
Nicht mehr nur Reality-TV: Diese 6 Projekte verändern Kim Kardashians Hollywood-Status
Kim Kardashian war lange die naheliegende Pointe für alle, die Reality-TV grundsätzlich für kulturellen Sondermüll halten. Das war schon immer zu bequem, inzwischen ist es auch schlicht zu kurz gedacht. Kardashian ist nicht mehr nur Gesicht, Marke, Meme, Unternehmerin und gelegentliche Schauspielerin, sondern zunehmend auch eine Produzentin, die Stoffe mitentwickelt, Pakete schnürt und an Formaten mitwirkt, die weit über das klassische Kardashian-Ökosystem hinausgehen.
Dieser Artikel ist daher als eine Bestandsaufnahme zu verstehen: Wo steht Kardashian gerade wirklich im Film- und Seriengeschäft? Auffällig ist vor allem die Bandbreite. Mal steht sie selbst vor der Kamera, mal wird sie als Executive Producerin geführt, mal geht es um fiktionale Stoffe, mal um Reality-TV oder ein dokumentarisches Hollywood-Porträt. Nicht alles davon ist von Erfolg gekrönt, aber die Mischung zeigt, dass Kardashian mehr kann, als nur als Lichtgestalt des eigenen Reality-Universums aufzutreten.
Calabasas (angekündigt)
Calabasas ist der klarste Beleg dafür, dass Kim Kardashian ihr eigenes Umfeld nicht nur vermarktet, sondern in fiktionale Serienwelten übersetzen lässt. Die Serie basiert auf Via Bleidners Buch If You Lived Here You’d Be Famous by Now und spielt in jener abgeschotteten Wohlstandszone, die durch Kardashian selbst längst zur popkulturellen Chiffre geworden ist.
Interessant ist hier weniger, ob Kardashian vor der Kamera auftaucht, sondern dass sie gemeinsam mit Emma Roberts und Alexandra Milchan als ausführende Produzentin hinter dem Projekt steht.
Im Vergleich zu All’s Fair (2025) steht Kardashian bei Calabasas nicht selbst vor der Kamera. Die Serie spielt aber in jenem wohlhabenden Vorort, der durch die Kardashian-Jenners längst zur eigenen Popkultur-Kulisse geworden ist. Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die Drama, soziale Machtspiele und Geschichten über extrem privilegierte Milieus mögen, könnte das mehr werden als nur die nächste Beverly-Hills-Variation mit besserem Immobilienwert.
All’s Fair (2025)
All’s Fair ist der offensivste Schritt in Kardashians neue Hollywood-Phase, weil sie hier nicht nur mitproduziert, sondern auch selbst vor der Kamera steht. Die Serie von Ryan Murphy, Jon Robin Baitz und Joe Baken erzählt von erfolgreichen Scheidungsanwältinnen, die sich aus einer männerdominierten Kanzlei lösen und ihre eigene Firma gründen.
Kardashian spielt dabei an der Seite von Naomi Watts, Niecy Nash-Betts, Sarah Paulson, und Glenn Close, was allein schon zeigt, in welche Liga dieses Projekt möchte. Wer Kardashian bisher vor allem als Reality-Persona abgespeichert hat, bekommt hier zumindest den Versuch zu sehen, aus Bekanntheit eine ernst zu nehmende Schauspiel- und Produzentinnenposition im Scripted-Bereich zu erreichen.
The Fifth Wheel (angekündigt)
The Fifth Wheel ist das Projekt, das Kardashians neuen Status besonders gut auf den Punkt bringt, weil hier mehrere Ebenen zusammenkommen: Netflix, eine weiblich geprägte Comedy, Eva Longoria als Regisseurin, Will Ferrells Produktionsfirma Gloria Sanchez Productions und Kardashian als Star und Produzentin.
