Wie „Das Glück hat acht Arme“: 10 Filme über ganz besondere Freundschaften

Wie „Das Glück hat acht Arme“: 10 Filme über ganz besondere Freundschaften

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 26. Mai 2026

Aktualisiert am 26. Mai 2026

Mit Das Glück hat acht Arme landete Netflix im Mai 2026 einen dieser seltenen Filme, die viele Zuschauer gleichzeitig zum Weinen und Lächeln bringen. Die Verfilmung basiert auf dem Roman von Shelby Van Pelt, der beeindruckende 64 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times stand. 

Diese 10 Filme erzählen von genau solchen außergewöhnlichen Verbindungen.

Im Mittelpunkt steht die Witwe Tova, gespielt von Sally Field, die während ihrer Nachtschichten in einem Aquarium eine ungewöhnliche Verbindung zu einem pazifischen Riesenoktopus namens Marcellus aufbaut, gesprochen von Alfred Molina.

Regisseurin Olivia Newman greift damit eine der schönsten Traditionen des Kinos auf: Die stärksten Freundschaften entstehen oft dort, wo sie eigentlich unmöglich wirken. Wenn Menschen – oder Wesen – aufeinandertreffen, die nichts gemeinsam haben und sich trotzdem gegenseitig verändern. 

Mein Lehrer, der Krake ist der direkte Vorläufer von Das Glück hat acht Arme. Nur dass er dokumentarisch ist und die Freundschaft zwischen Craig Foster und einem wilden Oktopus im Kelpwald vor Kapstadt tatsächlich stattgefunden hat. Foster, ausgebrannt und in einer persönlichen Krise, beginnt täglich in den eiskalten Atlantik zu tauchen und trifft auf ein Tier, das sich über Wochen seinem Vertrauen öffnet. 

Die Dokumentation, für die Pippa Ehrlich und James Reed 2021 den Oscar für den besten Dokumentarfilm erhielten, ist kein Naturfilm im konventionellen Sinne: Sie ist ein Film über einen Mann, der durch ein Tier lernt, wieder Mensch zu sein. Was an ihr bleibt, ist die Präzision der Beobachtung – und die Erkenntnis, dass gegenseitige Neugier keine gemeinsame Sprache braucht. Der Oktopus wird nie vermenschlicht. Genau das macht den Film so stark.

E. T. – Der Außerirdische ist Steven Spielbergs Meisterwerk über das, was Einsamkeit mit Menschen macht, und der Archetypus aller Filme über Freundschaft zwischen einem Kind und etwas Außerweltlichem. Elliott lebt in einer Vorstadt, die ihm zu groß ist, bis er in einem Schuppen auf ein gestrandetes Wesen trifft, das genauso verloren ist wie er. Was Spielberg mit dieser Freundschaft unternimmt, ist keine Sentimentalität, sondern eine präzise emotionale Mechanik: Zwei Außenseiter finden einander ohne gemeinsame Referenz außer der Abwesenheit von Zugehörigkeit.

Der Film erhielt 1983 vier Oscars und ist bis heute einer der kommerziell erfolgreichsten Spielfilme der Geschichte. Er funktioniert, weil er nie erklärt, warum diese Verbindung möglich ist, sondern einfach zeigt, dass sie es ist – und weil Drew Barrymores Reaktionen wahrscheinlich die ehrlichsten Filmreaktionen sind, die je auf 35mm aufgezeichnet wurden.

The Holdovers – Fröhliches Unbehagen ist die unwahrscheinlichste Freundschaft des Jahres 2023: ein misanthropischer Geschichtslehrer, ein privilegierter und widerwilliger Schüler, eine Schulköchin, die gerade ihren Sohn im Vietnamkrieg verloren hat. 

Alexander Payne inszenierte das Drama für das Jahr 1970 mit einem absichtlich gekörnten 35mm-Look, und Paul Giamatti spielt Paul Hunham mit einer Wärme, die er selbst zu verbergen versucht. Da'Vine Joy Randolph gewann für ihre Rolle als Mary Lamb den Oscar für die beste Nebendarstellerin. Was den Film so gut macht, ist sein Umgang mit Verlust: Alle drei Figuren haben etwas verloren, und sie finden nicht Trost, sondern Gesellschaft. Der Film argumentiert stillschweigend, dass das manchmal mehr ist – und Dominic Sessas Filmdebüt als Angus Tully ist eines der überzeugendsten in der jüngeren Kinogeschichte.

Schiffbruch mit Tiger ist der philosophischste Film auf dieser Liste und einer der radikalsten Versuche, eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier als existenzielle Notwendigkeit zu erzählen. 

Pi Patel überlebt einen Schiffsuntergang und treibt 227 Tage auf dem Pazifik in einem Rettungsboot, zusammen mit einem bengalischen Tiger namens Richard Parker. Ang Lee gewann für den Film seinen zweiten Oscar als bester Regisseur. Der Film wurde insgesamt für elf Oscars nominiert und gewann vier. Was Lees Inszenierung auszeichnet, ist die Weigerung, die Beziehung zwischen Pi und dem Tiger zu sentimentalisieren: Richard Parker ist keine Metapher, er ist ein Tiger, und genau das macht die Verbindung zu Pi so erschütternd. Der Film ist eine Meditation darüber, was ein Mensch benötigt, um am Leben zu bleiben – und ob Gesellschaft, selbst in dieser Form, genug ist, um die Hoffnung aufrechtzuerhalten.

