„House of the Dragon“, Folge 6: Alle Attentate, ihre Konsequenzen und das Ende erklärt

„House of the Dragon“, Folge 6: Alle Attentate, ihre Konsequenzen und das Ende erklärt

Veröffentlicht am27. Juli 2026

Aktualisiert am27. Juli 2026

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Das Finale naht – das zeichnete sich in dieser sechsten Folge der insgesamt acht Episoden umfassenden dritten Staffel von House of the Dragon (seit 2022) mit aller Deutlichkeit ab. Während sich Ormund Hohenturm (James Norton) in Stolperstadt weiter für die große Schlacht rüstet und einen Anschlag überlebt, gehen Aemond (Ewan Mitchell) und Alys Strom in Harrenhall einen womöglich mächtigen Pakt ein.

Indes wird die Luft für Rhaenyra (Emma D’Arcy) in Königsmund immer dünner: Das Volk darbt weiterhin, noch immer gibt es keine Spur zum Verbleib des Goldes und über alledem nimmt ihre Beliebtheit weiter ab. Schließlich kommt es auch zum Tod einer Serienfigur, die beim Publikum längst in Ungnade gefallen ist. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse.

Kriston Kraut wird dreimal überlistet – und bekommt (nicht so ganz), was er sich gewünscht hat

Augenscheinlich hat seine Ansprache in der vorangegangenen Folge nicht alle Männer zur Fahnenflucht bewegt: Nachdem Kriston Kraut (Fabien Frankel) gegenüber Gawan Hohenturm (Freddie Fox) offen eingeräumt hatte, der zahlenmäßig weit überlegenen Streitmacht von Lord Oskar Tully (Archie Barnes) entgegentreten und im Kampf sterben zu wollen, zieht er mit den verbliebenen Soldaten seines bisherigen Himmelfahrtskommandos weiter durch die Wälder. Gawan indes hat ihn inzwischen verlassen und sich – wie sich später herausstellt – nach Stolperstadt aufgemacht, ganz so, wie er es bereits seit den Ereignissen in Harrenhal geplant hatte. 

House of The Dragon Staffel 3 Folge 6

Wenige Augenblicke später meldet Kriston, ein Soldat, ein Lager der Tullys entdeckt zu haben. Vor Ort bietet sich jedoch ein merkwürdiges Bild: Zwischen verendeten Tieren liegen scheinbar tote und schwer verwundete Soldaten der Flusslande verstreut auf dem Feld. Als Kristons Männer die Leichen näher in Augenschein nehmen wollen, springen diese allerdings plötzlich auf – und die Szene entpuppt sich als ausgeklügelte Finte. Zwar gelingt es den Hohenturm-Soldaten zunächst, ihre Gegner niederzuschlagen, doch kaum hat Kriston den vermeintlichen Sieg ausgerufen, geraten sie in einen weiteren Hinterhalt: Lord Tully, seine Truppen und die Winterwölfe unter Lord Roderick Staublin (Tommy Flanagan) haben sie eingekreist. 

Kriston sieht seine Chance gekommen, sich erneut als der vermeintlich „größte Krieger des Reiches“, wie er sich zuletzt selbst bezeichnete, unter Beweis zu stellen, und fordert seine Kontrahenten zu einem Duell auf. Während er den beiden Lords etwas Zeit geben möchte, um fähige Gegner für ihn zu wählen, zieht er noch das Stofftaschentuch aus seinem Ärmel, das Alicent (Olivia Cooke) ihm widerwillig überreichte, als er in der zweiten Staffel in den Krieg aufbrach und um ein Zeichen der Anerkennung bat. Doch dazu kommt es nicht: Ein Pfeil trifft ihn unversehens in der Brust, zwei weitere folgen in kurzer Abfolge, wobei einer gar sein Gesicht durchbohrt. 

House of The Dragon Staffel 3 Folge 6

Die Bogenschützin kam in der Serie bislang kaum vor: Es handelt sich um Lady Alysanne Schwarzhain (im Original: Alysanne Blackwood, gespielt von Annie Shapero), die bislang fast nur im Hintergrund zu sehen war, etwa am Ende der Schlacht am Roten Arm, als der Kopf von Jason Lennister (Jefferson Hall) von den Winterwölfen präsentiert wird. Nun bereitete sie Kriston Kraut ein Ende, das dieser sich zwar grundsätzlich gewünscht hatte – wohl aber kaum in dieser wenig ritterlichen Form. 

