
Die besten Vampirserien aller Zeiten im Ranking
Vampire sind das wandlungsfähigste Monster, das die Popkultur je hervorgebracht hat. Sie taugen als Schwarm, zum politischen Kommentar, zum Körperhorror und zur Comedy - manchmal alles auf einmal, und manchmal auf eine Art, die das Genre selbst kaum noch wiedererkennt.
Was die wirklich guten Vampirserien dabei verbindet, ist dass sie nie nur von Vampiren erzählen. Sie erzählen von Macht und Schuld, von der Last der Unsterblichkeit und vom Versuch, unter Menschen zu leben, ohne einer zu sein. Das Genre hat auf dem Bildschirm so viele Formen angenommen, dass eine Rangliste fast unfair wirkt. Aber nur fast, denn es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Serien, die das Beste aus ihrer Prämisse herausholen, und solchen, die sie solide genug bedienen, ohne je das letzte Quäntchen herauszupressen.
Mystic Falls ist eine Kleinstadt mit einem ernsthaften Vampirproblem und einem noch ernsthafteren Liebesdreieck, und Vampire Diaries hat aus dieser Kombination acht Staffeln gezogen, die mehr Wendungen enthielten als die meisten Serien in ihrer gesamten Laufzeit. Den größten Anteil daran hat Ian Somerhalder, dessen Damon Salvatore als charismatischer Bösewicht begann und am Ende mehr Fangemeinde hatte als die eigentliche Hauptfigur. Die mittleren Staffeln verlieren merklich an Schärfe, das Finale hinterlässt gemischte Gefühle, und tiefgründig war die Serie zu keinem Zeitpunkt. Als Teen-Drama mit übernatürlichem Anstrich hat Vampire Diaries seinen Job gemacht, und das ist aufrichtig gemeint, nicht als Beleidigung. Die Serie wusste genau, wer ihr Publikum war, hat es nie enttäuscht und nie mehr versprochen, als sie halten wollte. Mehr war sie allerdings nie, und genau darin liegt der Unterschied zu allem, was noch folgt.
HBO-Serien haben einen Ruf zu verlieren, und True Blood hat ihn in seinen ersten Staffeln vollkommen gerechtfertigt. Die Prämisse ist so einfach wie clever: Vampire haben sich geoutet, weil synthetisches Blut ihre Ernährung sichert, und die Gesellschaft muss damit umgehen, was die Serie als Metapher für jede Form von Ausgrenzung nutzt. Anna Paquin, Alexander Skarsgård und Stephen Moyer bilden ein Dreieck, das funktioniert, weil alle drei Figuren echtes Gewicht haben und die Serie keinen von ihnen schont. Das ist mehr Biss und mehr Haltung als Vampire Diaries je hatte, und in den ersten drei Staffeln ist der Abstand enorm. Dass True Blood diesen Anspruch ab Staffel fünf selbst verspielt und sich in immer absurderen Handlungssträngen verliert, kostet sie genau die Plätze, die sie in ihren besten Momenten eigentlich verdient hätte.
Das Wort Vampir fällt in dieser Netflix-Miniserie kein einziges Mal, und das ist Absicht. Mike Flanagan hat mit Midnight Mass sieben Episoden über Glauben, Schuld und ein abgelegenes Küstenörtchen gebaut, in dem ein neuer Priester auftaucht und Wunder zu wirken beginnt. Was dann passiert, gehört zum Unheimlichsten, das das Medium in den letzten Jahren hervorgebracht hat, weil Flanagan nie den Schrecken über die Ideen stellt und nie die einfache Auflösung wählt, wenn die schwierige ehrlicher ist. Die Dialoge sind lang, manchmal sehr lang, und wer Tempo vor Tiefe bevorzugt, wird sich gelegentlich fremdeln. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine der philosophisch mutigsten Auseinandersetzungen mit Sterblichkeit und Erlösung, die das Genre je versucht hat. Für eine Miniserie ist das außergewöhnlich, reicht aber nicht an Serien heran, die dieselbe Dichte und Qualität über mehrere Staffeln und Jahre gehalten haben.
Dass eine Animationsserie, die auf einem Nintendo-Videospiel der achtziger Jahre basiert, zu einer der atmosphärisch dichtesten Vampirproduktionen aller Zeiten werden würde, hat niemand kommen sehen. Castlevania erzählt von Dracula, der nach dem Tod seiner menschlichen Frau die Menschheit vernichten will, und von Trevor Belmont, dem letzten einer Vampirjäger-Dynastie, die das verhindern soll. Warren Ellis hat ein Skript geschrieben, das Charakterentwicklung und Weltenbau konsequent ernst nimmt, und die Animation übersetzt das in Bilder, die in ihrer Gewalt und Präzision kinoreif wirken, ohne je in Selbstzweck zu verfallen. Die Serie läuft vier Staffeln ohne Füllstoff und endet mit einem Abschluss, der ihr vollkommen gerecht wird. Was ihr für die oberen Plätze fehlt, ist die emotionale Breite von Serien, die nicht Mythen, sondern Menschen ins Zentrum stellen, und genau dieser Unterschied wird ab Platz sechs spürbar.
Als Spin-off von Vampire Diaries hätte The Originals leicht im Schatten seines Vorgängers verschwinden können, aber genau das Gegenteil ist passiert. Die Serie folgt Klaus Mikaelson, dem Hybrid aus Vampir und Werwolf, der nach New Orleans zurückkehrt und ein politisches Machtgefüge vorfindet, das ihn nicht mehr braucht. Joseph Morgan spielt Klaus mit einer Energie, die zwischen echter Bedrohung und echter Verletzlichkeit pendelt, und genau dieses Pendeln hält die Serie über fünf Staffeln zusammen. The Originals ist ernster und dichter als Vampire Diaries und weniger an Liebesgeschichten interessiert als an Familiendynamiken, die sich über Jahrhunderte erstrecken. In der Charakterarbeit übertrifft es seinen Vorgänger klar. Für die oberen Plätze fehlt ihr jedoch die kulturelle Wucht von Serien, die das Genre nicht nur bespielt, sondern dauerhaft verändert haben.
