10 Beziehungsdramen für alle, die „The Invite“ mochten

10 Beziehungsdramen für alle, die „The Invite“ mochten

Veröffentlicht am26. September 2026

Aktualisiert am26. September 2026

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Ein gemeinsames Abendessen kann erstaunlich schnell zeigen, wie viel in einer Beziehung längst schiefläuft. In The Invite (2026) erleben Angela (Olivia Wilde) und Joe (Seth Rogen) genau das, als ihre Nachbarn Pina (Penélope Cruz) und Hawk (Edward Norton) zu Besuch kommen. Deren Ehe wirkt lockerer, aufregender und vor allem sexuell sehr viel lebendiger als die eigene. Was zunächst nach neugierigen Blicken auf das Leben der anderen aussieht, trifft bald einige ziemlich empfindliche Stellen. Alte Enttäuschungen, Eifersucht und die Frage, ob man sich nach vielen gemeinsamen Jahren überhaupt noch richtig sieht, lassen sich irgendwann nicht mehr wegwitzeln. Olivia Wilde verbindet diese sehr erwachsenen Probleme mit schwarzem Humor und viel Fremdscham. Ähnliche Filme wissen ebenfalls, dass ein Beziehungskrach manchmal mit einem Glas Wein und einer scheinbar harmlosen Bemerkung beginnt.

01

The People Upstairs
Ein Abendessen mit den Nachbarn klingt zunächst nach einer überschaubaren sozialen Pflichtübung. Für Julio (Javier Cámara) und Ana (Griselda Siciliani) wird es jedoch zum Stresstest ihrer längst festgefahrenen Ehe, als Salva (Alberto San Juan) und Laura (Belén Cuesta) aus der Wohnung darüber zu Besuch kommen. The People Upstairs (2020), im spanischen Original Sentimental, stammt von Cesc Gay und bildet die direkte Vorlage für Olivia Wildes Neuverfilmung. Das Grundgerüst ist deshalb vertraut: Ein frustriertes Paar trifft auf zwei Menschen, die sexuell offener und scheinbar viel entspannter miteinander umgehen. Gay interessiert sich dabei weniger für Provokation als für die Frage, was passiert, wenn jemand plötzlich vorgeführt bekommt, wie anders Beziehung aussehen könnte. Die Gespräche werden komisch, verletzend und immer persönlicher, bis niemand mehr so tun kann, als sei alles in Ordnung.
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Kaum sind Alex (Adam Scott) und Emily (Taylor Schilling) mit ihrem Sohn nach Los Angeles gezogen, geraten sie an ein Paar, das ihre Vorstellungen von einem harmlosen Elternabend ziemlich gründlich durcheinanderbringt. Kurt (Jason Schwartzman) und Charlotte (Judith Godrèche) laden die beiden nach Hause ein, doch aus Wein, Pizza und höflichem Kennenlernen entwickelt sich in The Overnight: Einladung mit gewissen Vorzügen (2015) eine Nacht voller sexueller Unsicherheit und überraschender Offenheit. Regisseur Patrick Brice macht daraus keine plumpe Swingerkomödie, sondern beobachtet, wie vier Erwachsene ihre eigenen Grenzen plötzlich neu verhandeln müssen. Besonders treffend ist der Humor, weil er ständig aus echter Verlegenheit entsteht. Niemand weiß so recht, ob gerade geflirtet, getestet oder nur viel zu viel preisgegeben wird, und genau daraus entsteht die unangenehme Spannung.
Wer sein Smartphone freiwillig auf den Tisch legt, sollte vielleicht vorher überlegen, was dort alles aufleuchten könnte, und das ist auch das Spiel, das sieben Freunde in Das perfekte Geheimnis (2019) bei einem gemeinsamen Abendessen beginnen: Jede Nachricht wird vorgelesen, jeder Anruf wird laut gestellt. Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Eva (Jessica Schwarz) empfangen unter anderem Leo (Elyas M’Barek) mit Carlotta (Karoline Herfurth) sowie Simon (Frederick Lau) mit Bianca (Jella Haase). Was als Mutprobe beginnt, bringt Affären, Lügen und ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von Treue ans Licht. Bora Dagtekin verbindet Boulevardkomödie mit einem erstaunlich unangenehmen Gedanken: Wie gut kennen Menschen eigentlich diejenigen, mit denen sie ihr Leben teilen? Der große Ensemblefilm zeigt sehr genau, wie schnell ein geselliger Abend zum Seziertisch mehrerer Beziehungen werden kann.

