
„House of the Dragon“: Verrät Ulf Rhaenyra? Das Ende von Folge 7 erklärt
Kurz vor dem Staffelfinale geht es noch einmal hoch her in Westeros. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn unter anderem gibt es in der siebten Folge von House of the Dragon (seit 2022) einige Drachen in Aktion zu sehen. Und das, obwohl die Schlacht bei Stolperstadt noch gar nicht begonnen hat. Die steht nun allerdings unmittelbar bevor – und ausgerechnet jetzt droht Rhaenyra (Emma D’Arcy), wichtige Allianzen zu verlieren, und die Grüne Fraktion findet zu neuer Stärke. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse.
Helaena träumt – und Rhaenyra zeigt ihre herrischen Seiten
Traum und Alptraum liegen in dieser Episode nahe beieinander. Der Auftakt taucht zunächst in die kryptischen Träume der mit seherischen Kräften ausgestatteten Helaena (Phia Saban) ein. Deuten lassen sie sich zunächst kaum: Alicents Tochter sieht sich selbst, wie sie neben einer Schimmelstute steht, die einen Karren zieht. Dann öffnet sich ein großes hölzernes Tor, und ihr Name wird gerufen. Die Stimme dringt allerdings aus der Realität in ihre Traumwelt hinein: Rhaenyra sitzt an ihrem Bett und drängt sie barsch, ihr mehr über ihre Träume zu verraten.

Vermutlich soll die Szene vor allem eines verdeutlichen: Rhaenyra wird angesichts der wachsenden Macht der Gegenseite zunehmend nervös. Doch wie schon in den vergangenen Folgen, besonders augenfällig in der sechsten Episode, wirkt ihr Verhalten überzeichnet.
House of the Dragon scheint seine Protagonistin nun mit Nachdruck in Richtung einer herrischeren, kompromissloseren Königin lenken zu wollen. Dieser Kurswechsel aber ist nicht das Ergebnis einer sorgfältig erzählten Entwicklung – und der Kontrast zum Bild der besonnenen und abwägenden Herrscherin, das die Serie zuvor sorgsam konsequent gezeichnet hatte, ist zu groß.
Alicent ist in Harrenhal – doch das Attentat auf Aemond läuft nicht wie geplant
Zum eindeutigen Albtraum-Teil des Auftaktes kommt es mit dem ersten Schauplatzwechsel – zumindest ist die Szene aus Zuschauersicht nur schwer zu ertragen. Aemond (Ewan Mitchell) hingegen dürfte seinen Traum genießen: Alicent (Olivia Cooke) kommt darin auf ihn zu, versichert ihm, dass sie ihn immer schon für den besten ihrer Söhne gehalten habe, und küsst ihn schließlich. Als sie sogar miteinander schlafen, wird Aemond allerdings durch die Worte „In diesem Moment schenke ich dir einen Sohn“ aus seinen Träumen gerissen. Tatsächlich ist es Alys Strom (Gayle Rankin), die rittlings auf ihm sitzt.
Verstört rennt Aemond nach draußen – wo seine Mutter nun tatsächlich auf den Zinnen von Harrenhal steht. Wie von Rhaenyra angeordnet, hat sie sich gemeinsam mit einem Ritter auf den Weg zur Burg gemacht, der ihren Sohn töten soll. Doch zum Attentat kommt es nicht: Aemond ersticht Ser Adrian Rotfest (im Original: Adrian Redfort, gespielt von Barry Sloane) kurzerhand, da hinter den Mauern der Festung zu viele Geheimnisse lauerten, wie er erklärt. Alicent ist damit auf sich allein gestellt. Einige Szenenwechsel und unangenehme Momente mit Alys später wird sie allerdings selbst tätig. Sie pflückt einige giftige Beeren und bereitet einen Trank zu, den ihr Sohn tatsächlich trinkt. Ob Aemond tatsächlich daran stirbt, darf man an dieser Stelle allerdings stark bezweifeln: Mit letzter Kraft schleppt er sich zu Alys, die ihn zuvor noch davor warnte, dass seine Mutter mit bösen Absichten angereist sei. Als eine in Kräuterkunde bewanderte Hexe dürfte sie ihn mit einem Gegenmittel retten können.
