Kaum zu glauben: Völlig unterschiedliche Filme, derselbe Regisseur

Kaum zu glauben: Völlig unterschiedliche Filme, derselbe Regisseur

Veröffentlicht am10. Dezember 2025

Aktualisiert am12. Dezember 2025

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Der Reiz vieler Regisseur:innen liegt in ihrer klaren Handschrift: Einen Nolan, eine Sofia Coppola oder einen Tarantino erkennst du oft nach zwei Einstellungen. Umso spannender sind Karrieren, in denen genau das nicht gilt. Manche Regiegrößen starten mit Splatterfilmen und landen bei Oscar-Epen, drehen erst überdrehte Martial-Arts-Opern und später intime Liebesgeschichten oder wechseln von Pinguin-Musicals zu benzingetränkten Endzeitorgien.

In diesem Artikel stellen wir dir vierzehn Filme vor, die stilistisch und thematisch kaum weiter auseinanderliegen könnten – aber von derselben Person inszeniert wurden. Im Fokus steht dabei, wie sich diese „anderen“ Werke im Gesamtbild der jeweiligen Filmografie anfühlen, wie groß der Bruch zwischen den Projekten wirklich ist und warum genau das deinen Blick auf die einzelnen Filme noch einmal verschieben kann. 

Der Regisseur von „Mad Max: Fury Road“ (2015) drehte auch „Happy Feet“ (2006)

Wenn du nur Mad Max: Fury Road (2015) kennst, würdest du bei Happy Feet (2006) vermutlich nie auf George Miller tippen. Der Regisseur, der das Endzeit-Kino mit staubigen Verfolgungsjagden und röhrenden V8-Motoren geprägt hat, inszeniert hier einen quietschbunten, australisch-US-amerikanischen Computeranimationsfilm über einen tanzenden Kaiserpinguin, der nicht singen kann. Anstelle von Öl, Schrott und Todesmut regieren hier Tap-Dance, Jukebox-Hits und Umweltbotschaft, inklusive knuffiger Nebenfiguren für die ganze Familie. Gerade der Kontrast macht den Film interessant: Du kannst in der präzisen Choreografie der Tanz- und Massen-Szenen dieselbe Kontrollwut erkennen, die später in den Actiontableaus von Fury Road explodiert. Wer Miller bisher nur mit staubiger Wüste verknüpft, bekommt mit Happy Feet einen ziemlich radikalen Beweis, wie breit sein Regie-Spektrum tatsächlich ist.

Der Regisseur von „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003) drehte auch „Braindead“ (1992)

Peter Jackson ist für viele Zuschauer der Mann, der Mittelerde ins Blockbuster-Zeitalter gehievt hat: Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2003) räumte elf Oscars ab und zementierte seinen Ruf als Regisseur monumentaler Fantasyfilme. Davor allerdings standen mit Bad Taste (1987), Meet the Feebles (1989) und Braindead (1992) ein paar Splatterfeste, die so gar nichts von edler Hochglanz-Fantasy haben. Hier fliegen Gedärme, Körperteile und absurde Gags im Minutentakt, und vor allem die ikonische Rasenmäher-Szene in Braindead hat sich unauslöschlich ins Gedächtnis der Genre-Fans eingebrannt. Jacksons frühe Werke arbeiten mit billigsten Effekten, groteskem Humor und einer Anarcho-Energie, die eher nach studentischem No-Budget-Projekt als nach spätere-Oscar-Magnet aussieht. Gerade darin liegt der Reiz: Wer alle Werke kennt, sieht in Jacksons Karriere einen klaren roten Faden aus handwerklichem Ehrgeiz, perfektem Timing und Lust an überbordenden Welten. Seine Filme könnten kaum unterschiedlicher sein, doch jeder einzelne ist ein Angriff auf die Sinne.

