Das letzte Interview von Hulk Hogan: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Netflix-Doku

Das letzte Interview von Hulk Hogan: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Netflix-Doku

Özlem Evans
Özlem Evans

Veröffentlicht am 15. Mai 2026

Aktualisiert am 15. Mai 2026

Er trainiert, er schwitzt, der Bizeps ist so groß wie zu seinen besten Zeiten. Hulk Hogan zeigt den Kameras von Netflix, dass er es auch mit 71 Jahren noch drauf hat. Dann wundert er sich über sich selbst. Denn während er noch immer schwere Gewichte stemmen kann, muss ihm sein Sohn dabei helfen, eine Wasserflasche zu öffnen. Er hat Arthritis, seine Hände sind regelmäßig taub. Und das sind nur die kleineren Konsequenzen einer großen Karriere.

Hulk Hogan ist eine der prägendsten Figuren der Wrestling-Geschichte. Seine Netflix-Doku Hulk Hogan: Real American zeigt jedoch nicht nur den Superstar, sondern vor allem den Menschen dahinter. Im Zentrum steht sein letztes Interview, das mit einem fast beiläufigen Moment endet: Hogan fragt, ob das alles gewesen sei. Der Reporter antwortet, man könne sich vielleicht in ein paar Monaten noch einmal wiedersehen. Dazu kommt es nicht. Drei Monate später, im Juli 2025, ist die Wrestling-Ikone tot. Aber es bleiben zahlreiche Erkenntnisse.

Hulk Hogan hatte Angst vor dem Wrestling

Schon früh ist Hulk Hogans Leben von Konflikten geprägt. Die Beziehung zu seinem Vater ist schwierig, zeitweise wird er aus dem Elternhaus geworfen. Wrestling fasziniert ihn zwar, gleichzeitig schreckt ihn die Brutalität ab, weil er sich selbst nicht als harten Typ sieht, sondern eher als sanftmütigen Jungen. Der Wendepunkt kommt mit einem Moment, an den er sich auch Jahrzehnte später genau erinnert. „Eines der wichtigsten Erlebnisse meines Lebens hat alles verändert“, sagt Hogan in der Doku. Nicht im Ring, sondern am Rande eines Kampfes. „Wir sahen Steve Keirn (…). Der Bösewicht verprügelte ihn, und der Ringrichter sagte ihm, er solle aufhören. Ich erinnere mich, wie er direkt auf Steve Keirn herunterblickte. Ich habe seine Lippen gelesen. Er sagte: ‚Schlag mich. Schlag mich.‘“

Plötzlich wird ihm klar, dass im Ring mehr gespielt als gekämpft wird. Hogan: „Auf einmal öffnete sich eine Tür, und ich wusste, dass ich kein harter Kerl sein musste, um in dieses Geschäft zu kommen.“ Dieser Moment wird zum Wendepunkt und markiert seinen Einstieg in eine Welt, in der Rollen wichtiger sind als Realität.

Warum Hulk Hogan früher eine Maske trug

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Der Weg an die Wrestling-Spitze ist alles andere als geradlinig. Unter Namen wie Super Destroyer tritt Hogan, der bürgerlich übrigens Terry Bollea heißt, zunächst mit einer Maske auf. Er möchte Erfahrung im Ring sammeln, verliert aber noch zu viele Kämpfe und versucht, seine Identität zu verbergen. Erst nach und nach entsteht die Figur Hulk Hogan - eine der erfolgreichsten Inszenierungen der Popkultur. Mit den ersten Schritten Richtung Hulkamania kommt nicht nur der Erfolg, sondern auch wachsender Druck. So fliegt er 1981 aus der Wrestling-Federation WWF, weil er eine Rolle in Rocky III (1982) übernimmt. Zur ersten WrestleMania 1985 hatten sich die Nerven dann wieder gelegt. Hulk Hogan war der absolute Star des ersten „Superbowl des Profi-Wrestlings“ und danach nicht mehr aufzuhalten.