Rhaenyras Rat debattiert über Stolperstadt – und die Regentin beauftragt zwei Attentate

In Königsmund wird indes weiter über den richtigen Umgang mit Ormund Hohenturm und seinem infamen Plan diskutiert, Daeron Targaryen (Benjamin Evan Ainsworth) als Herrscher zu installieren. Während vor allem Mysaria (Sonoya Mizuno), Lord Torrhen Manderly (Dan Fogler) und Großmaester Orwyl (Kurt Egyiawan) mit Nachdruck dafür plädieren, darauf zu warten, dass die Soldaten der Flusslande in Stolperstadt eintreffen, will Daemon (Matt Smith) die Angelegenheit weiter mit Drachen lösen.

House of The Dragon Staffel 3 Folge 6

Rhaenyra widersetzt sich seinem Drängen, betont aber ihrerseits, dass ihre Geduld endlich sei, und beschließt daher, Attentäter nach Stolperstadt zu schicken. Für dieses Vorhaben spannt sie eine Delegation des Hauses Baratheon ein. Da Lord Borros Baratheon (Roger Evans) ihrer Vorladung nicht gefolgt ist und stattdessen den sogenannten Geierkönig (im Original: „Vulture King“) in Dorne bekämpft, fordert sie von Arrion Baratheon einen Gefallen ein – genauer gesagt dessen Gürtel. Wie sich später herausstellt, wurden andere Männer mit den Insignien des Hauses Baratheon ausgestattet, damit sie unter falscher Flagge nach Stolperstadt gelangen können. Dazu später mehr.

Zunächst aber muss sich Rhaenyra um die überaus angespannte Sicherheitslage in Königsmund kümmern. Wie zu Beginn referiert wird, wurden 25 Goldröcke ermordet, weitere wollen wegen des ausbleibenden Soldes ihren Dienst quittieren. Um die entstandenen Lücken zu schließen, beauftragt sie Alyn von Hull (Abubakar Salim), von seinem Vater Lord Corlys Velaryon (Steve Toussaint) Soldaten zu erbitten. 

Gleichzeitig wartet ein weiteres heikles Problem auf die Königin. Der fehlgeschlagene Fluchtversuch von Alicent und ihrer Tochter Helaena (Phia Saban) darf nicht ohne Konsequenzen bleiben – zu groß wäre die Gefahr, in den Augen ihres Hofes und des Volkes als schwach zu erscheinen. Allzu hart will Rhaenyra gegenüber ihrer einstigen Kindheitsfreundin aber nicht durchgreifen. Statt einer drastischen Bestrafung lässt sie die Wachen verstärken und untersagt Alicent und Helaena, den Roten Bergfried zu verlassen. 

Vor allem Helaenas Schwangerschaft müsse um jeden Preis geheim bleiben. Wie Alicent zuvor zutreffend anmerkte, würde deren Bekanntwerden Rhaenyra in eine heikle Lage bringen: Sollte Helaena einen Sohn zur Welt bringen, könnte dieser von Teilen des Reiches als weiterer Anwärter auf den Eisernen Thron betrachtet werden. Alicent treibt allerdings zugleich die Sorge um, dass sich der ohnehin fragile psychische Zustand ihrer Tochter weiter verschlechtern könnte, wenn diese nicht mehr nach draußen gehen darf. 

Wenig später sucht sie deshalb erneut das Gespräch mit Rhaenyra. Anlass ist eine rätselhafte Stickerei Helaenas, die Alicent kurz zuvor entdeckt hat: Sie zeigt offenbar Harrenhal, bleibt in ihrer Symbolik allerdings mehrdeutig. Im Mittelpunkt ist eine nackte, in Embryonalstellung zusammengerollte Gestalt zu erkennen, die unverkennbar an Aemond (Ewan Mitchell) erinnert und von einer roten Substanz umhüllt wird, die aufgrund ihrer Form an eine Gebärmutter denken lässt. Im Hintergrund zeichnet sich zudem die Silhouette einer Frau ab, bei der es sich um Alys Strom (Gayle Rankin) handeln könnte.

