
Die besten Dinosaurierfilme für jedes Alter
Dinosaurier funktionieren bei Kindern immer. Riesig, ausgestorben, ein bisschen unheimlich – ein besseres Staunmaterial lässt sich kaum bauen. Nur: Nicht jeder Dinofilm passt zu jedem Alter, und die Einteilung ist weniger offensichtlich, als man denkt. Denn ausgerechnet der älteste und scheinbar harmloseste Zeichentrickfilm dieser Liste ist der, bei dem am meisten geweint wird. Wer also nach einem Film für den nächsten Regennachmittag sucht – oder sollen wir sagen: nach ruhigen neunzig Minuten – sollte nicht auf die Machart schauen, sondern darauf, was der Film seinem Publikum zumutet.
Wir haben neun Titel nach Alter sortiert, vom Kleinkind bis zum Grundschulabschluss – mit Begründung, warum sie dort und nicht anders einsortiert sind. Wir nennen dabei zweierlei: die FSK-Freigabe und daneben unsere redaktionelle Empfehlung.
Der Einstieg für die Allerkleinsten. Dinosaur Train: Adventure Island (2021) ist ein Spielfilm zur bekannten Vorschulserie um Buddy, einen jungen Tyrannosaurus, der bei einer Pteranodon-Familie aufwächst und mit ihr per Zug durch die Erdzeitalter reist. Diesmal geht es in einen Dinosaurier-Freizeitpark auf einer abgelegenen Insel.
Es gibt keine Bedrohung, keine toten Eltern, keine Spannungsspitzen – stattdessen freundliche Figuren, viele Artnamen und in jeder Szene eine kleine Erklärung. Genau darin liegt der Wert: Kinder lernen hier ihre ersten Dinosaurier kennen, ohne sich dabei zu fürchten. Wer ein Kind hat, das gerade anfängt, sich für Saurier zu begeistern, findet hier den sanftesten aller Anfänge. Die Serie dahinter lief über Jahre im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen und wurde von Paläontologen beraten – was man den Sachinformationen anmerkt.
Unsere Empfehlung: ab drei Jahren.
In Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los (2009) stößt die bekannte Herde um Mammut Manni, Faultier Sid und Säbelzahntiger Diego auf eine unterirdische Welt, in der die Dinosaurier überlebt haben. Sid stiehlt dort drei Eier, brütet sie aus und wird prompt von der echten Mutter, einer T-Rex-Dame, mitsamt Beute nach unten verschleppt. Der Rest ist eine Rettungsaktion mit vielen Sturzeinlagen.
Das Tempo ist hoch, die Gags kommen im Sekundentakt, und bedrohlich wird es nie länger als ein paar Sekunden am Stück. Von subtil kann hier keine Rede sein, aber genau das ist der Punkt. Wer ein Kind hat, das bei Spannung noch schnell die Augen zuhält, ist hier richtig aufgehoben.
Unsere Empfehlung: ab vier Jahren
Hier wird es eine Spur ernster. Dinosaurier (2000) war zu seiner Zeit ein technisches Wagnis: Disney setzte digitale Tiere in echte Landschaftsaufnahmen und ließ sich dafür sechs Jahre Zeit. Erzählt wird von dem Iguanodon Aladar, der als Waise bei einer Lemurenfamilie aufwächst, bis ein Meteoritenschauer die Insel zerstört. Mit den Überlebenden schließt er sich einer Herde an, die durch die Wüste zieht – verfolgt von Carnotauren.
Der Einschlag ist eindrucksvoll inszeniert und kann kleinere Kinder erwischen, danach überwiegt aber das Abenteuer. Die Bildsprache hat der Film bis heute nicht verloren, die Figurenzeichnung wirkt dagegen etwas schlicht. Für Sechsjährige ist das genau die richtige Mischung. Nebenbei war die Produktion die teuerste ihres Jahres – was man in jeder Einstellung sieht.
Unsere Empfehlung: ab sechs Jahren.
Dies ist der Film für Kinder, die es genau wissen wollen. Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten (2013) ging aus der bekannten BBC-Dokumentarreihe hervor und sieht auch so aus: echte Landschaften, digital eingesetzte Tiere, Beratung durch Paläontologen. Erzählt wird die Geschichte des jungen Pachyrhinosaurus Patchi, der nach dem Tod seines Vaters gegen seinen älteren Bruder bestehen und die Herde übernehmen muss.
Es gibt gefressene Dinosaurier, es gibt einen Waldbrand, und der Ton ist ernster als bei den Zeichentrickvarianten. Dafür bekommt man Artnamen, die stimmen, und Verhaltensweisen, die nicht erfunden sind. Für Kinder in der Sammelphase, in der jeder Saurier beim Namen genannt werden muss, ist das ideal. Karl Urban führt in der Rahmenhandlung durch den Film, was den Ton zusätzlich erdet.
Unsere Empfehlung: ab sieben Jahren.