04

Hautnah
Hautnah

Hautnah

2004

Liebe kann in Mike Nichols’ Drama innerhalb weniger Minuten von zärtlich zu grausam kippen. Dan (Jude Law) verliebt sich in Alice (Natalie Portman), beginnt später eine Affäre mit Anna (Julia Roberts), während deren Beziehung zu Larry (Clive Owen) ebenfalls unter den gegenseitigen Lügen zerbricht. Hautnah (2004) interessiert sich kaum für romantische Gesten, sondern für das, was Menschen sagen, wenn sie ihren Partner verletzen, testen oder zur Wahrheit zwingen wollen. Das Drehbuch von Patrick Marber basiert auf seinem Theaterstück, und genau diese Herkunft spürt man in den langen, messerscharfen Dialogen. Sex ist ständig Thema, wird aber vor allem zur Machtfrage. Der Film ist bitter, sehr direkt und manchmal fast unangenehm intim, weil niemand den anderen mit einer bequemen Halbwahrheit davonkommen lässt.

05

Before Midnight
Before Midnight

Before Midnight

2013

Im griechischen Sommer sieht bei Jesse (Ethan Hawke) und Céline (Julie Delpy) zunächst vieles nach einem beneidenswert eingespielten gemeinsamen Leben aus. Sie haben zwei Töchter, kennen sich seit fast zwei Jahrzehnten und verbringen ihren Urlaub mit Freunden. Doch Before Midnight (2013) lässt diese Harmonie langsam bröckeln, bis aus einem geplanten romantischen Abend ein Streit über Elternschaft, Karriere, Opfer und alte Enttäuschungen wird. Richard Linklater kennt dieses Paar bereits seit Before Sunrise (1995) und Before Sunset (2004), setzt für den dritten Teil aber kein Vorwissen voraus. Besonders stark ist, wie schnell ein beiläufiger Vorwurf eine ganze gemeinsame Vergangenheit aufreißen kann. Ein Gespräch beginnt über eine Kleinigkeit und endet bei Fragen, die beide offensichtlich seit Jahren mit sich herumtragen. Dadurch wirkt der Streit nicht geschrieben, sondern erschreckend vertraut.

06

Höhere Gewalt
Höhere Gewalt

Höhere Gewalt

2014

Manchmal genügt eine einzige panische Reaktion, damit ein Paar den anderen Menschen plötzlich mit völlig neuen Augen sieht. In Höhere Gewalt (2014) sitzt die Familie von Tomas (Johannes Bah Kuhnke) und Ebba (Lisa Loven Kongsli) beim Skiurlaub auf einer Restaurantterrasse, als eine Lawine scheinbar direkt auf sie zurast. Tomas flieht, während Ebba bei den Kindern bleibt. Die Gefahr löst sich auf, der Vorfall jedoch nicht. Ruben Östlund beobachtet anschließend mit trockenem Humor, wie Tomas seine Reaktion kleinredet und Ebba immer weniger bereit ist, die gemeinsame Version ihrer Ehe aufrechtzuerhalten. Der Film braucht weder Affäre noch großes Geheimnis, um eine Beziehung zu erschüttern. Seine Stärke liegt in der peinlichen Frage, ob man einen Partner noch genauso lieben kann, nachdem man etwas über ihn erfahren hat, das man lieber nie gewusst hätte.