Für Alicent ist vor allem eine Botschaft eindeutig: Helaena, die bereits mehrfach durch ihre seherischen Fähigkeiten auffiel, scheint zu wissen, wo sich ihr Bruder aufhält. Sie berichtet Rhaenyra von ihrer Vermutung. Die Königin fasst daraufhin einen folgenschweren Entschluss: Da Soldaten zu auffällig wären und Aemond zur Flucht veranlassen könnten, soll Alicent nach Harrenhal reisen, gemeinsam mit einem Attentäter an ihrer Seite, der die Gelegenheit nutzen soll, den Prinzen zu töten.

Aemond und Alys Strom schließen einen Pakt – nach einer überraschenden Offenbarung

Aemond, der sich tatsächlich in Harrenhal aufhält, will die verfluchte Festung eigentlich hinter sich lassen, um sich auf die Suche nach seinem Drachen zu machen. Alys Strom hält ihn jedoch davon ab. Er müsse bleiben, Kräfte sammeln und seinen nächsten Schritt mit Bedacht wählen, betont sie. Schließlich gelingt es ihr, den Prinzen umzustimmen – nicht zuletzt mit einer überraschenden Offenbarung.

House of The Dragon Staffel 3 Folge 6 Aemond

Sie führt Aemond zu einer Kiste voller Dracheneier und hält einen eindringlichen Monolog über das Schicksal, das beide miteinander verbinden könnte. Die fünf Eier, so erklärt Alys, stammen von Traumfeuer (im Original: Dreamfyre). Heute wird sie von Helaena geritten, doch die Eier gehen noch auf die Zeit zurück, als Traumfeuer zu Prinzessin Rhaena Targaryen gehörte. Seit rund einem Jahrhundert sollen sie nun verborgen in Harrenhal lagern.

House of The Dragon Staffel 3 Folge 6 Alys Storm

Zunächst begegnet Aemond ihren Worten mit Skepsis. Alles, was er berühre, gehe letztlich zugrunde, entgegnet er. Alys widerspricht. Auch sie selbst sei verflucht und der Last ihrer einsamen Existenz überdrüssig. Gerade deshalb sollten sie ihre Kräfte vereinen: Sie als „Lady des Wassers“, er als Drachenherr – die beiden küssen sich daraufhin und besiegeln damit einen Pakt, der den weiteren Verlauf des Krieges beeinflussen könnte.

Ormund Hohenturm zeigt immer deutlicher seine dunklen Seiten

Auch in Stolperstadt schreitet die Handlung spürbar voran. Vor den Stadtmauern wächst der Frust bei Ulf dem Weißen (Tom Bennett), der gemeinsam mit Hugo Hammer (Kieran Bew) im Wechsel dort Wache hält. Während Ulf seinem Ärger darüber Luft macht, dass sich sein Leben kaum verbessert habe, seit er ein Drachenreiter ist, und sich vor allem über das Tavernenverbot beschwert, schleicht sich Hugo wenig später als Kutscher verkleidet selbst in die Stadt und macht dort seine Ehefrau Kat (Ellora Torchia) ausfindig. 

Die Wiedersehensfreude ist zunächst groß, schlägt aber schnell in einen heftigen Streit um. Kat berichtet vom Tod ihres Bruders und den Gefahren ihrer Flucht aus Königsmund, die sie als allein reisende Frau auf sich nehmen musste. Hugo wirft sie vor, derweil auf Drachenstein nach Ruhm und Anerkennung gesucht zu haben. Als er sie überreden will, gemeinsam mit ihm die Stadt zu verlassen, verweigert sie sich. Hugo versucht schließlich, sie mit körperlichem Einsatz zum Mitkommen zu bewegen, muss allerdings aufgeben, als Passanten auf die Auseinandersetzung aufmerksam werden.

