
Dolly Partons beste Filme: Eine Hommage an ihr Leben, ihr Talent und ihre Karriere
Ein paar Takte von „Jolene“ genügen, und schon hat man ihre blonde Haarpracht und ihr großes Lächeln vor Augen. Dolly Parton hatte über Jahrzehnte aus Countrymusik, einem unverwechselbaren Look und viel Selbstironie eine Karriere geschaffen, die weit über ihre Heimat Nashville hinausreichte. Sie schrieb Welthits, kontrollierte ihr Image selbstbestimmt bis ins kleinste Detail und wurde zur Blaupause für Stars wie Miley Cyrus, Taylor Swift oder Beyoncé. Auch die große Leinwand war nur eine von vielen Bühnen, die sie sich zu eigen machte: Mal kämpfte sie gegen einen widerlichen Chef, mal sang sie sich durch Musicals, mal erzählte sie von ihrer eigenen Kindheit. Diese zehn Filme zeigen Dolly Parton so, wie sie in Erinnerung bleiben wird: witzig, warm, eigensinnig und voller Energie.
Ein Büro voller schlechter Laune, ein unerträglicher Chef und drei Frauen, die irgendwann genug haben: Viel mehr braucht diese Komödie nicht, um in Fahrt zu kommen. Doralee Rhodes (Dolly Parton), Violet Newstead (Lily Tomlin) und Judy Bernly (Jane Fonda) verbünden sich gegen Franklin Hart Jr. (Dabney Coleman), der seine Macht mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit ausnutzt.
Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um? (1980) war Partons Kinodebüt, und sie wirkt darin erstaunlich souverän. Doralee ist schlagfertig, warm und deutlich klüger, als ihr Umfeld zunächst glaubt. Dazu schrieb Parton mit „9 to 5“ auch noch den Titelsong, der längst ein Eigenleben führt. Der Film zeigt deshalb gleich zu Beginn ihrer Schauspielkarriere, wie gut Humor, Musik und ihr Gespür für selbstbewusste Frauen zusammenpassen.
Dolly Parton und Burt Reynolds in einem Musical über ein texanisches Bordell klingt schon auf dem Papier nach einer ziemlich wilden Kombination. Mona Stangley (Dolly Parton) leitet die traditionsreiche Chicken Ranch, während Sheriff Ed Earl Dodd (Burt Reynolds) längst mehr als nur dienstlich mit ihr verbunden ist. Ärger entsteht, als Fernsehreporter Melvin P. Thorpe (Dom DeLuise) aus dem Haus einen öffentlichen Skandal macht.
Das schönste Freudenhaus in Texas (1982) gibt Parton deutlich mehr Raum als ihr Kinodebüt und nutzt dabei ihre Stärken: Charme, Komik, Gesang und eine große Portion Selbstbewusstsein. Besonders schön funktioniert ihre erneute Version von „I Will Always Love You“, die hier nicht wie ein eingeschobener Song wirkt, sondern mitten aus der Geschichte kommt. Für ihre Rolle erhielt Parton eine Golden-Globe-Nominierung.
Wer Sylvester Stallone vor allem als Rocky oder Rambo kennt, erlebt in dieser Komödie einen kleinen Kulturschock. Der Senkrechtstarter (1984) lässt Country-Sängerin Jake Farris (Dolly Parton) eine riskante Wette eingehen: Sie muss aus Taxifahrer Nick Martinelli (Sylvester Stallone) innerhalb kürzester Zeit einen glaubwürdigen Country-Star machen. Das Ergebnis ist schrill, albern und keineswegs einer ihrer gefeiertsten Filme, gehört aber trotzdem zu einem vollständigen Blick auf Partons Karriere. Sie nimmt das Chaos mit sichtlichem Vergnügen an und besitzt genug Selbstironie, um selbst die absurdesten Momente zu tragen. Außerdem steuerte sie mehrere Songs bei und bleibt musikalisch klar das Zentrum.
Der Film zeigt eine Künstlerin, die ihren Ruhm nicht ständig ehrfürchtig behandelte, sondern auch bereit war, sich auf eine ziemlich wilde Hollywoodkomödie einzulassen.
Weihnachten, Tennessee, sieben Kinder und eine Hexe: Zurückhaltung stand bei diesem Fernsehfilm offensichtlich nicht ganz oben auf der Wunschliste. Country-Star Lorna Davis (Dolly Parton) flieht vor Terminen und Medienrummel in die Berge ihrer Heimat, entdeckt dort aber eine Gruppe Waisenkinder, die ihre Hütte bereits besetzt hat. Aus der geplanten Ruhepause wird in A Smoky Mountain Christmas (1986) ein märchenhaftes Abenteuer, bei dem auch Mountain Man Cal (Lee Majors) eine wichtige Rolle spielt.
Henry Winkler führte Regie, Parton entwickelte die Geschichte mit und schrieb einen Großteil der Musik. Dadurch fühlt sich der Film trotz aller Fantasie erstaunlich persönlich an. Er verbindet ihre Herkunft aus den Smoky Mountains mit ihrem längst überlebensgroßen Starimage und zeigt, wie gern sie familiäre Unterhaltung mit einer guten Portion Augenzwinkern würzte.
