Schlimmer als Miranda Priestly: Diese 10 Film-Bosse gehen zu weit

Schlimmer als Miranda Priestly: Diese 10 Film-Bosse gehen zu weit

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 10. Mai 2026

Aktualisiert am 10. Mai 2026

Es gibt Chefs, bei denen schon der Gedanke an den nächsten Arbeitstag reicht, um die Laune kippen zu lassen. Miranda Priestley gehört genau in diese Kategorie. In Der Teufel trägt Prada sitzt sie am Schreibtisch, hebt kaum den Blick und entscheidet trotzdem mit einem einzigen Satz, wie der Tag für alle anderen verläuft. Dass mit Der Teufel trägt Prada 2 wieder genau dieser Charakter im Raum steht, fühlt sich deshalb fast selbstverständlich an. 

Solche Chefs verschwinden nicht, sie verändern höchstens die Bühne. Und trotzdem ist Miranda nicht das Ende der Skala: Sie hat Regeln, sie weiß, was sie will, und sie bewegt sich in einem System, das sie kontrolliert, aber nicht zerstört. Die Bosse in dieser Liste gehen weiter. Sie nutzen Vertrauen aus, verschieben Grenzen, bis niemand mehr merkt, wo sie einmal lagen, oder bauen Arbeitswelten, in denen Ausbeutung plötzlich normal wirkt. Wer einmal in ihrem System landet, merkt oft zu spät, dass es kein normaler Job mehr ist.

01

Kill the Boss

Dave Harken

Drei Angestellte beschließen, ihre Chefs umzubringen, und Kill the Boss nimmt sich die Zeit, jeden einzelnen dieser Chefs so gründlich einzuführen, dass man den Plan für vollkommen vernünftig hält. Dave Harken ist der schlimmste von ihnen: ein Mann, der seinen Assistenten öffentlich demütigt, dessen Beförderung sabotiert und dabei so vollständig entspannt bleibt, dass man nicht sicher ist, ob er überhaupt merkt, was er anrichtet, oder ob für ihn das gerade der Witz daran ist. Kevin Spacey spielt ihn ohne jede Übertreibung, und das ist das eigentlich Beunruhigende an der Figur. Kill the Boss ist eine Komödie, aber Harken funktioniert nicht als Karikatur, sondern als jemand, den man aus jedem mittleren Management kennt und über den man nie laut spricht.

Katharina Parker

In Die Waffen der Frauen arbeitet Tess McGill als Sekretärin in Manhattan, hat Ideen, die besser sind als die ihrer Chefin, und begeht den klassischen Fehler: Sie vertraut ihr eine davon an. Katharine Parker fliegt kurz darauf in den Urlaub, bricht sich dabei das Bein und kommt mit Gips zurück und mit Tess' Idee, die sie jetzt als ihre eigene in einem Boardroom voller Männer präsentiert. Sigourney Weaver spielt Katherine als Frau, die genau weiß, was sie tut, und die das so lange gemacht hat, dass es sich für sie vollkommen normal anfühlt. Melanie Griffith kämpft dagegen an, und man fiebert mit ihr, weil die Ungerechtigkeit so präzise sitzt. Der Titel klingt nach Achtziger-Komödie,  aber was dahinter steckt, ist ein ziemlich scharfes Stück über Macht und darüber, wer sie weitergibt und wer nicht.

Franklin Hart Jr.

An der Kleidung merkt man, dass dieser Film aus dem Jahr 1980 stammt - an der Relevanz nicht. Franklin Hart Jr. belästigt seine Mitarbeiterinnen, lügt ihnen ins Gesicht, streut Gerüchte über sie und zieht sich aus jeder Situation als Opfer heraus, und Warum eigentlich... bringen wir den Chef nicht um? hat die Chuzpe, das als Komödie zu verpacken, ohne die Realität dahinter wegzulachen. Dabney Coleman spielt Hart als Mann, dem seine eigene Selbstgefälligkeit so vollständig ins Gesicht geschrieben steht, dass man ihn auf der Straße erkennen würde. Die drei Hauptdarstellerinnen, Jane Fonda, Lily Tomlin und Dolly Parton, nehmen die Sache irgendwann buchstäblich in die eigenen Hände, und der Film lässt sie dabei vollkommen recht haben. Unter dem Slapstick liegt eine echte Wut, die 45 Jahre später noch genauso sitzt.

04

Alles Routine

Bill Lumbergh

Bill Lumbergh schreit nie. Er schlendert an deinen Schreibtisch, hält seinen Kaffeebecher in der Hand und beginnt jeden Satz mit „Yeah" auf eine Art, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Alles Routine ist der präziseste Film über das langsame Zermürben durch Micromanagement, den das Bürokino je produziert hat, und Gary Cole hat Lumbergh mit einer Tonlosigkeit gespielt, die verstörender ist als jedes Schreien. Der Mann empfindet nichts, will nichts außer Gehorsam und hat keinerlei Interesse daran zu verstehen, was er dabei anrichtet. Das Büro selbst läuft dabei wie ein geschlossenes System, in dem jeder Handgriff geregelt ist und selbst kleinste Abweichungen sofort auffallen. Als Peter irgendwann aufhört, dieses Spiel mitzuspielen, zu spät kommt, Aufgaben ignoriert und einfach nichts mehr ernst nimmt, gerät genau diese Ordnung ins Wanken. Und plötzlich wirkt das, was vorher normal war, komplett absurd. Das Tückische ist, dass Lumbergh sich wahrscheinlich für einen ziemlich angenehmen Chef hält.