House of The Dragon Staffel 3 Folge 6 Hohenturm

Innerhalb der Burg von Stolperstadt wiederum empfängt Ormund Hohenturm seinen Bruder Gawan Hohenturm, nachdem der sich von Kriston Kraut getrennt hat. Und Gawan macht aus seiner Einschätzung der Lage keinen Hehl: Er hält den Krieg angesichts der Drachen auf Seiten der schwarzen Fraktion für verloren. Ormund weist diese Zweifel schroff zurück. Selbstbewusst erklärt er, Rhaenyra werde ihre Drachen ohnehin nicht gegen Stolperstadt einsetzen. In seinen Augen fehle ihr als Frau die Entschlossenheit, einen derart verheerenden Angriff zu befehlen. Bei einer direkten militärischen Konfrontation sieht er wiederum die Grünen im Vorteil und betont, die Hauptstadt bereits von innen heraus erfolgreich zu destabilisieren.

Im Gespräch offenbart Ormund außerdem eine weitere unangenehme Seite. Mit süffisanten Bemerkungen deutet er an, Gawan habe unter seinen „Waffenbrüdern“ sicherlich viel Trost gefunden. Die spöttischen Anspielungen lassen kaum Zweifel daran, dass Ormund seinen Bruder wegen dessen Homosexualität verhöhnt. Wenig später setzt Daeron Targaryen das Gespräch mit Gawan fort und lässt dabei durchblicken, dass Ormunds Verhalten womöglich noch weitaus problematischer ist. „Du weißt, was er ist“, betont er und fährt fort mit: „Ich habe versucht, ihn davon abzuhalten … du weißt schon.“ Was genau er damit meint, bleibt unausgesprochen. Die Andeutung allein genügt aber bereits, um Ormund in einem noch düstereren Licht erscheinen zu lassen.

Als Ormund eine vermeintliche Delegation des Hauses Baratheon empfängt, wird ihm allerdings vor Augen geführt, wie unangebracht der Hochmut seinem Bruder gegenüber Gawan ist. Die Abgesandten geben an, vor Daeron das Knie beugen und ihm die Treue schwören zu wollen. Bevor die Besucher ihm jedoch nahekommen können, erkennt Gawan den Betrug. Gemeinsam mit den Wachen metzelt er die Attentäter nieder, noch bevor diese ihren Anschlag ausführen können, und bemerkt anschließend, dass der Mann, der sich als Arrion Baratheon ausgab, diesem überhaupt nicht ähnelte.

Daemon und Rhaenyra verspielen weiter Sympathien 

Die sechste Episode macht zudem einmal mehr deutlich, dass Rhaenyra und Daemon derzeit nicht nur mit schwierigen Umständen zu kämpfen haben – sie treffen auch selbst Entscheidungen, die ihre Lage unnötig weiter verschlechtern. Vor allem Rhaenyras Verhalten wirkt dabei zunehmend befremdlich.

Bei einer weiteren Audienz für die Bevölkerung legt die Königin einen geradezu katastrophalen Auftritt hin. Auf die Sorgen ihrer Untertanen reagiert sie kühl, teilweise wirken ihre Antworten sogar hämisch. Als eine Vertreterin eines Mutterhauses – einer Einrichtung der Sieben, die sich unter anderem um Waisen und Bedürftige kümmert – berichtet, ein Mädchen sei nachts entführt worden, weil die Goldröcke keinen ausreichenden Schutz mehr gewährleisteten, entgegnet Rhaenyra lediglich, sie werde bei ihrem nächsten Besuch in der Septe eine Kerze für das Kind anzünden und beten. Einem anderen Bittsteller, der über die explodierenden Talgpreise klagt und erklärt, man könne sich nicht einmal mehr Licht leisten, schiebt sie die Verantwortung kurzerhand ihrem neuen Meister der Münze, Lord Torrhen Manderly, zu.

House of the Dragon

Schließlich schneidet sich Rhaenyra in dieser Szene auch noch am Eisernen Thron – ein symbolträchtiges Menetekel, denn in der Welt von Westeros gelten solche Verletzungen als Zeichen dafür, dass ein Herrscher seiner Rolle nicht gerecht wird. Zugleich scheint der Schnitt finstere Erinnerungen an ihren Vater Viserys I. wachzurufen, dessen schwer heilende Wunden seinen körperlichen Verfall über Jahre hinweg begleiteten. Sichtlich verstört bricht Rhaenyra die Audienz schließlich ab und verlässt fluchtartig den Saal.