Zwischen Dauerwelle, Nagellack und Klatsch wird in einem Schönheitssalon in Louisiana plötzlich über Leben, Krankheit und Verlust gesprochen. Magnolien aus Stahl (1989) versammelt mit Sally Field, Shirley MacLaine, Olympia Dukakis, Daryl Hannah und Julia Roberts ein außergewöhnliches Ensemble, in dessen Mitte Truvy Jones (Dolly Parton) ihren Salon führt. Truvy beobachtet viel, redet gern und weiß meistens genau, wann ein lockerer Spruch hilft und wann jemand einfach Gesellschaft braucht. Parton spielt sie ohne große Gesten und zeigt damit eine ruhigere Seite ihres Talents.
Der Film verbindet herzliche Komik mit einem zunehmend schmerzhaften Familiendrama und lässt seine Frauenfreundschaften nie wie bloße Dekoration wirken. Weil Parton hier nicht singen muss, wird außerdem sichtbar, wie selbstverständlich ihre Wärme auch ohne Musik funktioniert. Es bleibt eine ihrer bekanntesten und berührendsten Rollen.
Hinter der Bühne einer Country-Band wartet in diesem Fernsehfilm kein glamouröses Musikmärchen, sondern eine gefährliche Beziehung. Wild Texas Wind (1991) erzählt von Thiola Rayfield (Dolly Parton), die mit ihrer Band auf Erfolgskurs gerät und zugleich unter ihrem gewalttätigen Manager Justice Parker (Gary Busey) leidet. Als ein Mord die ohnehin angespannte Situation verschärft, entwickelt sich die Geschichte zusätzlich zum Kriminaldrama.
Parton war hier nicht nur Hauptdarstellerin, sondern entwickelte die Story mit Mark Kiracofe und schrieb gemeinsam mit Ray Benson Musik für den Film. Dadurch trägt das Projekt besonders deutlich ihre Handschrift. Wer sie nur mit sonnigen Komödien und großen Refrains verbindet, bekommt eine deutlich ernstere Seite zu sehen. Der Film ist heute weniger bekannt als ihre Kinoklassiker, erzählt aber viel über ihren Wunsch, als Schauspielerin auch unbequemere Stoffe auszuprobieren.
Viele Jahre nach ihren großen Hollywoodkomödien hatte Dolly Parton offensichtlich noch immer Spaß daran, sich mit einer starken Partnerin auf der Leinwand zu zoffen. Diesmal heißt ihre Gegenspielerin Vi Rose Hill (Queen Latifah), die einen Kirchenchor streng und traditionell führen möchte. G.G. Sparrow (Dolly Parton) hält dagegen und will mehr Show, mehr Energie und natürlich mehr Musik.
Joyful Noise (2012) macht aus diesem Konflikt eine Mischung aus Gospel, Familiengeschichte und Komödie. Besonders gut funktionieren die Szenen, in denen Parton und Queen Latifah verbal aufeinander losgehen, weil beide genug Präsenz haben, um den Streit unterhaltsam zu halten. Parton schrieb mehrere Songs für den Film und nimmt dabei auch ihr eigenes glamouröses Image gern auf die Schippe. So wirkt ihr spätes Kinocomeback eher ausgelassen als nostalgisch.
Als die kleine Dolly in einem selbst genähten Mantel zur Schule geht, wird aus einem berühmten Song plötzlich eine ganze Kindheitsgeschichte. Dolly Parton's Coat of Many Colors (2015) blickt auf Partons Jugend in den Great Smoky Mountains von Tennessee zurück und zeigt Dolly Parton (Alyvia Alyn Lind) als eines von zwölf Kindern in einer Familie, die wenig Geld, aber einen starken Zusammenhalt besitzt. Mutter Avie Lee Parton (Jennifer Nettles) näht ihr den titelgebenden Mantel aus Stoffresten, woraufhin Dolly in der Schule verspottet wird. Die erwachsene Parton tritt nicht als Hauptdarstellerin auf, produzierte den Fernsehfilm aber mit und erzählt ihn aus dem Off. Dadurch gehört er trotzdem unbedingt in diese Auswahl.
Kein anderer Film verbindet ihre Musik so unmittelbar mit ihrer Herkunft und erklärt so verständlich, warum Armut, Familie, Glaube und Stolz ihre Songs jahrzehntelang geprägt haben.
Wenn ein Engel in Strass auftaucht, braucht dieser Weihnachtsfilm keine Sekunde, um klarzumachen, wer hier die Regeln bestimmt. Dolly Parton’s Christmas on the Square (2020) erzählt von Regina Fuller (Christine Baranski), die nach dem Tod ihres Vaters in ihre Heimatstadt zurückkehrt und die Bewohner vertreiben will, damit das Land verkauft werden kann. Ein Engel (Dolly Parton) versucht deshalb, Regina mit Musik, Erinnerungen und einer ordentlichen Portion Weihnachtsgefühl umzustimmen. Debbie Allen inszeniert das Ganze als Musical, und Parton schrieb die Songs selbst.
Der Film sucht keine leisen Zwischentöne, doch seine hemmungslose Mischung aus Sentiment, Humor und Glitzer besitzt eine sehr persönliche Wärme. Der Film gewann später den Emmy als bester Fernsehfilm und eignet sich dadurch wunderbar als Abschluss dieser Reise: Parton blieb bis ins hohe Alter eine Entertainerin, die ihre eigene Welt erschuf und niemanden um Erlaubnis fragte.






































