10 stylische Crime-Serien, während du auf Berlin und die Dame mit dem Hermelin wartest

10 stylische Crime-Serien, während du auf Berlin und die Dame mit dem Hermelin wartest

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 12. Mai 2026

Aktualisiert am 12. Mai 2026

Berlin kehrt bald zurück, und auch der neue Coup in Berlin und die Dame mit dem Hermelin sieht wieder so aus, als wäre er weniger Raubüberfall als luxuriöse Abendveranstaltung mit Fluchtwagen. Sevilla, ein Da-Vinci-Gemälde und Pedro Alonso in Bestform reichen schon aus, um sofort wieder diese spezielle Art von Crime-Serie zu aktivieren, in der Menschen selbst beim Gesetzesbruch aussehen, als wären sie gerade auf dem Weg zu einer Modenschau. Es gibt Serien, die wollen düster und realistisch wirken. Und dann gibt es die, bei denen jede Einstellung aussieht, als hätte jemand einen Heist mit einer Parfumwerbung gekreuzt. Wer bis zur Rückkehr von Berlin etwas braucht, das dieselbe Mischung aus Stil, Charme und kontrolliertem Chaos trifft, findet hier zehn perfekte Kandidaten.

01

Lupin
Lupin

Lupin

2021

Auf einer Versteigerung im Louvre stiehlt jemand eine Halskette, und die Art, wie er es tut, macht sofort klar, dass dieser Mann nicht zum ersten Mal hier war. Omar Sy spielt Assane Diop, einen Gentleman-Dieb mit einer Obsession für den Romanklassiker Arsène Lupin und einem persönlichen Racheplan, der sich über drei Staffeln entfaltet. Lupin ist eine der unverschämtesten Serien der letzten Jahre: Sie lässt ihren Helden Dinge tun, die eigentlich nicht funktionieren dürften, gibt ihm dabei ein so breites Lächeln mit, dass man die Plausibilitätslücken glatt vergisst. Sy hat eine physische Präsenz, die den Raum einnimmt, bevor er auch nur einen Satz gesagt hat, und Paris sieht in dieser Serie selten so sehr wie ein Spielfeld aus. Wer Berlin und die Dame mit dem Hermelin für das europäische Hochglanz-Heist-Gefühl geschätzt hat, findet hier den direktesten Verwandten.

02

Haus des Geldes
Die Mutterserie des gesamten Franchise ist der naheliegendste Einstieg, aber auch der lohnendste, weil sie etwas schafft, das Spin-offs selten gelingt: eine Welt, die größer wirkt als ihr eigentlicher Schauplatz. Haus des Geldes beginnt als präzise geplanter Bankraub und endet als globales Popkulturphänomen mit Salvator-Dalí-Masken, revolutionären Gesten und einer Romanze, die man entweder liebt oder geduldig erträgt. Der Professor plant mit einer Akribie, die man fast bewundert, die Umsetzung gerät zu einem Chaos, das einen nicht loslässt. Fünf Staffeln, viele Tode, eine unsterbliche Melodie: Wer die Serie noch nicht kennt, lernt hier den Meisterdieb Berlin kennen, dem Berlin und die Dame mit dem Hermelin sein eigenes Kapitel widmet, und wer sie kennt, weiß ohnehin, warum man hier anfängt.
Thomas Shelby kehrt aus dem Ersten Weltkrieg zurück und führt seine Birminghamer Unterweltfamilie mit einer Mischung aus Brutalität und strategischem Kalkül, die andere Figuren des Genres alt aussehen lässt. Peaky Blinders ist visuell eine eigene Kategorie: Zeitlupen, Industrielärm, Nick-Cave-Score und Kostüme, die besser aussehen als die meisten Leute in echter Mode. Cillian Murphy spielt Shelby mit einer Intensität, die im besten Moment fast unheimlich wirkt, und die Serie gibt ihm eine Welt, in der diese Intensität nicht nur Sinn ergibt, sondern regelrecht verlangt wird. Das ist kein Heist-Format im klassischen Sinne, eher eine Milieu-Studie, die beweist, dass Stil ohne Substanz nicht lange trägt, und umgekehrt. Wer Serien mag, die sich optisch und dramaturgisch gleichermaßen Mühe geben, ist hier sechs Staffeln lang sehr gut aufgehoben.

04

Killing Eve
Killing Eve

Killing Eve

2018

Zwei Frauen jagen sich durch Europa, und nach etwa zwanzig Minuten ist nicht mehr ganz klar, wer von beiden eigentlich die Gefährlichere ist. Killing Eve funktioniert als Thriller, als schwarze Komödie und als ungewöhnliche Liebesgeschichte gleichzeitig, und es weigert sich beharrlich, sich auf eine dieser Beschreibungen festlegen zu lassen. Villanelle, gespielt von Jodie Comer, ist eine Auftragskillerin mit Couture-Garderobe und dem moralischen Kompass einer Katze, Sandra Oh gibt die Gegenspielerin mit einer zunehmend erschreckenden Faszination. Was die Serie von gewöhnlichen Katz-und-Maus-Plots unterscheidet, ist ihre Weigerung, irgendjemanden als eindeutig im Recht zu zeigen: Beide Frauen sind obsessiv, beide gefährlich, und das Publikum schaut trotzdem nicht weg. Die ersten zwei Staffeln sind außergewöhnlich gut.

