
Geena Davis’ Lieblings-Actionfilm kommt nicht aus Hollywood
Renee Joyce lebt in einer ruhigen Seniorenanlage, auch wenn dort, wie sich später herausstellt, so einiges passiert, was mit Rentnerresidenzen wenig zu tun hat. Geena Davis würde ihrer Figur trotzdem keinen gemütlichen Filmabend empfehlen – sondern ein indisches Action-Epos.
Während der Promotion für The Boroughs (2026) sprach JustWatch mit Davis darüber, welchen Film ihre Figur Renee Joyce lieben würde. Ihre Antwort kam ohne lange Überlegung: RRR (2022). „Ich kann für mich selbst sprechen und dann einfach behaupten, dass es auch Renees Lieblingsfilm wäre“, sagte Davis über ihre Figur. „Es ist ein Actionfilm aus Indien. Er hat die besten Actionszenen überhaupt.“ Die Wahl ist überraschend – passt aber erstaunlich gut zu einer Serie, die selbst nicht gerade klein denkt.
Renee Joyce braucht keinen gewöhnlichen Actionfilm
In The Boroughs zieht der verwitwete Sam Cooper (Alfred Molina) nach dem Tod seiner Frau in eine Seniorenwohnanlage. Dort entdeckt er gemeinsam mit anderen Bewohnern, darunter Renee Joyce (Geena Davis), dass in ihrer Umgebung etwas nicht stimmt. Auf den ersten Blick führen die Bewohner ein ruhiges und gewöhnliches Leben, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein Geheimnis. Produziert wird die Serie von den Duffer-Brüdern – aus dem Umzug ins Wohnheim wird also Stranger Things (2016) für Senioren.

Insofern passt Davis’ Wahl zumindest zum Ton der Serie. Auch RRR hält wenig von Zurückhaltung. Der Film setzt auf riesige Bilder, extreme Situationen und Actionsequenzen, die jede Realitätsschranke hinter sich lassen. Wenn Renee schon in ihrem vermeintlich beschaulichen neuen Zuhause mit dem Außergewöhnlichen konfrontiert wird, darf es beim Filmabend offenbar ebenfalls etwas größer sein.
Geena Davis weiß, wie Action funktioniert
Davis weiß aus eigener Erfahrung, was eine große Actionrolle verlangt. In Tödliche Weihnachten (1996) spielte sie Samantha Caine, eine Frau, die entdeckt, dass sich hinter ihrem scheinbar gewöhnlichen Leben eine Vergangenheit als ausgebildete Killerin verbirgt. Der Film wurde zwar bei seinem Kinostart kein großer Erfolg, entwickelte sich später aber zum Kultfilm und gehört bis heute zu Davis’ bekanntesten Actionrollen.
Ihre Begeisterung für RRR bekommt dadurch einen zusätzlichen Reiz. Davis entscheidet sich nicht für einen Hollywood-Klassiker oder einen Film aus der eigenen Karriere, sondern für ein Werk, das Action mit Pathos, Freundschaft und hemmungslosem Spektakel verbindet. Und gerade bei den Actionszenen setzt RRR Maßstäbe, die selbst für jemanden mit Davis’ Filmografie Eindruck machen.
„RRR“ macht bei seiner Action nichts halb
Regisseur S. S. Rajamouli erzählt in RRR eine fiktive Geschichte um die historischen Figuren Komaram Bheem (N. T. Rama Rao Jr.) und Alluri Sitarama Raju (Ram Charan). Im Indien der 1920er-Jahre werden die beiden zu Freunden, ohne zunächst zu wissen, dass ihre jeweiligen Ziele sie zu Gegnern machen könnten.

Was daraus entsteht, lässt sich allerdings kaum mit einer gewöhnlichen Inhaltsangabe verkaufen. Motorräder, Pferde, Explosionen und überzeichnete Kämpfe sind nicht die Ausnahme, sondern das Konzept. Rajamouli inszeniert Action nicht nach den Regeln der Realität, sondern danach, was auf einer möglichst großen Leinwand maximalen Eindruck hinterlässt. Davis’ Urteil über die „besten Actionszenen überhaupt“ kommt also nicht ganz aus dem Nichts.
Geena Davis ist längst nicht der einzige „RRR“-Fan
Dass Davis ausgerechnet RRR nennt, ist inzwischen auch keine exotische Außenseiterempfehlung mehr. Der Film entwickelte sich nach seiner Veröffentlichung 2022 international zum Phänomen. Besonders der Song „Naatu Naatu“ sorgte weltweit für Aufmerksamkeit und gewann 2023 den Oscar für den besten Originalsong.
Davis’ Empfehlung passt trotzdem besonders gut. Eine Schauspielerin, die in Tödliche Weihnachten selbst einige spektakuläre Actionszenen hingelegt hat, lässt sich ausgerechnet von einem Film begeistern, der beim Spektakel keinerlei Zurückhaltung kennt. Und Renee Joyce hat damit schon einmal einen ziemlich guten Film für den nächsten ruhigen Abend in ihrer alles andere als ruhigen Seniorenanlage.
