Daemon macht derweil in Flohloch kaum eine bessere Figur. In der Uniform eines Goldrocks begibt er sich in das Armenviertel, um einen Attentäter anzulocken. Tatsächlich gelingt es ihm, einen der Männer in einer Gasse zu stellen. Der zeigt sich jedoch erstaunlich unbeeindruckt. Spöttisch erklärt er Daemon, dass ihre Zahl längst zu groß geworden sei. Obendrein seien es einfache Männer ohne Wappen oder Rangabzeichen, die die Anschläge auf die Soldaten der Stadt ausübten – es könnte ihm also niemals gelingen, sie alle ausfindig zu machen. 

Daemon tötet den Attentäter und begegnet auf dem Rückweg zufällig Ulf, der sich über das verhängte Tavernenverbot und die Anordnung, den Roten Bergfried nicht zu verlassen, hinweggesetzt hat. Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger stößt Daemon ihn grob in den Schlamm und demütigt ihn öffentlich. Anschließend droht er dem Drachenreiter, ihn beim nächsten Verstoß blenden zu lassen. Die Sympathie der einfachen Bevölkerung gewinnt man so wohl kaum.

Vor allem Rhaenyras Entwicklung aber lässt stutzig werden. Noch vor wenigen Folgen wurde sie als Herrscherin inszeniert, die das Leid des einfachen Volkes ernst nimmt, einigen Lords und Ladys als Racheaktion gebratene Ratte servierte und sogar auf die Soldzahlungen der Goldröcke verzichtete, um etwas gegen den Hunger in der Hauptstadt zu unternehmen. Dass sie nun innerhalb kürzester Zeit derart gleichgültig und beinahe zynisch auftritt, wirkt psychologisch nur bedingt nachvollziehbar – selbst wenn der zunehmende Druck auf ihr lastet. 

Es bleibt zu hoffen, dass die Serie hier nicht auf eine ähnlich überhastete Charakterentwicklung zusteuert wie einst bei Daenerys Targaryen, deren radikaler Wandel im Finale von Game of Thrones von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern wegen seiner unzureichenden Vorbereitung kritisiert wurde.

Was sonst noch wichtig ist

Auch abseits der großen Handlungsstränge liefert die sechste Episode einige wichtige Entwicklungen: Für Aegon (Tom Glynn-Carney) folgt bei Krähenruh der nächste ernüchternde Realitätscheck. Nachdem ihm Larys Kraft (Matthew Needham) bereits in der vorangegangenen Folge unmissverständlich vor Augen geführt hatte, dass er weder ein guter König noch ein guter Mensch sei, muss er nun eine weitere bittere Wahrheit schlucken. 

Während Tyland Lennister (Jefferson Hall) damit beschäftigt ist, dem selbst ernannten „Lord“ der Burgruine, Janos (Oliver Coopersmith), ein Grab auszuheben, fragt Aegon ihn unvermittelt, ob auch er ihn für einen furchtbaren Menschen halte. Tyland Lennister, der mit Aegon eigentlich nach Casterlystein fliehen will, versucht zunächst, einer direkten Antwort auszuweichen – doch gerade sein Winden spricht Bände. Kurz darauf fällt Aegon die Entscheidung: Gemeinsam mit Larys Kraft will er nach Essos aufbrechen.

Ein kurzes Wiedersehen gibt es außerdem mit Rhaena (Phoebe Campbell): Lady Jeyne Arryn (Amanda Collin) stellt sie wegen ihres leichtsinnigen Verhaltens zur Rede. Entgegen ihrer Abmachung hatte Rhaena ihr Versteck – eine Höhle im Tal von Arryn – verlassen, nachdem sie den Drachen Mondtänzer ihrer Schwester Baela entdeckt hatte. Lady Arryn macht unmissverständlich klar, dass sie damit nicht nur sich selbst, sondern auch das Bündnis zwischen Haus Arryn und Rhaenyra gefährdet habe. Sollte Rhaena ihr Versteck noch einmal eigenmächtig verlassen, werde es keine zweite Warnung mehr geben.

