
Ryan Goslings „Ghost Rider“ könnte Blades letzte Chance im MCU sein
Ryan Gosling betrat überraschend die Bühne der Comic-Con in San Diego – und löste einen der lautesten Momente des Wochenendes aus. Marvel-Chef Kevin Feige bestätigte gemeinsam mit Regisseur Shawn Levy und Drehbuchautor Jonathan Tropper, dass Gosling in Ghost Rider (2028) den legendären Motorrad-Dämon mit dem brennenden Schädel spielen wird. Für viele Fans war das die Nachricht, auf die sie jahrelang gewartet hatten. Gleichzeitig sorgte die Ankündigung für eine neue Debatte: Wenn Ghost Rider jetzt grünes Licht bekommt, warum steckt Blade, Marvels anderer großer Held der übernatürlichen Welt, noch immer in der Entwicklungs-Hölle?
Sieben Jahre Blade, kein Meter Film
Blade ist in den Comics ein halbmenschlicher Vampirjäger, der die Kräfte seiner Feinde besitzt, ohne ihren Blutdurst zu teilen. Wesley Snipes machte ihn Ende der Neunziger zur Ikone, und 2019 kündigte Feige auf genau derselben Comic-Con-Bühne an, dass Mahershala Ali den Jäger im MCU übernehmen würde.

Der Jubel war damals genauso riesig, doch passiert ist seitdem fast nichts. Das Projekt verschliss mehrere Regisseure und einen ganzen Stapel Drehbuchautoren, verlor seinen Kinotermin und wurde nie gedreht. Alis einziger Auftritt als Blade blieb bis heute eine Stimme aus dem Off am Ende von Eternals (2021). Feige bezeichnete sich zuletzt selbst als riesigen Verlierer und sprach von einem Versagen, was für einen Studioboss ungewöhnlich offen ist. Immerhin durfte Snipes in Deadpool & Wolverine (2024) noch einmal kurz die Klinge schwingen, doch Alis Version wartet weiter auf ihren ersten echten Auftritt.
Bei „Ghost Rider“ liegt schon jetzt viel mehr auf dem Tisch
Ghost Rider ist, kurz gesagt, Marvels Kopfgeldjäger aus der Hölle. In der bekanntesten Version verkauft der Motorrad-Stuntman Johnny Blaze seine Seele an einen Teufel und verwandelt sich nachts in ein Wesen mit flammendem Totenschädel, das Sünder zur Strecke bringt. Nicolas Cage spielte ihn in zwei eher glücklosen Filmen, Ghost Rider (2007) und Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2012).

Die neue Version verspricht einen anderen Zugriff, weil sie stark von Goslings eigener Idee ausgeht. Auffällig ist vor allem, wie viel er selbst mitbestimmt. Er trat mit einer fertigen Vorstellung an Marvel heran und brachte mit Levy und Tropper sein eigenes Kreativteam vom Science-Fiction-Film Star Wars: Starfighter (2027) mit. Sogar welche Version von Ghost Rider er spielt, hält Marvel bewusst offen. Bei Blade stand 2019 hauptsächlich ein großer Name im Raum, begleitet von viel Applaus, aber weder von einem Drehbuch noch von einem Kinotermin. Ghost Rider bringt beides von Anfang an mit, dazu ein Team, das seinen Star-Wars-Film bis zum Start 2028 längst abgeliefert haben wird.
Warum die übernatürliche Ecke Blades beste Rückkehr wäre
Blade und Ghost Rider gehören in den Comics zusammen: Beide bewegen sich in einer dunklen, magischen Zone des Marvel-Kosmos, in der das Studio seit jeher seine Horror- und Magie-lastigen Helden bündelt, weit weg von den bunten Avengers. In den Comics stehen die beiden dort gemeinsam bei den Midnight Suns, einer Art übernatürlichem Gegenstück zum klassischen Superhelden-Team.
Wenn Ghost Rider diese Ecke auf der Leinwand öffnet, entsteht dort wieder ein Ort, an dem ein Vampirjäger überhaupt Platz hat, und Platz ist bei Blade das eigentliche Problem. Ein Auftritt in einem der großen Multiversums-Events, wie ihn Gerüchte rund um Avengers: Secret Wars (2027) ins Spiel bringen, würde ihn zur Randnotiz zwischen Dutzenden bekannterer Helden machen.

In einer Umgebung, in der Horror und Magie ohnehin den Ton angeben, könnte Blade dagegen eine eigene Handschrift bekommen, die zu seiner düsteren, blutigen Herkunft passt, statt ihn als Gast durch fremdes Terrain laufen zu lassen. Snipes’ Blade wurde Ende der Neunziger gerade deshalb zum Kult, weil er in seiner eigenen Welt spielen durfte und nicht im Verbund mit einem Dutzend anderer Marvel-Namen. Denkbar wäre auch, Blade nach Avengers: Secret Wars im geplanten Neustart des MCU einfach solo einzuführen.
Nur bleibt das genau die Sorte vages Zukunftsversprechen, an der die Figur schon einmal gescheitert ist. Noch redet niemand offiziell über ein solches Team-Projekt, aber der Weg über Ghost Rider wirkt inzwischen leichter zu greifen als das lange Warten auf einen Solofilm, der seit sieben Jahren nicht zustande kommt.







