Green Book – Eine besondere Freundschaft ist die Verfilmung einer wahren Geschichte: Im Jahr 1962 beauftragt der Jazz-Pianist Dr. Don Shirley den italoamerikanischen Türsteher Tony Lip als Fahrer und Leibwächter für eine Konzerttournee durch den segregierten amerikanischen Süden. Die beiden passen in jeder denkbaren Hinsicht nicht zusammen – Klasse, Bildung, Hautfarbe, Temperament. 

Peter Farrellys Film gewann 2019 den Oscar für den besten Film sowie für das beste Originaldrehbuch, und Mahershala Ali erhielt den Oscar als bester Nebendarsteller. Was Green Book von anderen Buddy-Filmen unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der er zeigt, dass Annäherung kein Selbstläufer ist. Freundschaft entsteht hier, weil man keine Wahl hat – und der Film argumentiert, dass das nichts an ihrer Echtheit ändert. Viggo Mortensen als Tony Lip ist eine der körperlichsten und gleichzeitig subtilsten Leistungen seiner Karriere.

Mary & Max (2009) ist der unbekannteste Film auf dieser Liste und vermutlich der herzzerreißendste. Adam Elliots Claymation-Film erzählt von zwanzig Jahren Brieffreundschaft zwischen Mary, einem achtjährigen Mädchen aus Melbourne mit einem Muttermal auf der Stirn, und Max, einem 44-jährigen übergewichtigen New Yorker mit Asperger-Syndrom – gesprochen von Philip Seymour Hoffman und Toni Collette. 

Der Film eröffnete das Sundance Film Festival 2009 als erster Animationsfilm in der Geschichte des Festivals und gewann anschließend den Annecy-Kristall. Elliot hat mit dem Film eine ungeschönte Erkundung von Einsamkeit und psychischer Erkrankung vorgelegt, die fragt, ob Zuneigung auch dann trägt, wenn man einander nie berührt hat. Derzeit nur per Kauf oder Leihe verfügbar – der Aufwand lohnt sich.

Der Gigant aus dem All (The Iron Giant) ist Brad Birds Regiedebüt – ein Film, der im ersten Wochenende an der Kinokasse scheiterte und seither einen der beständigsten Kultstatus der Filmgeschichte aufgebaut hat. 

Hogarth Hughes, neun Jahre alt, findet in der Nähe seines Heimatstädtchens Rockwell, Maine, einen riesigen Roboter aus dem All, der mit der Stimme von Vin Diesel spricht. Die Freundschaft, die sich entwickelt, ist eine über Identität und Gewalt: Der Roboter ist als Waffe konstruiert und muss lernen, sich dagegen zu entscheiden. 

Birds ursprüngliche Motivation war das Gedenken an seine durch häusliche Gewalt getötete Schwester – seine Pitch-Formel lautete: „Was, wenn eine Waffe eine Seele hätte und keine Waffe sein wollte?“ Der Film gewann neun Annie Awards und ist als moderner Animationsklassiker kanonisiert.

Paddington 2 ist der Film auf dieser Liste, der am wenigsten danach aussieht, als ob er jemanden emotional überrollen würde – und es trotzdem tut. Paul Kings Fortsetzung schickt den Bären aus Peru ins Londoner Gefängnis, wo er wider Erwarten alle um sich herum aufheitert, ohne je seinen Glauben an das Gute zu verlieren. 

Der Film hielt zeitweise eine perfekte 100-Prozent-Wertung auf Rotten Tomatoes, die erste für einen Kinofilm seit Jahren, bevor späte Kritiken sie auf 99 Prozent senkten. Was Paddington 2 so wirkungsvoll macht, ist sein implizites Argument: Freundschaft ist keine Chemie zwischen Gleichen, sondern die Entscheidung, offen zu bleiben. Der Bär ist die überzeugendste filmische Verkörperung dieses Prinzips seit Jahrzehnten, und Hugh Grant spielt den Bösewicht mit einer selbstironischen Brillanz, die man ihm bis dahin nicht zugetraut hätte.

Drachenzähmen leicht gemacht (How to Train Your Dragon) von Chris Sanders und Dean DeBlois ist ein Film mit einer einfachen These: dass Feindschaft erlernt ist und Freundschaft Mut erfordert. Hicks lebt auf der Wikingerinsel Berk, wo Drachen seit Generationen gejagt werden, bis er einen verletzten Nachtschatten findet und sich nicht überwinden kann, ihn zu töten. 

Was folgt, ist eine der emotional genauesten Darstellungen von Vertrauen im Animationskino – Ohnezahn und Hicks nähern sich einander mit der Vorsicht zweier Wesen, die gelernt haben, dass Annäherung gefährlich ist. Der Film erhielt zwei Oscar-Nominierungen, darunter für den besten Animationsfilm. John Powells Score trägt die Freundschaft mit einer Qualität, die sich kaum beschreiben lässt: Er klingt wie langsam nachlassende Anspannung. 

Einer der wenigen Animationsfilme, bei denen auch Erwachsene vergessen, dass sie eigentlich nicht weinen wollten.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

17,95 €

Gesamtlaufzeit

18h 0min

Genres

Drama, Komödien, Action & Abenteuer

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 4 von ihnen auf Netflix anschauen. 16 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 4 Titel Netflix
  2. 4 Titel Netflix Standard with Ads
  3. 2 Titel Netflix Kids
  4. 2 Titel Joyn
  5. 2 Titel Magenta TV+