Auch Baela (Bethany Antonia) selbst hat eine wichtige Szene in dieser Folge. Im Gespräch mit Alyn von Hull geht es um ihre Väter – Corlys Velaryon und Daemon Targaryen –, die ihre Kinder auf unterschiedliche Weise vernachlässigt hätten, um ihren eigenen Dämonen zu entkommen. Aus dem Austausch über Pflicht und familiäre Enttäuschungen entwickelt sich schließlich eine Annäherung. Am Ende küssen sich Baela und Alyn.

Corlys wird überwältigt: Was bedeutet das Ende?

In der letzten Szene der Folge gerät auch Lord Corlys Velaryon (Steve Toussaint) in ernste Gefahr. Eigentlich ist die Seeschlange damit beschäftigt, Piraten aufzuspüren. Nachdem er die Bitte seines Sohnes Alyn, zusätzliche Männer zur Verstärkung der Goldröcke nach Königsmund zu entsenden, zunächst abgewiesen hatte, beschließt Corlys, ihr doch nachzukommen, und sich selbst zurück auf den Weg in die Hauptstadt zu machen. 

Corlys

Dazu kommt es allerdings nicht, denn Corlys wird von Ser Jon Roxton (Max Wrottesley) überrascht. Die Begleiter des Mannes, der zuvor an der Seite von Ormund Hohenturm zu sehen war, töten Corlys’ Soldaten und überwältigen schließlich auch den Lord selbst. Einer von Roxtons Männern legt ihm eine schwere Kette um den Hals – ob Corlys den Überfall überlebt oder welchen Plan die grüne Fraktion mit ihm verfolgt, lässt die Episode offen.

Fest steht allerdings: Die von Rhaenyra dringend benötigte Verstärkung für die Goldröcke wird Königsmund nicht erreichen. Zugleich fällt mit Corlys ausgerechnet ihr wohl wichtigster militärischer und politischer Verbündeter zumindest vorübergehend aus – und das schwächt die Schlagkraft der gesamten schwarzen Fraktion.

Insgesamt wirkt diese Episode wie das bewusste Einziehen der Schlinge vor dem Finale. Vor allem die Macht der schwarzen Fraktion gerät dabei zunehmend ins Wanken, die ausgerechnet in Königsmund zunehmend die Kontrolle über die eigene Bevölkerung verliert. Der Krieg, das unterstreicht House of the Dragon in diesen Schlussakkorden der dritten Staffel weiter, wird gerade nicht auf Schlachtfeldern entschieden, sondern durch Versorgungskrisen und abnehmendes Vertrauen in die Herrschenden.

Weder Rhaenyra noch Daemon wirken noch wie souveräne Anführer, sondern wie Machthaber, die sich wahlweise von Angst, Misstrauen und Überlegenheitsgefühl in Fehlentscheidungen treiben lassen. Gleichzeitig erhalten Figuren wie Alys Strom oder die unzufriedenen Drachensamen Ulf und Hugo zunehmend strategisches Gewicht. Die Folge verschiebt damit die Gewichte noch einmal deutlich – und wirft zahlreiche neue Fragen auf, die in den verbleibenden zwei Episoden aufgelöst werden müssen.

Die Targaryen-Dynastie befindet sich auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Macht, mit mehr als 15 Drachen unter ihrem Joch. Die meisten Reiche stürzen von solchen Höhen ab. Im Fall der Targaryens beginnt ihr langsamer Niedergang, als König Viserys mit einer jahrhundertealten Tradition bricht und seine Tochter Rhaenyra zur Erbin des Eisernen Throns ernennt. Doch als Viserys später einen Sohn zeugt, ist der Hof schockiert, als Rhaenyra ihren Status als seine Erbin behält, und die Saat der Spaltung geht im ganzen Reich auf.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

5,98 €

Gesamtlaufzeit

27h 18min

Genres

Action & Abenteuer, Drama, Fantasy

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