Von „90210“ bis „Emily in Paris“: Die 6 besten Serien von Darren Star

Von „90210“ bis „Emily in Paris“: Die 6 besten Serien von Darren Star

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 14. Juni 2026

Aktualisiert am 14. Juni 2026

Egal, ob Highschool-Soap in Beverly Hills, Singles auf Partnersuche im New Yorker Großstadtdschungel oder eine Amerikanerin, die in Paris zwischen Macarons und Marketing ihr Glück sucht: Darren Star trifft seit über drei Jahrzehnten verlässlich den Nerv seiner Zeit. Manche Autoren schreiben eine große Serie und zehren ihr Leben lang davon. Star hat es in fast jedem Jahrzehnt aufs Neue getan. Der Bauplan bleibt dabei konstant: Man nehme eine oder mehrere Figuren, werfe sie in eine fremde, glänzende Welt, gebe ihr Kleider, die Trends schaffen, dazu große Wünsche - und sehe zu, wie sie straucheln.

Kritik? Vorprogrammiert. Aber: Das Publikum liebt es – und Star schafft es, jede Generation neu zu prägen. Gerade läuft mit Emily in Paris (2020) wieder einer seiner Welterfolge, eine nächste Produktion ist in Arbeit. Zeit für einen Blick auf seine sechs besten Serien – und darauf, wie ein Einzelner das Fernsehen von der Schulbank bis ins Streaming begleitet hat.

Hier beginnt das Serien-Imperium von Darren Star.

Beverly Hills, 90210 (1990–2000) erzählt von den Zwillingen Brandon und Brenda Walsh, die aus Minneapolis ins sonnige Beverly Hills ziehen und an der West Beverly High auf eine Welt aus Geld, Cabrios und Statusdruck prallen. Im Grunde eine Telenovela, die in den Anfangsjahren noch mehr 1980er-Ästhetik hatte und erst in den 1990ern, die sie definierte, ankommen musste. 

Star war damals Anfang dreißig und schrieb nah an der eigenen Jugend, Produzent war Seifenopern-Veteran Aaron Spelling. Aus dem Teenie-Stoff wurden zehn Staffeln und 293 Folgen. Die Postleitzahl 90210 wurde zur Chiffre für kalifornischen Reichtum und Lebensgefühl, Jason Priestley und Luke Perry zu Postergesichtern eines Jahrzehnts. Bemerkenswert ist, was die Serie sich traute: Alkohol, Essstörungen, sexualisierte Gewalt, AIDS – Themen, um die das Jugendfernsehen bis dahin einen Bogen machte. Und sie legte die Schablone an, die Star noch jahrzehntelang variieren sollte.

02

Melrose Place
Melrose Place (1992–1999) ist der Ableger, der das Konzept erwachsen werden ließ. Keine Highschool mehr, sondern ein Apartmentkomplex in Los Angeles. Keine Teenager, sondern junge Erwachsene Mitte zwanzig, die zwischen Job, Bett und Intrige durchs Leben stolpern – aber mindestens ebenso Telenovela-inspiriert. Star zog die Serie aus einer Nebenfigur von 90210 heraus und ließ sie rasch kippen: weg vom Problemdrama, hin zur ungenierten Seifenoper mit Gift, Erpressung und einer explodierenden Wohnung zum Staffelende. Heather Locklear kam als kalkulierende Amanda Woodward dazu und wurde zur Ikone der schönen Bosheit. Es gab Drama, Intrigen und große Gefühle. Sieben Staffeln lang bewies Star, dass er nicht nur junge Teenager fesseln konnte, sondern auch deren ältere Geschwister – ohne je vom schönen Schein zu lassen. Wer wissen will, wie amerikanische Prime-Time-Soaps in den Neunzigern klangen, fängt hier an.

03

Sex and the City
Dann der Sprung, der alles veränderte. Für Sex and the City (1998–2004) wechselte Star zum jungen Pay-Sender HBO und bekam eine Freiheit, die das Network-Fernsehen ihm nie gegeben hätte. Die Serie nach Candace Bushnells Kolumne folgt der Autorin Carrie Bradshaw, gespielt von Sarah Jessica Parker, und ihren Freundinnen Samantha, Charlotte und Miranda durchs Dating-Leben im Manhattan der späten Neunziger. Das Neue war der Ton. Vier Frauen sprachen über Sex, Geld und Ehrgeiz so direkt, wie es im Fernsehen vorher kaum vorkam. Mode wurde zur eigenen Erzählebene, New York zur fünften Hauptfigur. 2001 war Sex and the City die erste Kabelserie, die den Emmy als beste Comedy-Serie gewann, dazu kamen drei Golden Globes als beste Serie (Komödie) in Folge. Der lange Schatten reicht bis heute: Kaum eine spätere Serie über Freundschaft, Großstadt und weibliche Selbstbestimmung kommt ohne diese vier Frauen im Rücken aus.