Netflix nennt neben Kardashian unter anderem Nikki Glaser, Fortune Feimster, Brenda Song, Jack Whitehall, Casey Wilson und Scott MacArthur als Cast. Produzenten sind unter anderem Kardashian, Paula Pell, Jessica Elbaum, Will Ferrell und Alex Brown.
Viele Insider bezeichnen das Ganze als Testballon für Kardashians komödiantische Leinwandpräsenz. Spannend ist das Projekt für unseren Artikel aber nicht nur wegen Kardashians Rolle vor der Kamera, sondern weil sie gleich an mehreren Stellen der Produktion eingebunden ist.
Group Chat (Pilot)
Group Chat war ein geplantes Comedy-Projekt bei Hulu, wurde aber nach dem Piloten nicht als Serie bestellt. Die Handlung basierte auf La La Anthonys Buch The Love Playbook: Rules for Love, Sex, and Happiness und sollte Anthony in der Hauptrolle zeigen.
Zum Cast gehörten außerdem Yaya DaCosta, Rebecca Rittenhouse, Melanie Liburd, Stephanie Suganami, Justin Cornwell und Da’Vinchi. Kim Kardashian war als Produzentin beteiligt und sollte zudem als Gaststar und Erzählerin auftreten.
Entwickelt wurde der Pilot von Tracy Oliver, die unter anderem durch Girls Trip (2017) bekannt wurde. Im Vergleich zu Calabasas und The Fifth Wheel ist Group Chat bereits Geschichte. Das Projekt ist dennoch relevant, weil Kim Kardashian auch hier nicht nur vor der Kamera stand, sondern zusätzlich als Produzentin beteiligt war. Und es zeigt, dass sie selbst dann weitermacht, wenn ein Projekt nicht fortgeführt wird – etwas, das sie mit vielen deutlich erfahreneren Produzenten in Hollywood gemeinsam hat.
Team Moms (angekündigt)
Mit Team Moms produziert Kardashian eine Realityserie für Paramount+ über die Welt des kompetitiven Jugend-Baseballs. Die Serie wird von ITV America, Kim Kardashian Productions und Paramount Sports Entertainment produziert.
Inhaltlich folgt Team Moms unterschiedlichen Familien rund um ein Baseballprogramm in Scottsdale, Arizona, in dem Jugendliche auf College-Stipendien, NIL-Chancen und mögliche Profikarrieren hinarbeiten. Im Vergleich zu Calabasas bleibt Kardashian hier näher an dem Genre, aus dem ihre Karriere gewachsen ist, aber der Kontext ist ein anderer: nicht Familienselbstinszenierung, sondern der Wettbewerb und die Ambition im Jugendleistungssport. Für Reality-Fans könnte das reizvoll sein, weil die Serie den vertrauten Druckkochtopf aus Eltern, Status, Talentförderung und öffentlicher Konkurrenz in ein Milieu verlegt, das noch nicht komplett auserzählt ist.
Elizabeth Taylor: Rebel Superstar (2024)
Elizabeth Taylor: Rebel Superstar (2024) erweitert Kardashians Produzentenprofil um ein dokumentarisches Hollywood-Porträt. Die dreiteilige Serie behandelt Taylors Karriere, ihre Ehen, ihr öffentliches Image, ihre Schmuckleidenschaft und ihr späteres Engagement als AIDS-Aktivistin.
Kardashian produziert nicht nur, sondern tritt in der Dokumentation auch selbst als Interviewpartnerin auf. Sie erklärt unter anderem, dass sie schon immer von Taylor fasziniert gewesen sei und jüngere Menschen daran erinnern wolle, wie wichtig Elizabeth Taylor war. Diese Bewunderung wird in jeder ihrer Szenen deutlich, ohne dass der Film Kardashian selbst in den Mittelpunkt stellt. Interessant ist außerdem, dass sie Taylor auch als Vorbild für den Umgang mit öffentlicher Aufmerksamkeit und gesellschaftlichem Engagement beschreibt.




































