dabei den größten Raum.

„Schnell Robin, das Anti-Hai­fisch-Bat-Spray!“ rief Adam West vor knapp 60 Jahren in einer Szene, die als liebevoller Witz unter Batman-Kennern fortlebt. Der Held hängt an einer Strickleiter, an seinem Bein klemmt ein Plastikhai, und er hantiert seelenruhig mit einer Spraydose dagegen. Diesen Geist holt das Spiel zurück, ohne ihn eine Sekunde lächerlich zu machen.

Batman hält die Welt in Atem lebt als freischaltbares West-Kostüm fort, in echten „POW“- und „BIFF“-Lettern, die im Kampf aufploppen, und in zahllosen kleinen Verbeugungen vor jener Ära, in der diese Welt vor allem eines war: liebenswert verrückt. Wer hier nüchterne Distanz erwartet, geht falsch hin. Es geht um echte Zuneigung, und genau darum bleibt der Film im Spiel so präsent.

Wenig bekannt unter Gelegenheitsfans, gilt der animierte 1993er-Trickfilm bei Kennern als einer der besten Batman-Filme überhaupt. Bruce Wayne wird darin mit einer Vergangenheit konfrontiert, die er längst hinter sich glaubte, während eine maskierte Killerin namens Phantasm Gotham aufmischt.

Batman und das Phantom startete einst leise im Kino und gewann erst auf VHS sein treues Publikum. Im Spiel taucht die Phantasm wieder auf, dieses Mal als wiederkehrende Anspielung in Postern und Hintergrundgags. Besonders charmant ist ein erfundenes Musical namens „The Phantasm of the Opera“, das in Gotham anscheinend aufgeführt wird. Dazu kommt eine ganze Hommagensektion an die zugehörige Zeichentrickserie, inklusive eines Tributs an Kevin Conroy, den verstorbenen Synchronsprecher, den viele Fans bis heute als die definitive Stimme dieser Welt betrachten.

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Batman
Batman

Batman

1992

Eine ganze Spielsequenz führt direkt zu Ace Chemicals, jener Chemiefabrik, in der der Joker laut Tim Burtons Kinofassung von 1989 in ein Säurebad fiel und als bleichweißer Wahnsinniger wieder auftauchte. Genau diese Origin-Story spielt das Game nach, inklusive der Mime-Goons, die im Batman-Original mit dem Joker zusammen das Rathaus stürmten. 

An anderer Stelle gibt es eine fast szenengetreue Nachstellung der berüchtigten Museumsplünderung, in der Jack Nicholsons Joker zu Princes „Partyman“ alles mit Farbe besprüht. Selbst Danny Elfmans wuchtiges Score-Thema aus dem Film begleitet den Spieler durch große Teile von Gotham, manchmal sogar als Fahrstuhlmusik in Shrecks Kaufhaus versteckt. Wer Burtons gotisch-verspielte Vision liebt, findet hier mehr Liebe zum Detail als in mancher offiziellen Hommage.

Kaum jemand aus dem Burton-Universum ist so unverwechselbar wie Danny DeVitos schnabeltragender, fischspuckender Pinguin aus dem Jahr 1992, und das Spiel weiß das offenbar genau. Das Modell im Game ist optisch eine fast 1:1-Übernahme der Kinoversion, hin zu Gestik und Glupschaugen. 

Im Bossfight ruft er sogar „So anyway, I started blastin'“, ein Zitat aus DeVitos späterer Sitcom-Rolle in It’s Always Sunny in Philadelphia

Batmans Rückkehr taucht außerdem in einem Geschäft namens Shreck Department Store auf, benannt nach Christopher Walkens schmierigem Bösewicht aus dem Film. Catwoman peitscht im Spiel Schaufensterpuppen in Stücke, eine direkte Verbeugung vor Michelle Pfeiffers berühmter Szene. Selten wurde ein einzelner Kinofilm in einem Game so respektvoll auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt.

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Batman Forever

Manche Anspielungen sind so klein, dass sie erst beim zweiten Hingucken zünden. Im Spiel gibt es einen rosengeschmückten Gegenstand, der Batman einen „Seal of Approval“ verleiht, ein doppelbödiger Witz über Seals Welthit „Kiss from a Rose“, der 1995 zum musikalischen Markenzeichen von Batman Forever wurde. 

Joel Schumachers neonbunte Schwergewichtsproduktion brachte damals nicht nur Val Kilmer als neuen Bruce Wayne, sondern auch jenen umstrittenen, eher comichaft glänzenden Look des Helden. Im Spiel ist Kilmers berühmter „Sonar-Suit“ freischaltbar, also das seltsam gerippte Kostüm aus dem Filmfinale. Auch Robin trägt standardmäßig die grell rot-grüne Forever-Variante als Default-Outfit. Ohne Spott und ohne ironische Distanz feiert das Spiel auch diese längst belächelte Ära, was als kleine Wiedergutmachung gewertet werden darf.

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Batman & Robin

Schumachers 1997er Nachfolger gilt bis heute als einer der grellsten Ausrutscher der Comic-Verfilmungs-Geschichte. Eis-Wortspiele rieselten im Sekundentakt, Nippel zierten plötzlich das Bat-Kostüm, und George Clooney lächelte unbeweglich durch die ganze Produktion. Batman & Robin wurde damals zur Lachnummer und steckt trotzdem mit voller Selbstverständlichkeit im Spiel drin. Clooneys Suit lässt sich freischalten, ebenso wie Schurken aus dem Film.

