
„Conan“: Alle Filme und Serien in der richtigen Reihenfolge
Arnold Schwarzenegger schwingt das Schwert noch einmal. Mit King Conan, den Christopher McQuarrie schreiben und inszenieren soll, kehrt der inzwischen 78-Jährige voraussichtlich 2028 zu der Rolle zurück, die ihn 1982 zum Star machte.
Conan ist allerdings schon deutlich länger unterwegs als nur die Schwarzenegger-Filme vermuten lassen. Seine Geschichte begann 1932 mit Robert E. Howards erster Pulp-Erzählung. Zwischen blutigem Achtziger-Fantasykino, den oft übersehenen Produktionen der Neunziger und ungewöhnlichen Neuinterpretationen liegen mehr als neun Jahrzehnte und sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein Schwertkämpfer auf der Leinwand sein kann.
Wer sich auf King Conan vorbereiten möchte, sollte deshalb nicht nur die beiden Klassiker mit Schwarzenegger kennen. Diese Watch-Order führt chronologisch durch acht Filme und Serien und zeigt, wie sich das Conan-Universum über Jahrzehnte entwickelt hat.
Ein junger Mann wird an ein riesiges Rad gekettet und schiebt es jahrelang im Kreis, bis aus dem geschundenen Kind ein Berg von einem Mann geworden ist. Diese stumme Sequenz erzählt mehr über Conan der Barbar (1982), als es jedes Drehbuchgespräch könnte. John Milius inszeniert Robert E. Howards Pulp-Helden als nietzscheanisches Gleichnis über Stärke, Schmerz und Verlust, während Arnold Schwarzenegger in seiner ersten großen Hauptrolle beweist, dass eine archaische Präsenz oft mehr Wirkung entfaltet als viele Dialoge.
Der monumentale Score von Basil Poledouris verleiht dem Film beinahe religiöse Wucht, James Earl Jones macht Schlangenkultführer Thulsa Doom zu einem der einprägsamsten Fantasy-Schurken der Achtziger, und das Lagerfeuer-Bekenntnis über das „Rätsel des Stahls“ gehört längst zur Popkultur. Hier beginnt die Sword-and-Sorcery-Saga fürs Kino.
Zwei Jahre nach dem Original übernimmt Richard Fleischer das Steuer, und der Tonwechsel ist sofort spürbar. Conan der Zerstörer (1984) tauscht den blutigen Ernst des Vorgängers gegen ein leichtfüßigeres Quest-Abenteuer, in dem Conan eine junge Prinzessin durch mythische Landschaften begleitet, damit sie ein heiliges Horn beschaffen kann. Die familienfreundlichere Ausrichtung ist dabei kein Zufall, sondern Programm. Grace Jones verleiht der Truppe als wilde Kriegerin Zula enorme Energie, der über zwei Meter große Wilt Chamberlain verkörpert den schweigsamen Bombaata, und Mako kehrt als Zauberer Akiro zurück.
Was den Film bis heute sehenswert macht, ist seine unbekümmerte Achtziger-Fantasy, die sich vollkommen ernst nimmt und gerade deshalb ihren Charme entfaltet – auch wenn sie die philosophische Wucht und erzählerische Tiefe des Vorgängers bewusst hinter sich lässt.enn der erzählerische Tiefgang des Vorgängers dieses Mal weitgehend ausgespart bleibt.
Streng genommen ist diese Produktion gar kein Conan-Film. Red Sonja (1985) entstand zwar aus derselben Produktionsfamilie und wurde wieder von Richard Fleischer inszeniert, doch Arnold Schwarzenegger spielt hier nicht den Cimmerier, sondern Kalidor, einen edlen Schwertkämpfer mit verdächtig ähnlicher Statur. Trotzdem gehört der Film in jede Conan-Marschroute, weil er ursprünglich als dritter Schwarzenegger-Conan geplant war und das Universum eindeutig mitprägt.
Brigitte Nielsen gibt in ihrer ersten Hollywood-Rolle die rachsüchtige Schwertkämpferin Sonja, und Sandahl Bergman, die im Original noch an Conans Seite kämpfte, wechselt diesmal die Seite und spielt die böse Königin Gedren. Die Story ist klassisches Pulp-Material, die Effekte zeigen ihr Alter, doch die ganze Produktion atmet einen ungebremsten Achtziger-Eskapismus, den heutige Fantasy-Filme kaum noch wagen würden.
