Die 10 besten Serien aller Zeiten laut Datenlage

Die 10 besten Serien aller Zeiten laut Datenlage

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 09. Mai 2026

Aktualisiert am 09. Mai 2026

Serien stehen bei Cineasten lwängst ganz oben,  und das ist keine Überraschung mehr, sondern Konsens. TV ist nicht mehr das kleine Brudermedium des Kinos, sondern sein ebenbürtiger Konkurrent, manchmal sein Überleger. Die Frage ist nur: Welche Serien? Eine Rangliste, die IMDb-Nutzerwertungen, Rotten-Tomatoes-Kritiker- und Publikumswerte sowie weitere Aggregatoren zu einem Gesamtscore zusammenführt, gibt darauf eine Antwort, die sich gewaschen hat. 

Acht der zehn Plätze gehen an HBO-Produktionen — weniger eine Aussage über die Streaming-Gegenwart als über ein goldenes Jahrzehnt amerikanischen Fernsehens zwischen 1999 und 2013, das das Prestige-Drama als Format erfand. Die anderen zwei Plätze gehören AMC. Netflix, Apple TV+, Amazon? Fehlanzeige. Und auch Großbritannien ist vertreten – doppelt!

01

Breaking Bad
Breaking Bad hält seit 2014 den Guinness-Weltrekord als meistkritisierte Serie aller Zeiten und führt diese Rangliste mit dem höchsten Gesamtscore an. Vince Gilligan entwickelte die Prämisse als moralisches Experiment: Walter White, Chemielehrer, Krebsdiagnose, Entscheidung für den Drogenhandel. Was folgt, ist eine der akkuratesten, ausgefeiltesten und aufwühlendsten Darstellungen von Charakterkorruption, die das Fernsehen je produziert hat. Bryan Cranston gewann viermal den Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie, Aaron Paul dreimal als bester Nebendarsteller. Die Serie gewann insgesamt 16 Emmys aus 58 Nominierungen. Giancarlo Esposito als Gus Fring ist eine der eindrücklichsten Antagonisten-Figuren der Seriengeschichte. Breaking Bad endet so, wie es anfängt: präzise, ohne Sentimentalität, mit einem Hauptcharakter, dem man bis zuletzt nicht sicher ist, ob man ihn verabscheuen oder verstehen soll. Ob es tatsächlich den ersten Platz belegen sollte – oder eine andere Serie aus der Liste (dazu später mehr), ist Geschmackssache.

02

Game of Thrones
Platz zwei geht an ein Epos, in das man sich auch in hundert Jahren noch erinnern wird. Keine Serie hat das kollektive Fernseherleben eines Jahrzehnts so dominiert wie Game of Thrones. Premiere am 17. April 2011 auf HBO, basierend auf George R.R. Martins Romanreihe A Song of Ice and Fire, entwickelt von David Benioff und D.B. Weiss. Acht Staffeln, 73 Episoden, ein Budget, das in späteren Staffeln filmische Dimensionen erreichte. Die erste Hälfte der Serie gilt als eines der besten Stücke Fernsehen überhaupt: politisch, ambivalent, atemlos und aufregend, mit einer aggressiven Bereitschaft, Hauptfiguren zu töten. Die letzte Staffel gilt für viele als eines der größten Enttäuschungen der Seriengeschichte. Beides zusammen ergibt eine Serie, deren Gesamtwertung trotz des kontroversen Endes noch immer Platz zwei in diesem Ranking rechtfertigt — weil die ersten sechs Staffeln so außergewöhnlich gut waren, dass sie die letzten zwei überstimmen. Hier ist der Platz alleine aufgrund der popkulturellen Relevanz gerechtfertigt.