Hulk Hogan: „Natürlich habe ich gelogen“

Auch echte Kontroversen blendet die Doku nicht aus. Besonders zentral ist Hogans Umgang mit Steroiden ein Thema, das seine Karriere über Jahrzehnte begleitet. 1994 bestreitet er in The Arsenio Hall Show öffentlich jede Einnahme. Bei Netflix ordnet er diesen Moment deutlich anders ein: „Natürlich habe ich gelogen.“ Die Doku macht dabei weniger den Skandal zum Thema als das damalige Selbstverständnis. Hogan beschreibt eine Zeit, in der die künstliche Leistungssteigerung Teil des Systems war und kaum hinterfragt wurde. Er sagt: „Damals dachte ich, Steroide seien sicherer als Zucker.“

Alkohol und Drogen werden Hogan fast zum Verhängnis

Jahre später: Hulk Hogan ist steinreich, mehr oder weniger erfolgreich, aber noch immer weltweit bekannt. Diesen Status kann ihm kaum noch jemand absprechen. Aber: Nach seiner Scheidung 2009 gerät Hogan körperlich und mental aus dem Gleichgewicht. Inzwischen kämpft er bei TNA Wrestling, ist Mitte 50 und hat ständig Schmerzen. „Mein Körper hatte einfach genug“, sagt er rückblickend. Was folgt, ist ein erschreckender Einblick in seinen Umgang mit Schmerzmitteln. Hogan schildert, wie er über längere Zeit extrem hohe Dosen einnimmt, in unterschiedlichen Formen und über den ganzen Tag verteilt. 

Hogan: „Ich nahm morgens zwei 80-Milligramm-Dosen Fentanyl, steckte sie mir hier unter das Zahnfleisch, hatte zwei 300-mg-Fentanyl-Pflaster an den Beinen und bekam sechs 1500-mg-Fentanyl-Lutscher, die ich einnehmen sollte.“ Ein Apotheker habe ihn daraufhin gewarnt: „Sie sollten tot sein. Wir haben noch nie gesehen, dass ein Mensch so viel Fentanyl nimmt.“ Auch sein Umfeld bestätigt diese Entwicklung. Der frühere Manager Eric Bischoff beschreibt, dass Hogan damals regelmäßig große Mengen verschriebener Medikamente einnahm, kombiniert mit Alkohol, teils täglich.

Ein Schicksalsschlag, der Hulk bis zu seinem Tod begleitet

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Hulk spricht in seiner Netflix-Doku über fast alles, nur einmal will er das Interview abbrechen. „Ihr müsst aufhören, ihr geht hier viel zu weit“, sagt er zunächst. Es geht um den Tod seines Bruders Alan. Dann erzählt er doch: Von einem Bruder, zu dem er nie wirklich eine enge Beziehung hatte, der früh aus der Bahn geriet und immer wieder in Schwierigkeiten steckte. Jahre später versuchen sie, den Kontakt neu aufzubauen. Hogan unterstützt ihn, will ihm helfen, nach einem Entzug stabil zu bleiben. Er will, dass ihn sein Bruder auf seinen Reisen begleitet. Stattdessen bittet sein Bruder ihn um Geld. Kurz darauf erhält Hogan einen Anruf: „Sie sagten: Dein Bruder ist an einer Überdosis gestorben.“ Hulk macht sich Vorwürfe - wahrscheinlich bis zu seinem Tod. In der Doku sagt er: „Es war schwer, darüber hinwegzukommen.“

Der schwache Körper des starken Hulk

Und dann ist da noch sein Körper, einst sein Kapital, jetzt seine größte Schwäche. Zwar trainiert Hogan noch immer, doch die einfachsten Dinge fallen im schwer. Er sagt: „Ich lasse meinen Sohn ständig die Deckel von Wasserflaschen aufmachen, weil ich sie nicht aufdrehen kann.“ 

Gleichzeitig hält sich sein Selbstbild hartnäckig: „In meinem Kopf bin ich noch 35 oder 40.“ In der Realität sieht das anders aus. Hulk Hogan: Real American zeigt keinen makellosen Helden. Die Doku legt offen, wie weit die Figur Hulk Hogan und der Mensch Terry Bollea auseinanderliegen – und wie schwer sie am Ende seines Lebens noch voneinander zu trennen sind. Nicht nur für das Publikum, sondern vor allem für ihn.

Vor seiner Zeit als Hulk Hogan war er Terry Bollea. Entdecken Sie den Mann hinter der Profi-Wrestling-Legende in dieser ungeschönten Doku, die während seiner letzten Lebensmonate gedreht wurde und sein letztes Interview zeigt.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

4,99 €

Gesamtlaufzeit

4h 8min

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