„House of the Dragon“: Das Ende von Folge 4 und Ormunds Plan erklärt

„House of the Dragon“: Das Ende von Folge 4 und Ormunds Plan erklärt

Veröffentlicht am13. Juli 2026

Aktualisiert am13. Juli 2026

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So viele Schauplätze hat es in House of the Dragon (seit 2022) schon lange nicht mehr gegeben: In der vierten Folge der dritten Staffel wechselt das Geschehen in schneller Abfolge zwischen Königsmund, dem Grünen Tal, Harrenhal – und erstmals ist auch Stolperstadt (im Original: „Tumbleton“) zu sehen. Obendrein kann man bei all den taktischen Bewegungen der Truppen und Drachen der grünen wie der schwarzen Fraktion schon einmal den Überblick verlieren. Eine Rekapitulation der wichtigsten Ereignisse.

Der neue Schauplatz: Was passiert in Stolperstadt?

Gleich die erste Szene führt an einen bislang ungesehenen Ort: In Stolperstadt hat das etwa 15.000 Soldaten starke Heer unter der Führung von Ormund Hohenturm (James Norton) sein Lager aufgeschlagen. Die Stadt in der Weite liegt etwa 50 Meilen südwestlich von Königsmund und platzt nun aus allen Nähten.

House of The Dragon Folge 4

Veranschaulicht wird die Lage durch die Perspektive einer Frau, die zuletzt in der zweiten Staffel zu sehen war. Deshalb lässt sich leicht übersehen, dass es sich hier um Kat (Ellora Torchia) handelt, die Ehefrau von Hugo Hammer (Kieran Bew), den Rhaenyra (Emma D’Arcy) in der vorangegangenen Folge zum Ritter geschlagen hat. Kat ist wegen der dortigen Hungersnot aus Königsmund geflohen und wohnt nun bei ihrem Bruder und dessen Ehefrau. Nun ist ihr Haushalt dazu gezwungen, Soldaten der grünen Fraktion zu beherbergen – mit schwerwiegenden Folgen. Einer der Männer versucht im späteren Verlauf der Folge, Kat zu vergewaltigen, wird von ihren Verwandten aber daran gehindert. 

HOTD Episode 4

Der Vorfall landet schließlich vor Ormund Hohenturm, der sich ohnehin Vorwürfe von Lord und Lady von Stolperstadt, Glendon Fersen (Adam Brown) und Sharis Fersen (Alexandra Moen) anhören muss. Die beiden, die Rhaenyra die Treue geschworen haben, sind alles andere als erfreut über die Anwesenheit des grünen Heeres. Möglicherweise fällt Ormunds Urteil auch deshalb besonders hart aus. Vor allem aber dürfte er das Bild des gerechten und rechtschaffenen Heerführers unterstreichen wollen: Er lässt den Täter kastrieren und ihm anschließend den Arm brechen, um seine Taten zu vergelten.

House of the Dragon rückt mit diesem Handlungsstrang nicht nur die Folgen des Kriegsalltags für die einfache Bevölkerung wieder stärker in den Fokus, sondern zeichnet damit auch ein genaueres Bild von Ormund Hohenturms Charakter, der in dieser Episode deutlich stärker ins Zentrum rückt. Dazu später mehr. 

Das Chaos in Königsmund: Wer sitzt noch in Rhaenyras Rat?

Rhaenyra, die am Ende der vorangegangenen Folge von den Entwicklungen in Stolperstadt erfuhr, wundert sich indes über die Wahl des Ortes. Gemeinsam mit ihrem stark ausgedünnten Rat beschließt sie, keine Drachen dorthin zu senden, sondern die Truppen der Flusslande nach Stolperstadt zu befehlen. 

HOTD Episode 4 Kurt

In der gleichen Szene beschließt Rhaenyra, Großmaester Orwyl (Kurt Egyiawan) in ihrem Rat zu behalten, auch wenn er zuvor den Grünen diente. Auf die Empfehlung von Mysaria (Sonoya Mizuno) entscheidet sie sich außerdem dazu, einen neuen „Meister der Münze“ zu ernennen, dem sich im Zweifelsfall die Schuld an den leeren Kassen zuschieben lässt – schließlich befindet sich weiterhin kaum Gold in Königsmund.