Rhaena wird enttarnt – und Rhaenyra lernt, Daemon zu misstrauen
Indes beweist Daemon (Matt Smith) im Grünen Tal seine unerwarteten väterlichen Qualitäten. Er spricht bei Jeyne Arryn (Amanda Collin) vor, um die Lady von Hohenehr davon abzuhalten, Rhaenyra über die wahre Drachenreiterin von Schafsdieb zu informieren. Wider der eigentlichen Absprache hat sich Daemons Tochter erneut mit ihrem Tier aus der Höhle herausgewagt und unter dem einfachen Volk für Gesprächsstoff gesorgt.
Der Drache, der in der Schlacht in der Gurgel den Tod von Rhaenyras Sohn Jacaerys (Harry Collett) herbeiführte, wurde dieses Mal aber auch von Baela (Bethany Antony) und Addam (Clinton Liberty) gesichtet. Als sie Rhaenyra von ihrer Entdeckung berichten, schleichen sich bei ihr erste Zweifel ein, ob Daemon sie womöglich belogen haben könnte, als er ihr den Kopf des vermeintlichen Drachenreiters von Schafsdieb präsentierte. Mysaria (Sonoya Mizuno) verstärkt diese Zweifel, indem sie Rhaenyra mit Nachdruck davor warnt, dass Daemon sogar eigene Allianzen hinter ihrem Rücken geschmiedet haben könnte.

Daemon, der eigentlich nur seine Tochter schützen möchte, versucht währenddessen, Rhaena (Phoebe Campbell), die weiter unter starken Schuldgefühlen leidet, von dem wahnwitzigen Vorhaben abzuhalten, auf eigene Faust Vhagar, den deutlich mächtigeren Drachen Aemonds, ausfindig zu machen. Nachdem sich Schafsdieb und Daemons Drache Caraxes schon ein gefährliches Gerangel geliefert haben, treffen allerdings wenige Szenen später auch Addam auf seinem Drachen Seerauch und Rhaenyra selbst auf Syrax im Grünen Tal ein.
Wutentbrannt ermahnt sie ihren Ehemann dazu, ihr nun endgültig die Wahrheit über die wahre Identität des Drachenreiters zu verraten. Daemon versucht sich zu erklären, doch wohl auch, weil die Tiere auf seltsame Weise mit ihren Herrinnen verbunden zu sein scheinen, kommt es zum Kampf zwischen Syrax und Schafsdieb. Beide Drachen fügen sich schwere Schäden zu. Nur durch das Eingreifen von Caraxes kann verhindert werden, dass Syrax noch schwere Verletzungen erleidet.
Rhaenyra fliegt schließlich mit Rhaena davon und wird von Addam zurück nach Königsmund eskortiert. Allerdings gelingt es auch Daemons Caraxes nicht, den wilden Drachen zu erledigen – und Schafsdieb kann trotz tiefer Wunden im letzten Augenblick fliehen.
Mysarias Loyalitäten: Zweifel an Daemon – und auch an Rhaenyra?
Auch abseits ihrer Unterredung mit Rhaenyra über Daemon rückt Mysaria in dieser Episode wieder stärker in den Fokus. Gemeinsam mit der Bordellbetreiberin Sylvi (Michelle Bonnard), die bereits zuvor als Stimme der notleidenden Bevölkerung Königsmunds in Erscheinung trat, durchquert sie den Thronsaal. Ihr Gespräch kreist um die zunehmend verzweifelte Lage der einfachen Menschen. Sylvi verdeutlicht ihr, dass die Hungersnot und das Elend den Glauben daran, dass Rhaenyra ihre Situation verbessern könnte, schwindet.
Doch auch Mysaria selbst kritisiert sie. Ihren Vorschlag, die Bitten der Bevölkerung persönlich entgegenzunehmen und sie der Königin zu einem günstigen Zeitpunkt vorzutragen, erwidert Sylvi mit einer Spitze. Mysaria habe es sich längst am Hofe bequem gemacht und genieße nun selbst ihre Macht. Schließlich warnt sie die Meisterin der Flüsterer davor, sich einer Illusion hinzugeben: Für die Hochgeborenen werde sie niemals mehr sein als die Hure, die sie ist.