Der Regisseur von „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001) drehte auch „Alien – Die Wiedergeburt“ (1997)

Die fabelhafte Welt der Amélie (2001) gilt als Inbegriff des verspielten Wohlfühlkinos: Pastellfarben, charmante Vignetten, eine scheue Hauptfigur, die ihrer Umgebung kleine, poetische Nadelstiche verpasst. Dass derselbe Regisseur, Jean-Pierre Jeunet, wenige Jahre zuvor den vierten Teil der Alien-Reihe inszeniert hat, wirkt fast wie ein Witz. Alien – Die Wiedergeburt (1997) wirkt auf den ersten Blick wie das komplette Gegenteil von Die fabelhafte Welt der Amélie: ein düsterer Science-Fiction-Horror, in dem Ellen Ripley als Klon in einem militärischen Forschungslabor gegen eine neue Alien-Generation antreten muss. Trotzdem ist der Film klar als Jeunet-Werk erkennbar. Die schrägen Charaktere, die Vorliebe für morbide Details und ramponierte Technik kennst du auch aus Amélie – nur werden sie hier in eine klebrige, klaustrophobische Albtraumwelt übertragen. Gerade dieser Kontrast zeigt, wie weit Jeunet stilistisch springen kann: vom warmherzigen Außenseiter-Märchen hin zur kalten Weltraumgroteske, ohne seine Handschrift bei Figurenzeichnung und Bildkomposition zu verlieren.

Der Regisseur von „Jurassic Park“ (1993) drehte auch „Schindlers Liste“ (1993)

Steven Spielberg ist für viele das Synonym für Blockbusterkino: Jurassic Park (1993) hat einen neuen Standard für digitalen Effektzauber gesetzt. Im selben Jahr brachte er Schindlers Liste (1993) ins Kino, einen fast komplett in Schwarz-Weiß gedrehten Holocaust-Film, der konsequent auf jede Form von Entertainment-Politur verzichtet und bis heute als einer der wichtigsten Geschichtsfilme überhaupt gilt. Die Kontraste könnten kaum größer sein: Hier die Dinosaurier-Achterbahn mit John-Williams-Fanfare, dort das nüchterne, verstörende Porträt eines Kriegsgewinnlers, der zum Retter wird. Gerade wenn du Spielberg vielleicht als „Blockbuster-Typ“ abgespeichert hast, lohnt sich das Nebeneinander dieser beiden 1993er-Werke. Du siehst denselben Regisseur, derselben Perfektionismus, aber einmal in den Dienst eskapistischer Spektakel-Fantasie gestellt und einmal als gnadenlose, politisch-historische Konfrontation mit der Realität.

Der Regisseur von „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) drehte auch „Philadelphia“ (1993)

Jonathan Demme hat mit Das Schweigen der Lämmer (1991) einen der prägendsten Thriller der Filmgeschichte gedreht: ein Serienkillerfall, die Spannung zwischen Starling und Lecter, ikonische Szenen und eine bedrückende Atmosphäre, an die seitdem kaum ein anderer Genrefilm heranreicht. Zwei Jahre später inszeniert er Philadelphia (1993), ein Gerichtsdrama über Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids, in dem Tom Hanks und Denzel Washington den Film allein über Blicke, Gesten und die feinen Nuancen in ihrem Verhältnis zueinander tragen. Statt düsterer Suspense-Architektur dominiert hier Empathie, emotionale Klarheit und eine inszenatorische Zurückhaltung, die den Schauspielern besonders viel Raum lässt. Wenn du beide Filme gesehen hast, erkennst du dieselbe Liebe zu Figuren, dieselbe Präzision im Timing, aber in völlig unterschiedlichen Aggregatzuständen. Philadelphia wirkt dadurch fast wie ein Gegenentwurf zum kalkulierten Schrecken von Das Schweigen der Lämmer – und zeigt, wie breit gefächert Demmes Skill-Set als Regisseur tatsächlich war.

Der Regisseur von „Hulk“ (2003) drehte auch „Brokeback Mountain“ (2005)

Ang Lee wurde im Westen mit opulenten Werken wie Tiger and Dragon (2000) und dem Superheldenfilm Hulk (2003) bekannt. Brokeback Mountain (2005) wirkte dagegen wie aus einem komplett anderen Universum: Ein intimes, stilles Drama über zwei Cowboys, die in einer homophoben Umgebung eine lebenslange, tragische Liebesgeschichte miteinander teilen. Der Film verzichtet auf Spektakel oder Pathos und arbeitet stattdessen mit langen Einstellungen, subtilem Schauspiel und Landschaften, in denen mehr unausgesprochen bleibt, als Dialoge je einfangen könnten. Im Vergleich zu seinen Ausflügen in Kostümfilm, Martial Arts und Effektkino zeigt Brokeback Mountain, wie souverän Ang Lee große Gefühle auch ohne Bombast inszenieren kann. Was all seine Werke eint, ist die Intensität der Bilder: Sie sind nicht nur eindrucksvoll, sondern auch eindringlich.