Arlo & Spot (2015) spielt in einer Welt, in der der Meteorit die Erde verfehlt hat und die Dinosaurier zu Bäuerinnen und Bauern geworden sind. Der ängstliche Apatosaurus Arlo verliert seinen Vater bei einer Überschwemmung, wird selbst fortgespült und muss den weiten Weg nach Hause finden – begleitet von einem wilden Menschenjungen namens Spot, der sich benimmt wie ein Hund. Die Bilder sind von einer fast fotorealistischen Schönheit, die Geschichte handelt von Angst und davon, sie auszuhalten.
Der Verlust des Vaters wird nicht weggeblendet, und eine Szene zum Thema Familie hat schon manchen Erwachsenen erwischt. Dafür ist der Film der einzige der Runde, der eine Freundschaft ohne ein einziges Wort erzählt – Spot spricht nicht.
Unsere Empfehlung: ab sieben Jahren, denn hier dreht Pixar die Rollen um.
Hier funktioniert der erste ruhige Realfilm. Baby – Das Geheimnis einer verlorenen Legende (1985) schickt die Paläontologin Susan Matthews-Loomis (Sean Young) und ihren Mann George (William Katt) in die Regenwälder Westafrikas, wo sie auf eine überlebende Brontosaurierfamilie stoßen. Das Problem: Ein rivalisierender Forscher will die Tiere für sich, und der schreckt auch vor Mord nicht zurück.
Die Tricktechnik ist vierzig Jahre alt und sieht auch so aus, doch der Film hat etwas, das den Animationsfilmen fehlt: eine klare Haltung zum Thema Naturschutz, ohne Zeigefinger. Er ist langsamer erzählt als alles andere auf dieser Liste – was Kinder, die schon länger sitzen können, eher belohnt als langweilt. Und das Dino-Baby selbst ist ein Puppenspiel-Kunstwerk, dem man die Handarbeit ansieht – im besten Sinne.
Unsere Empfehlung: ab acht Jahren.
Jetzt darf es actionreicher werden. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (2008) nach Jules Verne schickt den Vulkanologen Trevor Anderson (Brendan Fraser), dessen Neffen Sean (Josh Hutcherson) und die Bergführerin Hannah (Anita Briem) nach Island, wo sie in eine Höhle stürzen und in einer prähistorischen Welt landen. Zwischen Leuchtvögeln und fleischfressenden Pflanzen wartet dort auch ein Tyrannosaurus.
Der Film ist als Achterbahnfahrt gebaut, mit Szenen, die für das dreidimensionale Kino gedacht waren, und er nimmt sich selbst angenehm wenig ernst. Für Kinder, die Zeichentrick allmählich zu kindlich finden, ist er ein guter Übergang – spannend, aber nie wirklich bedrohlich. Wer die Vorlage von 1864 kennt, wird wenig davon wiedererkennen, doch als Familienabenteuer funktioniert die Sache bis heute.
Unsere Empfehlung: ab neun Jahren.
Dinotopia (2002) ist streng genommen eine Miniserie in drei Teilen und führt nach einem Flugzeugabsturz auf eine Insel, auf der Menschen und intelligente, sprechende Dinosaurier gemeinsam regieren. Die Halbbrüder Karl und David müssen sich dort zurechtfinden, in einer Gesellschaft mit eigenen Gesetzen und eigener Ordnung.
Nicht die Bilder machen den Stoff anspruchsvoll, sondern die Länge und die Menge an Weltenbau: Wer hier folgen will, muss sich Namen, Regeln und Verhältnisse merken. Als Ferienprogramm über mehrere Abende ist das ideal, als Nachmittagsfilm zwischendurch eher nicht. Die Vorlage stammt aus den illustrierten Büchern von James Gurney, und wer die kennt, wird die Bildwelt sofort wiedererkennen. Wer sie nicht kennt, findet hier einen guten Einstieg.
Unsere Empfehlung: ab zehn Jahren, aber aus einem ganz anderen Grund als beim nächsten Titel.
Und damit der überraschendste Eintrag dieser Liste. In einem Land vor unserer Zeit (1988) sieht aus wie ein Film für die Kleinsten: runde Formen, große Augen, siebzig Minuten Laufzeit. Tatsächlich beginnt er damit, dass der kleine Langhals Littlefoot mit ansehen muss, wie seine Mutter im Kampf gegen einen Scharfzahn tödlich verletzt wird und vor seinen Augen stirbt. Danach irrt er allein durch eine verdorrte Landschaft.
Don Bluths Klassiker ist großartig, keine Frage – aber er ist auch der traurigste Film dieser Liste, und wer ihn zu früh zeigt, riskiert einen langen Abend. Am besten funktioniert er dort, wo Kinder Trauer schon einordnen können. Aus dem Film wurde übrigens eine Reihe mit über einem Dutzend Fortsetzungen, von denen keine an das Original heranreicht, die aber allesamt harmloser sind.
Unsere Empfehlung: ab zehn Jahren.





















