Vielleicht erklärt diese Szene auch ihr späteres Verhalten: Nachdem Rhaenyra Daemon enttäuscht aus ihren Gemächern verwiesen hat, sucht sie in der Nacht Mysarias Nähe. Zunächst macht auch sie ihr Vorwürfe: Sie habe versucht, sie von Daemon zu entfremden – und was habe es ihr gebracht, sich seinen Methoden zu widersetzen? Immerhin drängt Daemon darauf, den Krieg mit der größtmöglichen Härte zu führen und Drachen gegen Stolperstadt einzusetzen, ungeachtet der zahllosen zivilen Opfer.
Mysaria bestärkt die Königin jedoch darin, ihren eigenen Überzeugungen treu zu bleiben. Als Rhaenyra sie schließlich fragt, ob sie sie überhaupt für würdig halte, auf dem Eisernen Thron zu sitzen, antwortet Mysaria, sie sei sich dessen nie sicherer gewesen als in diesem Augenblick. Unmittelbar darauf greift die Serie die bereits in der zweiten Staffel angedeutete Anziehung zwischen den beiden Frauen wieder auf – dieses Mal bleibt es auch nicht bei einem Kuss. Die Frage nach Mysarias wahren Gefühlen und Gedanken beantwortet die Szene allerdings nicht – deutet aber durchaus in Richtung nüchterner Taktik.
Ormund intrigiert in Stolperstadt – hat er einen Drachen mehr?
Indes nähern sich die Truppen der Flusslande nun unaufhaltsam Stolperstadt. Ormund Hohenturm (James Norton) scheint das allerdings nicht nervös zu machen. Als sein Bruder Gawan (Freddie Fox) ihm berichtet, dass die feindlichen Streitkräfte nur noch ein bis zwei Tagesmärsche entfernt seien, reagiert Ormund erstaunlich gelassen und spricht davon, über einen neuen Trumpf zu verfügen, der Rhaenyra in die Knie zwingen werde.
Zunächst scheint damit Corlys Velaryon (Steve Toussaint) gemeint zu sein. Wenig später sitzen die beiden gemeinsam an einer Tafel, wo Ormund den Gefangenen mit höflichem Small Talk und gezielten Sticheleien zugleich begegnet. Schließlich betont er selbst, welchen Wert die Seeschlange für ihn als Geisel besitzt: Solange Corlys in seiner Gewalt sei, werden dessen Männer aus Driftmark nicht dazu bereit sein, sich in Königsmund für Rhaenyra einzusetzen. Nach Ormunds Kalkül fehlen der Schwarzen Fraktion damit weiterhin die dringend benötigten Kräfte, um die Ordnung in der Hauptstadt wiederherzustellen.
Wenig später aber wird deutlich, dass Corlys offenbar gar nicht jener Trumpf ist, den Ormund im Sinn hatte. In der Schlussszene sitzt er mit Ulf am Lagerfeuer, dem Drachensamen, der eigentlich für Rhaenyras Seite kämpft. Gezielt setzt Ormund im Gespräch bei Ulfs verletztem Stolz an: Nachdem Daemon ihn in der vorangegangenen Folge öffentlich gedemütigt hatte und ohnehin mit dem von Rhaenyra verhängten Tavernenverbot haderte, scheint dessen Loyalität nun am Ende angelangt zu sein.
Ormund nutzt diese Schwäche geschickt aus und schmeichelt Ulf, stellt ihm eine Zukunft in Aussicht, verspricht ihm als Belohnung sogar Driftmark. Sollte Ulf auf dieses Angebot eingehen (was sehr wahrscheinlich ist), stünde Ormund mit Silberschwinge plötzlich ein zusätzlicher Drache zur Verfügung.
