„Die Frau ohne Vergangenheit“ basiert auf einem Buch von einer Frau, die eigentlich zwei Männer ist

„Die Frau ohne Vergangenheit“ basiert auf einem Buch von einer Frau, die eigentlich zwei Männer ist

Veröffentlicht am01. September 2026

Aktualisiert am01. September 2026

Add us on

Netflix hat für Identitätskrisen offenbar gerade ein ausgesprochen gutes Händchen. In Die Frau ohne Vergangenheit (2026), seit dem 28. August im Stream, erfährt Louise Andersen (Natalie Madueño), dass ihr Name, ihr bisheriges Leben und selbst ihre Erinnerung nicht das sind, wofür sie sie gehalten hat. Nur wenige Tage nach dem Start steht der dänische Thriller bereits auf Platz 1 der Netflix-Filmcharts in Dänemark, Norwegen und Schweden sowie auf Platz 3 weltweit. Der eigentliche Identitätstwist wartet allerdings nicht im Film, sondern auf dessen Buchcover: Als Autorin der Vorlage wird Anna Ekberg genannt. Diese Frau hat nie existiert. Denn: Hinter dem Namen stecken zwei Männer.

Geschrieben wurde die Romanvorlage von den beiden dänischen Schriftstellern Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich, die gemeinsam zuvor schon unter einem anderen Pseudonym veröffentlicht hatten. Dass nun ein Film über eine Frau, die unter dem falschen Namen lebt, auf einem Roman basiert, dessen vermeintliche Autorin ebenfalls erfunden ist, hätte sich Netflix kaum besser ausdenken können.

Darum geht es in „Die Frau ohne Vergangenheit“

Louise lebt mit ihrem Partner Joachim (Pål Sverre Hagen) auf der norwegischen Insel Hidra, betreibt ein kleines Café und weiß zwar, dass ihr Teile ihrer Vergangenheit fehlen, hat sich mit ihrem neuen Leben aber eingerichtet. Dann erkennt sie einen Fremden als Helene Söderberg wieder, eine Dänin, die drei Jahre zuvor verschwunden ist. Was zunächst nach einer Verwechslung klingt, lässt sich schnell nicht mehr wegdiskutieren: Louise soll tatsächlich Helene sein, zu einem reichen Familienunternehmen gehören, mit Edmund (Claes Bang) verheiratet sein und einen Sohn haben.

Die Frau ohne Vergangenheit Netflix

Damit steht plötzlich nicht mehr nur die Frage im Raum, was Louise vergessen hat. Sie muss auch herausfinden, warum sie dieses frühere Leben verlassen hat und wem sie überhaupt glauben kann. Regisseurin Barbara Topsøe-Rothenborg macht daraus weniger ein klassisches Amnesie-Puzzle als einen Thriller darüber, wie wenig Sicherheit ein Name noch bietet, wenn sämtliche Erinnerungen dahinter ins Wanken geraten.

Anna Ekberg ist ebenfalls eine erfundene Identität

Wer nach der Autorin des Romans sucht, landet bei einer ähnlich kuriosen Geschichte. „Den hemmelige kvinde“, die dänische Vorlage zu Die Frau ohne Vergangenheit, erschien 2016 unter dem Namen Anna Ekberg. Dahinter stehen Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich, zwei Autoren, die damals längst gemeinsam Krimis schrieben. Allerdings taten sie selbst das schon unter einem erfundenen Namen: Als A.J. Kazinski veröffentlichten sie unter anderem die Romane um den Ermittler Niels Bentzon. Für „Den hemmelige kvinde“ sollte zunächst ebenfalls A.J. Kazinski auf dem Cover stehen, doch der Verlag hielt den Roman für so anders als ihre bisherigen Bücher, dass ein neuer Name sinnvoller erschien. Bei einem Spaziergang durch Stockholm kamen Klarlund und Weinreich schließlich auf Anna Ekberg. Aus zwei Männern wurde also eine Frau, nachdem sie zuvor schon gemeinsam ein männlich klingendes Autoren-Alter-Ego benutzt hatten.

