
Zwischen Drachen und Dodgeball: Die „Guilty Pleasures“ des „A Knight of the Seven Kingdoms“-Casts
Mit A Knight of the Seven Kingdoms (seit 2026) schlägt das „Game of Thrones“-Universum einen leichtfüßigeren Erzählton an. Statt politischer Großmanöver stehen Figuren im Zentrum, die sich ihren Platz erst erarbeiten müssen.
Im Mittelpunkt steht der umherziehende Ritter Ser Duncan der Große, der gemeinsam mit seinem jungen Knappen Egg durch Westeros reist und dabei in Turniere, lokale Konflikte und die feinen Risse einer scheinbar geordneten Welt gerät.
Getragen wird die Geschichte von Figuren, die bewusst nicht auf makellose Heroik setzen. JustWatch hat im „Sorry Not Sorry“-Format mit den Darstellerinnen und Darstellern gesprochen – und sie nach ihren persönlichen „Guilty Pleasures“ gefragt.
Peter Claffey: Ritter bei Tag, Vampir-Drama bei Kater
Peter Claffey spielt mit Ser Duncan einen unbeholfenen, aber gutherzigen Mann, der mit Integrität um seinen Platz in der Welt ringt. Und „unbeholfen“ ist auch ein Wort, das zum „Guilty Pleasure“-Lieblingsfilm des irischen Schauspielers passt.
Claffey, der früher Rugby spielte und vor A Knight of the Seven Kingdoms passend zu seiner Statur im „Vikings“-Spin-off Valhalla (2022-2024) zu sehen war, entscheidet sich für einen Stoff, der zwischen Kult und Spott verhandelt wird: „Ich glaube, das ist unser Kater-Tag-Film. […] Wir schauen die Twilight-Reihe ständig. Wirklich ständig,“ betont er im Gespräch.
Wahrscheinlich macht das die Reihe bis heute so anschlussfähig: Twilight ist kein Film, den man entschlüsseln muss, sondern einer, in den man sich hineinbegeben kann – selbst mit Kopfschmerzen.
Sam Spruell: Der grantige Humor von Larry David
Sam Spruell wiederum gibt in A Knight of the Seven Kingdoms den strengen Prinz Maekar und damit eine Figur, die durch Autorität statt Humor auffällt: ein erfahrener Krieger, Bruder des Thronfolgers Baelor und Vater mehrerer Söhne – darunter Daeron, Aerion und der junge Egg –, der seine Familie und seinen Stand mit harter Hand und wenig Geduld für Schwäche führt. Seine Serienwahl wirkt daher durchaus passend.
Der britische Schauspieler, der zuletzt etwa in der fünften Staffel von Fargo (2023) zu sehen war, betont selbst: „Ich bin ein grummeliger alter Mann, also schaue ich wahnsinnig gern ‘Curb Your Enthusiasm’. Immer und immer wieder.“
Die HBO-Sitcom von Larry David, die hierzulande besser als Lass es, Larry! (2000-2024) bekannt ist, ist im Grunde ein Dauerlauf durch soziale Minenfelder. Jede Episode eskaliert aus einer Kleinigkeit – ein missverstandener Blick, ein unpassender Kommentar – hin zu maximaler Peinlichkeit. Der Witz entsteht dabei vor allem aus Situationen, die sich unangenehm in die Länge ziehen.
Shaun Thomas: Von der Comedy getroffen
Shaun Thomas ist in A Knight of the Seven Kingdoms als Raymun zu sehen, ein junger Knappe aus dem Hause Fossoway, der beim Turnier von Ashford auf Ser Duncan und Egg trifft. Den britischen Schauspieler selbst kennt man vor allem aus dem Drama How to Have Sex, das 2023 in Cannes uraufgeführt wurde.
Shaun Thomas’ Karriere ist mit rauen britischen Stoffen verwoben, die selten Rücksicht nehmen. Umso klarer seine Präferenz, wenn es um reines Vergnügen geht: „Ich liebe ‘Dodgeball’, mit Ben Stiller. Ich finde den Film einfach so verspielt, so lustig.“
Die Sportkomödie, die in Deutschland vor allem unter dem Titel Voll auf die Nüsse bekannt ist, ist ein Paradebeispiel für Humor der frühen 2000er Jahre: Schnell, laut, und völlig überdreht. Ben Stiller spielt einen Fitnessstudio-Besitzer, der mit missionarischem Eifer und viel zu engen Outfits gegen ein Team von Underdogs antritt. Die Witze sind oft simpel, manchmal albern. Und genau das macht den Film zu einem Klassiker für all jene, die keine Lust auf Subtext haben.
Tanzyn Crawford: Animierter Eskapismus mit Biss
Tanzyn Crawford, die als Tanselle in der Serie eine dornische Puppenspielerin verkörpert, die sich am Rande des Turniers von Ashford bewegt und mit ihren Aufführungen die Ereignisse kommentiert, ohne selbst Teil der höfischen Machtspiele zu sein, nimmt in A Knight of the Seven Kingdoms eine besondere Beobachterposition ein.
Thematisch bleibt die australische Schauspielerin mit ihrer „Sorry not Sorry“-Wahl in der Nähe des Westeros-Kosmos: „Ich liebe die Serie so sehr,“ sagt sie mit heller Begeisterung über Disenchantment (2018-2023). „Ich habe sie bestimmt hundertmal komplett durchgeschaut.”
Die Animationsserie von Matt Groening verbindet ihr Fantasy-Setting mit beißendem Humor und einer überraschend melancholischen Grundstimmung. Könige, Prinzessinnen, Abenteuer – alles da, aber mit einem Hang zur Selbstparodie und -reflexion. Vielleicht die ideale Ergänzung zum „Game of Thrones“-Universum.





