HOTD Episode 4

Rhaenyras Wahl fällt auf Ser Torrhen Manderly (Dan Fogler), der bereits in der vorangegangenen Folge zu den Gästen ihres denkwürdigen Dinners gehörte, bei dem sie ausgewählten Händlern und niederen Lords und Ladys letztlich Ratten servieren ließ, um sie für ihr egoistisches Verhalten während der Blockade der Hauptstadt zu schelten.

Corlys Velaryon (Steve Toussaint), eigentlich Rhaenyras „Hand“, verlässt derweil Königsmund. Noch immer ist er erzürnt darüber, dass Rhaenyra seinen unehelichen Sohn Addam (Clinton Liberty) nicht zu einem Velaryon und damit zu seinem rechtmäßigen Erben von Driftmark erklärte. Vor seiner Abreise rät Corlys noch seinem anderen Sohn Alyn (Abubakar Salim), sich als sein Nachfolger zu empfehlen und im politischen Tagesgeschäft unentbehrlich zu machen.

Wo sind eigentlich Aegon II. und Lord Larys Kraft?

Auch wer sich gefragt hat, was eigentlich aus Aegon II. (Tom Glynn-Carney) geworden ist, der vor Rhaenyras Ankunft in Königsmund von seinem Meister der Flüsterer, Lord Larys Kraft (Matthew Needham), aus der Hauptstadt geschmuggelt wurde, erhält in der vierten Folge endlich eine Antwort. Die beiden haben mittlerweile die Gegend um Krähenruh (im Original: „Rook’s Rest“) erreicht, wo Aegon ein letztes Mal Abschied von seinem Drachen Sunfyre nehmen will.

Dabei macht er eine bemerkenswerte Aussage: Er ist überzeugt, dass Sunfyre noch lebt – eine Vermutung, der die Episode allerdings nicht weiter nachgeht. Stattdessen müssen Aegon und Larys vor marodierenden Plünderern durch die Wälder fliehen und finden schließlich Unterschlupf in der verfallenen Burgruine von Krähenruh.

Dort offenbart House of the Dragon erneut die Schattenseiten des Krieges. Die Ruine wird von einer verarmten Bevölkerung bewohnt, die unter der Herrschaft eines selbst ernannten „Lords“ lebt. Der einstige König muss dort die Latrinen säubern, gerät mit dem Anführer aneinander und wird schließlich gezwungen, die Stiefel des Mannes zu küssen, damit dieser ihn verschont – ein demütigender Tiefpunkt für den ehemaligen Herrscher.

Ser Gawan Hohenturm und Ser Kriston Kraut erreichen Harrenhal

Eine weitere Spur der Verwüstung zeichnet sich derweil in Harrenhal ab, als Ser Gawan Hohenturm (Freddie Fox), Ser Kriston Kraut (Fabien Frankel) und eine der wichtigsten Armeen der Grünen endlich die gewaltige Festung erreichen. Eigentlich wollen sie sich dort mit Aemond Targaryen (Ewan Mitchell) und dessen Drache Vhagar vereinen, um ihre Streitkräfte zu bündeln. Stattdessen empfängt sie Alys Strom (Gayle Rankin) mit einer unerwarteten Nachricht: Aemond ist bereits wieder aufgebrochen, nachdem ihn die Kunde erreicht hatte, dass Rhaenyra in Königsmund angekommen ist.

HOTD Episode 4 Alys Storm

Über das weitere Vorgehen entbrennt daraufhin eine Meinungsverschiedenheit. Gawan hält den Krieg nach Rhaenyras Einnahme von Königsmund praktisch für entschieden. Seiner Ansicht nach wäre es sinnlos, sich den zahlenmäßig überlegenen Truppen aus den Flusslanden entgegenzustellen. 

Kriston Kraut sieht die Lage jedoch grundlegend anders. Für ihn ist der Krieg noch lange nicht verloren, zudem hält er eine flammende Rede gegen die Streitkräfte aus den Flusslanden: Gerade jetzt müsste verhindert werden, dass dieser „Abschaum“ ungehindert auf Königsmund vorrücken kann. Auch wenn die Chancen schlecht stehen, drängt er darauf, ihnen den Weg zu versperren.