John Milton

Streng genommen ist John Milton der Teufel. Wörtlich. Trotzdem oder genau deshalb gehört er auf diese Liste, weil Im Auftrag des Teufels die ehrlichste Antwort auf die Frage liefert, wie das Korrumpieren der Macht eigentlich funktioniert: langsam, angenehm und mit sehr guten Angeboten. Al Pacino spielt Milton als Cheftyp, der Karrieren nicht zerstört, sondern formt, lenkt und dann besitzt, und der dabei immer das Gefühl vermittelt, dass du die Entscheidungen selbst getroffen hast. Keanu Reeves' Figur merkt erst viel zu spät, dass das Büro, das Haus und der Lebensstil allesamt Teil einer Rechnung sind, die noch aussteht. Die Botschaft des Films ist nicht subtil, aber sie stimmt: Der schlimmste Chef ist der, den du anfangs für den besten hältst.

Jordan Belfort

Jordan Belfort ist kein schlechter Chef im Sinne von Micromanagement oder stiller Sabotage. Er ist schlechter Chef im Sinne von: Er hat eine ganze Firma in eine Maschine zur kollektiven Selbstzerstörung verwandelt und das als Unternehmenskultur verkauft. The Wolf of Wall Street zeigt drei Stunden lang, was passiert, wenn oben niemand die Bremse kennt und unten alle denken, das sei der Normalzustand. Leonardo DiCaprio spielt Belfort mit einer Energie, die ansteckend ist, und genau das ist der Punkt: Man versteht, warum all diese Menschen mitgemacht haben, und das ist das eigentlich Beunruhigende an dem Film. Toxische Führung funktioniert nicht durch Zwang, sondern durch Verführung, und Scorsese hat das in jedem Bild dieser absurden, brillanten Chronik begriffen.

Buddy Ackerman

Hollywood-Produzent Buddy Ackerman hat ein System. Er nimmt sich einen neuen Assistenten, bricht ihn systematisch durch Demütigung, Willkür und Schlafentzug und nennt das Ausbildung. Unter Haien in Hollywood ist der Film, den man sich ansieht und denkt: So schlimm kann es doch nicht wirklich sein. Und dann denkt man an Erfahrungsberichte aus der Filmbranche und hört auf, das zu denken. Kevin Spacey spielt Ackerman mit einer Grausamkeit, die keine Sekunde aufhört, Spaß daran zu haben, und Frank Whaley als Guy ist die Vorlage für jeden, der jemals einen Job hatte, der ihn langsam umgebracht hat. Was den Film so beklemmend macht, ist die Logik dahinter: Buddy wurde selbst so behandelt, hat überlebt und nennt das jetzt Methode. Das ist ein Kreislauf.

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08

The Assistant

Anonym

In The Assistant passiert wenig Sichtbares. Ein junge Assistentin kommt früh ins Büro, kopiert Dokumente, bucht Flüge, räumt das Sofa auf und stellt irgendwann fest, dass sie sehr genau weiß, was in diesem Büro vor sich geht, ohne dass es jemand ausgesprochen hätte. Der Chef taucht kaum auf. Man sieht seine Hand, hört seine Stimme und ahnt seinen Einfluss in jedem Gespräch und jeder Reaktion um ihn herum. Regisseurin Kitty Green hat einen Film gemacht, der auf Stille setzt, weil Machtmissbrauch in der Realität auch meistens still ist, strukturell, selbstverständlich und durch Schweigen gesichert. The Assistant ist der ruhigste Film auf dieser Liste und vielleicht der verstörendste, weil er nichts dramatisiert und trotzdem alles zeigt. Miranda Priestly wirkt daneben fast wie ein offenes Gespräch.

Roger Alies

Roger Ailes hat jahrzehntelang ein Medienimperium geführt, und Bombshell – Das Ende des Schweigens zeigt, wie das möglich war: durch Einschüchterung, Abhängigkeit, Schweigen und ein System, das er so lange gebaut hatte, dass es sich selbst erhielt. John Lithgow spielt ihn mit einer physischen Schwere, die sehr genau kommuniziert, was Macht mit einem Menschen macht, wenn niemand jemals Nein sagt. Charlize Theron und Nicole Kidman tragen den Film mit einer Präzision, die nie vergisst, dass hinter jeder Szene echte Frauen und echte Entscheidungen stehen. Was Bombshell von ähnlichen Stoffen unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der er zeigt, wie lange so etwas funktionieren kann, wenn die Strukturen drumherum mitspielen. Das ist kein Film über einen einzelnen schlechten Mann. Das ist ein Film über ein System, das einen schlechten Mann braucht, um zu funktionieren.

Blake

Blake taucht einmal auf. Er ist ungefähr acht Minuten im Film, hält eine Rede und verschwindet wieder, und trotzdem hat er alles kaputtgemacht, was in diesem Büro noch funktioniert hat. Alec Baldwins Auftritt in Glengarry Glen Ross gehört zu den intensivsten Kurzauftritten der Filmgeschichte: ein Verkaufsleiter, der extra eingeflogen wird, um vier Männern zu erklären, dass sie Versager sind, und der das mit einer Freude tut, die jeden Widerspruch sofort erstickt. Der Rest des Films zeigt, was diese acht Minuten mit Menschen machen, die schon am Rand stehen. David Mamets Drehbuch ist eine Sezierung von Druck, Würde und dem Moment, in dem ein Mensch begreift, dass er ersetzbar ist, und Blake ist der Auslöser für alles, obwohl er selbst nie wieder auftaucht. Genau das macht ihn so wirkungsvoll.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

14,46 €

Gesamtlaufzeit

18h 22min

Genres

Drama, Komödien, Krimi

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 3 von ihnen auf Disney Plus anschauen. 8 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 3 Titel Disney Plus
  2. 2 Titel Plex Player
  3. 1 Titel WOW
  4. 1 Titel Wow Fiction Amazon Channel
  5. 1 Titel filmfriend