03

Chernobyl
Chernobyl

Chernobyl

2019

Wer’s gerne beklemmend-atmosphärisch mag, bekam 2019 ein Kunstwerk zu sehen: Fünf Episoden, keine zweite Staffel, kein Cliffhanger — und trotzdem eine der am höchsten bewerteten Serien überhaupt. Chernobyl, entwickelt von Craig Mazin und produziert von HBO und Sky, rekonstruiert die Nuklearkatastrophe vom April 1986 in Prypjat mit einer dokumentarischen Präzision, die sich anfühlt wie ein Horrorfilm. Jared Harris spielt den Wissenschaftler Valery Legasov, Stellan Skarsgård den Regierungsbeauftragten Boris Schtscherbina. Die Serie ist akkurat, anklagend und atmosphärisch erdrückend in ihrer Darstellung von institutioneller Inkompetenz und politischer Vertuschung. 95% bei Rotten Tomatoes von Kritikern, 97% vom Publikum. Chernobyl beweist, dass das Miniserien-Format, wenn es konsequent genutzt wird, alles leisten kann, was eine Langzeitserie leisten kann — in einem Zehntel der Zeit. Tolle Serie, allerdings vielleicht aufgrund der darauffolgenden Konkurrenz nicht ganz akkurat gereiht.

04

Die Sopranos
Ein Meisterwerk der Seriengeschichte, das längst Popkanon ist. David Chase entwickelte The Sopranos über Jahre, wurde von mehreren Sendern abgelehnt, und landete schließlich bei HBO — wo die Serie 1999 startete und das Prestige-Drama als Format erfand. Tony Soprano, gespielt von James Gandolfini, ist ein New-Jersey-Mafiaboss, der Panikattacken hat und zur Therapie geht. Das klingt nach Parodie, ist aber Shakespeare. Die Serie läuft sechs Staffeln, endet mit einer der berühmtesten, ambivalentesten und bis heute diskutiertesten Schlussszenen der Fernsehgeschichte. Gandolfini gewann dreimal den Emmy als bester Hauptdarsteller. The Sopranos eröffnete die Ära des Anti-Helden als zentraler Identifikationsfigur und legte damit das Fundament für alles, was danach kam: Mad Men, Breaking Bad, Succession. Hätte sich auch locker Platz eins verdient.
Zehn Episoden, produziert von Steven Spielberg und Tom Hanks, erzählen die Geschichte der Easy Company des 506. Fallschirmjägerregiments der 101. US-Luftlandedivision — von der Ausbildung in den USA bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Band of Brothers startete am 9. September 2001, zwei Tage vor den Anschlägen, und wurde zum meistgesehenen Kabelprogramm seiner Zeit. Die Miniserie gewann sieben Emmys aus zwanzig Nominierungen. Ihr Ensemble-Ansatz — keine Hauptfigur, kein Heldenmythos, nur eine Gruppe von Menschen unter extremem Druck — war für das Format radikal und ist es auf seine Art noch immer. Die Durchschnittsepisodenwertung von 9,2 auf IMDb ist die zweithöchste aller HBO-Staffeln aller Zeiten.

06

The Wire
The Wire

The Wire

2002

Platz sechs geht an eine Serie, die oft als beste Serie aller Zeiten bezeichnet wird und, mal ehrlich, eigentlich weiter oben in dieser Liste stehen sollte. Die allerdings auch nicht ganz einfach zu konsumieren ist. The Wire hat nie einen Emmy gewonnen. Das ist eine der auffälligsten Anomalien der Fernsehgeschichte, weil David Simons Serie über den Drogenhandel und den institutionellen Verfall in Baltimore von den meisten Kritikern als die beste Serie aller Zeiten eingestuft wird. Fünf Staffeln, jede aus einer anderen Perspektive auf dieselbe Stadt: Dealer und Cops, Hafen, Stadtpolitik, Schulsystem, Lokalpresse. Die Figuren sind keine Archetypen, sondern Produkte ihrer Strukturen — das ist der analytische, aufwühlende und ausdauernde Kern der Serie. Idris Elba und Dominic West wurden hier zu Stars. The Wire ist langsam, dicht und verlangt Geduld — belohnt diese aber mit einer Komplexität, die Fernsehen sonst nicht erreicht. 94% bei Rotten Tomatoes von Kritikern.

