Die 10 unangenehmsten Oscar-Momente aller Zeiten – von „La La Land“ bis „Crash“

Die 10 unangenehmsten Oscar-Momente aller Zeiten – von „La La Land“ bis „Crash“

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 25. Februar 2026

Aktualisiert am 05. Mai 2026

Eigentlich sind die Oscars die am strengsten durchgetaktete Party der Welt – wir haben es schließlich mit Hollywood zu tun. Jeder Schritt ist mehrfach geprobt, jede Kamera eingestellt, jeder Übergang geplant.

Und trotzdem passiert dort immer wieder genau das, was Live-Fernsehen so gefährlich (aber für uns Zuschauer auch erinnerungswürdig, amüsant oder schockierend) macht: Dinge gehen schief. Damit meinen wir: so richtig schief.

Pannen, Ohrfeigen, Verwechslungen. Momente, in denen Stars plötzlich sehr menschlich wirken, Situationen eskalieren oder alle im Raum merken, dass gerade etwas komplett aus dem Ruder läuft. Das sind die Augenblicke, bei denen man heute noch zusammenzuckt oder sich fragt, wie das überhaupt passieren konnte. Wir widmen uns zehn legendären Oscar-Momenten, die heute noch als wirklich unangenehm in Erinnerung geblieben sind.

1. Die große Verwechslung: „La La Land“ statt „Moonlight“ (2017)

Zuerst lief alles nach Plan. La La Land wird als bester Film ausgerufen, das Team kommt auf die Bühne, Umarmungen, Jubel, erste Dankesworte. Man sieht diese typische Mischung aus Erleichterung und Adrenalin, die Gewinner immer haben. Und dann merkt man plötzlich: Hier stimmt etwas nicht. Menschen flüstern, Warren Beatty schaut irritiert auf die Karte, Produzenten wechseln nervöse Blicke. Schließlich sagt Jordan Horowitz ins Mikrofon: „Es ist ein Fehler. Moonlight, ihr habt gewonnen.“ In diesem Moment kippt die Stimmung komplett. Die Gesichter der Beteiligten sind pures Live-Fernsehen: Verwirrung, Unglaube, dann die Erkenntnis. Besonders unangenehm ist der Moment, in dem die La La Land-Produzenten begreifen, dass sie gerade einen Oscar zurückgeben müssen — vor Millionen Zuschauern. Gleichzeitig reagieren sie extrem souverän, was die Situation noch surrealer macht. Man schaut etwas, das eigentlich nicht passieren darf, und genau deshalb bleibt es so präsent.

2. Will Smith ohrfeigt Chris Rock (2022)

Das war der Moment, in dem die Welt kollektiv den Atem anhielt. Chris Rock macht einen Witz über Jada Pinkett Smith, Will Smith lacht zunächst sogar. Dann steht er auf, geht zur Bühne — und schlägt zu. Erst denken viele an einen schlechten Sketch. Doch als Smith zurück an seinen Platz geht und brüllt „Keep my wife’s name out of your fucking mouth“, wird es totenstill im Saal. Man sieht Gesichter, die nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Nicole Kidman wirkt schockiert, andere schauen weg. Plötzlich ist das kein Entertainment mehr, sondern eine Eskalation. Dass Smith später selbst den Oscar für King Richard gewinnt, macht alles noch unangenehmer. Seine Tränen, seine Rechtfertigungen, die stehenden Ovationen — nichts passt mehr zusammen. Es fühlt sich an, als würden zwei Realitäten gleichzeitig stattfinden. Ein Karrierehöhepunkt verwandelt sich in eine globale Debatte über Stolz, Kontrolle und öffentliche Emotionen.