Der Regisseur von „Hangover“ (2009) drehte auch „Joker“ (2019)

Todd Phillips ist für viele der Mann hinter hemmungslosen Männer-Komödien wie Old School (2003) und Hangover (2009), in denen Alkohol, Blackouts und schlechte Entscheidungen zum Party-Slapstick verdichtet werden. Die Filme leben von improvisationslastigem Spiel, derber Situationskomik und Figuren, die eher Karikaturen als echte Menschen sind. Spulst du dann zu Joker (2019) vor, wirkt es fast, als wäre hier ein völlig anderer Regisseur am Werk: düstere Charakterstudie, langsame Eskalation, politisch aufgeladene Großstadt-Misere statt Bro-Exzess. Und doch steckt in beiden Filmen dieselbe Faszination für gescheiterte Männlichkeitsbilder und soziale Abstürze. Nur dass wir in Hangover darüber lachen – und uns beim Joker der Witz im Hals stecken bleibt.

01

Mad Max: Fury Road
In einem postapokalyptischen Ödland hilft Max einer Rebellin und einer Gruppe entkommener Frauen auf der Flucht vor der Tyrannei und bei der Rückkehr in ihre Heimat.

02

Happy Feet
Happy Feet

Happy Feet

2006

Für die Kaiserpinguine gibt es nichts schöneres als Singen und so nimmt der Gesang eine zentrale Rolle bei der Partnerfindung ein. Das Ehepaar Memphis und Norma Jean ist davon nicht sonderlich begeistert, da ihr Sohn Mumble zwar ein begnadeter Stepptänzer aber dafür ein miserabler Sänger ist. Aus diesem Grund wird er schließlich aus der Gemeinschaft ausgestoßen und muss sich fortan allein zurechtfinden. Zum Glück trifft er auf eine Gruppe "normaler" Pinguine, die von seinem Tanz begeistert sind und ihn sofort bei sich aufnehmen.
Saurons Heer will Minas Tirith angreifen, die in Felsen errichtete Hauptstadt von Gondor. Angesichts der Bedrohlichkeit des feindlichen Heeres wiegt es umso schwerer, dass Gondors König fehlt und nur der schwächliche Truchsess Denethor über das einst mächtige Königreich wacht. Wird Aragorn die Kraft aufbringen, jene Aufgabe zu übernehmen, für die sein Schicksal ihn bestimmt hat? Während Gandalf verzweifelt versucht, die mutlosen Kämpfer von Gondor zu motivieren, sammelt Théoden die Krieger von Rohan, um am Kampf teilzunehmen. Aber obwohl sie tapfer und leidenschaftlich Widerstand leisten, haben die Streitkräfte der Menschen dem überwältigenden Ansturm der feindlichen Legionen gegen das Königreich kaum etwas entgegenzusetzen. Jeder Sieg fordert große Opfer. Trotz der starken Verluste stellen sich die Gefährten der größten Schlacht ihres Lebens - vereint durch ein einziges Ziel: Sauron muss so lange abgelenkt werden, bis Frodo den Ring vernichtet hat...