05

Babylon Berlin
Weimar-Republik, 1929: Berlin tanzt, trinkt und ahnt noch nicht, was kommt, und genau in diese Lücke zwischen Glanz und Abgrund schiebt sich Babylon Berlin mit einer Energie, die man so im deutschen Fernsehen nicht erwartet hätte. Gereon Rath, ein Kölner Kommissar mit einer Morphiumabhängigkeit und zu vielen Geheimnissen, landet in einer Stadt, die größer und gefährlicher ist als er. Die Serie ist teuer, opulent und vollkommen zu Recht stolz darauf: Die Nachtklub-Sequenzen sehen aus wie ein Traum, den man nicht ganz fertig träumt, und das politische Gewitter, das sich im Hintergrund zusammenbraut, gibt dem ganzen Hochglanz ein Gewicht, das viele ähnliche Serien nicht haben. Wer Berlin und die Dame mit dem Hermelin für die europäische Kulisse und die moralische Ambiguität geliebt hat, findet hier beides, nur eine Oktave dunkler.

06

Narcos
Narcos

Narcos

2015

Pablo Escobar braucht keine Einführung, aber Narcos gibt ihm trotzdem eine, die über das Biopic weit hinausgeht. Wagner Moura spielt ihn mit einer beängstigenden Menschlichkeit, die nie vergisst, was dieser Mann angerichtet hat, und die Doku-Ästhetik gibt dem Ganzen ein Gewicht, das reines Drama oft verfehlt. Was die Serie stylish macht, ist nicht Glamour im üblichen Sinne, sondern die Art, wie sie Macht als ästhetisches Phänomen behandelt: Escobar ist nicht trotz seiner Absurdität faszinierend, sondern wegen ihr. Das Kolumbien dieser Serie sieht aus wie ein Land, das zu schnell zu reich wird und keine Zeit hat, sich dabei zu beobachten. Drei Staffeln mit Escobar, dann übernimmt das Kali-Kartell, und es bleibt stark.

07

White Collar
Neal Caffrey ist Kunstfälscher, Hochstapler und der charmanteste Mensch in jedem Raum, den er betritt, und dann landet er in einem Deal mit dem FBI, für das er fortan als Consultant arbeitet, ob er will oder nicht. White Collar ist das Leichteste auf dieser Liste, und das ist als echtes Lob gemeint: eine Serie, die weiß, dass ihre Stärke in der Chemie zwischen Matt Bomer und Tim DeKay liegt, und die genau das sechs Staffeln lang konsequent ausnutzt. Das Format ist nah an klassischen Detektivserien, aber die Kostüme sind besser, die Dialoge schneller, und New York sieht unter dieser Regie aus wie eine Stadt, in der Diebstahl irgendwie vertretbar wirkt. Wer nach dem Sevilla-Heist etwas sucht, das denselben leichten Hochglanz-Ton trifft, ohne apokalyptischen Einsatz, findet hier sechs Staffeln ohne Restschmerz.

08

Hustle
Hustle

Hustle

2004

Irgendwo in London setzen sich fünf Menschen an einen Tisch und beschließen, jemanden um sein Geld zu bringen, der es ohnehin nicht verdient hat. Hustle ist britisches Con-Artist-Fernsehen in seiner elegantesten Form: Die Gruppe um Mickey Bricks plant jeden Betrug mit einer Sorgfalt, die man fast akademisch nennen könnte, und Adrian Lester spielt den Anführer mit einer Nonchalance, die den Zuschauer genauso einwickelt wie die Opfer in der Serie. Was das Format so besonders macht, ist sein Selbstbewusstsein: Hustle weiß genau, was es ist, macht keine Anstalten, tiefer zu sein als nötig, und ist deshalb in jedem Moment genau richtig. Sechs Staffeln, jede mit einem neuen Coup, und der Grundton bleibt durchgehend: Verbrechen als Handwerk, ausgeübt von Leuten mit sehr gutem Geschmack.

09

Inventing Anna
Anna Delvey gibt vor, eine reiche deutsche Erbin zu sein, und New York glaubt es ihr, weil New York glaubt, was gut aussieht. Inventing Anna ist die Serie zur echten Geschichte der Anna Sorokin, die Banken, Hotels und Kunstwelt jahrelang belog und dabei fast ein eigenes Imperium aufbaute. Julia Garner spielt sie mit einem Akzent und einer Arroganz, die man nicht immer sympathisch findet, aber nie vergessen kann, und die Shonda-Rhimes-Produktion gibt der Geschichte genug Tempo, um über ihre eigenen Schwächen hinwegzukommen. Was die Serie mit Berlin und die Dame mit dem Hermelin verbindet, ist weniger der Coup als die Haltung: der absolute Glaube daran, dass Überzeugung eine eigene Form von Wahrheit schafft. Wer wissen will, wie weit das trägt, schaut hier nach.

10

The Gentlemen
Ein britischer Duke erbt ein Landgut und entdeckt, dass unter dem Grund und Boden ein gutlaufendes Cannabis-Imperium sitzt. Guy Ritchie macht aus diesem Ausgangspunkt eine achtteilige Serie, die so klingt, als hätte jemand alle seine Filme auf einmal verarbeitet und das Ergebnis auf Hochglanz poliert. The Gentlemen ist laut, komödiantisch, von einer Selbstsicherheit, die manchmal ans Selbstgefällige grenzt, und macht dabei fast durchgehend sehr viel Spaß. Theo James trägt den Ton, Kaya Scodelario hält dagegen, und ein ungewöhnlich besetztes Ensemble schiebt von hinten nach. Was die Serie von anderen Gangster-Comedys unterscheidet, ist ihr Tempo: Es gibt kaum einen Moment, in dem sie Luft holt, und genau das macht sie zur richtigen letzten Empfehlung, weil sie verspricht, was das Genre auf dieser Liste überall einlöst: Stil als Haltung, nicht als Dekoration.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

48,37 €

Gesamtlaufzeit

306h 30min

Genres

Drama, Krimi, Mystery & Thriller

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  1. 7 Titel Netflix
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