Die Verwandlung des einst brutalen Schlächters in einen familienfreundlichen Helden klingt nach Verrat am Stoff, funktioniert aber überraschend gut. Conan, der Abenteurer (1992), ist eine Zeichentrickserie für Samstagvormittage, in der Conan mit einem schimmernden Sternenmetall-Schwert gegen die Schlangenmänner von Set kämpft. Showrunnerin Christy Marx füllte 65 Folgen mit einer reichen Welt voller magischer Artefakte und Verbündeter, ohne die Härte des Originals zu imitieren oder zu verraten.
Wer als Kind der Neunziger morgens vor dem Fernseher saß, hat hier seine erste Berührung mit dem Cimmerier gehabt, und die Serie steht heute als eigenständiger Klassiker des US-Fantasyzeichentricks neben He-Man und ThunderCats. Sie zeigt, dass Conan auch ohne Blut funktioniert.
Anders als die populäre Vorgängerserie konnte dieser Nachfolger kaum Spuren hinterlassen. Conan und seine tapferen Freunde (1994) lief nur eine kurze Staffel mit dreizehn Folgen und verlagerte den Fokus weg vom Titelhelden zu drei jungen Kriegern, die der gealterte Conan ausbildet. Die Idee dahinter war erkennbar pädagogisch, der Cimmerier sollte zum Mentor werden, und die jüngere Zielgruppe sollte sich in den Schülern wiederfinden.
Diese Verschiebung kostete die Serie viel von dem, was die Vorgängerproduktion sehenswert machte, und das Animationsniveau hielt nicht mit. Heute ist sie ein Kuriosum für Komplettisten, ein Beleg dafür, wie sehr Conan in den Neunzigern als Marke vermarktet werden sollte, und der einzige Eintrag, in dem der Held selbst kaum noch im Mittelpunkt steht.
Eigentlich sollte dieser Film einmal Conans große Rückkehr werden. Kull der Eroberer (1997) entstand aus einem Drehbuch, das ursprünglich als dritter Conan-Kinofilm entwickelt worden war, bevor die Produzenten die Hauptfigur durch Robert E. Howards älteren Helden Kull ersetzten. Gespielt wird er von Kevin Sorbo, der damals zu den bekanntesten Fantasy-Gesichtern des Fernsehens gehörte.
Die Geschichte folgt dem Krieger Kull, der unerwartet zum König aufsteigt und schon kurz darauf gegen eine wiedererweckte Hexenkönigin kämpfen muss, die sein Reich ins Chaos stürzen will. Der Film erschien in einer Zeit, als klassische Sword-and-Sorcery-Abenteuer kaum noch gefragt waren, und verschwand entsprechend schnell wieder von der Bildfläche. Gerade deshalb wirkt er heute wie eine interessante Zeitkapsel zwischen den Schwarzenegger-Jahren und dem späteren Momoa-Reboot. Wer die Entwicklung von Robert E. Howards Heldenwelten auf dem Bildschirm vollständig nachvollziehen möchte, kommt an Kull der Eroberer kaum vorbei. Als indirekter Nachfahre eines nie realisierten Conan-Films bildet er einen faszinierenden Seitenpfad in der Geschichte des gesamten hyborischen Universums.
Der deutsche Schauspieler und Ex-Bodybuilder Ralf Möller, in Hollywood damals erst am Anfang seiner Karriere, übernahm 1997 das Schwert. Conan, der Abenteurer (1997), lief in den USA syndiziert und folgte erkennbar dem Erfolgsrezept von episodischen Abenteuern mit weichgespülter Gewalt und einem loyalen Heldenteam.
Möller verkörperte den Cimmerier mit unprätentiöser Direktheit, ohne Schwarzenegger zu imitieren oder Momoa vorwegzunehmen, und brachte der Figur eine bodenständige Verlässlichkeit mit. Die einzige Staffel umfasste 22 Folgen, blieb am Ende jedoch zu generisch, um sich im Fantasyfernsehen der Zeit dauerhaft durchzusetzen. Eine zweite Staffel entstand nie. Trotzdem nimmt sie als bislang einzige Live-Action-Serie mit Conan als Hauptfigur einen festen Platz in jeder vollständigen Watch Order ein.