07

Better Call Saul
Better Call Saul ist das Spin-off, das seinen Ursprung überholte. Vince Gilligan und Peter Gould nahmen eine Nebenfigur aus Breaking Bad — den schmierigen Anwalt Saul Goodman — und enthüllten darunter Jimmy McGill: einen Mann, der eigentlich anständig sein wollte und es nie geschafft hat. Sechs Staffeln, die als schwarze Komödie beginnen und als griechische Tragödie enden. Bob Odenkirk trägt das mit einer Präzision, die in Breaking Bad schlicht keinen Platz hatte. Rhea Seehorn als Kim Wexler ist eine der klügsten weiblichen Serienfiguren der letzten zwanzig Jahre. Dass Better Call Saul nie einen Emmy als beste Dramaserie gewann, bleibt eine der merkwürdigsten Entscheidungen in der Geschichte der Academy.

08

Stranger Things
Der einzige Netflix-Titel in den Top Ten. Stranger Things, entwickelt von den Duffer Brothers, startete 2016 als Hommage an Achtziger-Kino und Genre-Fernsehen, mit klaren Referenzen an Stephen King, Steven Spielberg und John Carpenter. Die erste Staffel funktioniert als abgeschlossene, atmosphärisch akkurate und aufregend erzählte Mysteryserie. Was danach kam, ist größer, lauter und ungleichmäßiger — aber die Gesamtwertung reflektiert die außergewöhnliche Wirkung der frühen Staffeln und die Tatsache, dass Stranger Things Netflix' erste Serie war, die als kulturelles Ereignis wahrgenommen wurde. Das Ensemble um Millie Bobby Brown, Winona Ryder und David Harbour bleibt eine der stärksten Ensemblebesetzungen des Formats.
Sherlock ist das kürzeste Format in dieser Liste: vier Staffeln mit je drei Episoden plus Specials, produziert von der BBC, entwickelt von Steven Moffat und Mark Gatiss. Benedict Cumberbatch als moderner Sherlock Holmes und Martin Freeman als Dr. Watson. Die Serie modernisierte den Stoff ohne ihn zu verbiegen, schrieb in langen Episodenformaten, die sich wie Spielfilme anfühlten, und erreichte eine globale Fangemeinde, die für eine BBC-Produktion dieser Größe ungewöhnlich ist. Die ersten zwei Staffeln sind außergewöhnlich. Die Kritik an den späteren Staffeln ist berechtigt. Dass Sherlock trotzdem auf Platz neun landet, ist ein Argument für die Wucht der frühen Episoden — allen voran „A Study in Pink" und „The Reichenbach Fall". Schade, dass man das Niveau nicht halten konnte.
Nochmal das Vereinigte Königreich: Steven Knight entwickelte Peaky Blinders als Gangster-Saga über die Shelby-Familie im Birmingham der Nachkriegszeit nach dem Ersten Weltkrieg. Cillian Murphy als Tommy Shelby ist eine der aufwühlendsten, ambitioniertesten und abgründigen Figuren des britischen Fernsehens. Die Serie läuft sechs Staffeln, arbeitet mit einem tollen Musikansatz, hat einen grandiosen Soundtrack aus Nick Cave, PJ Harvey, Arctic Monkeys — und einem visuellen Stil, der Historienfernsehen neu definierte. Peaky Blinders ist keine akkurate Geschichtsdarstellung, aber ein akkurates Porträt von Klassenaufstieg, Trauma und der Frage, was Macht mit Menschen macht. Großbritannien mischt in puncto Serien ganz oben mit, das macht diese Liste jedenfalls deutlich.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

33,84 €

Gesamtlaufzeit

421h 55min

Genres

Drama, Krimi, Mystery & Thriller

Wo kann ich die Titel von dieser Liste online anschauen?

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 4 von ihnen auf Netflix anschauen. 15 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 4 Titel Netflix
  2. 4 Titel HBO Max
  3. 4 Titel HBO Max Amazon Channel
  4. 3 Titel Netflix Standard with Ads
  5. 2 Titel Disney Plus