
„Every Year After“ geht weiter – aber wo bleibt Harry und Meghans Carley-Fortune-Film?
Kaum eine Serie hat sich auf Prime Video in diesem Sommer so schnell durchgesetzt wie Every Year After (2026). Die Geschichte einer zweiten Chance auf die große Liebe an einem kanadischen See thronte nach dem Start wochenlang weit oben in den weltweiten Charts, und keine drei Wochen nach der Premiere stand schon fest, dass es weitergeht. Für alle, die die Romane von Carley Fortune lieben, ist das eine schöne Nachricht mit einem reizvollen Nebeneffekt, denn der Bestseller-Kosmos der Autorin wächst gerade zu einem kleinen Film- und Serienuniversum heran. Mittendrin liegt ein Projekt, über das lange kaum jemand sprach: der Kinofilm, den sich Prinz Harry und Meghan Markle vor Jahren gesichert haben.
Barry’s Bay geht in die zweite Runde
Ende Juni bestätigte Prime Video die Verlängerung bei einem Fan-Event, und das ungewöhnlich früh, nämlich weniger als einen Monat nach dem Serienstart. Die erste Staffel erzählte in acht Folgen von Percy Fraser (Sadie Soverall) und Sam Florek (Matt Cornett), zwei Jugendfreunden im kanadischen Seeort Barry’s Bay, deren Liebe zerbricht und Jahre später wieder aufflammt.

Die zweite Staffel rückt nun Sams älteren Bruder Charlie (Michael Bradway) in den Mittelpunkt und beruht auf Fortunes Folgeroman „Der Sommer unseres Lebens“, im Original „One Golden Summer“ von 2025. Showrunnerin Amy B. Harris bleibt an Bord. Vorlage der ersten Staffel war Fortunes Debütroman „Fünf Sommer mit dir“, im Original „Every Summer After“, dessen englischer Titel für die Serie leicht zu Every Year After abgewandelt wurde.
Was ist aus dem Film von Harry und Meghan geworden?
Zurück zu jenem Projekt, das für Fragezeichen sorgt: Im August 2023 sicherten sich Harry und Meghan über ihre Produktionsfirma Archewell die Rechte an einem weiteren Roman von Fortune, „Nächsten Sommer am See“, im Original Meet Me at the Lake von 2023. Herauskommen soll ein Film für Netflix, bei dem das Paar unter Vertrag steht. Danach wurde es jedoch lange still. Meghan war mit anderen Vorhaben beschäftigt, unter anderem mit ihrer Netflix-Sendung With Love, Meghan (2025) und einer eigenen Lifestyle-Marke.

Mitte Juni gab es von Fortune in einem Podcast-Gespräch endlich ein Update: Das Vorhaben stecke weiter in der Entwicklung, die Regie sei inzwischen besetzt, am Drehbuch werde aber noch gefeilt. Für ungeduldige Fans ist das kein großer Sprung nach vorn, immerhin aber ein Lebenszeichen. Aufschlussreich ist, wie Fortune über die Zusammenarbeit spricht.

Sie berichtete von einem langen Telefonat mit Herzogin Meghan und der Archewell-Produzentin Tracy Ryerson, nach dem sie das Gefühl hatte, die beiden hätten den Kern ihrer Geschichte wirklich erfasst. „Nächsten Sommer am See“ sei zwar eine Liebesgeschichte, erzähle aber genauso von einer Mutter und ihrer Tochter, von Elternschaft und vom Umgang mit Trauer und psychischer Gesundheit. Ihr Verhältnis zum royalen Paar bleibe dabei rein beruflich.
Der lange Weg vom Buch zur Leinwand
Der Grund für die Wartezeit ist weniger mysteriös, als er klingt. Filmstoffe brauchen oft Jahre von der Rechtevergabe bis zum ersten Drehtag, und ein Drehbuch, an dem noch gearbeitet wird, ist ein ganz normaler Zwischenstand. „Nächsten Sommer am See“ erzählt von Fern Brookbanks und Will Baxter, die sich Anfang zwanzig einen einzigen, wie verzaubert wirkenden Tag lang näherkommen und danach den Kontakt verlieren. Erst Jahre später begegnen sie sich wieder, als Fern das Seeresort ihrer verstorbenen Mutter führt. Es ist eine erwachsenere Variante dessen, was auch Every Year After im Kern ausmacht, mit einem malerischen See, einer Anziehung über Jahre hinweg und jeder Menge unverarbeiteter Trauer.
Damit zeichnet sich etwas ab, das vor drei Jahren noch niemand auf dem Schirm hatte. Die Romane von Carley Fortune wandern parallel zu zwei verschiedenen Anbietern, einmal als Serie zu Amazon, einmal als Film zu Netflix. Amazon setzt ohnehin stark auf Romanverfilmungen mit eingebauter Fangemeinde, und Every Year After fügt sich da nahtlos ein. Nur wann Ferns und Wills Version davon tatsächlich zu sehen sein wird, kann derzeit niemand sagen, nicht einmal die Autorin selbst.