04

Younger
Younger

Younger

2015

Nach durchwachsenen Jahren fand Star mit Younger (2015–2021) zu seiner Stärke zurück. Liza Miller, gespielt von Sutton Foster, ist frisch geschieden, Mitte vierzig, und will zurück in den Verlag. Nur stellt niemand eine Berufseinsteigerin in diesem Alter ein. Also lügt sie sich jünger: 26, behauptet sie, und bekommt den Job. Aus dieser einen Notlüge holt Star sieben Staffeln voller Komik und Dauerdruck, getragen von Foster und Hilary Duff als jüngerer Kollegin. Unter dem leichten Ton steckt ein ernster Kern, nämlich die Altersdiskriminierung gegen Frauen in der Arbeitswelt. Younger lief zunächst beim kleinen Sender TV Land und wurde erst spät zum Liebling eines größeren Publikums. Heute gilt die Serie vielen als das unterschätzte Bindeglied zwischen Sex and the City und Stars späteren Streaming-Erfolgen. Zu Unrecht übersehen, würden wir sagen.

05

Emily in Paris
Emily in Paris (seit 2020) ist Stars größter Treffer im Streaming-Zeitalter. Emily Cooper, gespielt von Lily Collins, zieht aus Chicago nach Paris und soll einer Marketingagentur die amerikanische Sicht der Dinge beibringen. Prompt steht sie als Fremde zwischen französischem Spott, Designerkleidern und Liebeswirren. Es ist sein vertrautes Muster, dieses Mal mit Paris als Postkarte. Die Kritik rieb sich an den Frankreich-Klischees und an Emilys unüberwindlichem Optimismus. Für viele war das Ragebait. Das Publikum machte die Serie trotzdem (oder genau deshalb) zu einem der größten Netflix-Hits ihrer Jahre. Netflix zählte allein für Emily in Paris über 250 Millionen Views. Inmitten einer hoch komplizierten Welt gab uns Star etwas Leichtes. Unterhaltung eben – die Art, für die man dem Denken auch mal eine Stunde Pause geben durfte. Man muss die Klischees nicht mögen, um zu sehen, was hier funktioniert: ungebremste Wunscherfüllung, viele Outfits, Klischee-Overload und jede Menge Städtekulinarik für die Augen.

06

Uncoupled
Uncoupled

Uncoupled

2022

Mit Uncoupled (2022) dreht Star seine vertraute Geschichte um eine entscheidende Achse. Michael, gespielt von Neil Patrick Harris, ist ein erfolgreicher New Yorker Immobilienmakler, dessen Partner Colin ihn nach siebzehn Jahren verlässt – ausgerechnet am Vorabend von Michaels fünfzigstem Geburtstag. Über Nacht steht er wieder am Anfang, in einem Dating-Leben, das er nicht mehr versteht. Star entwickelte die Serie zusammen mit Jeffrey Richman, dem Autor von Modern Family, und übertrug das Gerüst von Sex and the City – Großstadt, Freundeskreis, romantische Irrungen – erstmals auf einen schwulen Hauptcharakter. Dahinter steht eine Frage, die jeden trifft: Wie fängt man noch einmal von vorn an, wenn man dachte, alles sei längst entschieden? Netflix verlängerte die Serie zunächst nicht über die erste Staffel hinaus. Showtime bestellte 2023 eine zweite, zog die Bestellung ein Jahr später aber wieder zurück, ehe ein Bild gedreht war. Schade eigentlich, denn die Serie zeigt einen Star, der seine Erzählung weiterdenkt, statt sie nur abzuspulen.
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Über diese Liste

Titel

6

Gesamtkosten fürs Ansehen

28,83 €

Gesamtlaufzeit

517h 58min

Genres

Drama, Romantik, Komödien

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Auf dieser Liste befinden sich 6 Titel und du kannst 2 von ihnen auf RTL+ anschauen. 10 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 2 Titel RTL+
  2. 2 Titel RTL+ Max Amazon Channel
  3. 2 Titel Netflix
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  5. 1 Titel RTL Passion Amazon Channel