Die fanatische Seite des Ormund Hohenturm

Die Nachricht, dass Aemond und sein Drache Vhagar nicht mit Gawan und Kriston vereint sind, erreicht bald auch Ormund Hohenturm in Stolperstadt. Hier zeigt House of the Dragon erst einmal seine cholerische Seite. Daeron Targaryen (Benjamin Evan Ainsworth) schickt den Überbringer der Nachricht gerade noch rechtzeitig nach draußen, dann verliert Ormund schlagartig die Beherrschung und rammt sein Schwert mehrmals voller Wut in den Tisch. Der Ausbruch dauert nur wenige Augenblicke, ehe er sich wieder sammelt und zu seinem gewohnt höfischen Auftreten zurückkehrt.

Ormund

Die Szene passt zu einer Bemerkung, die Alicent Hohenturm (Olivia Cooke) zuvor gegenüber Rhaenyra machte: Sie erklärt, ihren Bruder kaum zu kennen, beschreibt ihn aber als einen Mann, der sich für einen großen Gelehrten hält. Fast beiläufig erwähnt sie zudem seine außergewöhnlich ausgeprägte Geruchsempfindlichkeit – ein Detail, das bereits bei seinem ersten Auftritt angedeutet wurde, als er einen mit Duftstoffen oder Weihrauch gefüllten Anhänger bei sich trug. 

Noch aufschlussreicher aber ist Ormunds Gespräch mit Daeron. Darin wettert er gegen die Targaryens und ihren vermeintlichen Blutzauber und ihre Drachen. Obwohl auch in Daerons Adern Targaryen-Blut fließe, sieht er ihn durch seine Erziehung in Altsass, im Schatten der Zitadelle, den Valyrern moralisch und kulturell überlegen, und plant, ihn auf den Thron zu setzen – um die Werte der Hohenturms wieder im Zentrum der Macht zu verankern. 

Doch Ormund belässt es nicht bei Worten allein. Überraschend stellt sich heraus, dass er Kats Bruder gefangen genommen hat. Zur Strafe dafür, dass dieser einen Hohenturm-Soldaten verletzte, als er seine Schwester vor besagter Vergewaltigung schützen wollte, soll er hingerichtet werden – durch Daeron. Wie Ormund seinem Mündel erklärt, stelle bereits der Angriff auf einen seiner Männer einen Angriff auf sein Haus dar, der gesühnt werden müsse. Der Junge kommt der Anweisung schließlich sichtlich widerwillig nach. 

Vor allem aber machen diese Szenen unmissverständlich deutlich, was für ein Mann Ormund tatsächlich ist, illustrieren sein Überlegenheitsdenken und seine fanatische Ideologie, die er sonst hinter einer Fassade aus Bildung und Anstand verborgen hält.

Daemons Ausflug ins Grüne Tal und neuer Terror in Königsmund

Auch die Geschichte um Rhaena Targaryen (Phoebe Campbell) wird in der vierten Folge endlich weitererzählt: Daemon (Matt Smith) reist eigentlich nur ins Grüne Tal, um auf Hohenehr bei Lady Jeyne Arryn (Amanda Collin) finanzielle Unterstützung für Königsmund zu erbitten. Dort kommt es jedoch zu einer unerwarteten Begegnung: Sein Drache Caraxes wittert den wilden Drachen Schafsdieb und führt Daemon direkt zu seiner Tochter.

Daemon

Rhaena wirkt erschöpft und verwahrlost. Im Gespräch mit ihrem Vater macht sie deutlich, dass es für sie kein Zurück mehr gibt, nach dem, was in der Schlacht in der Gurgel passiert ist. Daemon wiederum steht nun vor einer folgenschweren Entscheidung: Eigentlich soll er Rhaenyra den Drachenreiter bringen, der für den Tod ihres Sohnes Jacaerys verantwortlich ist. Als Rhaena auf Schafsdieb davonfliegt, entscheidet er sich kurzerhand, seine Ehefrau zu täuschen und seine Tochter zu schützen.

Als er nach Königsmund zurückkehrt, bringt er schließlich nicht nur die erbetenen 10.000 Golddrachen mit – sondern auch den bis zur Unkenntlichkeit versengten Kopf eines Hirten und behauptet, seine Mission, den Drachenreiter ausfindig zu machen, erfüllt zu haben. Rhaenyra reagiert sichtlich enttäuscht. Sie hatte gehofft, den mutmaßlich Verantwortlichen für den Tod ihres Sohnes persönlich befragen zu können. 