3. Marlon Brando lehnt seinen Oscar ab (1973)

Viele im Publikum wussten in diesem Moment gar nicht, wie sie reagieren sollten. Statt Marlon Brando kommt Sacheen Littlefeather auf die Bühne und erklärt, er werde den Preis für The Godfather (1972) ablehnen. Sie spricht über die Darstellung indigener Amerikaner in Hollywood, während im Saal gleichzeitig Applaus und Buhrufe zu hören sind. Diese Mischung erzeugt sofort Spannung. Littlefeather wirkt ruhig, aber man merkt ihr den Druck an. Sie versucht, ihre Botschaft unterzubringen, während Zeitbegrenzungen und Reaktionen aus dem Publikum sie unterbrechen. Für manche Zuschauer war das ein mutiger politischer Moment, für andere wirkte es fehl am Platz. Jahrzehnte später entschuldigte sich die Academy offiziell bei ihr. In diesem Augenblick prallten Glamour, Aktivismus und Erwartungshaltung frontal aufeinander — sichtbar für ein Millionenpublikum.

4. John Travolta und „Adele Dazeem“ (2014)

Man fragt sich bis heute: Wie kommt man von Idina Menzel auf Adele Dazeem? Travolta betritt die Bühne, wirkt charmant wie immer, setzt an und stolpert komplett über den Namen. Es klingt, als hätte er ihn gerade zum ersten Mal gelesen. Ein kurzer Moment Irritation im Publikum, höflicher Applaus, während viele versuchen zu verstehen, was gerade passiert ist. Menzel bleibt professionell, lächelt und singt danach Let It Go, als wäre nichts gewesen. Aber jeder weiß: Das Internet wird das ausschlachten. Genau so kommt es. Meme-Generatoren, Parodien, Running Gags … der Versprecher wird größer als der eigentliche Auftritt. Travolta erklärt später, er sei backstage abgelenkt gewesen. Es hilft wenig. Manche Fehler sind einfach zu perfekt für Popkulturgeschichte.

5. Adrien Brody küsst Halle Berry (2003)

Der wohl unangenehmste Kuss der Oscars-Geschichte. Adrien Brody ist komplett überwältigt, als er für The Pianist (2002) gewinnt. Das sieht man sofort: schnelle Schritte, breite Gesten, pure Emotion. Dann zieht er Halle Berry plötzlich zu sich und küsst sie. Nicht geplant, nicht abgesprochen. Berry wirkt sichtbar überrascht, fängt sich aber professionell und lacht mit. Im Publikum entsteht dieser kurze Moment Unsicherheit: Ist das jetzt charmant oder unangenehm? Damals wurde es eher als spontane Euphorie gelesen. Jahre später bekam die Szene eine andere Bedeutung, weil Diskussionen über Einverständnis und Grenzen stärker wurden. Genau deshalb wirkt der Moment heute anders als damals. Man sieht nicht nur Freude, sondern auch eine Grenzüberschreitung. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich gesellschaftliche Wahrnehmung verändert  und wie ein kurzer Augenblick dauerhaft neu interpretiert werden kann.

6. David Niven und der Flitzer (1974)

Mitten in seiner Moderation läuft plötzlich ein nackter Mann über die Bühne, vermutlich der unerwartetste Cameo des Abends. Für einen Moment ist alles Chaos. Dann reagiert David Niven mit trockenem britischem Humor und kommentiert, der Mann werde wohl nur einmal im Leben lachen können. Das Publikum lacht erleichtert, aber die Situation bleibt absurd. Sicherheit, Kontrolle, Würde, alles ist in Sekunden unterlaufen worden. Genau das macht Live-Fernsehen so unberechenbar. Niven rettet die Situation professionell, doch der Bruch der Inszenierung bleibt spürbar. Es ist einer dieser Momente, die gleichzeitig schockierend und komisch sind und deshalb dauerhaft im Gedächtnis bleiben, gerade wegen dieser vollkommen absurden Spontaneität.

