„Jackass: Einer geht noch!“ bald im Kino – aber einer fehlt

„Jackass: Einer geht noch!“ bald im Kino – aber einer fehlt

Ahmet Iscitürk
Ahmet Iscitürk

Veröffentlicht am 31. Mai 2026

Aktualisiert am 31. Mai 2026

Es war das wohl anarchischste Kulturphänomen der MTV-Ära: eine Mischung aus Skater-Kultur, Klamauk, Ekel und Selbstzerstörung, deren Protagonisten mit sagenhaft dummen Stunts zu Popikonen wurden. Und mittendrin, als eines ihrer prägendsten Gesichter, stand Bam Margera. 

Der Skater aus West Chester, Pennsylvania, war Anfang der 2000er ein echter Superstar: erst Teil der Originaltruppe von Jackass, dann mit dem eigenen MTV-Spin-off Viva La Bam (2003–2005) so omnipräsent wie kaum ein anderer junger Star seiner Zeit. Margera war der mit dem größten Starpotenzial, mehr noch als Knoxville. Dekadent, unvernünftig, jung und besiegbar.

jackass

Wenn am 25. Juni 2026 mit Jackass: Einer geht noch (2026) der finale Film der Reihe in die deutschen Kinos kommt, ist die alte Bande fast vollzählig wieder beisammen. Margera aber fehlt gänzlich. Traurig? Ja, aber leider so gar nicht überraschend.

Als Bam ein Superstar war

Um zu begreifen, was sein Fehlen bedeutet, muss man sich erinnern, wie groß er einmal war. Die Original-Serie lief zwar nur knapp ein Jahr, von Oktober 2000 bis August 2001, doch für Margera und Johnny Knoxville reichten diese Monate, um zu zwei der präsentesten Gesichter der frühen 2000er zu werden. 

Margera brachte das Rohmaterial gleich mit: Mit seiner Familie und seinen Freunden hatte er unter dem Namen CKY eigene Skate- und Stunt-Videos gedreht, die zur Blaupause des ganzen MTV-Formats wurden. Während Knoxville der Stuntman war, erschien Margera als der hyperaktive Skater-Lausbub, der sogar seinen eigenen Vater in der Küche überfiel und die Aufnahmen um die Welt schickte. Danach bekam er mit Viva La Bam sein eigenes Spin-off, vier Staffeln lang, dazu weitere Formate. 

Der Film nutzt nur Margera-Archivmaterial

Beim Abschiedsfilm ist von dieser Präsenz wenig geblieben. Margera taucht zwar auf, jedoch ausschließlich über bislang ungezeigtes Archivmaterial aus früheren Jahren. Es ist der erste Jackass-Film, für den er nichts Neues vor die Kamera gebracht hat. Schon beim Vorgänger Jackass Forever (2022) war er nur noch in zwei kurzen Sequenzen zu sehen. Margera wurde früh aus der Produktion entlassen, weil er gegen eine vertraglich festgehaltene Wellness-Vereinbarung verstoßen hatte, die regelmäßige Drogen- und Alkoholtests vorschrieb. Für den neuen Film stimmte er Anfang 2026 einem Deal zu, über altes Material vertreten zu sein, ohne neue Stunts zu drehen.

Der Wendepunkt: Ryan Dunns Tod

Der Absturz beginnt nicht mit dem Streit, sondern mit einem Verlust. Im Sommer 2011 stirbt Ryan Dunn, einer der engsten Freunde der Truppe und Stammgast aller Jackass-Produktionen, bei einem alkoholbedingten Autounfall in Pennsylvania.

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Für Margera, mit Dunn seit der Highschool befreundet, ist das der Moment, ab dem es bergab geht. Es folgen Jahre des Kampfes gegen Alkohol und Schmerzmittel, zahlreiche Reha-Aufenthalte, von denen er einige abbricht; aus zwei Kliniken in Florida flüchtet er sogar. 2022 spricht er davon, im Krankenhaus zeitweise dem Tod nahe gewesen zu sein, 2024 sitzt er nach einem Verstoß gegen Bewährungsauflagen in Haft und geht danach erneut in Behandlung. Sein Weggefährte Steve-O, selbst seit Jahren nüchtern, fleht ihn öffentlich an, sich helfen zu lassen. Nach eigenen Angaben ist Margera inzwischen seit rund zwei Jahren trocken.