07

The One I Love
The One I Love

The One I Love

2014

Was wäre, wenn der Partner plötzlich genau so wäre, wie man ihn sich immer gewünscht hat? Diese Frage stellt The One I Love (2014) auf eine Weise, über die man vor dem Anschauen besser möglichst wenig weiß. Ethan (Mark Duplass) und Sophie (Elisabeth Moss) stehen kurz vor der Trennung und folgen dem Rat ihres Therapeuten (Ted Danson), ein Wochenende in einem abgelegenen Ferienhaus zu verbringen. Dort scheint die Nähe tatsächlich zurückzukehren, allerdings unter Bedingungen, die immer rätselhafter werden. Charlie McDowell verbindet Ehedrama, schwarze Komödie und ein kleines Science Fiction Rätsel, ohne die Beziehung hinter dem Konzept verschwinden zu lassen. Im Kern geht es um Projektionen: Lieben wir den Menschen vor uns oder eine bessere Version, die wir uns ausgedacht haben? Der Film wird damit zunehmend seltsam, bleibt emotional aber erstaunlich präzise.

08

Alle Anderen
Alle Anderen

Alle Anderen

2009

Schon der erste Urlaubstag zeigt, dass Gitti (Birgit Minichmayr) und Chris (Lars Eidinger) ein Paar sind, das sich gleichzeitig innig kennt und erstaunlich zuverlässig gegenseitig verunsichert. In Maren Ades Alle anderen (2009) verbringen beide einige Wochen auf Sardinien, bis sie auf Hans (Hans-Jochen Wagner) und Sana (Nicole Marischka) treffen. Das andere Paar wirkt souveräner, erwachsener und gesellschaftlich eingespielter, und genau dieser Vergleich verändert plötzlich den Blick von Gitti und Chris aufeinander. Ade erzählt das ohne große Enthüllungen und ohne künstliche Eskalation. Kleine Bemerkungen, Gesten und Unsicherheiten reichen aus, damit Nähe in Konkurrenz und Scham umschlägt. Dadurch fühlt sich der Film manchmal fast unangenehm privat an. Besonders spannend ist, wie wenig es braucht, damit zwei Menschen anfangen, ihre eigene Beziehung mit fremden Maßstäben zu messen.

09

Die Rosenschlacht
Dass eine Bilderbuchehe nicht besonders belastbar sein muss, beweisen Ivy (Olivia Colman) und Theo (Benedict Cumberbatch) mit wachsender Begeisterung. In Die Rosenschlacht (2025) scheint ihr gemeinsames Leben zunächst beneidenswert, bis Theos Karriere abstürzt und Ivys beruflicher Erfolg gleichzeitig explodiert. Aus unterschwelliger Konkurrenz wird ein Ehekrieg, bei dem Zuneigung, Kränkung und Schadenfreude kaum noch auseinanderzuhalten sind. Jay Roachs Film greift Warren Adlers Romanvorlage neu auf und erzählt die Eskalation als moderne schwarze Komödie über Rollenbilder und gekränkten Stolz. Olivia Colman und Benedict Cumberbatch geben den Streitigkeiten genug Witz, damit die Bosheiten nicht nur bitter wirken. Das Ergebnis ist deutlich lauter als viele andere Filme dieser Liste, aber unter dem Krawall steckt eine sehr bekannte Frage: Was passiert, wenn aus Partnerschaft Konkurrenz wird?
Am Anfang wollen Nicole (Scarlett Johansson) und Charlie (Adam Driver) ihre Trennung noch vernünftig regeln. Beide lieben ihren Sohn Henry (Azhy Robertson), respektieren einander und glauben, dass sie ohne großen Rosenkrieg auseinandergehen können. Marriage Story (2019) zeigt dann, wie Anwälte, Entfernungen und alte Verletzungen diese gute Absicht langsam zersetzen. Noah Baumbach erzählt eine Scheidung nicht als Geschichte mit einem Schuldigen, sondern als schmerzhafte Verschiebung zweier Perspektiven. Besonders berühmt wurde der große Streit zwischen Nicole und Charlie, weil dort innerhalb weniger Minuten Zärtlichkeit, Wut und jahrelang aufgestauter Frust ineinanderstürzen. Der Film ist ernster als die meisten anderen Einträge, doch seine größte Stärke liegt darin, dass Liebe und Verletzung gleichzeitig glaubwürdig bleiben. Selbst am Ende wirkt nichts sauber abgeschlossen, weil eine Trennung eben nicht automatisch auslöscht, was vorher zwischen zwei Menschen war.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

73,56 €

Gesamtlaufzeit

17h 45min

Genres

Drama, Romantik, Komödien

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