
Was hat es mit John Stewarts Vogel in „Lanterns“ Folge 2 auf sich? 4 mögliche Erklärungen
John Stewart soll fliegen. Stattdessen flattert plötzlich ein kleiner grüner Vogel um ihn herum. Was in Lanterns (2026) zunächst fast wie eine Pointe auf Kosten des Green-Lantern-Neulings aussieht, entwickelt sich in Folge 2 zu einem der größten Rätsel der Serie. Denn John (Aaron Pierre) erschafft nicht einfach irgendein Konstrukt mit dem Ring. Der Vogel bleibt bestehen, nachdem er den Ring längst abgelegt hat, bewegt sich selbstständig und begleitet ihn sogar quer durchs Land. Hal Jordan (Kyle Chandler), der sonst kaum eine Gelegenheit auslässt, seinen Schüler kleinzuhalten, ist davon sichtbar beeindruckt, denn ein solcher Umgang mit grüner Energie gilt selbst für erfahrene Lanterns als extrem fortgeschritten. Dass ausgerechnet Sinestro (Ulrich Thomsen) am Ende der Folge nach John fragt, macht die Sache noch verdächtiger. Hal besucht seinen ehemaligen Mentor im Gefängnis, weil er Informationen über den möglicherweise in Rushville versteckten Manhunter braucht. Sinestro hält diesen jedoch nur für die zweitgrößte Bedrohung, mit der Hal es derzeit zu tun hat. Die größere scheint John zu sein. Damit gibt Lanterns dem unscheinbaren Vogel plötzlich kosmisches Gewicht. Aber was steckt dahinter?
Der Vogel ist schon ohne große Comic-Erklärung erstaunlich
Die einfachste Möglichkeit wäre gleichzeitig eine ziemlich gewaltige Aussage über John: Er ist schlicht außergewöhnlich gut darin, die Kraft des Rings zu benutzen. Green Lanterns verwandeln ihren Willen über den Ring in feste grüne Energiekonstrukte. Johns Comicversion ist dafür sogar berühmt. Weil er Architekt ist, baut er seine Konstruktionen gedanklich bis ins kleinste Detail auf, statt nur eine äußere Form zu erschaffen.
DC beschreibt seine Kreationen ausdrücklich als besonders komplex und vollständig. Die Serie geht allerdings noch einen Schritt weiter. John erschafft etwas, das beinahe wie ein kleines Lebewesen reagiert, und hält es ohne direkten Kontakt zum Ring aufrecht. Für jemanden, der kurz zuvor nicht einmal wusste, wie er fliegen soll, ist das ein enormer Sprung. Vielleicht zeigt Lanterns also einfach sehr früh, dass John ein Talent besitzt, das selbst Hal unterschätzt.
Ion würde Johns Ringproblem elegant erklären
Eine deutlich kosmischere Antwort heißt Ion. In den Comics ist Ion die Verkörperung der Willenskraft selbst und mit jener grünen Energie verbunden, die das Green Lantern Corps nutzt. Das Wesen hat sich unter anderem mit Kyle Rayner und Sodam Yat verbunden und seine jeweiligen Wirte dadurch weit über die Fähigkeiten eines gewöhnlichen Lanterns hinaus verstärkt.
Kyle konnte die grüne Energie zeitweise sogar ohne Power Ring oder Power Battery einsetzen. John war in den Comics bislang kein Wirt von Ion. Für die Serie wäre eine Änderung dieser Geschichte jedoch durchaus denkbar. Vor allem würde sie erklären, warum seine Verbindung zur grünen Energie offenbar nicht dort endet, wo der Ring endet. Dass Sinestro über John offenbar etwas weiß, bevor Hal selbst versteht, womit er es zu tun hat, passt ebenfalls dazu: In der Comic-Lore kennt Sinestro Ion und dessen enorme Bedeutung sehr gut.
Die Godstorm-Theorie hat den direktesten Comic-Vorläufer
Noch spannender ist allerdings die Godstorm. John erhielt in den Comics tatsächlich eine gewaltige zusätzliche Macht, als er nach einer kosmischen Transformation Energie aus fundamentalen Kräften anzapfen und schließlich die Godstorm absorbieren konnte. Damit wurde er zum sogenannten Emerald Knight und konnte andere Green Lanterns sogar mit Energie versorgen. Vor allem gibt es hier eine verblüffende Parallele zum Vogel. Später erschafft John aus seiner Willenskraft Ellie, eine lebende, genauer gesagt vollständig selbstständig handelnde Energiekonstruktion nach dem Vorbild seiner verstorbenen Schwester. Sie besitzt ein eigenes Bewusstsein und kann unabhängig von John agieren. Das kommt dem kleinen Vogel aus Lanterns deutlich näher als eine gewöhnliche Ringkonstruktion. Wenn die Serie Elemente verschiedener Comicgeschichten zusammenzieht, könnte der Vogel der erste Hinweis darauf sein, dass John schon jetzt auf jene Macht zugreift, die ihn später weit über einen normalen Green Lantern hinaushebt.
Bei Parallax wird Sinestros letzter Satz plötzlich bedrohlich
Und dann wäre da noch die unangenehmste Option. Parallax ist die kosmische Verkörperung der Angst und damit gewissermaßen das gelbe Gegenstück zu Ion. Das Wesen kann Menschen übernehmen und ihnen gewaltige Kräfte verleihen. Besonders berüchtigt ist seine Verbindung zu Hal Jordan; später wurde auch Kyle Rayner von Parallax besessen. Die gelbe Energie der Angst bildet außerdem die Grundlage von Sinestros eigenem Corps.
Gerüchte über Parallax kursierten bereits im Zusammenhang mit Lanterns, wobei Hal als naheliegender Kandidat galt. Folge 2 eröffnet nun eine andere Möglichkeit. Vielleicht interessiert sich Sinestro nicht für John, weil dessen Willenskraft außergewöhnlich stark ist, sondern weil er etwas in ihm erkennt, das Hal noch nicht sehen kann. Dass John den Vogel ausgerechnet unterbewusst erschafft, könnte dabei wichtig werden. Hal vermutet selbst, dass dessen Form eine tiefere Bedeutung besitzt, während John das sofort abwehrt und den Vogel verschwinden lässt.
Noch spricht am meisten für außergewöhnliche Willenskraft oder eine Variante der Godstorm-Idee, weil die Parallele zu Johns späteren lebenden Konstruktionen auffällig konkret ist. Aber Sinestros Interesse verhindert, dass der kleine grüne Vogel einfach nur als beeindruckender Anfängertrick durchgeht. Nach Folge 2 ist ziemlich klar: John Stewart hat etwas in sich, das selbst einem der erfahrensten Green Lanterns nicht ganz geheuer ist.