Der Streit, der von ihm ausging

Der Bruch mit Jackass verlief alles andere als leise. Nach seiner Entlassung verklagte Margera 2021 Knoxville, Regisseur Jeff Tremaine, Spike Jonze und Paramount wegen unrechtmäßiger Kündigung; er habe die Wellness-Vereinbarung unter Druck und während eines Klinikaufenthalts unterschrieben. Die Klage zog er 2022 nach einem außergerichtlichen Vergleich zurück. Der öffentliche Zorn blieb: Margera attackierte Knoxville und Tremaine wiederholt in Interviews und sozialen Medien, forderte Knoxville sogar zu einem Faustkampf heraus und sagte noch 2024, er könne den beiden nie verzeihen, sie hätten das Vermächtnis von Jackass beschädigt. Auch zum neuen Film sagte er, kein Geld der Welt bringe ihn noch einmal an ein Jackass-Set; die jahrelange Auseinandersetzung habe ihn traumatisiert. Knoxville reagierte versöhnlich, sagte, er wolle das Drama nicht und wünsche dem früheren Freund Genesung.

Enttäuschend – aber verständlich

Dass einer der prägendsten Köpfe der Truppe in einem Film, der 25 Jahre Jackass feiert, nur in alten Bildern erscheint, ist für Fans eine Enttäuschung. Margera gehörte zum Kern dessen, was die Marke groß gemacht hat. Und doch ist sein Fernbleiben nachvollziehbar. Neue Stunts hätten körperliche und seelische Belastung bedeutet für einen Mann, der sich mühsam stabilisiert hat, und die Wunden des Streits sind erkennbar nicht verheilt. 

Dass beide Seiten sich überhaupt auf das Archivmaterial einigen konnten, ist daher ein Zeichen. Besser als nichts. Man hätte es sich anders gewünscht. Es wäre schon gewesen, die Chaotentruppe noch einmal gemeinsam zu sehen. Zur Premiere wurde er eingeladen, er sagte ab. Offiziell wegen einer anderweitigen Verpflichtung. Dass auch der 2011 verstorbene Ryan Dunn über Archivaufnahmen präsent ist, gibt diesem Abschied eine zusätzliche, stille Note. 

Jackass
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Jackass

2000

Die Darsteller führen verschiedene verrückte Stunts zu unserer Belustigung aus.
Auch in ihrer Kinoproduktion sind sich Johnny Knoxville, Steve-O, Bam Margera, Chris Pontius, Dave England, Ryan Dunn und Co. für keinen waghalsigen Stunt zu schade und für keine Perversität zu fein. Verrückte Aktionen wie beispielsweise das Bearbeiten des Körpers mit einem Muskelstimulator, ein Überquerungsversuch eines Alligatorbeckens, eine "Off Road" Tätowierung, diverse Fäkalstunts, sowie spektakuläre Mountainbike- und Skateboard-Akrobatik serviert die "Jackass" - Crew hier am laufenden Band.
Jackass 3D
Jackass 3D