Dennoch müssen die Regierungsgeschäfte weitergehen. Rhaenyra entscheidet, das aus dem Grünen Tal eingetroffene Gold als Unterstützung an die hungernde Bevölkerung zu verteilen, anstatt damit die längst überfälligen Soldzahlungen der Goldröcke zu begleichen. Politisch ist das ein riskanter Schritt: Zwar gewinnt sie damit Sympathien bei den einfachen Menschen, verprellt jedoch ausgerechnet die Truppen, die für die Sicherheit der Hauptstadt verantwortlich sind.

Wie fragil diese Unterstützung ist, zeigt wenig später eine weitere Szene. Ulf Weiß (Tom Bennett) bittet Rhaenyra um einen Gefallen für einige seiner Trinkgefährten. Sie lehnt ab und untersagt ihm außerdem, weiterhin die Tavernen der Stadt zu besuchen. Als Drachenreiter sei er inzwischen zu wichtig und habe sich innerhalb des Roten Bergfrieds aufzuhalten.

Im Hinausgehen berichtet Ulf Rhaenyra noch von Schmierereien an den Mauern Königsmunds, auf denen sie als „Queen of Bastards“ verspottet wird. Die Parole trifft einen wunden Punkt, da sie die alten Gerüchte um die tatsächliche Abstammung ihrer Söhne aufgreift. Rhaenyra ordnet daher an, die Verantwortlichen ausfindig zu machen und sämtliche Schmierereien beseitigen zu lassen.

Die Schlusssequenz zeigt allerdings, wie brutal ihre Soldaten diesen Befehl auslegen: Mit äußerster Härte gehen sie gegen die Bevölkerung vor und verbreiten Angst in der Stadt. Zwar macht Rhaenyra unmissverständlich klar, wie wichtig ihr die Unterbindung der Schmähungen ist – den entstehenden Terror dürfte sie in dieser Form jedoch kaum beabsichtigt haben.

Das Ende erklärt: Was bedeuten die Entwicklungen für den Tanz der Drachen?

Die vierte Folge verschiebt nicht nur Truppen, sondern auch die Machtverhältnisse hinter den Kulissen. Rhaenyra versucht zwar, ihre Herrschaft über Königsmund zu festigen, verliert mit Corlys Velaryon aber endgültig einen ihrer wichtigsten Verbündeten und riskiert durch Entscheidungen wie die ausbleibende Besoldung der Goldröcke oder das brutale Vorgehen gegen vermeintliche Regimekritiker weiteres Vertrauen bei Adel und Bevölkerung.

Auf der Gegenseite etabliert sich mit Ormund Hohenturm eine neue Schlüsselfigur, die mit Daeron sogar einen dritten Anwärter auf den Eisernen Thron ins Spiel bringt. Gleichzeitig bleibt unklar, wohin Aemond nach seinem überstürzten Aufbruch von Harrenhal aufgebrochen ist – eine Frage, die für den weiteren Kriegsverlauf entscheidend werden dürfte. 

Zugleich hinterlässt die Folge mehrere offene Handlungsfäden: Wie wird Ulf auf seinen faktischen Hausarrest reagieren? Und welche Konsequenzen wird wiederum Hugo Hammer ziehen, wenn er vom Schicksal seiner Familie erfährt? Daneben deutet die Episode erstmals an, dass Helaena (Phia Saban), Aegons Frau, erneut schwanger sein könnte, was den Machtkampf um die Thronfolge zusätzlich verkomplizieren würde. 

Fest steht letztlich vor allem eines: Die Weichen für die nächste große Konfrontation sind gestellt. Während sich die Heere der Grünen und Schwarzen immer weiter auf Stolperstadt zu bewegen, deutet alles darauf hin, dass dort schon bald die nächste entscheidende Schlacht des Tanzes der Drachen geschlagen wird.

Die Targaryen-Dynastie befindet sich auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Macht, mit mehr als 15 Drachen unter ihrem Joch. Die meisten Reiche stürzen von solchen Höhen ab. Im Fall der Targaryens beginnt ihr langsamer Niedergang, als König Viserys mit einer jahrhundertealten Tradition bricht und seine Tochter Rhaenyra zur Erbin des Eisernen Throns ernennt. Doch als Viserys später einen Sohn zeugt, ist der Hof schockiert, als Rhaenyra ihren Status als seine Erbin behält, und die Saat der Spaltung geht im ganzen Reich auf.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

5,98 €

Gesamtlaufzeit

27h 18min

Genres

Action & Abenteuer, Drama, Fantasy

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