7. James Franco und Anne Hathaway (2011)

Keine Frage, man konnte sehen, wie sehr Anne Hathaway sich bemühte. Energie, Lächeln, Enthusiasmus:  alles da. James Franco wirkte dagegen distanziert, fast abwesend. Die Chemie stimmte nicht, Witze zündeten kaum, Pausen fühlten sich länger an als geplant. Für Zuschauer entstand diese unangenehme Spannung, wenn man merkt, dass etwas nicht funktioniert, aber niemand es offen anspricht. Kritiken waren entsprechend hart. Der Versuch, jüngeres Publikum zu erreichen, wirkte erzwungen statt organisch. Vielleicht war es kein einzelner Moment, sondern die Summe vieler kleiner Irritationen, die den Abend so unangenehm machte. Moderation lebt von Timing und Verbindung, und genau das fehlte hier sichtbar über den gesamten Abend hinweg. Im Nachhinein wurde der Auftritt oft als Beispiel genannt, wie riskant es ist, zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten ohne gemeinsame Dynamik zusammen auf eine Bühne zu stellen. Hathaway selbst nahm es später mit Humor, doch der Ruf dieses Abends blieb nachhaltig beschädigt.

8. Sam Smith und der „erste offen schwule Gewinner“ (2016)

Der Moment begann eigentlich klassisch: Dankbarkeit, Emotion, persönliche Worte. Smith hatte gerade den Oscar für den besten Filmsong — Writing’s on the Wall aus James Bond 007 - Spectre (2015) — gewonnen. Dann sagte Smith, möglicherweise die erste offen schwule Person zu sein, die einen Oscar gewonnen habe. Historisch stimmte das nicht. Hintergrund war offenbar ein Interview von Ian McKellen, der kurz zuvor angemerkt hatte, dass noch nie ein offen schwuler Mann den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen habe. Smith übertrug das in der Aufregung auf alle Kategorien. Besonders unangenehm: Dustin Lance Black, der 2009 für Milk (2008) ausgezeichnet worden war, saß im Publikum. Smith korrigierte sich später, doch der Moment blieb hängen∞weniger wegen der Absicht als wegen des offensichtlichen Missverständnisses.

9. „Crash“ gewinnt gegen „Brokeback Mountain“ (2006)

Als Crash (2005) als bester Film verkündet wurde, konnte man die Überraschung im Raum spüren. Viele hatten mit Brokeback Mountain (2005) gerechnet. Applaus kam, aber er wirkte zurückhaltender als sonst. In den folgenden Tagen entwickelte sich eine intensive Debatte: War es eine konservative Entscheidung? Eine verpasste Chance? Ein politisches Signal? Für die Beteiligten auf der Bühne war es natürlich ein Triumph, doch der öffentliche Diskurs verlieh dem Moment eine andere Farbe. Genau diese Diskrepanz macht ihn bis heute unangenehm: Freude auf der Bühne, Zweifel im Publikum. Preisverleihungen leben von Erwartungen — wenn sie gebrochen werden, entsteht Reibung. Viele Zuschauer hatten das Gefühl, gerade einen dieser seltenen Oscar-Momente zu sehen, in denen nicht nur ein Film gewinnt, sondern ein Stimmungsbild Hollywoods sichtbar wird. Bis heute taucht die Entscheidung regelmäßig in Diskussionen über die „falschesten“ Gewinner der Academy-Geschichte auf; was zeigt, wie lange so ein Abend nachhallen kann.

10. Das Rob-Lowe–Schneewittchen-Desaster (1989)

Die Idee sollte spektakulär wirken: eine große Musical-Eröffnung mit Hollywood-Magie. Was dann passierte, wirkte eher wie eine bizarre Varieté-Nummer. Rob Lowe sang gemeinsam mit einer als Schneewittchen verkleideten Darstellerin in einer Performance, die tonal komplett aus dem Rahmen fiel. Zuschauer reagierten irritiert, Kritiker vernichtend, Disney sogar juristisch verärgert. Man konnte förmlich spüren, wie sich im Saal Unsicherheit ausbreitete. Applaus kam, aber eher aus Höflichkeit. Der Auftritt gilt bis heute als einer der größten Fehlgriffe der Oscar-Geschichte, weil er zeigte, dass große Produktion nicht automatisch funktioniert. Manchmal entsteht das Gegenteil: Fremdscham auf höchstem Niveau, live vor einem Millionenpublikum. Für Rob Lowe sicher keine Sternstunde.