Buch und Film erzählen plötzlich dieselbe Art von Identitätsgeschichte

Damit ergibt sich eine Parallele, die im Roman selbst gar nicht geplant sein musste. Louise glaubt, Louise Andersen zu sein, bis ihr eröffnet wird, dass sie eigentlich Helene Söderberg heißt und ein ganz anderes Leben hinter sich hat. Leser wiederum sehen auf dem Cover den Namen Anna Ekberg, obwohl dahinter Klarlund und Weinreich stecken. Und wer die beiden schon als A.J. Kazinski kannte, bekommt gleich noch eine weitere Identität dazu.

Natürlich liegen zwischen Louises Geschichte und den freiwillig gewählten Pseudonymen der Autoren Welten. Trotzdem passt es bemerkenswert gut, dass ein Thriller über eine Frau, deren Name nicht der ist, für den sie ihn hält, selbst unter einem Namen erschien, der niemandem gehört. Netflix musste an dieser Stelle gar nichts erfinden, denn der Roman brachte seinen eigenen kleinen Identitätstwist schon zehn Jahre vor der Verfilmung mit.

Netflix-Fans kannten „Anna Ekberg“ schon vor diesem Thriller

Die Frau ohne Vergangenheit ist außerdem nicht die erste Begegnung zwischen Netflix und der erfundenen Autorin. Auch Liebe für Erwachsene (2022) basiert auf einem Roman von Anna Ekberg. Darin gerät die Ehe von Christian (Dar Salim) und Leonora (Sonja Richter) nach einer Affäre in einen zunehmend gefährlichen Machtkampf. Regie führte ebenfalls Barbara Topsøe-Rothenborg, produziert wurde auch dieser Film von Marcella Dichmann. Für Netflix ist Die Frau ohne Vergangenheit damit gewissermaßen eine Rückkehr zu einem Stoff, mit dem Teile des Teams bereits Erfahrung haben: Beziehungen geraten unter Druck, Geheimnisse kommen ans Licht und Menschen müssen feststellen, dass sie ihren Partner oder ihr eigenes Leben weit weniger gut kennen als gedacht. Dass diesmal schon der Name der Autorin perfekt zum Thema passt, ist dabei kein Drehbuchkniff. Er stand lange vor Natalie Madueños Louise auf dem Buchcover.

Louise Andersen lebt gemeinsam mit ihrem Partner Joachim ein zurückgezogenes Leben auf der norwegischen Insel Hidra, wo sie ein kleines Café betreibt. Ihr Alltag gerät jedoch aus den Fugen, als eine Fremde sie als Helene Söderberg erkennt – eine Frau, die vor drei Jahren in Dänemark spurlos verschwand. Nach und nach erfährt Louise, dass sie einst verheiratet war und einen kleinen Sohn hat. Entschlossen, die Wahrheit über ihre Identität und die Ereignisse ihres Verschwindens herauszufinden, lässt sie ihr bisheriges Leben hinter sich und kehrt in ihre Vergangenheit zurück. Je tiefer sie in die Nachforschungen eintaucht, desto mehr verborgene Geheimnisse kommen ans Licht und führen zu einer Enthüllung, die ihr gesamtes Leben infrage stellt.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

6,99 €

Gesamtlaufzeit

1h 59min

Genres

Drama, Mystery & Thriller

Wo kann ich die Titel von dieser Liste online anschauen?

Finde heraus, welcher Streamingdienst die meisten Titel von dieser Liste anbietet.

Es gibt 1 Titel in dieser Liste und du kannst ihn auf Netflix ansehen. Ein weiterer Streamingdienst hat heute ebenfalls Titel zum Streamen verfügbar.

  1. 1 TitelNetflix
  2. 1 TitelNetflix Standard with Ads

Neuigkeiten und kuratierte Listen