
Ist „Evil Dead Burn“ mit „Evil Dead Rise“ verbunden? So hängen die Filme wirklich zusammen
Ein Familientreffen, das in einem Blutbad endet, das ist erst mal nichts Neues für das Evil-Dead-Franchise. Trotzdem stellen sich viele Fans zum deutschen Kinostart von Evil Dead Burn (2026) am 9. Juli dieselbe Frage: Muss ich erst alle vorherigen Teile gesehen haben, um zu verstehen, was hier passiert, oder kann ich einfach unvorbereitet ins Kino spazieren und mich vom nächsten Necronomicon-Albtraum überraschen lassen?
Die kurze Antwort lautet: Nein, eigentlich musst du die anderen Teile nicht unbedingt kennen. Die etwas längere Antwort ist interessanter, denn auch wenn Evil Dead Burn keine direkte Fortsetzung von Evil Dead Rise (2023) ist, hängen beide Filme über etwas zusammen, das tiefer reicht als reine Handlungslogik. Wer das Franchise wirklich verstehen will, kommt um einen Blick zurück nicht herum.
Kein Wiedersehen mit alten Bekannten in „Evil Dead Burn“
Evil Dead Burn erzählt eine komplett eigenständige Geschichte. Im Mittelpunkt steht Alice (Souheila Yacoub), die nach dem Tod ihres Mannes bei ihren Schwiegereltern auf deren abgelegenem Familienanwesen Trost sucht, gemeinsam mit Hunter Doohan, Luciane Buchanan, Tandi Wright und Errol Shand in weiteren Rollen.

Regisseur Sébastien Vaniček, der zuvor mit Spiders – Ihr Biss ist der Tod (2023) auf sich aufmerksam machte, hat von Anfang an klargestellt, dass er bewusst keine Verbindung zu den vorherigen Filmen schaffen wollte. Also gibt es keine Ash-Williams-Anspielung, keine Recap-Szene und keinen Charakter, der aus Evil Dead Rise herüberwandert. Wer den neuesten Film ohne Vorwissen schaut, verpasst demnach keine wichtige Information.
Das Necronomicon ist die einzige echte Konstante
Und doch ist da dieses eine Element, das jeden Evil-Dead-Film seit 1981 zusammenhält: das Necronomicon, das Buch der Toten. In Tanz der Teufel (1981) ist es eine Gruppe von fünf jungen Erwachsenen, die in einer Waldhütte versehentlich Dämonen heraufbeschwört. Im Reboot Evil Dead (2013) sind es David (Shiloh Fernandez) und seine Schwester Mia (Jane Levy), die auf dasselbe Buch stoßen, dieses Mal unter dem Namen „Naturom Demonto“.

In Evil Dead Rise findet es Beths Neffe Danny (Morgan Davies) nach einem Erdbeben in einem Keller in Los Angeles, was prompt seine Mutter Ellie (Alyssa Sutherland) in eine Bedrohung für die ganze Familie verwandelt. Jeder Film erzählt eine in sich geschlossene Geschichte, aber immer ist es dasselbe uralte Buch, das den Schrecken auslöst. Evil Dead Burn reiht sich genau in dieses Muster ein.
Auch hier ist es das Necronomicon, das die Schwiegerfamilie in Deadites verwandelt und aus dem geplanten Trauerbesuch ein Familientreffen aus der Hölle macht. Die Filme erzählen also keine fortlaufende Handlung, sondern eher Variationen über ein und dasselbe Grundthema.
Zwei Filme lohnen sich trotzdem als Vorbereitung
Technisch gesehen kann man Evil Dead Burn völlig ohne Vorwissen schauen. Wer aber das volle Erlebnis will, sollte sich zumindest Evil Dead Rise ansehen, schon allein, weil dieser Film zuletzt gezeigt hat, wie viel Spannung allein aus dem Necronomicon-Konzept entstehen kann, ganz ohne Wiedersehen mit alten Figuren.
Lohnenswert ist aber vor allem ein Blick auf das Original Tanz der Teufel, denn hier wird deutlich, woher dieses Buch eigentlich stammt und warum es seit über vierzig Jahren immer neue Variationen desselben Albtraums hervorbringt. Wirklich notwendig ist das alles nicht, aber wer einmal verstanden hat, wie variabel das Franchise mit seinem zentralen Element umgeht, blickt auch auf Evil Dead Burn mit anderen Augen. Das Necronomicon ist im Evil-Dead-Universum nie nur ein Requisit gewesen, sondern die eine Konstante, die jeden noch so unterschiedlichen Film der Reihe zusammenhält.




