Besonders pointiert ist ein Detail in einer Arcade-Halle: Auf dem Highscore-Brett tauchen die Initialen aller bisherigen Kino-Batmans auf, von Bale über Pattinson bis Kilmer und Affleck. Clooneys „CLO“ hat es jedoch nicht in die Tabelle geschafft, ein liebevoller Seitenhieb, der den schwarzen Schaf-Status mit einem Augenzwinkern anerkennt. So fies der Gag ist, das Spiel würdigt den Film trotzdem als Teil der Familie.

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Batman Begins

Mit Christian Bale in der Hauptrolle holte Christopher Nolan ab 2005 jene düstere Realität ins Kino, die Batman in den besten Comics seit jeher auszeichnet. Batman Begins, The Dark Knight und The Dark Knight Rises haben den Helden zwischen 2005 und 2012 für eine ganze Generation neu definiert. Das Spiel zollt der Trilogie mehrfach Tribut. 

Schon die Eröffnungssequenz, in der ein Schiffscontainer auftaucht, zitiert direkt Bruce Waynes ersten Auftritt aus dem ersten Teil. In der Bathöhle hängt Michael Caines berühmter Twitter-Tippfehler verewigt an einer Wand. Heath Ledgers Joker bekommt ein „Why So Serious?“-Poster im Hintergrund. Und Ra’s al Ghul sagt in einer Cutscene: „Was ich habe, sind ganz besondere Fähigkeiten“, ein Wink an Liam Neesons späteren Welterfolg 96 Hours. Selten arbeitet ein Spiel so respektvoll mit einer Filmtrilogie.

Polarisierender als kaum eine andere Version trat Ben Affleck 2016 als gepanzerter, älterer Bruce Wayne ins DC-Universum. Batman v Superman: Dawn of Justice ließ ihn ausgerechnet gegen Henry Cavills Superman antreten, was vielen Fans damals zu viel war. Das Spiel pflegt trotzdem auch zu dieser Variante eine respektvolle Beziehung. Mehrere Affleck-Suits sind freischaltbar, darunter der schwere Battle-Suit aus dem berühmten Warenhauskampf gegen Superman. Auch das wuchtige BvS-Batmobil gehört zum Fuhrpark und lässt sich durch Gotham steuern. Auf jener Arcade-Highscore-Tafel taucht ein „AFL“ mit nur 500 Punkten auf, ein liebevoller Witz, weil Affleck unter Fans als der unbeliebteste Kino-Batman gilt. So spöttisch das ist, der Film bekommt seine sichtbare Würdigung im Game.

Es ist schon kurios, wenn ein LEGO-Spiel auf einen LEGO-Kinofilm verweist, der wiederum auf alles verweist, was es an Batman gibt. Genau diesen Spaß gönnt sich das Spiel beim Tribut an The LEGO Batman Movie aus dem Jahr 2017, jenen Animationskracher mit Will Arnett in der Hauptrolle, der Batman erstmals als wahrnehmungsgestörten Egomanen mit Mutterkomplex und Heavy-Metal-Faible auf die Leinwand brachte. 

Robin kann im Game den Suit aus dem Film freischalten, samt der berühmten roten Spandex-Beine. An mehreren Stellen finden sich subtile Bezüge auf das größere LEGO-Movie-Universum mit seinen meta-ironischen Brechungen. Es ist ein eleganter Trick, weil das Spiel hier nicht nur eine Filminkarnation, sondern auch seine eigene Marke ehrt, ohne dabei prahlerisch oder selbstverliebt zu werden.

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Der Batman
Der Batman

Der Batman

2022

Im Laden von Bat-Mite steht eine Telefonzelle mit dem Preisschild 2002 Studs. Das ist erstens eine Verbeugung vor „Phone Booth“ von 2002 mit Colin Farrell und zweitens ein doppelter Witz, weil derselbe Farrell Jahre später in Der Batman von Matt Reeves den Pinguin spielte. Reeves’ Detektiv-Noir aus dem Jahr 2022 brachte Robert Pattinson als jungen, von Trauer und Wut zerfressenen Bruce Wayne ins Kino und definierte den Helden erneut, dieses Mal mit grellem Eyeliner und Nirvana-Soundtrack. 

Das Spiel ehrt diese Version unter anderem mit Reeves’ düsterem Hauptthema, das an einer Stelle erklingt. Auch Commissioner Gordon ist optisch eindeutig Jeffrey Wright nachempfunden, der die Rolle im Film spielte. Damit reicht das Spiel respektvoll bis zur jüngsten Inkarnation des Helden.

Über diese Liste

Titel

11

Gesamtkosten fürs Ansehen

12,97 €

Gesamtlaufzeit

51h 58min

Genres

Action & Abenteuer, Krimi, Science-Fiction

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Auf dieser Liste befinden sich 11 Titel und du kannst 9 von ihnen auf HBO Max anschauen. 7 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 9 Titel HBO Max
  2. 9 Titel HBO Max Amazon Channel
  3. 4 Titel Netflix
  4. 4 Titel Netflix Standard with Ads
  5. 2 Titel RTL+