Jackass 3D

2010

Das "Jackass"-Team ist zurück. Und wie man es nicht anders erwartet, fallen ihnen Methoden ein, sich und sein Gegenüber auf die unsinnigste Art und Weise zu quälen, auf die andere nicht mal im Traum kommen. Da werden Fische als Keule verwendet, Dixi-Klos mit einem Katapult samt Benutzer und Inhalt durch die Luft geschossen und mit Jetskis der Pool und die Hecke einer Villa malträtiert. Und warum nicht mal einen Menschen als Ziel bei einer besonderen Form des Tontaubenschießens benutzen?
Der unberechenbare Draufgänger Johnny Knoxville ist wieder da und erlebt mit alten und neuen Freunden eine weitere Runde unglaublicher Stunts und urkomischer Absurditäten.
Erneut trommelt Johnny Knoxville seine durchgeknallten Kumpels zusammen, um neue Widerlichkeiten und halsbrecherische Action auf Zelluloid zu bannen. Neben den altbewährten Stunts mit dem Einkaufswagen, bietet der Film einen Stierkampf mit blindem Matador, ein schmerzhaftes Zusammentreffen zwischen einem Krebs und einer Zunge sowie das Ziehen eines Zahnes mit der naturgemäß schmerzarmen Nylonfaden-Methode. Das oftmals mit Blessuren und anderen unschönen Nebenerscheinungen. Man kann auch bei diesem Streifen wirklich nur wiederholen: "Don't try this at home!".
In Jackass Presents: Bad Grandpa schlüpft Johnny Knoxville in die Rolle eines älteren Herren, gegen den heimische Gartenzweg-Diktatoren und Fußgängerzonen-Sheriffs regelrecht handzahm wirken. In seiner Verkleidung als 86-jähriger Irving Zisman legt er unvorbereitete Passanten rein. Begleitet wird er von seinem achtjährigen Neffen Billy, der ihn unter anderem in einem Einkaufswagen über die Landstraße schieben muss. Da seine Mutter im Gefängnis sitzt, muss Irving den jungen Billy quer durch die USA zu seinem Vater bringen. Zu den üblen Scherzen des mürrischen Grandpas gehört u.a., dass er als Fremder auf einer Bestattung eine Rede über den Verstorbenen hält. Er schockiert Kinder, indem er sich in einem präparierten Fahrgeschäft für Kinder durch eine Schaufensterscheibe schießen lässt und ermuntert zudem ein kleines Mädchen, auf einem Schönheitswettbewerb à la Little Miss Sunshine eine nicht unbedingt jugendfreie Poledanceeinlage zu geben.
Der fünfte Kinofilm 'Jackass 5' (2026) ist eine Zusammenstellung von Stunts, Sketchen und Streichen, unterbrochen von Interviews mit den Darstellern am Set. Der Film präsentiert die größten Stunts und Streiche der Reihe sowie brandneue und bisher unveröffentlichte Szenen, mit einer Mischung aus altem und neuem Material. Die gesamte Hauptbesetzung des Vorgängers 'Jackass Forever' (2022) kehrt für diesen Film zurück, darunter Johnny Knoxville, Steve-O, Chris Pontius, Jason 'Wee Man' Acuña, Dave England, Preston Lacy und Ehren McGhehey, sogar Bam Margera, der ursprünglich zur Besetzung gehörte und von der Produktion von 'Jackass Forever' gefeuert wurde, ist in diesem fünften Film zumindest in Archivaufnahmen zu sehen, beim Kinostart in Deutschland am 25. Juni 2026. - ...
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Jackass 3.5
Jackass 3.5

Jackass 3.5

2011

Die Jungs von Jackass sind wieder da mit ihrem komplett neuen, unzensierten Film. Vollgestopft mit noch haarsträubenderen Stunts, absoluter Dummheit und noch nie zuvor gesehenen Streichen und Chaos. Nicht zu vergessen die sehr persönliche Begegnung von Steve-O mit einer Schnappschildkröte, Chris Pontius und sein unglaublicher Specht und ein elektrifizierendes Limbospiel mit der ganzen Gang. Außerdem gibt es einen Einblick in das paranoide Leben am Set von Jackass und einige Streiche, die hinter den Kulissen auf Kosten von Johnny Knoxville gemacht wurden.
Jackass 2.5
Jackass 2.5

Jackass 2.5

2007

Aus dem überschüssigen Material zum zweiten Kinofilm zusammen geschnittene Collage einschlägigen Jackass-Materials. Johnny Knoxville, Bam Margera, Steve-O und die restliche Truppe bietet die gewohnte Mischung aus sinnlosen Stunts, geschmacklosen Ekel-Ideen und Passanten-Verulkungen im Stil der versteckten Kamera.
Jackass 4.5
Jackass 4.5

Jackass 4.5

2022

In „Jackass 4.5“ gibt es alternative Takes, nicht verwendete Szenen, Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen und Interviews vom Set von „Jackass Forever“ zu sehen.

Über diese Liste

Titel

12

Gesamtkosten fürs Ansehen

26,90 €

Gesamtlaufzeit

24h 29min

Genres

Komödien, Action & Abenteuer, Dokumentationen

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Auf dieser Liste befinden sich 12 Titel und du kannst 4 von ihnen auf Paramount Plus anschauen. 3 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 4 Titel Paramount Plus
  2. 4 Titel Paramount+ Amazon Channel
  3. 2 Titel Netflix
  4. 2 Titel Netflix Standard with Ads