04

Braindead
Braindead

Braindead

1992

Der junge Lionel steht unter der Fuchtel seiner übermächtigen, schwerreichen Mutter. Als er ein schüchternes Verhältnis mit der Verkäuferin Paquita beginnt, wird Mutter beim Hinterherspionieren im Zoo von einem Sumatra-Rattenaffen gebissen und infiziert sich mit einer ebenso seltenen wie rasant ansteckenden Tollwutvariante. Die vorsichtig keimende Liebe des jungen Paares wird im Folgenden massiven Belastungen ausgesetzt, die in einer finalen Belagerung durch Heerscharen rasender Zombies gipfelt.
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Im Herzen von Paris arbeitet die schüchterne Amélie als Kellnerin in einem kleinen Straßencafé. Eine Wendung nimmt das vergleichsweise ereignisarme, von kuriosen Alltagsbeobachtungen gewürzte Leben der jungen Frau, als sie eine Schachtel mit Kindheitserinnerungen eines Fremden entdeckt und dem ursprünglichen Besitzer damit große Freude bereitet. Fortan macht es sich Amélie zur Lebensaufgabe, helfend in das Schicksal ihrer Mitmenschen einzugreifen. Nur als es um das eigene Liebesglück geht, scheint ihr Talent zu versagen.
200 Jahre nach ihrem Tod wird Ellen Ripley von skrupellosen Militär-Wissenschaftlern an Bord des terranischen Raumkreuzers U.S.M. Auriga wieder zum Leben erweckt: In einer Testreihe werden die Gene ihrer Überreste so oft geklont, bis es gelingt, sie und die Alien-Königin in ihrem Körper lebensfähig zu halten. Wider Erwarten überlebt sie den Eingriff, bei dem die Königin operativ aus dem Körper entfernt wird. Die Wissenschaftler wollen die xenomorphen Aliens für den militärischen Einsatz weiterzüchten. Zu diesem Zweck benötigen sie Wirtskörper, die ihnen von Weltraumpiraten in Form von entführten Kolonisten geliefert werden. Bald schon schlüpfen die ersten Aliens, die in vermeintlich ausbruchsicheren Käfigen untergebracht werden.

07

Jurassic Park
Jurassic Park

Jurassic Park

1993

John Hammond, ein reicher Unternehmer, errichtet auf einer einsamen Insel heimlich einen Erlebnispark, der für seine Gäste außergewöhnliche Attraktionen bereithält. Es ist gelungen, aus einer urzeitlichen DNA leibhaftige Dinosaurier ins Leben zu rufen. Bevor der Park für das Publikum geöffnet wird, lädt er einen führenden Paläontologen, dessen Freundin, eine Paläobotanikerin, einen berühmten Mathematiker und seine beiden wißbegierigen Enkel ein, um die besorgten Investoren zu beruhigen. Aber der Besuch seiner ersten Gäste verläuft alles andere als nach Plan. Die urzeitlichen Monster brechen aus, entziehen sich jeder Kontrolle und starten eine mörderische Jagd auf ihre Schöpfer ...

08

Schindlers Liste
Schindlers Liste

Schindlers Liste

1993

Von einer wahren Begebenheit inspiriert, erzählt Schindlers Liste die Geschichte des Industriellen Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkriegs versucht, sich in Krakau eine Existenz aufzubauen. Aus finanziellen Gründen beschäftigt er nur Juden und leiht sich Geld von ihnen um eine Emaillefabrik zu gründen, die ihm letztlich großen Reichtum beschert. Als die Brutalität des Holocaust Krakau erreicht, riskiert er nicht nur sein Vermögen, sondern auch sein Leben um seine Arbeiter vor der Deportation zu bewahren.
Clarice Starling, Auszubildende beim FBI, bekommt von einem ihrer Lehrer den Auftrag, sich im Gefängnis mit Dr. Hannibal Lecter, einem Massenmörder und Psychiater, zu befassen. Durch ihre Unbefangenheit hoffen sie, daß Lecter ihnen bei der Suche nach einem anderen Serienkiller hilft, aber es ist nicht leicht, an Lecter heranzukommen.

10

Philadelphia
Philadelphia

Philadelphia

1993

Angeblich soll er die Akte in einem wichtigen Fall verschlampt haben. Doch der junge Anwalt Andrew Beckett kennt den wahren Grund für seine Kündigung: Er ist homosexuell und mit dem Aids-Virus infiziert. Als die Krankheit ausbricht, lässt ihn Kanzlei-Chef Wheeler, früher sein Förderer, fallen. Andrew kann das nicht akzeptieren – er beginnt zu kämpfen. Zusammen mit dem einzigen mutigen Anwalt der Stadt verklagt er seinen Arbeitgeber. Der Prozess sorgt schnell für schockierende Schlagzeilen.

Über diese Liste

Titel

14

Gesamtkosten fürs Ansehen

26,43 €

Gesamtlaufzeit

30h 24min

Genres

Drama, Action & Abenteuer, Komödien

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  1. 5 TitelHBO Max
  2. 4 TitelHBO Max Amazon Channel
  3. 4 TitelDisney Plus
  4. 3 TitelRTL+
  5. 3 TitelMagenta TV+