Aegon will nicht mehr fliehen – und wird von Sonnfeuer gerettet
Apropos Drachen: In dieser Episode kehrt ein verloren geglaubter Akteur auf das Spielfeld zurück. Aegon (Tom Glynn-Carney), Larys Kraft (Matthew Needham) und Tyland Lennister (Jefferson Hall) befinden sich auf dem Weg nach Jungfernteich, als ihnen immer mehr fliehende Menschen entgegenkommen. Schließlich erfahren sie den Grund: Haus Muton hat im Auftrag Rhaenyras Truppen entsandt, um Tyland gefangen zu nehmen. Von ihm erhofft sich die Schwarze Fraktion neue Informationen über den Verbleib des verschwundenen Goldes der Krone.
Für Larys und Tyland ist klar, was das bedeutet: Sie wollen umkehren und nach Krähenruh zurückkehren. Aegon hingegen trifft eine überraschende Entscheidung und erklärt, nach langer Flucht nicht länger davonlaufen zu wollen. Wenn ihn sein Schicksal einhole, dann wolle er ihm als König entgegentreten – und notfalls kämpfend sterben. Larys verabschiedet sich daraufhin von den beiden und verweist auf seine körperlichen Einschränkungen, die ihn als Kämpfer unbrauchbar machen. Tyland dagegen entscheidet sich, an Aegons Seite zu bleiben.
Als sie schließlich der Armee des Hauses Muton gegenüberstehen, scheint ihr Schicksal besiegelt. Die Soldaten erkennen zwar Tyland sofort, den entstellten Aegon aber zunächst nicht. Erst als dieser sich weigert, im Namen der „falschen Königin“ das Knie zu beugen, und sich selbst zum rechtmäßigen Herrscher erklärt, wird seine Identität offenbar. Für einen kurzen Moment glaubt er, seine leidenschaftliche Ansprache würde die gegnerischen Reihen tatsächlich ins Wanken bringen – schließlich weichen die Soldaten zurück.
Der wahre Grund für ihren Rückzug aber ist die gewaltige Gestalt, die hinter ihm aus dem Wald hervortritt: Sonnfeuer, der schwer verletzte und bereits für tot gehaltene Drache, lebt – und erscheint genau im entscheidenden Augenblick. Mit einem einzigen Befehl – „Dracarys“ – entfesselt Sonnfeuer sein Feuer über den Soldaten des Hauses Muton und rettet seinen Reiter und seinen Gefährten Tyland.
Was bedeutet das Ende?
Kurz vor dem Staffelfinale verschieben sich die Machtverhältnisse damit noch einmal deutlich – allerdings nicht zugunsten Rhaenyras. Nahezu jede Entwicklung der Episode schwächt ihre Position. Im Inneren wächst das Misstrauen gegenüber Daemon, während unklar bleibt, wo Mysarias Loyalitäten tatsächlich liegen. Mit Ulf deutet sich zudem der mögliche Verlust eines Drachenreiters an. Und als wäre das nicht genug, kehrt mit Sonnfeuer ausgerechnet Aegons tot geglaubter Drache auf das Spielfeld zurück.
Auch Rhaenyras politische Autorität beginnt zunehmend zu erodieren. In Königsmund schwindet das Vertrauen der Bevölkerung weiter, zudem verfolgen ihre engsten Vertrauten teils eigene Agenden. Ihre eigenen Entscheidungen wirken dabei immer häufiger von Unsicherheit und wachsendem Druck geprägt. Gleichzeitig scheint Ormunds Strategie aufzugehen: Ser Alyn (Abubakar Salim) erhält den abgetrennten Finger seines gefangen genommenen Vaters Corlys zugeschickt, als unmissverständliche Botschaft, die den Druck auf Driftmark weiter erhöht. Tatsächlich liegt nun nahe, dass Corlys’ Männer zögern werden, Königsmund weiter zu unterstützen, solange das Leben der Seeschlange auf dem Spiel steht.
All das dürfte ausgerechnet vor der unmittelbar bevorstehenden Schlacht in Stolperstadt schwer wiegen. Während die Grüne Fraktion neue Trümpfe sammelt und ihre Reihen schließt, geht Rhaenyra mit immer größeren internen Problemen in die entscheidende Auseinandersetzung.






