Anne Rices Roman von 1976 war bereits die Vorlage für den Kinofilm von 1994 mit Brad Pitt und Tom Cruise, und er ist auch die Grundlage dieser AMC-Serie, die beide in fast jeder Hinsicht übertrifft. Interview with the Vampire macht explizit, was Rice immer gemeint hatte: Louis und Lestat sind ein Liebespaar, ihre Beziehung ist toxisch, leidenschaftlich und absolut fesselnd anzuschauen. Sam Reid als Lestat liefert eine der stärksten Vampirdarstellungen, die das Fernsehen je gesehen hat, und die Ausstattung der ersten Staffel im New Orleans des frühen zwanzigsten Jahrhunderts ist außergewöhnlich. Dass die Serie noch läuft und sich mit jeder Staffel steigert, macht sie zur aufregendsten laufenden Vampirproduktion des Jahrzehnts. Serien, die ihr Gesamtwerk bereits vollständig und ohne schwache Staffel abgeschlossen haben, stehen in diesem Ranking jedoch höher
Vier Vampire leben seit Jahrhunderten in einer WG auf Staten Island und haben keine Ahnung, wie die Welt um sie herum funktioniert. What We Do in the Shadows ist die klügste Vampirkomödie, die je produziert wurde, weil sie das Genre nicht parodiert, sondern vollkommen ernst nimmt, und genau daraus entsteht der Witz. Matt Berry als Laszlo Cravensworth hat mit seiner Mischung aus aristokratischer Herablassung und totaler Ahnungslosigkeit eine der komödiantisch präzisesten Figuren des Jahrzehnts geschaffen, und das Ensemble insgesamt trägt sechs Staffeln lang eine Spielfreude, die nicht nachlässt. Die Serie hat ihr Gesamtwerk sauber abgeschlossen und dabei keine einzige schwache Staffel produziert. Ab Platz drei stehen Serien, die das Genre nicht nur bespielt, sondern mit literarischem und emotionalem Gewicht dauerhaft neu vermessen haben.
London im neunzehnten Jahrhundert, vollgestopft mit den dunkelsten Figuren der Weltliteratur: Dorian Gray, Frankenstein, Dracula und Van Helsing. Alle sind auf einmal in derselben Stadt, und alle sind miteinander verstrickt auf eine Art, die sich nie einfach nach “Fanservice” anfühlt. Penny Dreadful ist das literarisch ambitionierteste Projekt, das das Vampir-Genre je hervorgebracht hat, und Eva Green als Vanessa Ives ist eine der absolut besten Serienperformances der 2010er-Jahre - ohne jede Einschränkung. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man sie fast riechen kann, und das Drehbuch behandelt seine Quellen mit echtem Respekt statt billigem Namedropping. Dass die dritte Staffel das Ende überstürzt und manche Handlungsstränge offen lässt, ist der einzige echte Makel einer Serie, die in ihrer Hochphase zu den besten übernatürlichen Dramen gehörte, die das Fernsehen je produziert hat.
Los Angeles ist der richtige Ort für einen Vampir mit Schuld im Gepäck, und Angel – Jäger der Finsternis, das Spin-off von Buffy – Im Bann der Dämonen, hat das Noir-Potenzial dieser Kombination fünf Staffeln lang konsequent ausgeschöpft. Die Idee, einen mit einer Seele verfluchten Vampir als Detektiv durch eine moralisch zweideutige Stadt zu schicken, funktioniert vor allem wegen des Ensembles: David Boreanaz, Charisma Carpenter und Alexis Denisof tragen auch die schwächeren Episoden mühelos. Die fünfte Staffel, im Wissen um die Absetzung gedreht, gehört zu den mutigsten Serienfinalen des Genres überhaupt und zeigt eine Serie, die lieber mit Haltung endet als ohne. Angel ist reifer, dunkler und erzählerisch ambitionierter als fast alles auf dieser Liste. Dass sie nicht auf Platz eins steht, hat einen einzigen Grund: Sie ist aus einer Serie heraus geboren worden, die ohne Diskussion darüber steht.
Wer Buffy – Im Bann der Dämonen zum ersten Mal sieht, unterschätzt sie. Der Titel klingt nach Trash, die erste Staffel täuscht Leichtigkeit vor, und dann passiert Staffel zwei, und man sitzt da und begreift, dass diese Serie gerade eine Liebesgeschichte so zu Ende gebracht hat, dass man sich davon nicht so schnell erholt. Joss Whedon hat eine Welt gebaut, in der Highschool-Monster echte Monster sind und echte Monster manchmal nur Highschool-Probleme haben, und Sarah Michelle Gellar hat daraus eine Heldin gemacht, die kämpft, scheitert und liebt und dabei nie aufhört, vollkommen menschlich zu wirken. Die dritte Staffel erfindet den Serienschurken neu, die fünfte zeigt, wie man Verlust erzählt, ohne ihn zu erklären, und die sechste wagt es, die Heldin selbst zum Problem zu machen. Das Vampir-Genre hat seit 1997 viele außergewöhnliche Serien hervorgebracht, und fast alle von ihnen wären ohne Buffy undenkbar. Das ist das schönste Kompliment, das man einer Serie machen kann.
















