Hollywood versuchte 2011, das Franchise neu zu starten, und scheiterte spektakulär an den Kinokassen. Conan (2011) holte Jason Momoa kurz nach seinem Game of Thrones-Durchbruch in die Hauptrolle und besetzte mit Stephen Lang einen brillanten Bösewicht namens Khalar Zym, der seine tote Frau zurückholen will.
Regisseur Marcus Nispel inszenierte den Stoff als blutige Modernisierung – mit deutlich höherem Splatter-Anteil als das Original und einer Bildsprache, die zwischen Sandalenepos und Heavy-Metal-Plattencover pendelt. Was dem Reboot jedoch fehlt, ist die mythische Wucht von 1982 und die unbeschwerte Lust am klassischen Sword-and-Sorcery-Abenteuer. Jason Momoa überzeugt zwar körperlich und bringt den wilden Conan glaubhaft auf die Leinwand, doch das Drehbuch gibt ihm kaum Gelegenheit, über die geradlinige Rachegeschichte hinaus Profil zu entwickeln. Heute funktioniert der Film vor allem als handwerklich solide Genrekost – und als Erinnerung daran, wie schwer sich ein Kultklassiker neu erfinden lässt.
Niemand hätte erwartet, dass ausgerechnet ein französischer Avantgarde-Regisseur die radikalste Conan-Adaption aller Zeiten dreht. She Is Conann (2023) ist Bertrand Mandicos queere, surrealistische Gender-Swap-Variante des Stoffs und erzählt das Leben einer weiblichen Conann in sechs Lebensaltern, dargestellt von sechs verschiedenen Schauspielerinnen, darunter Claire Duburcq, Christa Théret und Nathalie Richard.
Erzählt wird das Ganze rückblickend von einem Höllenhund namens Rainer, gespielt von Elina Löwensohn, der wie ein Paparazzo durch Conanns Existenzen reist. Der Film mischt Schwarz-Weiß-Bilder, theatralische Kulissen, Federico-Fellini-Anleihen und eine offene Hingabe an die queere Filmgeschichte zu einem Erlebnis, das mit klassischer Pulp-Action wenig und mit ihrer Energie alles zu tun hat. Premiere feierte das Werk in Cannes in der Sektion Quinzaine, und einen deutschen Verleihtitel hat es nie bekommen.
40 Jahre nach Brigitte Nielsens Kultfilm kehrt die rote Kriegerin zurück. Red Sonja (2025) ist kein direkter Conan-Film, steht aber erneut in jener Sword-and-Sorcery-Tradition, aus der auch der Cimmerier stammt. Dieses Mal übernimmt Matilda Lutz die Hauptrolle als gefürchtete Kriegerin, die nach Jahren der Gefangenschaft in einer brutalen Arena ihre Freiheit zurückerobern will. Regisseurin M. J. Bassett orientiert sich stärker an den düsteren Fantasy-Wurzeln der Comics und verzichtet weitgehend auf den campigen Achtziger-Charme des Originals. Stattdessen dominieren harte Kämpfe, raue Landschaften und eine deutlich ernstere Tonlage.
Inhaltlich bewegt sich der Film bewusst näher an modernen Fantasy-Abenteuern, ohne seine Pulp-Herkunft zu verleugnen. Für eine Conan-Watch-Order ist Red Sonja vor allem deshalb interessant, weil die Figur seit Jahrzehnten eng mit dem Hyborischen Zeitalter verbunden bleibt und bis heute zu den bekanntesten Schwertkämpferinnen des Genres gehört. Nach dem experimentellen She Is Conann wirkt dieser Film fast wie eine Rückkehr zu klassischen Genre-Tugenden und bildet damit einen passenden Schlusspunkt der bisherigen Conan-Bildschirmgeschichte.



















