01

La La Land
La La Land

La La Land

2016

Mia ist eine leidenschaftliche Schauspielerin, die ihr Glück in Los Angeles sucht. Sebastian will dort ebenfalls seinen Durchbruch schaffen, allerdings nicht als Schauspieler, sondern als Musiker, der Menschen des 21. Jahrhunderts für traditionellen Jazz begeistern möchte. Mia und Sebastian müssen sich mit Nebenjobs durchschlagen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern – sie arbeitet in Cafés, er sitzt in Clubs am Keyboard. Nachdem sie einander vorm Klavier begegnet und schließlich ein Paar geworden sind, geben sich gegenseitig Kraft. Von nun an arbeiten sie zu zweit daran, groß rauszukommen. Doch schnell müssen Mia und Sebastian feststellen, dass ihre Bestrebungen auch Opfer fordern und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen. Verrät sich Sebastian selbst, wenn er in der Band von Keith Musik spielt, die er gar nicht mag? Und kann Mia ihre Zeilen nicht auch mit ihrem Freund auf Tour lernen, oder muss sie dazu wirklich in L.A. bleiben?

03

Der Pate
Der Pate

Der Pate

1972

Don Vito Corleone ist der Kopf einer der einflußreichsten Mafia-Familien New Yorks. Als die anderen Familien der Stadt beschließen, neben Glücksspiel und Schutzgelderpressungen nun auch den Handel mit Drogen als Erwerbsquelle zu nutzen und sich Don Corleone diesem Vorhaben nicht anschließen möchte, wird er zum Ziel eines hinterhältigen Mordanschlags. Nun steht Vitos Sohn Michael in der Verantwortung, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, obwohl er mit den Geschäften der Familie bis dato nichts zu tun haben wollte.

04

Der Pianist
Der Pianist

Der Pianist

2002

Warschau, 1939. Die Besetzung Polens durch die Deutschen bedeutet für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman den Beginn eines langen Leidenswegs. Durch einen Glücksfall entgeht er dem Transport ins KZ, in dem seine gesamte Familie ums Leben kommt. Von nun an fristet er ein Dasein im Untergrund. Hungrig, krank und psychisch vor dem Kollaps stehend, wird er gegen Kriegsende schließlich von einem deutschen Offizier aufgespürt. Doch anstatt ihn auszuliefern, bittet er ihn, Klavier zu spielen. Szpilmans Rettung. Der Pianist ist eine Filmadaption der Biographie „Das wunderbare Überleben“ von Wladyslaw Szpilman. Das Filmdrama des Regisseurs Roman Polanski hat mit dem Film auch ein Stück eigene Geschichte aufgearbeitet.
James Bond erhält eine kryptische Nachricht aus seiner Vergangenheit, die ihn auf die Spur einer finsteren Organisation bringt. Bond muss immer mehr entdecken, dass es viele Täuschungen und Lügen gibt, die er entschlüsseln muss. Während sein Boss M mit anderen Problemen kämpft, mit politischen Kräften konfrontiert ist, die den ganzen Geheimdienst gefährden, erkennt Bond erst nach und nach die schreckliche Wahrheit hinter Spectre.

06

Crash
Crash

Crash

1996

Der monotone Alltag des Filmproduzenten James Ballard und seiner Frau Catherine hat nur wenig Abwechslung in einer grauen, anonymen Großstadt. Ein Autounfall ändert alles. Quietschende Reifen, zersplittertes Glas und der Knall des Metalls bringen in Ballards Leben neue intensive Gefühle. Das kühle Metall und die Kraft der Maschine werden zur sinnlichen Erfahrung, das Auto wird zur erotischen Leidenschaft. Auch die Fahrerin des anderen Autos, Dr. Helen Remington, spürt seit ihrer Karambolage das selbe …
Wyoming 1963: Ennis und Jack, die sich beim Schafehüten begegnen, verlieben sich ineinander, doch ihre stürmische Beziehung muss ein schmerzhaftes Geheimnis bleiben.

Über diese Liste

Titel

7

Gesamtkosten fürs Ansehen

19,44 €

Gesamtlaufzeit

15h 44min

Genres

Drama, Musik & Musical, Mystery & Thriller

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  3. 2 Titel Arthaus+
  4. 2 Titel HBO Max
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